Corona-Pandemie

„PCR-Tests nehmen deutlich zu“ - So gibt es sie kostenlos im Allgäu

Wer einen PCR-Test braucht, muss teils tief in die Tasche greifen.

Wer einen PCR-Test braucht, muss teils tief in die Tasche greifen.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Wer einen PCR-Test braucht, muss teils tief in die Tasche greifen.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Während Corona-Schnelltests für alle kostenlos sind, gibt es den PCR-Test nur unter bestimmten Umständen umsonst. Wer sich kostenlos testen lassen kann.
03.01.2022 | Stand: 19:45 Uhr

Seit Mitte November vergangenen Jahres haben wieder alle Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf kostenlose Corona-Schnelltests. Bei den PCR-Tests sieht es allerdings anders aus. Diese gibt es in Bayern nur unter bestimmten Voraussetzungen umsonst. Wer diese nicht erfüllt und dennoch einen solchen Test benötigt, muss zahlen. Kostenpunkt im Allgäu: in der Regel zwischen 66 und 78 Euro. Die teuerste Variante gibt es für 239 Euro – laut Anbieter liegt das Ergebnis dann allerdings bereits in 30 Minuten vor.

In diesen Fällen gibt es einen kostenlosen PCR-Test

Kostenlose PCR-Tests gibt es laut den Allgäuer Gesundheitsämtern nur noch in wenigen Fällen. Anspruch darauf haben beispielsweise Beschäftigte von stationären Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Gleiches gilt für Patienten von Krankenhäusern oder Bewohner von Pflegeeinrichtungen bei der (Wieder-)Aufnahme. Als Nachweis gilt hier eine Bescheinigung der entsprechenden Einrichtung.

Einen kostenlosen PCR-Test können außerdem Personen mit positiven Schnelltests machen lassen, wenn sie das Ergebnis vorzeigen. Gleiches gilt für jene, die über die Corona-Warn-App den Hinweis „Erhöhtes Risiko“ erhalten haben. Ebenfalls Anspruch auf den kostenfreien Test haben Schwangere und Stillende bei Vorlage des Mutterpasses sowie Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Hier ist allerdings ein Attest notwendig.

PCR-Tests für Einreise oftmals notwendig

Für alle anderen, die keinen der genannten Gründe erfüllen, nicht vom Gesundheitsamt zum Testen geschickt wurden oder mangels Symptomen keinen Test beim Hausarzt machen können, gilt: Wer einen PCR-Test will, muss zahlen. Benötigt werden die Tests derzeit allerdings fast nur noch für Reisen in bestimmte Länder. Österreich beispielsweise verlangt den Nachweis von Einreisenden, die noch keine Booster-Impfung erhalten haben.

Wo kostenpflichtige Tests möglich sind, steht in der Regel auf den Webseiten der Allgäuer Landratsämter und kreisfreien Städte – in den kommunalen Testzentren gibt es das Angebot oft nicht. Zudem dürfe nicht jede Teststation den Service anbieten, sagt Michael Keller, Betreiber des Corona-Testzentrums im Ostallgäuer Halblech. Für eine Berufung durch das zuständige Gesundheitsamt seien bestimmte Voraussetzungen wie eine gute Laboranbindung und passende Räumlichkeiten nötig.

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PCR-Test beim Hausarzt? Nur noch mit bestimmten Symptomen

Die Kosten für die Tests variieren je nach Ort und Anbieter. In Halblech kostet der PCR-Test für Selbstzahler 67 Euro. „Sieben Euro sind Bedarfskosten, davon werden beispielsweise das Personal und Hygienemaßnahmen finanziert. Die übrigen 60 Euro sind Laborkosten“, erläutert Keller. Das Rote Kreuz verlangt an seinen Teststationen in Kempten und dem Oberallgäu 66,28 Euro. An der Teststation am Bahnhof Reutin in Lindau schlagen 78 Euro zu Buche – 60 Euro davon sind Laborkosten. Am Allgäu Airport kosten die Abstriche zwischen 69 und 239 Euro – je nachdem, wie schnell das Ergebnis vorliegen soll.

Selbstzahler machen kaum einen PCR-Test

„Die Zahl der PCR-Tests nimmt bei uns seit zwei Wochen wieder deutlich zu, die Selbstzahler machen dabei aber nur einen Anteil von weniger als 2 Prozent aus“, sagt Keller. Die meisten Menschen kämen im Rahmen der Kontaktnachverfolgung oder weil ein Schnelltest positiv war – entsprechend fielen für sie auch keine Kosten an.

„Ein Großteil der Tests, die bei uns ausgewertet werden, kommen von den Landratsämtern oder Hausärzten“, bestätigt auch Dr. Matthias Lapatschek vom AllgäuLab in Kempten, wo Abstriche aus der ganzen Region überprüft werden. Selbstzahler-Tests seien eher selten. Was generell auffalle: Bis kurz vor Weihnachten sei bei etwa fünf Prozent der positiv Getesteten die Omikron-Variante nachgewiesen worden. „Ende vergangener Woche waren es bereits 30 Prozent“, sagt Matthias Lapatschek.

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