Das wichtigste Lebensmittel

Viel Aufwand für das Buchloer Trinkwasser

Wasserwerk

Damit genügend Wasser bevorratet werden kann, hat die Stadt Buchloe zwischen 2014 und 2016 das neue Wasserwerk zwischen den Bahnlinien errichtet. Herzstück sind die beiden Vorratsbehälter mit jeweils 1500 Kubikmeter Fassungsvermögen. Der Wasserturm (im Hintergrund) ist seitdem trocken gelegt.

Bild: Claudia Goetting

Damit genügend Wasser bevorratet werden kann, hat die Stadt Buchloe zwischen 2014 und 2016 das neue Wasserwerk zwischen den Bahnlinien errichtet. Herzstück sind die beiden Vorratsbehälter mit jeweils 1500 Kubikmeter Fassungsvermögen. Der Wasserturm (im Hintergrund) ist seitdem trocken gelegt.

Bild: Claudia Goetting

Die Stadt Buchloe investiert viel Geld, damit das Trinkwasser gut und günstig bleibt. In der Sitzung geht es auch um Nitrat-Werte und den Wasserturm.
23.02.2021 | Stand: 17:33 Uhr

„Wasser ist unser wichtigestes Lebensmittel. Und in Buchloe hat es eine sehr gute Qualität und ist sehr günstig“, sagte Bürgermeister Robert Pöschl bei der jüngsten Sitzung des Werkausschusses, bei der auch der Haushalt des Wasserwerks beraten wurde. Der Wasserpreis sei seit 2016 konstant. Ein Kubikmeter, also 1000 Liter Wasser, kostet 94 Cent (netto). Zum Vergleich: Bürger in Landsberg zahlen 1,90 Euro, in Mindelheim 1,22 Euro, in Schwabmünchen 1,17 Euro, in Memmingen 1,16 Euro und in Kaufbeuren 90 Cent.

1000 Liter Wasser kosten in Buchloe 94 Cent

Dass der Preis konstant niedrig gehalten werden könne, liege unter anderem daran, dass es sehr geringe Verluste im Leitungsnetz gebe, erklärte Pöschl. 2005 lagen die Verluste bei über 13 Prozent, 2015 bei knapp neun Prozent und 2019 nur noch bei vier Prozent. Die Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor. Sie sollen in der nächsten Sitzung des Werkausschusses bekannt gegeben werden.

„Es ist wichtig, den Unterhalt im Blick zu haben“, sagte Pöschl. Es werde kontinuierlich investiert. 2019 wurde beispielsweise die Leitung in der Adolf-Miller-Straße erneuert, im vergangenen Jahr in der Landsberger Straße. Heuer seien Kneippweg und Josef-Schön-Straße geplant. Laut Pöschl wirkt es sich positiv auf den Haushalt aus, dass inzwischen immer mehr Arbeiten der städtische Bauhof übernehme und die Aufträge nicht mehr an Fremdfirmen vergeben werden.

Herbert Barthelmes (CSU) fragte, warum in diesem Jahr nur in zwei Straßen die Leitungen modernisiert werden. „Können wir uns nicht mehr leisten oder müssen wir nicht mehr machen?“ Stadtbaumeister Stephan Müßig erklärte, dass es eine lange Erneuerungsliste für die nächsten fünf Jahre gebe. 2021 sei ein Planungsjahr. „In den kommenden Jahren wird weiter ausgebaut“, sagte Müßig.

Grundwasserspiegel in Buchloe hat sich seit Jahresbeginn erholt

Der Stadtbaumeister präsentierte auch Zahlen zum Grundwasserspiegel im Wasserschutzgebiet „Hirnschale“. Aufgrund der Trockenperiode sei er zwischen 2018 und Anfang 2020 stark gesunken. „Seit Silvester hat sich die Situation erfreulicherweise erholt. Der Grundwasserspiegel ist seitdem um 75 Zentimeter gestiegen. Das bedeutet einen mittleren Stand“, berichtete Müßig. Momentan sei alles in Ordnung. Es bestehe kein Grund zur Sorge.

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Georg Haider, kaufmännischer Mitarbeiter bei der städtischen Wasserversorgung, informierte, dass der Nitrat-Wert bei der letzten offiziellen Messung am 1. Oktober 2020 bei 30 Milligramm pro Liter (mg/l) lag. Eine Eigenmessung, die allerdings nicht amtlich sei, habe kürzlich 28,8 mg/l ergeben. Die nächste offizielle Untersuchung ist Ende März. Haider betonte, dass es nur im guten Miteinander funktioniere. Inzwischen würden auf allen Grundstücken in dem Bereich Zwischenfrüchte angebaut, sodass die Flächen ganzjährig bewachsen sind. Seit Mai 2020 gebe es zwar eine neue Düngeverordnung, aber die wirke sich noch nicht messbar aus. Das sei ein langer Prozess. „Es schön wäre, wenn auf längere Sicht der europäische Richtwert von 25 mg/l erreicht würde“, sagte Helmut Weiß (CSU). Erfreulich sei allerdings, dass „wir weit unter dem deutschen Grenzwert von 50 mg/l sind“.

Haider gab außerdem den kaufmännischen Jahresabschluss 2019 bekannt, den die Ausschussmitglieder mit einer Bilanzsumme von 4,9 Millionen Euro und einem Jahresgewinn von 72 000 Euro ohne Gegenstimme feststellten.

Der Wasserturm ist das inoffizielle Wahrzeichen Buchloes

Es gibt wohl keine Sitzung des Werkausschusses, bei der nicht das Wort Wasserturm fällt. Immerhin handelt es sich um das weit sichtbare inoffizielle Wahrzeichen der Stadt. Cai von Restorff (Grüne) fragte, wie der bauliche Zustand sei. Pöschl antwortet: „Er steht da und er steht gut da.“ Seitdem das neue Wasserwerk zwischen den Bahnlinien in Betrieb ist, sei er trocken gelegt. Es fielen nur geringe laufende Kosten von 1500 Euro pro Jahr an für eine Heizung, die ihn eisfrei halten soll. „Wir müssen uns allerdings irgendwann mit dem Thema Wasserturm beschäftigen“, sagte der Bürgermeister.

Erfreuliche Zahlen gab Haider abschließend bekannt. Die Freiflächenphotovoltaikanlage im Wasserschutzgebiet „Hirnschale“ hat im vergangenen Jahr knapp 97.000 Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Für die Wassergewinnung benötigt wurden 80.000 kWh. Gut 51.000 kWh flossen in den eigenen Verbrauch. Das entspricht knapp 64 Prozent. 46.000 kWh wurden ins Stromnetz eingespeist. 29.000 kWh mussten zugekauft werden. Weil die Anlage nur bei Sonneneinstrahlung Energie erzeugt, produziert sie an sonnigen Tagen zu viel für den Eigenverbrauch, während an sonnenarmen Tagen Strom hinzu gekauft werden müsse.

Ähnlich sieht es bei den Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Wasserwerks aus. Dort wurden 169.000 kWh erzeugt. Der Strombedarf des Wasserwerks lag bei 226 000 kWh. Der Eigenverbrauch betrug knapp 98.000 kWh (43 Prozent). 72.000 kWh wurden ins Stromnetz eingespeist. 129.000 kWh wurden zugekauft.

Der Haushaltsplan des städtischen Wasserwerks Buchloe

Peter Martin von der Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe präsentierte die Zahlen des aktuellen Haushaltsplans:

  • Der Verwaltungshaushalt sieht Ein- und Ausnahmen in Höhe von jeweils 1,16 Millionen Euro vor. Größte Ausgaben sind erneut Personalkosten (417 000 Euro), Wasser und Energie für Betriebszwecke (35 000 Euro), Unterhalt der Maschinenanlagen (28 000 Euro) und des Leitungsnetzes (21 000 Euro) sowie Ausgleichszahlungen im Wasserschutzgebiet (20 000 Euro). Auf der Einnahmenseite stehen unter anderem Gebühren (815 000 Euro), Einnahmen aus Verkauf (12 000 Euro) und Pachten (8000 Euro).
  • Im Vermögenshaushalt sind Einnahmen in Höhe von 331 000 Euro vorgesehen – unter anderem Herstellungsbeiträge (70 000 Euro), Kostenersätze für Zählerbügel, Absperrventile (55 000 Euro) sowie Anschlusskosten (40 000 Euro). Im Investitionsprogramm stehen Rohrnetzerweiterungen/Neuanschlüsse (110 000 Euro), Grunderwerb (100 000 Euro), Erwerb von beweglichen Sachen des Anlagevermögens wie Digitale Wasserzähler, Nutzfahrzeuge, Messgeräte (100 000 Euro), Einbau Wasserzählerbügel (55 000 Euro), Optimierung des Wasserspeichers (55 000 Euro), Messtechnik für die Brunnenanlage (35 000 Euro) sowie Planungskosten für die Errichtung einer Verbundlösung (25 000 Euro).
  • Bürgermeister Robert Pöschl bezeichnete das Zahlenwerk, das sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegt, als solide. Der Werkausschuss empfahl dem Stadtrat Buchloe einstimmig die Annahme des Haushaltsplan-Entwurfs des Unterabschnitts Wasserversorgung – sowohl im Verwaltungs- als auch im Vermögenshaushalt sowie das Investitionsprogramm bis 2024.