Landwirtschaft in der Region

Vion will mehr mit Biobauern zusammenarbeiten

Vion will grüner werden. Das kann auch in Buchloe Auswirkungen haben, wenn mehr Biofleisch angeliefert wird.

Vion will grüner werden. Das kann auch in Buchloe Auswirkungen haben, wenn mehr Biofleisch angeliefert wird.

Bild: Vion

Vion will grüner werden. Das kann auch in Buchloe Auswirkungen haben, wenn mehr Biofleisch angeliefert wird.

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„De Groene Weg“ des Unternehmens Vion führt jetzt auch nach Deutschland und Buchloe. Die Umstellung auf biologische Tierhaltung braucht aber Zeit.
Vion will grüner werden. Das kann auch in Buchloe Auswirkungen haben, wenn mehr Biofleisch angeliefert wird.
Von Buchloer Zeitung
18.02.2021 | Stand: 12:39 Uhr

Der holländische Biofleisch-Produzent De Groene Weg will auch in Deutschland nachfrageorientierte biologische Lieferketten aufbauen. Entsprechende Pläne stellt das Unternehmen auf der Biofach vor. Die jährliche Weltleitmesse für ökologische Konsumgüter in Nürnberg findet vom 17. bis 19. Februar erstmals digital statt.

Der grüne Weg führt auch nach Buchloe

„Bio“ boomt. Ob Schwein, Rind oder Geflügel – der Markt für biologische Fleischprodukte wachse rasant. Über alle Fleischsorten hinweg machte der Bio-Fleischabsatz im Lebensmitteleinzelhandel 2020 einen Sprung um 55,5 Prozent auf 49. 049 Tonnen und erreichte einen Marktanteil von 2,9 Prozent. Beim Schweinefleisch stieg der Absatz in Deutschland um 48,9 Prozent auf 11.534 Tonnen. Damit erreichte Bio-Schweinefleisch hierzulande erstmals einen Marktanteil von 2 Prozent. Um die Nachfrage zu bedienen, werden bereits große Mengen aus den Niederlanden und Dänemark importiert.

Einer der größten Biofleisch-Produzenten Europas ist De Groene Weg (deutsch: Der Grüne Weg), eine eigenständige Tochter der Vion Food Group, zu der auch der Schlachthof in Buchloe gehört. In den Niederlanden hat das Unternehmen einen Marktanteil von 75 Prozent. Die bis heute 40-jährige Erfolgsgeschichte des Unternehmens basiere für Direktor Allard Bakker auf vier Säulen: „Unsere enge Zusammenarbeit mit den besten Biobauern Hollands folgt einer gemeinsamen Zielsetzung – ein gutes Leben für das Tier, ein fairer Preis für den Landwirt, die Produktion von hervorragendem Fleisch, in der bestmöglichen Qualität für den Kunden“. (Lesen Sie auch: Warum sich Günzach weiter an der Öko-Modellregion Günztal beteiligt)

Deutsche Landwirte umworben

Dahinter stehe der sukzessive Aufbau einer nachfrageorientierten Lieferkette, in der heute etwa 110 Landwirte dem Unternehmen rund 2.300 Bio-Schweine pro Woche liefern. Unbefristete Verträge sichern dem Unternehmen die Lieferverpflichtung der Schweinehalter und denen wiederum die Abnahmeverpflichtung von De Groene Weg. Für dieses Konzept will das Unternehmen nun verstärkt auch unter deutschen Landwirten werben, um mittelfristig vergleichbare Lieferketten in Deutschland aufzubauen.

Die Erfahrung aus den Niederlanden zeige, dass die Umstellung eines konventionelle Schweinemastbetriebs auf biologische Tierhaltung zwei bis drei Jahre dauere. „Und ich kenne nicht einen Landwirt, für den sich der Schritt zum grünen Weg der Schweinefleischproduktion nicht auch wirtschaftlich gelohnt hat“, erklärt Bakker. Ziel von De Groene Weg sei es, auch in diesem Sinne die eigenen Erfahrungen bei der Umstellung auf Bio mit deutschen Landwirten zu teilen.

Zahl bio-affiner Verbraucher wächst weiter

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„Ois Bio“, oder was?

Corona habe dem Unternehmen noch einmal gezeigt, dass die Zahl bio-affiner Verbraucher signifikant wachse. In den Niederlanden betreibt De Groene Weg eine eigene Bio-Fleischereikette, deren landesweite Filialen 2020 einen Neukundenanteil von 15 Prozent registrierten. „Die Verbraucher honorieren“, sagt Bakker, „wie sich unsere Bauern gemeinsam mit De Groene Weg eindeutig zur nachhaltigen Schweinehaltung positionieren und erkennen, dass Tierwohl für uns echte Herzenssachen ist und deutlich mehr als eine EU-Norm“.

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