Buchloe

Schonend, aber effizient bewirtschaften

Bodentag AELF Kaufbeuren/Maschinenring OAL

Bodentag AELF Kaufbeuren/Maschinenring OAL

Bild: Klaus D. Treude

Bodentag AELF Kaufbeuren/Maschinenring OAL

Bild: Klaus D. Treude

Seminar Auf einem Versuchsfeld wird gezeigt, welche Auswirkungen Zwischenfrüchte und Druckreduzierungen haben
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Von von Klaus D. Treude
29.10.2019 | Stand: 16:08 Uhr

Mit einem Bodenseminar wollten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kaufbeuren und der Maschinenring Ostallgäu bei Landwirten, aber auch bei interessierten Bürgern, das Bewusstsein für den Schutz wertvoller Böden schärfen.

Während das Interesse bei den Bauern recht groß war, glänzte die Öffentlichkeit (wie schon bei der Feldbegehung in Weinhausen im Frühjahr) durch Abwesenheit. Sie ließ sich dabei eine sehr anschauliche Demonstration der Möglichkeiten entgehen, die es heute gibt, um – weitgehend chemiefrei – möglichst viel Ertrag aus den Böden zu holen, ohne dabei deren Struktur nachhaltig zu schädigen, im Gegenteil immer wieder zu verbessern. „Das gilt für Landwirte ebenso wie für Hobbygärtner“, sagte Daniel Dörfler, Wasserberater beim AELF und Organisator des Bodenseminars. „Je gesünder der Boden, desto höher die Qualität der Lebensmittel, desto höher auch die Wasseraufnahmefähigkeit beziehungsweise Wasserspeicherkapazität der Böden und desto geringer die Gefahr von Nährstoffverlusten durch Auswaschung.“

Dörfler hatte den Bodentag gemeinsam mit Martin Ressle vom Maschinenring organisiert und trug im theoretischen Teil der Veranstaltung Informationen zu „Bodenfruchtbarkeit, Bodenbearbeitung und Bodenschutz“ vor. Über den „pH-Wert und freien Kalk im Boden“ sprach Markus Klein von der Firma Südzucker.

Wie die Firma Südzucker unterstützten auch die Saatgut-Spezialisten der Deutsche Saatveredelung AG (DSV), Bayerischen Saatenveredelungen (BSV), Dehner Agrar, Caussade-Saaten, Saaten-Union und Baywa Saatgut das Bodenseminar. Sie kamen vor allem bei der nachmittäglichen Feldbegehung im Buchloer Westen zum Einsatz. Auf dem dortigen Versuchsfeld von Landwirt Johannes Horn zeigte Dörfler, wie die Böden insbesondere durch den Anbau der geeigneten Zwischenfrucht verbessert und geschützt werden können. Die entsprechenden Saatgutmischungen kann der Landwirt selbst herstellen, oder aber als fertige Greening-Mischung beziehen. Wichtig ist, dass die Mischung stimmt, das heißt, möglichst viele Komponenten hat, damit alle Strukturen und Schichten durchwurzelt werden. Somit wird der Boden besser durchlüftet. Dörfler: „Umso mehr Luft im Boden, umso mehr Bodenleben.“

Ziel sei es, die organische Substanz zu erhöhen. Böden mit einem hohen Gehalt an organischer Substanz (Humus) können mehr Nährstoffe und Wasser speichern und an Pflanzen abgeben als Böden mit weniger organischer Substanz. Ihre bessere Struktur gewährleistet eine geringere Auswaschung von Nähr- und Schadstoffen ins Grundwasser. Das Bodenprofil war sehr gut an den Seiten einer fast einen Meter tiefen Grube zu erkennen. Das Wurzelwerk verzweigt sich bis in die unter dem Humus liegenden Bodenschichten und kann dort Nährstoffe aufnehmen.

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Anschaulich demonstrierten Mitarbeiter der Firmen Fendt und Baywa Jengen, wie Schäden am Bodengefüge durch eine Reduzierung des Reifenluftdrucks verringert werden können. Mit einem mit Reifendruckregelanlage ausgestatteten Traktor überfuhren sie eine aufgeschüttete Sandfläche zunächst mit weniger, dann mit mehr Luft in den mächtigen Reifen. Aus dem im Sand verborgenen Schlauch wurde beim Überfahren mit den prall gefüllten Reifen deutlich mehr Wasser herausgetrieben als bei den weniger prall gefüllten.

Zum Abschluss des informativen Tages wurde das Versuchsfeld großflächig mit fein gemahlenem Kalk bestreut. Je feiner der Mahlgrad, desto besser die Wirkung, aber auch desto höher der Preis.