Nahversorgung

Waaler Dorfladen ein "echtes Vorzeigeprojekt"

Über die „Fünf Sterne“- Plakette für den Waaler Dorfladen freuen sich (rechtes Bild, vorne, von links) David Kramer, Wolfgang Gröll, Hartmut Gieringer (verdeckt), Matthias Bultmann, Maria Rita Zinnecker und Robert Protschka.

Über die „Fünf Sterne“- Plakette für den Waaler Dorfladen freuen sich (rechtes Bild, vorne, von links) David Kramer, Wolfgang Gröll, Hartmut Gieringer (verdeckt), Matthias Bultmann, Maria Rita Zinnecker und Robert Protschka.

Bild: Sabine Preller

Über die „Fünf Sterne“- Plakette für den Waaler Dorfladen freuen sich (rechtes Bild, vorne, von links) David Kramer, Wolfgang Gröll, Hartmut Gieringer (verdeckt), Matthias Bultmann, Maria Rita Zinnecker und Robert Protschka.

Bild: Sabine Preller

Warum die Nahversorgungsinitiative in Waal von bundesweitem Dorfladen-Dachverband die „Fünf Sterne“-Plakette verliehen bekommen hat.
07.10.2021 | Stand: 18:01 Uhr

Mächtig rausgeputzt hatte sich der Waaler Dorfladen für diesen besonderen Anlass: Die Nahversorgungseinrichtung erhielt die Auszeichnung „Fünf-Sterne-Dorfladen“ von Vertretern des Dorfladen-Netzwerks verliehen. Zur Verleihung der entsprechenden Plakette war neben dem Waaler Bürgermeister Robert Protschka auch Landrätin Maria Rita Zinnecker gekommen.

Laden hat lange Geschichte

Nach der Begrüßung durch Matthias Bultmann, Vorsitzender des Beirates der Dorfladen Waal UG, erklärte Bürgermeister Protschka, dass der Laden zum einen sehr viel mit der Geschichte Waals, zum anderen aber auch sehr viel mit seiner eigenen Geschichte zu tun habe. Bereits 1808 wird der Laden im Rathaus als „Kramerladen“ erwähnt. Protschkas Großvater erwarb und renovierte ihn 1964. 1973 übernahm dann seine Mutter die Leitung der kleinen Edeka-Filiale. „Man ging in Waal all die Jahre nicht zum Edeka, sondern zur Frau Protschka“, meinte Bultmann. Irgendwann drohte aber das Aus für den Laden. Es fand sich – wie in vielen anderen kleineren Gemeinden – kein Nachfolger für ein Lebensmittelgeschäft auf dem Land. „Eigentlich über Nacht“ wurde laut Protschka dann 2014 die Idee geboren, einen neuen Laden in Waal aufzubauen. Mithilfe von Zuschüssen der EU und Beratung durch den Landkreis, aber vor allem durch den Einsatz vieler engagierter Helferinnen und Helfer konnte der neue Dorfladen Waal dann im Frühjahr 2017 in den frisch renovierten Räumlichkeiten eröffnet werden.

Längst kein "Hab-i-vergessa-Geschäft" mehr

Landrätin Zinnecker sagte, dass sie sich noch gut an die ersten Gespräche über das Dorfladen-Konzept erinnere. Auch wenn sich das Förderverfahren bisweilen sehr in die Länge gezogen habe, sei sie stolz, dass dieses Konzept am Ende erfolgreich war und Waal heute wieder ein attraktives Lebensmittelgeschäft auch mit vielen regionalen Produkten habe. „Der Dorfladen Waal ist ein echtes Vorzeigeprojekt für den Landkreis, das zwischenzeitlich in der Region einige Nachahmer-Initiativen hat“, sagte Zinnecker. Der Laden habe sich längst über das „Hab-i-vergessa-Geschäft“ zu einem echten Treffpunkt im Dorf entwickelt. Auch die Geschäftszahlen seien erfreulich. Mit der ersten Fünf-Sterne-Auszeichnung eines Dorfladens im Landkreis Ostallgäu werde die engagierte Arbeit der Macher nun belohnt.

Von "Tante Emma" und "Onkel Hartmut"

David Kramer, Regionalleiter des Dorfladen-Netzwerks, erläuterte die Entstehung und die Auswahlkriterien für die Auszeichnung. In allen fünf Kategorien (Wirtschaftlichkeit, Sortimentsvielfalt, Teambuilding, Marketing, Netzwerk-Arbeit) habe der Dorfladen Waal mit der Note „ausgezeichnet“ abgeschnitten. Wolfgang Gröll, Gründer des Dorfladen-Netzwerks und „Mann der ersten Stunde“ des Dorfladens, hob die besondere Situation im Singoldmarkt hervor. Gab es doch in Waal bereits, anders als in anderen Dörfern mit ähnlichem Konzept, sowohl einen Bäcker, einen Metzger als auch einen Bioladen. In all den Jahren sei Hartmut Gieringer, Geschäftsführer des Dorfladens, immer eine hervorragende erste Anlaufstelle gewesen. „In Tante Emma steckt auch sehr viel Onkel Hartmut!“, ergänzte Bultmann. Durch die ständige Produktüberprüfung, habe auch Dirk Heß, Beirat des Dorfladens, immer einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Einrichtung geleistet. Mehrfach wurde zudem betont, dass die freundlichen Mitarbeiterinnen hinter der Theke ganz entscheidend für den Erfolg seien. Als Anerkennung dafür gab es von Jeanette Böttcher, ebenfalls Beirätin des Dorfladens, prächtige Blumensträuße für die Verkäuferinnen. Nach Überreichung der „Fünf Sterne“-Plakette erklärte Bultmann, wie man den Dorfladen in die Zukunft führen will. Damit das Bürgerprojekt nicht einrostet, brauche man dringend tatkräftige Unterstützung, etwa beim Marketing, durch zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.