Allgäuer müssten nicht mehr bis nach Augsburg fahren

Bekommt das Allgäu eine Außenstelle des Bezirks?

Blaue Blume Schwaben Demenzhilfe

Die Blaue Blume Schwaben in Kaufbeuren ist ein „Zentrum für seelische Gesundheit im Alter“. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung des Bezirks. Dieser will sich nun dezentraler aufstellen.

Bild: Mathias Wild

Die Blaue Blume Schwaben in Kaufbeuren ist ein „Zentrum für seelische Gesundheit im Alter“. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung des Bezirks. Dieser will sich nun dezentraler aufstellen.

Bild: Mathias Wild

Im Juli soll der schwäbische Bezirkstag beraten, ob das Allgäu eine Außenstelle mit 50 Mitarbeitern bekommt. Nicht nur Kempten ist dafür im Gespräch.
07.06.2021 | Stand: 07:06 Uhr

Der schwäbische Bezirkstag wird voraussichtlich in seiner Sitzung am 20. Juli darüber beraten, ob das Allgäu eine Außenstelle bekommen soll. Die Fraktion der Freien Wähler (FW) hatte den Antrag gestellt, in Kempten eine Niederlassung mit etwa 50 Mitarbeitern zu eröffnen. Es gibt allerdings auch noch andere Überlegungen, um den Bezirk dezentraler aufzustellen.

Für wen das eine Erleichterung wäre

Der Bezirk hat unter anderem die Aufgabe, Psychiatrie-Einrichtungen zu schaffen. Er kümmert sich auch um die Behandlung Suchtkranker und die Eingliederung behinderter Menschen. Mit ihrem Antrag verbinden die Freien Wähler das Ziel, den Allgäuern kürzere Wege anzubieten und eine stärkere Identifikation mit dem Bezirk zu erreichen. Außerdem sei es schwierig, in Augsburg weitere Mitarbeiter und geeignete Räume zu finden, sagt Johann Fleschhut (FW), einer der stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten. Eine Kemptener Außenstelle wäre in seinen Augen eine große Erleichterung für die Angehörigen pflegebedürftiger und behinderter Menschen, die sich beim Bezirk beraten lassen.

Warum das Thema schon mal vertagt wurde

Bereits im April sollte der schwäbische Bezirksausschuss darüber beraten. Doch dann wurde dieses Thema vertagt. Wegen der Corona-Krise müsse man die Tagesordnungen derzeit immer wieder ändern, erläuterte Rebecca Hollmann, Pressesprecherin des Bezirks. Mit dem Verweis auf diese Sondersituation sagt sie jetzt, dass trotz einer entsprechenden Planung noch nicht hundertprozentig sicher sei, dass der schwäbische Bezirkstag am 20. Juli tatsächlich über mögliche Außenstellen debattieren werde.

Worüber auch diskutiert wird

Über eine dezentrale Struktur wird im Bezirk schon länger gesprochen. Die CSU hatte ebenfalls einen entsprechenden Antrag gestellt. Es wird auch darüber diskutiert, ob der Bezirk eine Reihe kleinerer Außenstellen mit 15 bis 20 Mitarbeitern schaffen sollte. Bei all dem wird nach Einschätzung von schwäbischen Bezirksräten eine Rolle spielen, wo überhaupt Immobilien verfügbar sind.

Die Freien Wähler fordern eine Außenstelle in Kempten, da die Stadt für fast alle Allgäuer innerhalb von einer halben Stunde erreichbar sei. In einer ersten Reaktion hatte sich Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU) offen für solche Pläne gezeigt. Es wäre „sehr erfreulich“, sollte die Stadt eine Filiale des Bezirks bekommen, sagte der Rathauschef.