Religion in Buchloe

Das bedrohte Paradies

Grüne Inseln mit Sandstränden umgeben von Wasser - das ist der Inselstaat Vanuatu, der heuer im Mittelpunkt des Weltgebetstages der Frauen steht.

Grüne Inseln mit Sandstränden umgeben von Wasser - das ist der Inselstaat Vanuatu, der heuer im Mittelpunkt des Weltgebetstages der Frauen steht.

Bild: Annette Elsner

Grüne Inseln mit Sandstränden umgeben von Wasser - das ist der Inselstaat Vanuatu, der heuer im Mittelpunkt des Weltgebetstages der Frauen steht.

Bild: Annette Elsner

Am 5.März ist der Weltgebetstag der Frauen. Dabei steht der Inselstaat Vanuatu auch in Buchloe im Fokus
03.03.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Über 83 Inseln und 1300 Quadratkilometer erstreckt sich der Inselstaat Vanuatu im Südpazifik. Die Bilder zeigen ein vermeintliches Paradies mit Sandstränden und grünen Meeresküsten, zudem gilt die parlamentarische Republik als demokratisch. Doch der Schein trügt: Denn der Klimawandel macht dem Paradies zu schaffen. „Auch wir werden in der Fastenzeit Andachten zu dem Thema machen“, berichtet Annette Elsner, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hoffnungskirche. Vanuatu ist nicht zufällig Thema der Buchloerinnen. Denn der Inselstaat ist heuer Thema des Weltgebetstages der Frauen am morgigen Freitag.

„Vanuatu ist vom Klimawandel unmittelbar betroffen. Der Meeresspiegel steigt, es regnet seltener, die Wasserversorgung ist gefährdet“, erklärt Elsner. Zudem sterben durch die Erwärmung des Meeres die Korallenriffe, weshalb die Inseln dem Wasser des Pazifiks schutzlos ausgeliefert sind.

Vom Klimawandel betroffen

Insofern rücke heuer auch der Klimawandel in den Fokus des Weltgebetstages der Frauen – dessen Gottesdienst in der Hoffnungskirche ökumenisch organisiert und veranstaltet wird. „Das besondere an diesem Gottesdienst ist, dass er jedes Jahr von Frauen aus unterschiedlichen Ländern vorbereitet wird. Das Team, das den Gottesdienst vor Ort durchführt, wird zum Sprachrohr dieser Frauen. Der Gottesdienst ist wie eine kleine Reise in das jeweilige Land. Die Texte erzählen von der Situation der Frauen; ihren Alltag, ihre Sorgen, und Hoffnungen“, erklärt Elsner die traditionsreiche Veranstaltung. Zumal der Inselstaat 2015 auch von dem Zyklon Pam getroffen wurde, der verheerende Zerstörungen hinterließ.

Seit 1980 unabhängig

Doch der junge Staat, erst 1980 wurde er unabhängig, hat auch noch anderes zu bieten: Seit Jahrtausenden sind einige Inseln bevölkert, dort haben sich 110 Sprachen entwickelt – was die höchste Sprachendichte pro Einwohner auf der Welt bedeutet. Neben Landwirtschaft und Fischerei entwickelt sich auch langsam der Tourismus – er wird allerdings aufgrund der geografischen Abgeschiedenheit eher klein bleiben. Dafür hat der Staat zwei von der UNESCO anerkannte Welterben: die Kulturlandschaft Chief Roi Mata’s Domain und die Sandzeichnungen – eine frühere Kommunikation zwischen den einzelnen Inseln und Stämmen. Die Vorbereitungen der Frauen aus den beiden christlichen Gemeinden in Buchloe für den Weltgebetstag mussten heuer unter Corona-Bedingungen stattfinden – die auch wie es für die Veranstaltung gelten werden. Deshalb wird die Feier heuer kleiner als üblich ausfallen – und „es leider keinen Weltgebetstag-Chor und keine Speisenverkostung geben“, bedauert Elsner.

Dennoch werde am morgigen Freitag vom Alltag der Frauen in Vanuatu berichtet, deren Sorgen und Hoffnungen. „Im Gottesdienst verbinden wir uns mit Frauen aus der ganzen Welt mit den Frauen aus Vanuatu im Gebet. Damit zeigen wir unser Zusammenhalt und Solidarität“, kündigt Elsner an.

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Annette Elsner, Beate Vogler und Monika Miederer (von links) gehörten zum ökumenischen Vorbereitungsteam des Gottesdienstes zum Weltgebetstag. Unser Foto entstand in der Hoffnungskirche.
Weltgebetstag Buchloe

Weltgebetstag: Erschütternde Berichte

Damit wollen sie es den Frauen und auch Männern weltweit gleichtun, und zwar unter dem Motto: „Worauf bauen wir?“ – die Antwort stehe in der Bibel: Matthäus 7,24 - 27. Auch wenn die Veranstaltung heuer coronabedingt kleiner ausfällt, hoffen die Organisatoren mit Elsner auf viel Zuspruch der Frauen und auch auf Spenden, „weil die Frauen aus Vanuatu unsere Unterstützung brauchen“.