Arbeitsmarkt

Arbeiten im Allgäu: Zahl freier Stellen auf Rekordniveau

Aus Arbeitnehmersicht geht aus dem Allgäuer Arbeitsmarkt weiter bergauf. Auch Langzeitarbeitslose profitieren.

Aus Arbeitnehmersicht geht aus dem Allgäuer Arbeitsmarkt weiter bergauf. Auch Langzeitarbeitslose profitieren.

Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolfoto)

Aus Arbeitnehmersicht geht aus dem Allgäuer Arbeitsmarkt weiter bergauf. Auch Langzeitarbeitslose profitieren.

Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolfoto)

Im Allgäu waren im April erneut weniger Menschen arbeitslos. Auch der Ukraine-Krieg ist bisher nicht spürbar - und viele Ausbildungsplätze sind noch frei.
03.05.2022 | Stand: 18:30 Uhr

Die Arbeitslosenquote im Allgäu ist im April erneut gesunken. Mit 2,3 Prozent liegt sie nach Angaben der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen unter dem Wert des Vergleichsmonats vor der Pandemie, dem April 2019. Damals lag sie bei 2,4 Prozent. Hinzu kommt ein neuer Rekordwert von 8098 vakanten Stellen, die Allgäuer Firmen der Arbeitsagentur meldeten (April 2019: 6907 Stellen). „Das ist ein Spitzenwert fürs Allgäu, der den akuten Bedarf der Arbeitgeber zeigt“, sagte Agenturleiterin Maria Amtmann unserer Redaktion. Zwar belebe auch sonst im April das Frühjahr den Arbeitsmarkt, „aber das sind grandiose Werte“.

Davon profitierten auch Langzeitarbeitslose, deren Zahl in der Region auf 2382 sank. Das sind 644 beziehungsweise 21,3 Prozent weniger als noch im April 2021. Agenturleiterin Amtmann freute sich, dass für Menschen, „die lange vom Arbeitsmarkt weg waren, hier ein Türchen aufgeht“. Das mache Mut für diejenigen, die noch arbeitslos gemeldet seien. Der Krieg in der Ukraine wirkte sich laut Arbeitsagentur bisher noch nicht auf die Beschäftigung in der Region aus. Die Auftragsbücher vieler Unternehmen seien voll, drängendstes Problem bleibe der Fachkräftemangel. „Wir sehen bei den gemeldeten Stellen und dem Einstellungsverhalten keine Zurückhaltung bei den Arbeitgebern“, sagte Amtmann. Vielmehr versuchten die Unternehmen, sich die verbliebenen Kräfte zu sichern.

Viele Ausbildungsplätze im Allgäu bleiben unbesetzt

Der Effekt, den die Geflüchteten aus der Ukraine auf den Arbeitsmarkt in der Region haben, sei bisher noch verhalten, erklärte Amtmann. „Viele haben die Hoffnung, rasch zurückkehren zu können.“ Eine Zahl im niedrigen dreistelligen Bereich habe sich arbeitssuchend gemeldet. Die Lebenssituation der Geflüchteten sei aber sehr unterschiedlich. „Wir haben beispielsweise einen Arzt mit guten Deutschkenntnissen, dessen Abschluss aber zuerst anerkannt werden muss“, erklärt Amtmann. Viele wollten sobald wie möglich zurück und einfach einen vorübergehenden Job. „Und eine dritte Gruppe interessiert sich für einen langfristigen Aufenthalt, will aber zuerst einen Sprachkurs machen.“

Eng wird es auf dem Ausbildungsmarkt – aus Sicht der Arbeitgeber. So waren im April 3327 Lehrstellen unbesetzt, denen aber nur 1176 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz gegenüberstanden. Auch heuer werden deshalb viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Das liege am demografischen Wandel, aber auch der Tendenz hin zu weiterführenden Schulen, erklärte Amtmann. So sei der Rückgang bei Bewerbern mit Mittlerer Reife besonders eklatant. „Im April 2020 hatten wir 500 Bewerber mehr aus Realschulen, die gehen uns jetzt ab.“ Diese jungen Leute hätten die Betriebe gern genommen, „das waren oft Vorzeigeazubis“ – die sich nun teilweise anders orientieren, warnt Amtmann.

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