Corona-Pandemie

Inzidenzen steigen teils deutlich - Wie ist die aktuelle Corona-Lage im Allgäu?

Die Corona-Inzidenzen im Allgäu sind teilweise deutlich gestiegen. Wie ist die Lage im Allgäu zu bewerten und wie schützt man sich jetzt am besten?

Die Corona-Inzidenzen im Allgäu sind teilweise deutlich gestiegen. Wie ist die Lage im Allgäu zu bewerten und wie schützt man sich jetzt am besten?

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Corona-Inzidenzen im Allgäu sind teilweise deutlich gestiegen. Wie ist die Lage im Allgäu zu bewerten und wie schützt man sich jetzt am besten?

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Inzidenzen im Allgäu sind teils deutlich gestiegen. Wie ist diese Lage angesichts der neuen Omikron-Variante BA.5 einzuschätzen? Die Fragen und Antworten.
10.06.2022 | Stand: 14:51 Uhr

Die Corona-Inzidenzwerte steigen im Allgäu teils deutlich. Droht eine Sommer-Welle wegen der Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5? Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt vor weiteren Ansteckungen. Wie Experten die Lage in der Region bewerten.

Wie ist die Corona-Lage im Allgäu?

Gregor Blumtritt, Allgemeinmediziner aus Kaufbeuren und ärztlicher Leiter der Impfzentren Kaufbeuren und Ostallgäu, beobachtet in seiner Praxis nach wie vor „ein gewisses Grundlevel“ an Corona-Patientinnen und -Patienten. In seiner Praxis seien zwar wieder mehr normale Erkältungen dazugekommen, doch Corona sei nie ganz verschwunden. Dass die Corona-Zahlen aktuell teilweise so niedrig sind, könne man aus seiner Sicht unter anderem darauf zurückführen, dass sich „wieder mehr Menschen trauen, mit Erkältungssymptomen in die Arbeit zu gehen“ und so manche Infektionen unerkannt blieben.

In den Testzentren machen sich die steigenden Corona-Zahlen bisher nicht bemerkbar. Aktuell kämen beispielsweise in die Einrichtung in Sonthofen täglich nur zwischen fünf und 15 Personen, erklärt Markus Adler von den betreibenden Johannitern. Auch in den Impfzentren ist wenig los – 30 bis 50 Personen pro Woche zählt beispielsweise Alexander Schwägerl, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes Oberallgäu und Verantwortlicher für das Impfzentrum in Kempten.

Alexander Schwägerl ist Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes Oberallgäu und Verantwortlicher für das Impfzentrum in Kempten.
Alexander Schwägerl ist Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes Oberallgäu und Verantwortlicher für das Impfzentrum in Kempten.
Bild: Ralf Lienert

Wie entwickelt sich die Corona-Lage in der Region im Sommer?

Der Omikron-Subtyp BA.5 breitet sich weiter aus. Die Corona-Lage im Sommer im Allgäu sei „ganz von den Varianten abhängig“, sagt Gregor Blumtritt. Er erwartet dennoch „keine große Welle“, weil das Wetter im Sommer besser sei und die Menschen sich öfter draußen aufhielten und drinnen gut gelüftet werden kann. Das sieht auch Markus Adler so. Sorge bereitet ihm jedoch, dass zum 1. Juli die Verträge für die Testzentren auslaufen – und damit eine wichtige Anlauf- und Kontrollstelle.

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Sollte ich mich vor dem Sommerurlaub noch impfen lassen?

Wer noch gar nicht geimpft ist, sollte sich auf jeden Fall auch jetzt noch impfen lassen, so der Kaufbeurer Impfarzt Gregor Blumtritt. Auch wer bislang nur zwei Corona-Impfungen bekommen hat, sollte sich noch den Booster und damit die dritte Impfung holen, denn: „Die dritte Impfung schließt die Grundimmunisierung ab.“ Die vierte Impfung oder der zweite Booster sei nach wie vor nur für bestimmte Personengruppen sinnvoll. Dazu zählt er Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, Menschen die älter als 70 Jahre sind sowie Menschen mit Immunschwächen.

Gregor Blumtritt ist ein Allgemeinmediziner aus Kaufbeuren und ärztlicher Leiter der Impfzentren Kaufbeuren und Ostallgäu.
Gregor Blumtritt ist ein Allgemeinmediziner aus Kaufbeuren und ärztlicher Leiter der Impfzentren Kaufbeuren und Ostallgäu.
Bild: Mathias Wild

Wer sollte sich im Herbst mit dem Omikron-Impfstoff impfen lassen?

Ab Herbst rechnet Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mit einem angepassten Corona-Impfstoff für die Omikron-Variante. Dieser sei laut Blumtritt „eine gute Sache für jeden“ – vor allem aber für sogenannte Risiko-Patienten. Kommt der Impfstoff, rechnet auch Alexander Schwägerl wieder mit mehr Nachfrage in den Impfzentren.

Macht eine Ausweitung der bestehenden Maskepflicht Sinn?

Schwägerl bejaht das angesichts steigender Inzidenzen. „Dadurch reduzieren sich die Übertragungen.“ Adler ist zurückhaltend. Das sei Sache der Politik. Grundsätzlich seien aber „zielgerichtete Maßnahmen“ sinnvoll. Aktuell gilt eine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie Kliniken und Arztpraxen.

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