Wasserversorgung

Wasserversorgung: Wird das Wasser in Waal knapp?

Der Quell des Lebens: Die Verbandsräte des Wasserversorgers Obere Singoldgruppe besuchten Anlagen des Verbandes wie den Brunnen Hartmahd und das alte Wasserwerk in Waal.

Der Quell des Lebens: Die Verbandsräte des Wasserversorgers Obere Singoldgruppe besuchten Anlagen des Verbandes wie den Brunnen Hartmahd und das alte Wasserwerk in Waal.

Bild: Zweckverband

Der Quell des Lebens: Die Verbandsräte des Wasserversorgers Obere Singoldgruppe besuchten Anlagen des Verbandes wie den Brunnen Hartmahd und das alte Wasserwerk in Waal.

Bild: Zweckverband

Im Versorgungsgebiet der Oberen Singoldgruppe ist der Grundwasserstand niedrig. Die Verbandsräte haben daher die Wasserversorgung unter die Lupe genommen.
Der Quell des Lebens: Die Verbandsräte des Wasserversorgers Obere Singoldgruppe besuchten Anlagen des Verbandes wie den Brunnen Hartmahd und das alte Wasserwerk in Waal.
Redaktion Buchloer Zeitung
16.10.2020 | Stand: 17:42 Uhr

Wer auf den Niedrigwasser-Informationsdienst auf der Internetseite des Bayerischen Landesamtes für Umwelt schaut, kann schnell erkennen, dass es in diesem Herbst zahlreiche Standorte im Freistaat gibt, die noch einen historisch niedrigen Grundwasserstand aufweisen. Im Versorgungsgebiet der Oberen Singoldgruppe hat sich die Situation in diesem Jahr aufgrund der Niederschläge wieder etwas entspannt, wenn auch die langjährigen Mittelwerte noch immer nicht ganz erreicht werden. „Das ist der Tatsache geschuldet, dass wir von einem sehr niedrigen Niveau kommen und es einige Zeit dauert, bis die Grundwasserstände wieder aufgefüllt werden.“, erklärt Martin Michl, Planer Wasserversorgung bei den Stadtwerken Landsberg bei einem Ortstermin. Der Wasserzweckverbandsvorsitzende Robert Protschka hatte die Verbandsräte zu einer Führung in die Wassergewinnungsanlagen der Singoldgruppe eingeladen.

Erste Station war der Brunnen Hartmahd, aus dem der Verband seit 2012 versorgt wird. Michl und Wassermeister Rainer Förstl erläuterten, dass die Anlage auf eine Fördermenge von 50 Liter pro Sekunde (l/s) ausgelegt sei. Insgesamt liege die genehmigte jährliche Wasserentnahmemenge bei einer Million Kubikmeter. Mittels dreier Pumpen, mit denen in der Sekunde jeweils 30 Liter Trinkwasser gefördert werden können, wird das Wasser durch eine 4,5 Kilometer lange Leitung zum Hochbehälter Emmenhausen gepumpt. Dieser im Jahr 1968 errichtete Betonbau hat ein Volumen von 800 m³. Von dort wird das Wasser zum Hochbehälter Oberdießen gefördert, der mit einem Fassungsvermögen von 700 m³ die Fuchstalzone mit Dornstetten, Ober- und Unterdießen sowie Waalhaupten, Emmenhausen und Ellighofen versorgt.

Waal: Notbrunnen mussten Wasser liefern

Abschließend erfolgte die Besichtigung des ehemaligen Wasserwerks in der Mühlstraße in Waal mit den beiden Notbrunnen. Für die Brunnen mit einer Förderleistung von 22 l/s besteht eine Genehmigung, diese in Notfällen in Betrieb zu nehmen. Wie wichtig die beiden Notbrunnen für den Verband sind, zeigte sich in den extrem niederschlagsarmen Jahren 2018/2019. Deshalb musste in diesem Zeitraum aus den Notbrunnen zeitweise das Trinkwasser für die Singoldgruppe gewonnen werden.

Dies geschah nach vorheriger Trinkwasseruntersuchung und in Absprache mit dem Gesundheitsamt und dem Wasserwirtschaftsamt Kempten. In der Zeit wurden rund ein Viertel der Gesamtfördermenge von 400 000 m³ aus diesen Brunnen entnommen. „Aktuell sind die Grundwasserstände ausreichend, sodass die Bürger aus dem Brunnen Hartmahd versorgt werden können“, sagt Michl.

Zu geringe Wassermenge oder benachbarte Mülldeponien

Notwendig wurde der Anschluss an Landsberg, weil in den 90er Jahren bei der Neufestsetzung des Trinkwasserschutzgebietes in Waal festgestellt wurde, dass der Grundwasserstrom eine andere Fließrichtung hatte, als bis dato angenommen. Aus diesem Grund wurde nach Ersatzstandorten für Brunnen gesucht. Alle untersuchten Orte wurden jedoch wegen zu geringer Wassermengen oder benachbarter Mülldeponien nicht erschlossen.

Obwohl es nach dem Anschluss an die Stadtwerke Landsberg im damaligen Gemeinderat Diskussionen gab, den Brunnen aus Kostengründen aufzugeben, zeigt sich nun, wie richtig die damalige Entscheidung war, den Brunnen weiter zu erhalten. „Ohne diesen Brunnen, wären wir zeitweise auf dem Trockenen gesessen“, meinte Verbandsvorsitzender Protschka, der auch Bürgermeister von Waal ist. „Es bleibt jedoch das Problem, dass der Waaler Brunnen nicht durch ein Wasserschutzgebiet abgesichert ist.“ Aktuell sind die Stadtwerke auf der Suche nach neuen Grundwasserquellen, die den Brunnen Hartmahd entlasten sollen. Erste Probebohrungen und Pumpversuche haben bereits stattgefunden. „Wir hoffen, dass die Suche erfolgreich sein wird. Der neue Brunnen würde unsere Versorgungssicherheit deutlich erhöhen“, erklärt Protschka.

Im Spitalwald, südlich von Waal gibt es eine offizielle Messstelle für den Grundwasserstand in der Region. Die aktuellen Ergebnisse können auf der Seite des LfU abgerufen werden.