Corona-Ampel Bayern

Corona-Ampel auf Rot: Diese neuen Regeln gelten ab heute in Bayern

Neue Corona-Regeln in Bayern: Weil die Intensivstationen mit Corona-Patienten voll sind, werden die Maßnahmen ab 9. November im Freistaat verschärft.

Neue Corona-Regeln in Bayern: Weil die Intensivstationen mit Corona-Patienten voll sind, werden die Maßnahmen ab 9. November im Freistaat verschärft.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Neue Corona-Regeln in Bayern: Weil die Intensivstationen mit Corona-Patienten voll sind, werden die Maßnahmen ab 9. November im Freistaat verschärft.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Krankenhaus-Ampel in Bayern steht auf Rot, das ganze Allgäu ist Hotspot. Deshalb gelten seit heute um Mitternacht strengere Corona-Regeln. Hier sind sie.
09.11.2021 | Stand: 15:46 Uhr

Neue Corona-Regeln ab heute in Bayern: Nachdem zunächst das gesamte Allgäu die Hotspot-Grenzwerte überschritten hatte, ist mittlerweile die Krankenhaus-Ampel für ganz Bayern auf Rot gesprungen.

Deshalb gelten seit heute, 9. November 2021, strengere Regeln für Gastronomie, Veranstaltungen und Firmen. Damit verbunden sind weitere Einschränkungen für Menschen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind.

Corona-Ampel in Bayern auf Rot: Diese Regeln gelten seit Mitternacht, 9. November 2021

  • 2G statt 3G bei Veranstaltungen und Sport: Öffentliche Veranstaltungen wie Kongresse, Messen, aber auch Sport- und Freizeitangebote unterliegen nun der 2G-Regel. Das heißt, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zugang haben - und Kinder unter zwölf Jahren für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt.

  • Ungeimpfte über zwölf Jahren dürfen in Bayern also auch mit negativem Schnell- oder PCR-Test nicht mehr zum Sport oder anderen Freizeitbeschäftigungen wie Kino, Theater, Schwimmbad oder Seilbahn - sofern diese nicht unter freiem Himmel stattfinden. Eine Ausnahme gilt bis Jahresende laut Kabinettsbeschluss vom Dienstag für regelmäßig getestete Schülerinnen und Schüler, die ihren sportlichen oder musikalischen Hobbys nachgehen. Die Ausnahmeregel gilt jedoch nicht für Besuche von Stadien, Clubs, Konzerten und ähnlichen Freizeitangeboten in Innenräumen.

  • Für den Besuch von Gastronomie und beispielsweise Friseuren gilt 3G plus. Das heißt, Restaurants, Cafés und Gaststätten kann jeder besuchen, der geimpft oder genesen ist - alternativ reicht auch ein negativer PCR-Test. Diesen brauchen auch Jugendliche im Alter von 13 Jahren und aufwärts, sofern sie nicht geimpft oder genesen sind. Gleiches gilt für personennahe Dienstleistungen wie Friseure oder Fußpflege-Praxen. Ungeimpfte Mitarbeiter in diesen Branchen müssen laut dem Kabinettsbeschluss vom Dienstag täglich einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen. Zuvor galt die Regelung von negativen PCR-Testnachweisen zwei Mal in der Woche.

  • 3G am Arbeitsplatz: Mitarbeiter von Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten (einschließlich Inhaber), die Kontakt zu Kollegen, Kunden oder sonstigen Personen haben, müssen nun zwei Mal pro Woche einen negativen Schnelltest vorlegen, wenn sie nicht ohnehin geimpft oder genesen sind.

  • Die 3G-Regelung gilt auch für Hochschulen, Bibliotheken und außerschulische Bildungseinrichtungen - nicht aber für den öffentlichen Personennahverkehr und den Einzelhandel. Dort gibt es auch weiter keine Beschränkungen - auch nicht für Kunden.

  • In den Schulen in Bayern gilt bereits seit Montag wieder Maskenpflicht auch im Unterricht. Zuerst war die Regelung nur für eine beziehungsweise zwei Wochen eingeführt worden. In der Kabinettssitzung vom Dienstag wurde die Maskenpflicht jedoch "bis auf weiteres" verlängert.

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So ist die aktuelle Situation in Kliniken und Geschäften im Allgäu

  • Corona-Hotspot Allgäu: Alle Allgäuer Landkreise und kreisfreien Städte sind Corona-Hotspots. Nun weist auch Memmingen eine Inzidenz von über 300 auf. Zudem liegt die Intensivbetten-Belegung in den Leitstellen Allgäu und Donau-Iller bei über 80 Prozent. Somit gelten in der gesamten Region die Corona-Regeln der roten Stufe. Dies ist nun ohnehin im ganzen Freistaat der Fall, weil die bayerische Krankenhaus-Ampel seit Montag auf Rot steht.

  • Kliniken: „Die Situation ist sehr angespannt“, sagt Maximilian Mai, Vorstand des Klinikums Memmingen. Verlasse ein Covid-Patient die Intensivstation, komme direkt ein neuer nach. Und Verlegungen in andere Kliniken seien kaum möglich. „Die Aussage, dass sich in dieser Welle fast alle Ungeimpften infizieren werden, bestätigt sich bei uns derzeit – sowohl was die Patienten angeht als auch in Bezug auf die Mitarbeiter.“

  • Gastronomie: Die Auswirkungen der strengeren Corona-Regeln machen sich schon jetzt in der Gastronomie bemerkbar: „Einige Gäste haben ihre Weihnachtsfeiern bereits abgesagt, weil ihnen die Situation zu unsicher ist und ungeimpfte Teilnehmer für die Tests viel Geld bezahlen müssten“, sagt Andreas Helmer, Betreiber des Schlossbrauhauses in Schwangau und Vize-Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverband im Ostallgäu. Er ist der Meinung, dass die normale 3G-Regel ausreichend wäre: „Wir sind nicht die Infektionstreiber.“
  • Veranstaltungen: Auch die Kulturstätten sind von den Verschärfungen betroffen. So musste beispielsweise das Kaminwerk in Memmingen von 3G-plus auf 2G umstellen. Er könne das angesichts der derzeitigen Inzidenzen und der Lage in den Kliniken absolut nachvollziehen, sagt Kaminwerk-Chef Matthias Ressler. Im Ablauf ändere sich nicht viel: „Die meisten Besucher waren ohnehin geimpft oder genesen. Kaum jemand kam mit einem PCR-Test“, sagt Ressler. So waren bei der kürzlichen Halloween-Party im Kaminwerk unter den 500 Besuchern nur 13 mit einem solchen Test. Für Besucher, die die Änderung nun betrifft, gebe es aber die Möglichkeit, das Geld von bereits gekauften Tickets erstattet zu bekommen.
  • Impfzentren: Wegen einer steigenden Zahl an Impfwilligen sollen die Öffnungszeiten der Impfzentren wieder verlängert werden. Derzeit laufe die „Planungsphase“, sagt Dr. Gregor Blumtritt, Leiter der Impfzentren in Kaufbeuren und Marktoberdorf. Doch so schnell werde das nicht gehen: „Wir haben gerade 75 Prozent des nicht ärztlichen Personals entlassen, viele haben inzwischen neue Stellen angetreten“, sagt Blumtritt. Denn erst Ende September waren die Öffnungszeiten der Zentren wegen sinkender Impfzahlen reduziert worden. „Neues Personal zu finden, wird schwierig“, sagt Blumtritt, „und es wird dauern“. Manche früheren Mitarbeiter seien nach einer Corona-Zwangspause wieder in ihre alten Berufe zurückgekehrt. „Realistisch ist, dass es etwa vier Wochen dauern wird, bis wir die Öffnungszeiten wieder verlängern können.“ (Lesen Sie auch: Corona: Hausärzte im Westallgäu bekommen zahlreiche Anfragen zu Booster-Impfungen)

    Auch der Landkreis Unterallgäu denkt darüber nach, mehr Impfzeiten anzubieten. „Wir prüfen das gerade und sind im Gespräch mit dem benachbarten Memmingen“, sagt Eva Büchele vom Landratsamt. Im Westallgäuer Lindenberg war das Impfzentrum sogar ganz geschlossen worden. Laut Elmar Stegmann, Landrat im Kreis Lindau, wären drei Wochen nötig, um es wieder zu eröffnen. Vorher müsse allerdings auch noch die Finanzierung geklärt werden.
  • Friseursalons: Dort gilt nun auch die 3G-plus-Regel. „Ich bin wütend und maßlos enttäuscht“, sagt Enrico Karrer. Er ist Inhaber des Friseursalons E&R Phase 1 in Memmingen und Innungsobermeister: „Jetzt hätten wir Umsatz nachholen können.“ Stattdessen sagten bereits am Montag 35 Kunden ihre Termine für diese Woche ab. Die Menschen wollten und könnten sich teilweise nicht eine neue Frisur und einen teuren PCR-Test leisten, sagt Enrico Karrer. Auf diese Weise drohe das Weihnachtsgeschäft wieder wegzufallen, das viele Salons dringend bräuchten: „Ich bin es leid, dass Dritte sich ständig in mein Unternehmen einmischen.“

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