Milchvieh-Betriebe

Offenbar weitere Missstände im Allgäuer Tierskandal - Zahl der Rinder in einem der betroffenen Höfe sogar erhöht?

Nach dem sogenannten "Tierskandal im Allgäu" hat die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Landwirte und Mitbeschuldigte Anklage erhoben. Sie sollen massiv gegen den Tierschutz verstoßen haben. Doch offenbar gibt es in den Ställen weitere Missstände.

Nach dem sogenannten "Tierskandal im Allgäu" hat die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Landwirte und Mitbeschuldigte Anklage erhoben. Sie sollen massiv gegen den Tierschutz verstoßen haben. Doch offenbar gibt es in den Ställen weitere Missstände.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Nach dem sogenannten "Tierskandal im Allgäu" hat die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Landwirte und Mitbeschuldigte Anklage erhoben. Sie sollen massiv gegen den Tierschutz verstoßen haben. Doch offenbar gibt es in den Ställen weitere Missstände.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Im Allgäuer Tierskandal soll es weiter Missstände in einem der betroffenen Milchvieh-Betriebe in Bad Grönenbach geben. Um welche Tierschutz-Verstöße es geht.
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Von Allgäuer Zeitung
08.03.2021 | Stand: 09:27 Uhr

Im Sommer 2019 sorgte die Aufdeckung von Missständen in Allgäuer Ställen für Aufregung. Die Enthüllungen wurden als "Allgäuer Tierskandal" bundesweit in den Schlagzeilen bekannt.

Rund 20 Monate später soll es in einem der betroffenen Milchvieh-Betriebe in Bad Grönenbach weiter Missstände in der Tierhaltung geben - trotz umfangreicher Ermittlungen und Kontrollen. Das berichtet der BR und beruft sich dabei auf Videoaufnahmen, die dem Sender vorliegen. Rinder sollen in den Aufnahmen dicht an dicht gedrängt stehen - etliche von ihnen kämen überhaupt nicht an die Fressplätze ran.

Tierskandal in Bad Grönenbach: Hat der Tierbestand sogar zugenommen?

Wie es heißt, soll sich in einer der Betriebsstätten die Anzahl der Tiere seit Februar 2021 sogar noch erhöht haben. Seit vergangenem Sommer wird der gesamte Betrieb von der bayerischen Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) überwacht. Dort wird eingeräumt, dass in der betroffenen Betriebsstätte "rechnerisch" 186 Tiere aktuell keinen eigenen Liegeplatz haben.

Die Behörde weist aber auch darauf hin, dass in den Stallungen des Betriebs der gesamte Bestand seit 2019 "um mehrere hundert Tiere" abgenommen habe. Dennoch soll noch immer eine Überbelegung von 15 Prozent im Gesamtbetrieb herrschen.

Den Vorgaben des Tierschutzes würde es entsprechen, wenn jedes Tier einen eigenen Fress- und einen eigenen Liegeplatz habe. Die beengten Zustände in den Ställen mehrerer Allgäuer Milchvieh-Betriebe sorgten 2019 bundesweit für Entsetzen. Die Politik hatte damals versprochen, die bestehenden Missstände in der Milchvieh-Haltung zu beheben.

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Ende des vergangenen Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Memmingen unter anderem Anklage gegen einen Landwirt, dessen Sohn, sowie vier ihrer leitenden Mitarbeiter erhoben. Die Anklage wirft den Beschuldigten vor, 2019 in einem der bundesweit größten Milchviehbetriebe in Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu) Tiere misshandelt und gequält zu haben. Gegen zwei weitere Landwirte aus Bad Grönenbach, die im Zuge des Tierskandals im Allgäu 2019 ins Visier der Ermittler gerieten, hatte die Staatsanwaltschaft Memmingen bereits im August Anklage erhoben.

Auch im Oberallgäuer Dietmannsried gab es weitere Vorfälle - in einem von ihnen sprach das Landratsamt Oberallgäu sogar ein „Tierhalte- und Betreuungsverbot“ gegen die Hofinhaber aus.

Bilderstrecke

Allgäuer Tierskandal: 200 Menschen bei Mahnwache in Bad Grönenbach im Juli 2020