Landsberg

Trauerfeier für Altlandrat Eichner: "Haben einen großen Menschen verloren"

Wegen der Hygiene- und Abstandsregeln durften nur 180 Personen am Trauergottesdienst in der Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt teilnehmen.

Wegen der Hygiene- und Abstandsregeln durften nur 180 Personen am Trauergottesdienst in der Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt teilnehmen.

Bild: Thorsten Jordan

Wegen der Hygiene- und Abstandsregeln durften nur 180 Personen am Trauergottesdienst in der Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt teilnehmen.

Bild: Thorsten Jordan

Familie, Bekannte, Freunde und politische Weggefährten nehmen in der Landsberger Stadtpfarrkirche Abschied von Altlandrat Walter Eichner.

Wegen der Hygiene- und Abstandsregeln durften nur 180 Personen am Trauergottesdienst in der Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt teilnehmen.
Von Thomas Wunder
19.11.2020 | Stand: 16:22 Uhr

Am vergangenen Freitag ist Altlandrat Walter Eichner im Alter von 70 Jahren verstorben. Am Donnerstag haben Familie, Bekannte, Freunde sowie politische und berufliche Weggefährten bei einem Trauergottesdienst in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt von ihm Abschied genommen. „Wir haben einen großen Menschen verloren“, sagte sein Nachfolger im Amt des Landrats Thomas Eichinger.

Aufgrund der Hygiene- und Abstandsregeln durften nur 180 Personen am Trauergottesdienst für Walter Eichner teilnehmen. Neben der Familie, Freunden und Bekannten waren zahlreiche frühere Mitarbeiter und Kommunalpolitiker aus Stadt und Landkreis in die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt gekommen. Für die musikalische Gestaltung sorgten Johannes Skudlik (Orgel) und Hermine Eicke (Gesang). Den Gottesdienst zelebrierte Stadtpfarrer Michael Zeitler, die Lesung und die Fürbitten übernahm Schwester Antonia vom Kloster der Dominikanerinnen, dem sich der Verstorbene stets verbunden fühlte.

Trotz schwerer Krankheit hat Waltner Eichner seinen Humor nicht verloren

Stadtpfarrer Michael Zeitler sagte, Walter Eichner habe sein Leben intensiv gelebt, um seinen Beitrag für die Gesellschaft leisten zu können. Sein Abschied habe sich langsam angekündigt. Seinen Humor habe der Altlandrat dennoch nicht verloren. Als sich sein Gesundheitszustand vor zwei Wochen deutlich verschlechtert hatte, habe er vom „Probesterben“ gesprochen. Am vergangenen Freitag starb Walter Eichner im Landsberger Klinikum. Gerne, so Zeitler, hätte er die Veröffentlichung seiner Autobiografie am Dienstag noch miterlebt. „Das Buch war für ihn einer Herzensangelegenheit.“ Wie im Leben sei es dem früheren Landrat (2002 bis 2014) auch in seinem Buch um die Heimat gegangen. „Für diese Heimat braucht es Einsatz. Und den hat er unermüdlich geleistet.“

Vor sechs Jahren folgte Thomas Eichinger als Landrat auf Walter Eichner. Dieses Amt verbinde, sagte der amtierende Landkreischef. „Wir teilen die Sorgen und die Verantwortung für die Heimat.“ Walter Eichner habe im Hintergrund geholfen, wenn es gewünscht war. Etwa beim Kauf eines Grundstücks für den Neubau des Landratsamts im Landsberger Osten – die Fläche gehörte dem Kloster der Dominikanerinnen. Beruflich und ehrenamtliche habe sich Walter Eichner dem Wohl des Landkreises verschrieben – mit großem Einsatz, Ausdauer und Fleiß. Auch seine letzte schwere Aufgabe, seine Erkrankung, habe er würdevoll ertragen. „Walter Eichner hat im Landkreis viele Spuren hinterlassen“, sagte Eichinger. „Wir sind dankbar, dass wir ihn hatten.“

Fleiß, Engagement, Wille und Teamgeist zeichneten ihn aus

Für die Stadt, aber auch als langjähriger Freund, sprach der frühere Oberbürgermeister Ingo Lehmann einen Nachruf. 21 Jahre habe Eichner für die Stadt gearbeitet – vom Referatsleiter bis zum Geschäftsführer des Krankenhauses, das lange Jahre städtisch war. Dem Stadtrat gehörte Eichner sechs Jahre an. Fleiß, Engagement, Wille, Teamgeist und Aufopferungsbereitschaft hätten ihn ausgezeichnet.

Trauergottesdienst
Für die Stadt, aber auch als langjähriger Freund sprach der frühere Oberbürgermeister Ingo Lehmann einen Nachruf auf Altlandrat Walter Eichner.
Bild: Thorsten Jordan

Danach wurde Ingo Lehmann persönlich. Bis zuletzt hätten sie sich immer wieder getroffen und diskutiert – vor allem bei den „Gestrigen“, einem Kreis ehemaliger Stadträte. Lehmann und Eichner wollten heuer sogar gemeinsam ihren 70. Geburtstag feiern, doch die Corona-Krise und Eichners Gesundheitszustand hätten das verhindert. „Walter war ein toller Kerl“, sagte Lehmann. Privat habe er sein großes Glück mit Ehefrau Gaby gefunden. Ohne sie hätte er seinen Weg nicht gehen können.

Als Politker, Chef und Freund hat er mit offenem Visier gekämpft

Als Politiker, Chef und als Freund habe Walter Eichner immer mit offenem Visier gekämpft. Und er habe die kleinen Leute nicht aus den Augen verloren. „Er hat die Vorschriften so ausgelegt, dass er den Menschen helfen kann.“ Die Liebe zu Landsberg und zum Landkreis sei sein Antrieb gewesen. Denn Walter Eichner habe sich vieles erkämpfen müssen. „Er ist mit seinen Aufgaben gewachsen, ist gelassener und souveräner geworden.“

Seit 2018 war Walter Eichner Kreisvorsitzender des Sozialverbands VdK. Dessen Bezirksgeschäftsführer Robert Otto sagte, schon als Landrat habe Eichner immer ein offenes Ohr für den VdK gehabt und aufopferungsvoll sich für soziale Belange eingesetzt. In den zwei Jahren als Kreisvorsitzender habe der Altlandrat viel bewegen können. So sei es ihm sogar gelungen, einen Ortsverband wieder zum Leben zu erwecken.