Wirtschaft in Buchloe

Firma Hörmann aus Buchloe mit innovativem Neubau

Prestigeobjekt: Im mittelfränkischen Bubenreuth baut die Buchloer Firma Hörmann derzeit nach eigenen Angaben die größte und modernste Boulderhalle der Welt.

Prestigeobjekt: Im mittelfränkischen Bubenreuth baut die Buchloer Firma Hörmann derzeit nach eigenen Angaben die größte und modernste Boulderhalle der Welt.

Bild: Firma Hörmann

Prestigeobjekt: Im mittelfränkischen Bubenreuth baut die Buchloer Firma Hörmann derzeit nach eigenen Angaben die größte und modernste Boulderhalle der Welt.

Bild: Firma Hörmann

Ein Holzbau mit sechs Ecken, der Maßstäbe setzt: Das Buchloer Unternehmen Hörmann baut bei Erlangen eine ganz besondere Boulderhalle
Prestigeobjekt: Im mittelfränkischen Bubenreuth baut die Buchloer Firma Hörmann derzeit nach eigenen Angaben die größte und modernste Boulderhalle der Welt.
Von Buchloer Zeitung
02.03.2021 | Stand: 17:15 Uhr

Was sich seit November 2020 im Gewerbegebiet Bubenreuth in Mittelfranken anbahnt, ist nicht irgendein Holzbau. Dort entstehe aktuell die größte und modernste Boulderhalle der Welt – realisiert für die Blockhelden GmbH von der Rudolf Hörmann GmbH & Co. KG aus Buchloe, die sich auf den Bau von Gebäuden aus Holz, Stahl und Hybrid-Bauweise spezialisiert hat. Für Hörmann ist dies bereits die dritte Boulderhalle. Allerdings die erste Boulderhalle, die in so großzügigen Dimensionen mit 14,5 Meter Höhe und einer Nutzfläche von 5500 Quadratmeter geplant wurde. „Dieses Bauprojekt ist ein echtes Prestigeobjekt für den Holzbau in Bayern und Deutschland“, sagt Geschäftsführer Rolf Hörmann.

Denn die Boulderhalle bei Erlangen sei durch ihre Dimensionen und ihre Bauweise außergewöhnlich. Sie besteche architektonisch durch ihren hexagonalen Grundriss: Diese sechseckige Bauweise gebe dem Gebäude einen einzigartigen Charakter, der durch die um 77 Grad gekippte Holzfassade und damit schräg verlaufende Außenfassade noch betont werde.

Vorfertigung in Buchloe

Im Januar 2021 begann die Vorfertigung dieser 14 mal 24,7 Meter beziehungsweise der 14 mal 16 Meter großen Fassadenelemente inklusive Fenster am Firmensitz von Hörmann in Buchloe. Für den Transport auf die Baustelle müssen die Elemente aufgrund ihrer Dimension in Einzelelemente – 14 mal 4,20 Meter – geteilt und anschließend auf der Baustelle wieder zusammengefügt werden. Für den Bau der Halle war durch die Einstufung in die Gebäudeklasse 5 ein besonderes Brandschutzkonzept notwendig, das die Umsetzung der Holzbauweise überhaupt ermöglichte.

Wichtiger Bestandteil hierbei sei die Erhöhung der Feuerwiderstandsfähigkeit des gesamten Holztragwerks auf F 60. Ein weiterer Bestandteil dieses speziellen Brandschutzkonzeptes komme in der Fassade zum Einsatz: Während die Holzfassade der Boulderhalle aus optischen Gründen von unten nach oben durchlaufend sein wird, werde sie über vertikale Stahlwinkel in kleine Abschnitte unterteilt. Dadurch werden eine horizontale Brandausbreitung und ein schlagartiges Entflammen der gesamten Fassade verhindert. Zudem wird es in der Halle, die sich über fünf unterschiedlich im Raum verteilte Ebenen erstreckt, auch zwei massive Treppenhäuser aus Stahlbeton und zwei Außenstahltreppen geben. Letztere, mit einer Höhe von zwölf Metern, werden am Standort Buchloe von Hörmann selbst gefertigt. Hinzu kommen weitere brandschutztechnische Herausforderungen beispielsweise zur Rauchabführung. Durch das offene Raumkonzept im Inneren der Halle gibt es, anders als bei Standardbauten, keine durchgehenden Decken. Aus diesem Grund wurden im Vorfeld Brand- und Entrauchungssimulationen gemacht, die ein effektives Agieren auf Brandsituationen ermöglichen sollen. Speziell dafür ausgelegte Anlagen auf dem Dach sorgen im Ernstfall für eine zügige Entrauchung, damit die Sportler ohne Probleme zu den Fluchttreppen gelangen können. Zusätzlich sorge die große Fensterfassade mit Lamellenfenstern für eine Zu- und Abluftfunktion in Verbindung mit den Lüftungsanlagen.

Lohn der Fertigungstiefe

Aufgrund seiner Komplexität wurde das Gebäude BIM-orientiert geplant. „Bei diesem Bauvorhaben können wir unsere gesamte Fachkompetenz im Holzbau einsetzen und unsere langjährige Erfahrung bei Hallenbauten für Sport und Freizeit ausspielen“, sagt Michael Hörmann, Bereichsleiter Gewerbe- und Industriebau. So wurde bei dem Projekt die statische Konzeption, Planung und Fertigung komplett von Hörmann realisiert. Die hohe Fertigungstiefe des Unternehmens spiegele sich bei dieser Umsetzung wider.

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Das Familienunternehmen Hörmann gibt es seit 60 Jahren. Jährlich werden über 600 Bauprojekte in den eigenen Fertigungshallen für Holz-, Metall- und Stahlbau mit modernsten Maschinenparks umgesetzt. All dies ermögliche es der Firma, ein solch spezielles Gebäude zu realisieren. Auch in Sachen Ökobilanz setze dieses Gebäude Maßstäbe.

Da der Auftraggeber, die Firma Blockhelden, großen Wert auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz lege, war von Anfang an für den Gründer der Blockhelden und Ersteller des Entwurfs, Simon Brünner, klar, dass die Boulderhalle aus Holz sein soll. Denn Bauen mit dem nachwachsenden Rohstoff leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. So wird in Holzbauten etwa das klimaschädliche Treibhausgas CO2 in Form von Kohlenstoff gebunden. In diesem konkreten Fall werden 1200 Kubikmeter Holz sowie Holzwerkstoffe verbaut und damit circa 1100 Tonnen CO2 der Umwelt entzogen.