Ehrung in Jengen

Würdigung für Jengens Altbürgermeister mit Verspätung

Verabschiedung Altbürgermeister Franz Hauck

Der Musikverein Weicht spielte zum Auftakt der verspäteten Verabschiedung des früheren Jengener Bürgermeisters Franz Hauck (Mitte) flott aufgespielt. Bürgermeister Ralf Neuner, sein Amtsvorgänger Franz Hauck und dessen Ehefrau Elisabeth sowie die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (v.l.) hören vergnügt zu.

Bild: Klaus D. Treude

Der Musikverein Weicht spielte zum Auftakt der verspäteten Verabschiedung des früheren Jengener Bürgermeisters Franz Hauck (Mitte) flott aufgespielt. Bürgermeister Ralf Neuner, sein Amtsvorgänger Franz Hauck und dessen Ehefrau Elisabeth sowie die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (v.l.) hören vergnügt zu.

Bild: Klaus D. Treude

Die Gemeinde Jengen verabschiedet ihren früheren Bürgermeister coronabedingt erst jetzt. Franz Hauck leitete die Geschicke der Kommune 18 Jahre lang.
##alternative##
Von Klaus Dieter Treude
30.08.2021 | Stand: 15:51 Uhr

Achtzehn Jahre hatte Franz Hauck – „der Franz“ – an der Spitze der Gemeinde Jengen gestanden, zuvor war er bereits sechs Jahre im Gemeinderat. Im Frühjahr des vergangenen Jahres übergab er das Amt des Bürgermeisters nach der Wahl schließlich an Ralf Neuner. Corona hatte eine angemessene Verabschiedung bisher unmöglich gemacht, was beide außerordentlich bedauerten. Ein „großes Tamtam“ zu seiner Verabschiedung wäre Hauck ohnehin nicht Recht gewesen. Das hatte er immer betont. Aber so ganz ohne Feier – wenn auch mit Verspätung – wollten ihn Neuner und sein Team denn auch nicht ziehen lassen. So hatte er denn nicht nur Haucks Einladungsliste übernommen, sondern auch dessen Wunsch-Veranstaltungsort, das Gasthaus Zur Krone in Weicht.

Mit dabei waren bei der Feier mit 16 Monaten Verspätung neben den aktiven und ehemaligen Gemeinderäten auch die Gemeindemitarbeiter sowie Vertretern aus Kommunalpolitik und Kirche. Den musikalischen Auftakt vor dem Gasthaus gestaltete der Musikverein Weicht, der sich damit auch für die hervorragende Unterstützung durch Hauck bedankte. Dass ihm dieser Verein – aber nicht nur der – am Herzen lag, wurde deutlich, als Hauck hintergründig meinte: „Ihr habt – fast – immer alles bekommen!“

Hat Franz Hauck seine Wahlversprechen gehalten?

Später, im offiziellen Teil vor dem gemütlichen Beisammensein, spürte zunächst Ralf Neuner der Frage nach, inwieweit Hauck seine Wahlversprechen von damals gehalten habe. Er wolle Offenheit und Transparenz gegenüber Bürgern und Gemeinderat, hatte er einst versprochen. Er sehe den Gemeinderat als Partner und nicht als Gegner, wolle den Haushalt durch Ausgabendämpfung konsolidieren und stehe für Gespräche mit der Jugend statt einer Jugendpolitik mit der Holzhammermethode. Neuner: „Kurz, Du wolltest ein Bürgermeister für alle sein!“

Verabschiedung Altbürgermeister Franz Hauck
Verabschiedung Altbürgermeister Franz Hauck
Bild: Klaus D. Treude

Neuners Bewertung: „Du hast es mehr als hundertprozentig geschafft! Du hast mehr erreicht, als Du versprochen hast!“ Mit einer Vielzahl von Beispielen belegte er seine Feststellung und ernannte Hauck anschließend offiziell zum Altbürgermeister. Der Gemeinderat hatte einstimmig für diese Anerkennung votiert. Liebevoll ausgesucht waren auch die Abschiedsgeschenke, darunter ein neuer Helm als Ersatz für Haucks „vogelwilden Helm“, mit dem er stets auf dem Roller unterwegs sei. Auch an ein Dankeschön für Haucks Ehefrau Elisabeth hatte Neuner gedacht. Mit einem Blumenstrauß erkannte er deren jahrelanges Verständnis und Verzicht auf die Präsenz des Ehemanns an.

Lieblingsbürgermeister der Abgeordneten

Angelika Schorer mochte dieser – völlig berechtigten – Lobeshymne kaum etwas hinzufügen. „Du warst mein Lieblingsbürgermeister!“ gestand die Landtagsabgeordnete (CSU). Sie war vor Jahren „unter Hauck“ selbst Gemeinderätin bevor sie in den Landtag gewählt wurde. Gemeinsam habe man eine ganze Menge bewegt, beispielsweise als es um die Beschaffung von Fördermitteln für den Jengener Kreisverkehr ging. Schorer hob Haucks Wissen, seine Schaffenskraft, seine Offenheit und Ehrlichkeit, Umsicht und Ruhe als beispielgebend heraus. Er habe seinem Nachfolger „ein geordnetes Haus“ übergeben, konstatierte sie.

Lesen Sie auch
##alternative##
Applaus fürs Lebenswerk

Verabschiedung von Josef Schweinberger: Er hat Buchloe 17 Jahre geprägt und weiterentwickelt

Nach so viel Lob wollte Hauck sich selbst „nicht weiter beweihräuchern“, allerdings dürfe man durchaus stolz sein im Team und mit Fingerspitzengefühl einiges erreicht zu haben. Gezielt ging er dann doch noch auf den Hochwasserschutz ein, für den er sich auch weiterhin engagiert.

"Bleibt bei eurem Weg"

Es sei schön zu sehen, wie die Arbeit mit dem neuen Team weitergehe, freute sich der Altbürgermeister. Mit den Worten „Bleibt bei eurem Weg!“ forderte er Neuner und seine Gemeinderäte auf, Kurs zu halten. Er selbst habe eine schöne und anstrengende Amtszeit zugleich gehabt: „Es hat Spaß gemacht!“ Jetzt aber sei Zeit für den Generationenwechsel, jetzt sei es an den Neuen zu gestalten. Hauck vergaß nicht, sich bei seiner Frau für ihre jahrelange Unterstützung zu bedanken. Nachdem alles gesagt war, drückten die Gäste ihre Anerkennung für die Arbeit ihres ehemaligen Rathauschefs mit stehendem Beifall aus.

Im Rahmen der Verabschiedung konnte Bürgermeister Neuner dem ehemaligen Gemeinderat Hermann Mayr die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze des Freistaats Bayern für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung ans Revers heften.

Lesen Sie auch: Verabschiedung von Josef Schweinberger: Er hat Buchloe 17 Jahre geprägt und weiterentwickelt