"Jetzt ist Schluss"

Ansturm im Außerfern: Bergwacht geht hart gegen Wildcamper vor

Der malerische Sieglsee: Wildcamper ignorierten Sperrschilder und fuhren mit ihren Fahreugen bis ins Schwarzwassertal.

Bild: Mark Bihler

Der malerische Sieglsee: Wildcamper ignorierten Sperrschilder und fuhren mit ihren Fahreugen bis ins Schwarzwassertal.

Bild: Mark Bihler

Seit den Grenzöffnungen erleben die Allgäuer Alpen einen Ansturm an Ausflüglern. Im benachbarten Außerfern schlägt die Bergwacht jetzt wegen Wildcampern Alarm.

23.06.2020 | Stand: 13:03 Uhr

Es ist der große Ansturm auf die Berge - vor allem am Wochenende. Wie das Allgäu erlebt auch das benachbarte Außerfern besonders an schönen Wochenenden einen Ausnahmezustand. Vor allem Wildcamper sorgen für Ärger - sie fahren mit ihren Campingbussen oft bis mitten ins Landschaftsschutzgebiet.  „Wir waren bislang immer sehr kulant. Aber damit ist jetzt Schluss. Wir werden ab sofort mit der vollen Härte des Gesetzes gegen Wildcamper vorgehen“, zitiert die Tiroler Tageszeitung den Außerferner Bergwachtchef Albert Kerber.

Sperrschilder halten die Wildcamper nicht ab

Besonders idyllische Bergseen haben es den Campern offenbar angetan. Kerber berichtet von 35 Wildcamper am Blindsee bei Biberwier, 45 am Plansee, weitere 25 in den Lechauen bei Reutte. Sogar bis zum Sieglsee ins Schwarzwassertal bei Forchach seien Camper mit ihren Bussen gefahren, so Kerber gegenüber unserer Redaktion. Der kilometerlange Weg dorthin ist nicht mal für Mountainbikes freigegeben - die Camper scheinen die Sperrschilder aber nicht abzuhalten. "Die Leute leeren dann noch ihre Toiletten aus und machen Lagerfeuer", ärgert sich der Bergwachtchef.

Zum Sieglsee brachen die Bergwachtler um 4 Uhr morgens auf - weil sie einen Anruf bekommen hatten, dass dort Camper die Nacht verbrachten. Eine Stunde später wurden letztere aus dem Schlaf gerissen und angezeigt. Laut Kerber kommen viele der Wildcamper aus dem beachbarten Deutschland. Unter den Autokennzeichen verzeichnete die Bergwacht Fahrzeuge aus Weilheim, Kaufbeuren und Schongau. Aber auch Innsbrucker Camper seien vermehrt im Außerfern unterwegs.

Mit ihren Bussen führen die Camper auch bis in die Lechauen bei Reutte.
Mit ihren Bussen führen die Camper auch bis in die Lechauen bei Reutte.
Bild: Bergwacht Tirol

Bergwacht zählt 45 Biwakierer auf dem Säulingplateau

Auch oben auf den Bergen geht es derzeit hoch her. 45 Biwakierer zählte die Tiroler Bergwacht unlängst auf dem Säulingplateau. Gemeinsam mit der Polizei in Füssen wolle man auch dagegen vorgehen, kündigt Kerber an. Denn das Säulingplateau ist sowohl über die deutsche als auch über die tiroler Seite erreichbar. Die Biwakierer auf dem Säuling hätten Grillpfannen, Fackeln und Zelte dabei gehabt, so Kerber.

"Das Biwakieren ist nur in Notlagen erlaubt", sagt Gabriele Pfurtscheller, Landesleiterin der Tiroler Bergwacht gegenüber unserer Redaktion. Auch sie glaubt, dass der Ansturm auf die Berge derzeit vor allem deshalb so groß sei, weil die viele wegen Corona den Urlaub in Spanien, Italien oder anderswo gestrichen hätten. "Da blüht uns in diesem Sommer noch Einiges", ist sich Pfurtscheller sicher. Außerhalb von Campingplätzen wild zu campen sei in Tirol überall verboten, sagt sie. Wer gegen das Campinggesetz verstößt, muss laut Bergwacht mit einem  Bußgeld von 220 Euro rechnen. Werden dazu noch Abfälle entsorgt, könne die Strafe auch im vierstelligen Bereich liegen.

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