Buchloer Serenade

Vocapella schickt Serenadenbesucher auf eine volksmusikalische Reise

Auch für eine Instrumentalbegleitung war bei einzelnen Sätzen gesorgt: Matthias Felchner und Josef Singer an den Gitarren sowie Rainer Giera mit seinem Banjo begleiten die Sängerinnen und Sänger von Vocapella.

Auch für eine Instrumentalbegleitung war bei einzelnen Sätzen gesorgt: Matthias Felchner und Josef Singer an den Gitarren sowie Rainer Giera mit seinem Banjo begleiten die Sängerinnen und Sänger von Vocapella.

Bild: Lucia Buch

Auch für eine Instrumentalbegleitung war bei einzelnen Sätzen gesorgt: Matthias Felchner und Josef Singer an den Gitarren sowie Rainer Giera mit seinem Banjo begleiten die Sängerinnen und Sänger von Vocapella.

Bild: Lucia Buch

Der Chor Vocapella führt Besucher bei der 110. Buchloer Serenade mit Gesang durch verschiedene Länder. Von einem Formtief nach der Corona-Pause ist keine Spur.
15.05.2022 | Stand: 05:02 Uhr

Nach längerer Corona-Pause trat der Erwachsenenchor „Vocapella“, eines der Aushängeschilder der Musikschule der Vhs, wieder auf – bei der 110. Buchloer Serenade. Dass die Sängerinnen und Sänger vor dem Auftritt voller freudiger Spannung waren, war in der Hoffnungskirche förmlich spürbar. Unter bewährter Leitung von Susanne Storz-Frischenschlager erarbeitete der Chor ein 40-minütiges Programm mit Volksliedern von (fast) überallher.

Musikalische Begleitung für Buchloer Chor Vocapella

Auch für Instrumentalbegleitung war bei einzelnen Sätzen gesorgt: Neben Matthias Felchner und Josef Singer an den Gitarren sowie Rainer Giera mit seinem Banjo hinterließ Anna Szabo an der Violine einen positiven Eindruck – mit Stücken wie „Down by the Sally Gardens“ (Irland) und „Zum Tanze, da geht ein Mädel“ (Schweden).

Die Sängerinnen und Sänger verbrachten jüngst ein gemeinsames Chorwochenende. Das hörte man vom ersten bis zum letzten Ton. War es doch gelungen, an feinen Nuancen intensiv zu feilen. Auch die Stimmen an sich waren hörbar gut aus dem coronabedingten Winterschlaf gekommen: Die Vocapella-Mitglieder hielten die Intonation im Großen und Ganzen sehr gut, das gefürchtete gemeinsame Sinken stellte kaum ein Problem dar. Das ist keine Selbstverständlichkeit, nicht alle Chöre sind so weit beim stimmlichen „Wiederaufbau“.

Serenadenbesucher erleben Mix aus bekannten Volksliedern

Und so erlebte das Publikum einen charmanten Mix aus überwiegend bekannten und beliebten Volksliedern, die mit sehr unterschiedlichen Stimmungen daherkamen: Zunächst ging es steirisch zu – die Chorleiterin stammt schließlich aus Österreich – mit einem schwungvoll intonierten „Stellt´s enk z´amm“ und dem Jodler-Satz „Wo man singt“ aus der Feder von Lorenz Maierhofer. Mit „L´innverno è passato“ aus der italienischsprachigen Schweiz kam frischer Sound ins Spiel; mit einer gut verständlichen Aussprache des Textes und glockenhellen „Kuckuck“-Rufen.

Der nächste Block brachte Volkslieder anglo-amerikanischer-irischer Herkunft: „The Ash Grove“ aus Wales war schlicht und melancholisch, bei „Old folks at home“ (USA) konnte man dann sachte mit den Fußspitzen mitwippen. Die Männerstimmen bildeten hier gut hörbar den Gegenpart zu den Frauenstimmen. Das irische Traditional „Down by the Sally Gardens“ brachte dann eine nachdenklich-sentimentale, fast wehmütige Note ins Spiel – zusammen mit dem Geigenpart von Anna Szabo als Vor-und Zwischenspiel absolut unter die Haut gehend. Mit „Czipkefa!“ war man dann recht akzentuiert zu Gast in Ungarn, gefolgt vom schwingenden „Greensleeves“ aus dem 16. Jahrhundert, das auch von den Zwischenspielen der Gitarren bereichert wurde.

Deutschsprachiges Finale der Buchloer Serenade

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Im Schlussteil kehrte Vocapella zurück zu deutschsprachigen Liedern unterschiedlicher Prägung: Heimelig bis bedächtig ging es zu in „Du fragsch was i möchte singe“, „Das Lieben bringt groß Freud“ und „Wenn Du, durchgehst durchs Tal“ aus Kärnten.

Das helle, obertonreiche „Zum Tanze, da geht ein Mädel“ aus Schweden brachte nochmal tänzerischen Schwung in das Geschehen – erst recht mit der Geigenbegleitung. Die Choristen deuteten den Text schön aus als hintersinniges Lehr- und Kabinettstück über Treue, Verlässlichkeit, Bindungsängste oder, einfacher ausgedrückt: Tricksen und Täuschen auf dem dörflichen Heiratsmarkt. „Neigen sich die Stunden“ wurde gestaltet als gesungener Gute-Nacht-Gruß. Chorleiterin Storz-Frischenschlager steuerte außerdem einen kurzen Textimpuls zur Geschichte des Volksliedes von Herder bis zum Jazz heutiger Tage bei.

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