Rückblick

Chronologie: Wie Corona das Leben im Allgäu seit Februar verändert

Schutzmasken

Ein Bild der Corona-Krise: Masken sind heiß begehrt. Seit Ende April herrscht Maskenpflicht in Bayern.

Bild: Ulrich Weigel (Archivfoto)

Ein Bild der Corona-Krise: Masken sind heiß begehrt. Seit Ende April herrscht Maskenpflicht in Bayern.

Bild: Ulrich Weigel (Archivfoto)

Seit etwas mehr als sieben Wochen gelten die Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Allgäu. So hat sich die Krise in der Region zugespitzt.
07.05.2020 | Stand: 13:20 Uhr

Kein Ereignis nach dem Zweiten Weltkrieg hat unser Leben derart verändert wie die Corona-Krise. Innerhalb kürzester Zeit. Und noch sind wir mittendrin. Gefühlt dauert die Krise schon viel länger, sagen manche. Noch vor gut sieben Wochen hätte wohl niemand mit einer derartigen Veränderung unseres Lebens in weniger als zwei Monaten gerechnet. Wir zeigen die Entwicklung der Krise in der Region auf: Eine Zeit, die unser Leben gehörig durcheinander brachte.

  • 22. bis 25. Februar: Zigtausende Allgäuer sind bei Bällen und Umzügen auf den Beinen. Und wohl niemand kann sich vorstellen, dass bald das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen kommen wird.
  • 26. Februar: In vielen Orten finden Veranstaltungen zum Politischen Aschermittwoch statt. Im Oberallgäuer Sulzberg kommen 1600 Zuhörer ins Festzelt, um dem Grünen-Chef Robert Habeck zuzuhören.
  • Donnerstag, 27. Februar: Die Corona-Lage sei im Allgäu „noch ruhig“, heißt es. Bis zu diesem Tag gibt es keinen Verdachtsfall in der Region. Hotels – vor allem im Königswinkel – kämpfen mit Stornierungen asiatischer Gäste.
  • Freitag, 28. Februar: Die Anspannung steigt. Die Nachfrage nach Hygiene-Produkten ist riesig, erste Veranstaltungen werden abgesagt.
  • Samstag, 29. Februar: Die erste nachgewiesene Infektion mit dem Corona-Virus im Allgäu wird aus Pfronten gemeldet. Es handelt sich um einen 36-jährigen Mann aus Füssen, der bei Deckel Maho beschäftigt ist. Daraufhin bleibt das Werk zwei Tage geschlossen.
  • Montag, 2. März: Ein weiterer Fall im Allgäu ist bestätigt. Unternehmen, die Bahn und Behörden beginnen mit Schutzvorkehrungen, die Landratsämter richten Hotlines für besorgte Bürger ein.
  • Mittwoch, 4. März: 59 Schüler müssen in Lindau in häusliche Quarantäne, nachdem es „begründete Verdachtsfälle“ gibt.
  • Dienstag, 10. März: In Marktoberdorf findet der erste Corona-Massentest statt. Der Rockfrühling in Untrasried wird komplett abgesagt. Bayernweit dürfen Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern nicht mehr stattfinden.
    In Marktoberdorf wird ein Corona-Massentest durchgeführt.
    In Marktoberdorf wird ein Corona-Massentest durchgeführt.
    Bild: Heiko Wolf
  • Mittwoch, 11. März: Erste Besuchsverbote in verschiedenen Heimen und Kliniken: Dadurch sollen Kranke und Senioren vor einer Infektion geschützt werden.
  • Sonntag, 15. März: Im Allgäu, im benachbarten Vorarlberg und in Tirol wird die Skisaison vorzeitig beendet. Auch andere öffentliche Einrichtungen schließen. Die Kommunalwahl geht noch normal über die Bühne, Wahlpartys werden aber abgesagt.
  • Montag, 16. März: Im Kleinwalsertal und im Tannheimer Tal sowie in Jungholz schließen die meisten Geschäfte und Hotels. Touristische Übernachtungen darf es dort nicht mehr geben. Die Bundespolizei beginnt mit Grenzkontrollen.
  • Mittwoch, 18. März: Auch im Allgäu schließen die meisten Geschäfte und alle Hotels. Kitas, Kindergärten und Schulen sind inzwischen zu.
  • Bilderstrecke

    Corona im Allgäu: Eine Chronologie der Krise in Bildern

  • Samstag, 21. März: Die von Ministerpräsident Markus Söder angeordneten Ausgangsbeschränkungen treten in Kraft. Nach draußen darf man nur noch alleine oder in Begleitung von Menschen aus dem eigenen Hausstand (Familien). Motorrad-Spritztouren sind verboten, auch Reisen innerhalb Deutschlands „ohne triftigen Grund“. Auch die Baumärkte werden jetzt geschlossen. Kliniken und Krankenhäuser bereiten sich auf eine Welle von Corona-Infizierten vor.
  • Dienstag, 24. März: Der Traktorenhersteller Fendt in Marktoberdorf schließt das Werk, weil Teile fehlen. Inzwischen wird wieder produziert.
  • Sonntag, 29. März: Erstmals in der Geschichte findet eine Kommunal-Stichwahl ausschließlich als Briefwahl statt.
  • Montag, 6. April: 900 Freiwillige melden sich zum Dienst, heißt es beim Allgäuer Kliniken-Verbund. Denn schlagartig hohe Patientenzahlen würden das vorhandene Personal überfordern.
  • Mittwoch, 8. April: Es wird bekannt, dass im Seniorenheim in Waal bei Buchloe fünf Bewohner und ein Mitarbeiter an Covid-19 gestorben sind. Insgesamt gibt es jetzt im Allgäu 1077 infizierte Menschen, die Zahl der Corona-Todesopfer liegt bei 30.
  • Samstag, 11./Sonntag, 12./Montag, 13. April: An den Osterfeiertagen halten sich trotz frühlingshaften Wetters die allermeisten Allgäuer an die Ausgangsbeschränkungen. Immer mehr Menschen befinden sich in Kurzarbeit.
  • Dienstag, 14. April: Die Zahl der Todesopfer im Seniorenheim Waal ist auf 14 gestiegen. In der Region gibt es jetzt 1254 Infizierte und 42 Corona-Todesopfer.
    Dienstag, 31. März: Im Seniorenwohnheim Waal gibt es mehrere Corona-Fälle. Ein Senior stirbt mit einer Corona-Infektion.
    Dienstag, 31. März: Im Seniorenwohnheim Waal gibt es mehrere Corona-Fälle. Ein Senior stirbt mit einer Corona-Infektion.
    Bild: Alexandra Hartmann
  • Donnerstag, 16. April: Alle großen Feste im Allgäu sind abgesagt, darunter auch die Allgäuer Festwoche, der Memminger Fischertag und das Tänzelfest in Kaufbeuren.
  • Freitag, 17. April: Die Bürgermeister aus dem Kleinwalsertal und Jungholz fordern eine Öffnung der Grenzen zwischen dem Oberallgäu und den österreichischen Exklaven.
  • Montag, 20. April: Die Bau- und Gartenmärkte öffnen wieder. Mit einer Begleitperson, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, darf man jetzt auch wieder joggen oder spazieren gehen.
  • Mittwoch, 22. April: Immer lauter werden vor allem aus der Hotel- und Gaststättenbranche die Rufe nach Lockerungen. Seit über einem Monat gibt es praktisch keine offenen Hotels mehr und sämtliche Gaststätten sind geschlossen. Verkaufen dürfen sie lediglich Essen und Getränke zum Mitnehmen.
  • Freitag, 24. April: Die Zahl der Neuinfektionen in der Region geht weiter zurück. Insgesamt haben sich über 1400 Menschen mit dem Virus infiziert. Viele davon gelten als genesen, 56 sind gestorben.
  • Montag, 27. April: Weitere Geschäfte bis 800 Quadratmeter Kauffläche öffnen (Maskenpflicht).
  • Montag, 4. Mai: Unter Auflagen dürfen weitere Dienstleister wieder arbeiten, beispielsweise Friseure.
  • Dienstag, 5. Mai: Der Freistaat kündigt weitere Lockerungen an. So entfällt die allgemeine Ausgangsbeschränkung bereits ab Mittwoch.