Corona im Allgäu

Corona-Newsblog: Alle wichtigen Entwicklungen zu Covid-19 vom 12. August bis 21. August 2020

Corona hält die Welt in Atem, auch im Allgäu. In unserem Newsblog berichten wir über die aktuelle Entwicklung. Lesen Sie hier im Archiv die News vom 12. August bis 21. August 2020.

Corona hält die Welt in Atem, auch im Allgäu. In unserem Newsblog berichten wir über die aktuelle Entwicklung. Lesen Sie hier im Archiv die News vom 12. August bis 21. August 2020.

Bild: Martina Diemand

Corona hält die Welt in Atem, auch im Allgäu. In unserem Newsblog berichten wir über die aktuelle Entwicklung. Lesen Sie hier im Archiv die News vom 12. August bis 21. August 2020.

Bild: Martina Diemand

Corona hält die Welt in Atem, auch im Allgäu. In unserem Newsblog berichten wir über die aktuelle Entwicklung. Lesen Sie hier im Archiv die News vom 12. August bis 21. August 2020.
22.09.2020 | Stand: 10:34 Uhr

Hier geht es zum aktuellen Newblogs zur Corona-Entwicklung im Allgäu und in der Welt.

Donnerstag, 20. August, 20.36 Uhr: Merkel und Macron: Brauchen Kooperation im Kampf gegen Corona

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich erneut für ein koordiniertes Vorgehen der EU gegen die Corona-Pandemie stark gemacht. In diesem Kampf müsse Europa eng zusammenarbeiten und mit Zahlen und Fakten ähnlich umgehen, sagte Merkel am Donnerstag bei einem Treffen in der Residenz des französischen Präsidenten Fort de Brégançon am Mittelmeer. Grenzen dürften nicht wieder geschlossen werden. Deshalb sollten alle Länder mitmachen.

Deutschland habe jetzt eine Reisewarnung für bestimmte Regionen in Kroatien herausgegeben, sagte die Kanzlerin. Umgekehrt müsse Deutschland mit ähnlichen Schritten anderer Länder rechnen, wenn es in der Bundesrepublik Risikogebiete gebe. Macron sagte, angesichts wieder steigender Infektionszahlen dürfe man die Fehler vom Anfang der Pandemie nicht wiederholen und etwa die Grenzen schließen. Man brauche ähnliche Regeln: Masken tragen, testen und gegebenenfalls isolieren.

Nach Macrons Einschätzung gibt es derzeit drei vielversprechende Impfstoffentwicklungen. Möglicherweise stehe schon in den nächsten Monaten ein Impfstoff zur Verfügung.

 

 

Donnerstag, 20. August, 20.20 Uhr: Marokko riegelt Großstadt-Viertel ab

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen will Marokko einige Großstädte erneut weitgehend abriegeln. Von Freitag an würden Bezirke der Städte Casablanca, Marrakesch und Beni Mellal gesperrt, teilte die Regierung am Donnerstag nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur MAP mit. Nur noch im Notfall dürfen Menschen ihren Wohnort verlassen. Zudem sollen Strände und Parks geschlossen bleiben. Die Übertragung von Fußballspielen in Cafés werde eingestellt. Auch nächtliche Ausgangssperren sind möglich.

Bereits im Juli war es zur Abriegelung mehrerer großer Städte in dem nordafrikanischen Land gekommen. In Marokko wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 46 313 Corona-Infektionen registriert, darunter 743 Todesfälle. Am Donnerstag verzeichnete das Land 1325 neue Infektionen.

 

Donnerstag, 20. August, 19.50 Uhr: Neue Corona-Fälle bei italienischen Fußball-Klubs

Die Zahl der Corona-Fälle beim Start in die Saisonvorbereitung in der Serie A ist auf mindestens acht gestiegen. Am Donnerstag gab der FC Turin bekannt, dass zwei Spieler positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden. Die Namen gab der Club nicht bekannt. Der SSC Neapel veröffentlichte unterdessen eine Stellungnahme mit Namen: Bei den Neapolitanern wurde Andrea Petagna (25) positiv getestet. Tags zuvor hatten die AS Rom zwei und Cagliari Calcio drei positive Fälle vermeldet. Die neue Saison in der italienischen Fußball-Meisterschaft soll am 19. September beginnen.

 

Donnerstag, 20. August, 19.30 Uhr: Jeder zweite Corona-Fall im Südwesten derzeit aus Ausland importiert

Die Zahl der aus dem Ausland in den Südwesten importierten Corona-Fälle steigt signifikant: Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg vom Donnerstag wurden seit der Aufhebung der Reisewarnung für die EU-Länder und weiteren europäischen Staaten am 15. Juni insgesamt 1.402 Sars-CoV-2-Fälle übermittelt, deren Ansteckung mutmaßlich im Ausland stattgefunden hat. In den vergangenen zwei Wochen wurde demnach jeder zweite Corona-Fall - 873 Fälle - im Südwesten wohl aus dem Ausland importiert.

An der Spitze der wahrscheinlichen Infektionsländer standen der Behörde zufolge in diesen zwei Wochen Kroatien (242) und der Kosovo (200), gefolgt von Bosnien und Herzegowina, der Türkei und Bulgarien.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten stieg in Baden-Württemberg auf mindestens 39.496. Das sind 266 mehr als am Vortag (Stand: 16.00 Uhr). "Auffällig sind dabei der Anteil an Fällen in den jüngeren Altersgruppen und ein sehr hoher Anteil an Fällen, die sich voraussichtlich im Ausland infiziert haben", so die Behörde. Etwa 35.734 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um drei auf 1.863.

 

Donnerstag, 20. August, 19.05 Uhr: DFB-Mediziner Meyer: In kleinen Schritten Zuschauer zulassen

DFB-Chefmediziner Tim Meyer rät in der Debatte um die Rückkehr von Zuschauern in die Fußballstadien zu einer vorsichtigen Öffnung. "Ein kontrollierter, verantwortbarer Zuschauerzustrom ist für die Gesellschaft auch was Gutes", sagte der Mannschaftsarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Donnerstag in einem Online-Seminar der Technischen Universität München.

"In ganz vorsichtigen, kleinen Schritten sollte man dies probieren, weil es für die Gesellschaft Spannungen nehmen könnte", erklärte Meyer. Auch für Veranstaltungen mit Zuschauern abseits des Fußballs, zum Beispiel in der Kultur, könnte dies einen Nutzen geben. Der 52-Jährige verwies aber auch darauf, dass die Gesundheitsminister der Bundesländer zuletzt eine Rückkehr der Fans in die Bundesliga-Stadien zumindest bis zum 31. Oktober geschlossen abgelehnt hatten.

Meyer war als Leiter einer Taskforce für das weltweit beachtete, strenge Hygienekonzept verantwortlich, mit dem die Saison der Bundesliga und 2. Liga sportlich zu Ende gespielt werden konnten. Die Überlegungen für die nächste Saison seien noch nicht komplett abgesegnet: "Wir hoffen, dass das in den kommenden Tagen passiert."

Der leitende deutsche Olympia-Arzt Bernd Wolfarth nannte die Zahl der Infektionen im deutschen Leistungssport in den vergangenen sechs Monaten sehr überschaubar. Ein erhöhtes Risiko für Leistungssportler sei nicht zu erkennen. Die Absage der Olympischen Spiele in Tokio und ihre Verschiebung in das kommenden Jahr nannte er eine alternativlose Entscheidung, die auch nicht zu spät gefallen sei.

Meyer berichtete, es gebe weiterhin jeden Freitag einen informellen Austausch mit Kollegen des Fußball-Weltverbandes FIFA, der Europäischen Fußball-Union UEFA und des Internationalen Olympischen Komitees. Scherzhaft sprach er vom "Rotwein zum Wochenende".

 

Donnerstag, 20. August, 18.35 Uhr: Festnahmen bei Corona-Demonstration im Regierungsviertel von Den Haag

Bei einer Demonstration gegen Corona-Auflagen in den Niederlanden hat die Polizei im Regierungsviertel in Den Haag am Donnerstag mehrere Teilnehmer festgenommen. Mindestens ein Polizist sei verletzt worden, teilte die Polizei mit. Mehrere Demonstranten hätten sich "provozierend und aggressiv gegenüber Beamten" verhalten. Regierungsgebäude und Parlament wurden abgeriegelt. An der Kundgebung nahmen nach Schätzungen etwa 50 Menschen teil. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

 

Donnerstag, 20. August, 18.25 Uhr: Tschechien macht Rückzieher bei Maskenpflicht

Tschechien macht bei der Wiedereinführung der landesweiten Maskenpflicht vom 1. September an einen teilweisen Rückzieher. In Geschäften, Gaststätten, Kneipen und beim Friseur muss nun doch keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden - obwohl dies erst am Montag so beschlossen worden war. Dies teilte Gesundheitsminister Adam Vojtech von der populistischen Partei ANO am Donnerstag mit. Er sprach von einem "Kompromiss".

Zuvor hatte es in den sozialen Medien heftige Kritik an den neuerlichen Einschränkungen gegeben. Verpflichtend werden Masken indes - wie geplant - landesweit wieder in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Behörden sowie in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sein. In manchen Regionen gilt das schon jetzt.

Das Parlament in Prag verabschiedete zudem eine Änderung des Wahlgesetzes: Damit Bürger, die sich in Corona-Quarantäne befinden, wählen können, sollen "Drive-in-Wahllokale" für Autofahrer eingerichtet werden. Der Stimmzettel kann dann aus dem Fahrzeug abgegeben werden. Hintergrund ist, dass es in Tschechien keine Briefwahl gibt. Anfang Oktober finden Regional- und Teilwahlen zum Senat statt.

 

Donnerstag, 20. August, 17.18 Uhr: Buchloe und Umgebung werden von Corona aktuell verschont

In und um Buchloe gibt es aktuell keinen einzigen Corona-Fall. Alle Hintergründe finden Sie hier.

 

Donnerstag, 20. August, 16.25 Uhr: Nothilfe für Studenten wird um einen Monat verlängert

Die ursprünglich nur für Juni, Juli und August geplante finanzielle Nothilfe für Studenten in der Corona-Zeit wird um einen Monat verlängert. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) begründete das am Donnerstag in einer Mitteilung damit, dass an vielen Hochschulen das Sommersemester noch laufe und Prüfungen nachgeholt würden. "Mir ist es wichtig, dass die Studierenden in pandemiebedingten Notlagen sich auf ihre Prüfungen konzentrieren können."

Die für die Ausgabe der Mittel zuständigen Studentenwerke haben nach Angaben ihres Ministeriums inzwischen 94.500 Nothilfe-Anträge bewilligt. Im Schnitt seien die Empfänger mit rund 430 Euro unterstützt worden.

In der Corona-Krise waren zwei Möglichkeiten für Studenten in finanzieller Not geschaffen worden: Insgesamt 100 Millionen Euro, die nicht zurückgezahlt werden müssen, stehen für diejenigen bereit, die mit Kontoauszügen nachweisen können, dass sie in einer Notlage sind, etwa weil regelmäßige Zahlungen aus Jobs nicht mehr eingegangen sind. Der Staat zahlt dann 100 bis maximal 500 Euro pro Monat. Die zweite Säule ist der KfW-Studienkredit, den es auch vor der Krise schon gab, der nun aber seit Mai bis März 2021 zinsfrei gestellt ist. Nach früheren Angaben des Ministeriums wird er seitdem deutlich stärker in Anspruch genommen.

 

Donnerstag, 20. August, 15.45 Uhr: Djokovic zu umstrittener Adria Tour: "Würde es wieder tun"

Kurz vor dem Neustart der Tennis-Tour bei den Herren hat der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic seine umstrittene Adria Tour noch einmal verteidigt. "Wir haben versucht, etwas mit der richtigen Intention zu machen", sagte Djokovic in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der New York Times. Natürlich hätte man einige Dinge anders machen können, räumte der 33 Jahre alte Serbe ein. Aber: "Wenn ich die Gelegenheit hätte, die Adria Tour noch einmal zu machen, würde ich es wieder tun." Wie er das begründet, lesen Sie hier.

 

Donnerstag, 20. August, 15.32 Uhr: Corona verschlimmert humanitäre Lage in Libyen

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) befürchtet, dass die Corona-Pandemie die humanitäre Not für Millionen Menschen im Bürgerkriegsland Libyen weiter verschlimmert. "Mitten in einer sich ausbreitenden Pandemie haben die Menschen wenig Elektrizität, Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen oder medizinische Versorgung", warnte IKRK-Präsident Peter Maurer am Donnerstag. Das erschwere den Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. Bei einem Besuch in Libyen habe er "aus erster Hand gesehen, wie die Zivilbevölkerung unter den katastrophalen Folgen dieses Konflikts leidet".

In dem nordafrikanischen Land wurden nach Angaben der Johns Hopkins University bisher rund 9500 Corona-Fälle nachgewiesen, mindestens 169 Menschen starben. Die Zahl hat sich damit nach Angaben des IKRK in weniger als zwei Monaten mehr als 15-fach erhöht. Der Konflikt habe das libysche Gesundheitssystem stark in Mitleidenschaft gezogen, sagte Maurer. Viele Krankenhäuser und Kliniken seien nicht nutzbar.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Die international anerkannte Regierung unter Fajis Sarradsch kämpft gegen die Truppen des einflussreichen Generals Chalifa Haftar. Alle internationalen Bemühungen um eine Beilegung des Konflikts scheiterten bisher.

 

Donnerstag, 20. August, 15.20 Uhr: Neuer Corona-Taskforce-Sprecher: enormes Arbeitspensum

Der neue Sprecher der Corona-Taskforce im Gesundheitsministerium, Marcus da Gloria Martins, stellt sich auf ein enormes Arbeitspensum ein. Gerade mit Blick auf eine mögliche zweite Welle und erneute Einschränkungen im Alltag sei die größte Herausforderung, bei Menschen Akzeptanz und Einsicht zu schaffen, sagte der 47-Jährige am Donnerstag in München.

Am Mittwoch war der bisherige Leiter der Kommunikationsabteilung im Münchner Polizeipräsidium ins Ministerium abgeordnet worden. "Da kann man nicht Nein sagen, wenn man Sie fragt", sagte da Gloria Martins unter Verweis auf das wichtigste Thema dieser Tage. Auch wenn das Virus und seine Folgen im Moment nicht so präsent seien, sei seine Aufgabe nun, den Menschen zu vermitteln, "dass das Thema noch lange nicht rum ist". Man dürfe aber auch keine Panik schüren.

 

Donnerstag, 20. August, 14.50 Uhr: Bayerische Faschings- und Fastnachts-Verbände gegen Absage

Faschings- und Fastnachts-Verbände in Bayern hoffen, dass die fünfte Jahreszeit wegen der Coronakrise nicht komplett abgesagt wird. Ein bundesweites Verbot wäre voreilig, kritisierte Arthur Troidl, Präsident des Landesverbands Ostbayern im Bund Deutscher Karneval (BDK). "Für alle Aktiven und Verantwortlichen würde es ein Schlag ins Gesicht bedeuten, weil alle Mühe, neue Ideen und Entwicklungen einfach abgewürgt würden."

Mitglieder könnten die Motivation verlieren und die Vereine verlassen, die schon jetzt mit finanziellen Einbußen zu kämpfen hätten. "Karneval, Fastnacht und Fasching soll als Brauchtum nicht ausgebremst werden. Dies ist gerade in dieser schwierigen Zeit eine gelungene Abwechslung für all unsere Mitbürger", erklärte Peter Steinberger, Präsident des BDK-Landesverbands Oberbayerns.

"Natürlich steht der Schutz des Gesundheit und das Eindämmen des Virus an erster Stelle, jedoch gibt es trotzdem eine Vielzahl an Konzepten", meint auch Sebastian Bretzner vom Fastnacht-Verband Franken. Prunksitzungen könnten beispielsweise mit weniger Besuchern, Sicherheitsabstand und guter Belüftung stattfinden. Noch werde digital oder in Kleingruppen für den großen Auftritt geprobt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich skeptisch geäußert, ob Karneval oder die Fastnacht wegen der Pandemie im kommenden Winter stattfinden könnte und damit bundesweit eine Debatte angestoßen.

 

Donnerstag, 20. August, 14.47 Uhr: Reisewarnung für Teile Rumäniens aufgehoben

Das Auswärtige Amt hat seine Teil-Reisewarnung für Rumänien im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gelockert. Demnach ist die wirtschaftlich und touristisch wichtige Region Timis nahe der westrumänischen Stadt Timisoara (Temeswar) von der Warn-Liste gestrichen worden, ebenso der südwestliche Kreis Mehedinti und die südliche Region Ialomita. Gewarnt wird dafür seit Donnerstag vor Reisen in die bisher als unbedenklich geltende zentralrumänische Touristenregion Valcea.

Weiterhin auf der Warn-Liste stehen die Hauptstadt Bukarest, der Touristenmagnet Brasov (Kronstadt) sowie 13 weitere von insgesamt 41 Verwaltungsbezirken des Landes. Nicht als Risikozone gelten nach wie vor die Schwarzmeerstrände. Jederzeit können einzelne Ortschaften kurzfristig zum Infektionsherd erklärt und gesperrt werden.

 

Donnerstag, 20. August, 13.13 Uhr: Umfrage: Corona-Einschränkungen schlagen Bayern aufs Gemüt

Vielen Menschen in Bayern machen die Corona-Einschränkungen nach einer Umfrage deutlich zu schaffen. Im neuen "Heimatindex", einem Zufriedenheitsbarometer der Volks- und Raiffeisenbanken, gaben die Teilnehmer insgesamt eine schlechtere Bewertung ab als im Frühjahr vor der Pandemie - von 100 möglichen Punkten vergaben sie noch 64. Seit Einführung der halbjährlichen Erfassung 2018, die verschiedene Teilaspekte der Lebensqualität aufgreift, hatte der Wert zuvor immer etwa bei 70 gelegen.

"Der Lockdown sowie die damit verbundenen Einschränkungen und Unsicherheiten haben die Stimmung der Bayern deutlich gedrückt", sagte Jürgen Gros, der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, der die repräsentative Umfrage in Auftrag gibt.

Besonders schwer belasten demnach die Einschnitte in das kulturelle Leben die Menschen: Die Bewertung des kulturellen Angebots ist um gut die Hälfte auf 34 Punkte (Frühjahr 2020: 71) eingebrochen. Ihren Arbeitsplatz und die persönliche finanzielle Situation bewerten die Bayern mit 60 ebenfalls schlechter als noch vor der Krise (Frühjahr 2020: 66)

Trotz großer Belastungen durch die Pandemie bewerten die Bayern hingegen die Gesundheitsversorgung im Freistaat etwas besser als zuvor. Auch die Sicherheit vor Kriminalität und Verbrechen wird als positiver empfunden – wohl auch wegen der coronabedingten größeren Polizeipräsenz und sinkender Verbrechenszahlen.

Ihre allgemeine Lebenszufriedenheit bewerten die Bayern mit 71 Punkten zwar negativer als noch vor der Krise (75). Dennoch sind die Menschen im Freistaat der Umfrage zufolge zufriedener als in den anderen Bundesländern, in denen der Wert gegenüber Frühjahr 2020 auf 63 Punkte gesunken ist.

 

Donnerstag, 20. August, 12.10 Uhr: Robert-Koch-Institut sieht Teile Kroatiens als Corona-Risikogebiet

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das Robert Koch-Institut (RKI) Teile des Urlaubslandes Kroatien als Risikogebiet eingestuft. Das teilte das bundeseigene Institut auf seiner aktualisierten Liste der Risikogebiete mit.

Demnach gelten seit Donnerstag die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die so genannten Gespanschaften Šibenik-Knin sowie Split-Dalmatien als Risikogebiet. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Auswärtige Amt auf dieser Basis auch eine Reisewarnung für dieses Gebiet des EU-Landes an der Adria erlassen dürfte.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

 

Donnerstag, 20. August, 11.55 Uhr: Forscher: Coronavirus breitet sich in trockenen Räumen stärker aus

Die Ausbreitung des Coronavirus wird nach Angaben eines Forscherteams aus Leipzig und Indien auch von der Luftfeuchtigkeit beeinflusst. "Liegt die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft unter 40 Prozent, dann nehmen die von Infizierten ausgestoßenen Partikel weniger Wasser auf, bleiben leichter, fliegen weiter durch den Raum und werden eher von Gesunden eingeatmet", erläuterte Ajit Ahlawat vom Institut für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig am Donnerstag. Hintergrund ist, dass als wichtiger Übertragungsweg von Sars-CoV-2 neben der Schmierinfektion, sogenannte Aerosole, Mischungen winziger Teilchen in der Luft, gelten.

Das Team aus Physikern des Tropos und des CSIR-National Physical Laboratory in New Delhi hatten zehn internationalen Studien, die zwischen 2007 und 2020 den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf das Überleben, die Ausbreitung und Infektion mit den Erregern der Grippe und verschiedenen Coronaviren untersucht haben, ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "Aerosol and Air Quality Research" veröffentlicht.

Im Ergebnis empfehlen die Forscher neben den bisher üblichen Maßnahmen wie Abstand und Masken auch die Raumluft zu kontrollieren. Eine relative Feuchte von 40 bis 60 Prozent könne die Ausbreitung der Viren und deren Aufnahme über die Nasenschleimhaut reduzieren.

Die Erkenntnisse sind besonders für die kommende Wintersaison von Bedeutung, wenn sich die Menschen mehr in aufgeheizten Räumen aufhalten. "Das Erwärmen der Frischluft sorgt auch dafür, dass diese trocknet. In kalten und gemäßigten Klimazonen herrscht daher in Innenräumen während der Heizsaison meist ein sehr trockenes Raumklima. Dies könnte die Ausbreitung der Coronaviren fördern", erläuterte Alfred Wiedensohler vom Tropos. Bei höherer Luftfeuchtigkeit würden die Tröpfchen schneller wachsen, früher zu Boden fallen und könnten weniger von Gesunden eingeatmet werden.

"Eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 Prozent in öffentlichen Gebäuden und im Nahverkehr würde daher nicht nur die Auswirkungen von Covid-19 reduzieren, sondern auch die von anderen Viruserkrankungen wie beispielsweise der saisonalen Grippe", erklärte Sumit Kumar Mishra vom National Physical Laboratory in New Delhi.

 

Donnerstag, 20. August, 09.40 Uhr: Schäuble bei Ruf nach mehr Einheitlichkeit in Corona-Krise skeptisch

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sieht Forderungen nach einem wieder einheitlichen Vorgehen der Bundesländer in der Corona-Pandemie skeptisch. "Die Bevölkerung möchte einheitliche Lösungen, aber wenn sie die bekommt, schüttelt sie oft den Kopf", sagte der CDU-Politiker der Bielefelder Zeitung "Neue Westfälische".

"Wir müssen immer wieder erklären, dass der föderale Wettbewerb ein Ringen um die beste Lösung ist. Damit sind wir im Ergebnis gutgefahren. Wenn es einer übertreibt, stellt sich bald heraus, dass er auch nur mit Wasser kocht." Schäuble fügte aber hinzu: "Die Länder müssen sich nicht nur in der Corona-Krise untereinander abstimmen. Das haben sie im Wesentlichen gut hinbekommen."

Der Bundestagspräsident sagte voraus: "Die Spuren der Pandemie werden länger und tiefgreifender sein, als wir uns das heute vorstellen können." Die Verbreitung des Virus habe zu Veränderungen geführt, mit denen niemand gerechnet habe. Es sei "nur menschlich, wenn wir die bislang völlig unbekannte Gefahr der Pandemie betrachten, dass wir uns innerlich immer noch dagegen sträuben, die Bedrohung zu akzeptieren".

Die meisten Menschen glaubten noch, irgendwie werde es schon wieder wie vorher. Schäuble unterstrich zugleich: "Unsere Demokratie ist viel besser, als wir oft über sie reden. Politik und Gesellschaft, wir alle haben gut reagiert. Die Debatte funktioniert und das Parlament funktioniert."

 

Donnerstag, 20. August, 07.45 Uhr: Champions League trotz Corona-Kürzungen Goldgrube für FC Bayern

Der Finaleinzug beim Champions-League-Turnier in Lissabon ist für den FC Bayern München mitten in der Corona-Krise auch von großer finanzieller Bedeutung. Mit den Einnahmen aus dem Endspiel an diesem Sonntag gegen Paris Saint-Germain könnte der umsatzstärkste deutsche Fußballclub die 100-Millionen-Euro-Marke in der Königsklasse übertreffen oder zumindest in die Nähe kommen.

Die UEFA wird wohl erst nach dem Finalturnier entscheiden, ob die Prämien für das Erreichen der letzten K.o.-Runden trotz Reduzierung von fünf auf lediglich drei Spiele in voller Höhe ausgezahlt werden können. Europas Dachverband generiert auch weniger Gelder.

In normalen Spielzeiten wird allein der Finalsieg mit 19 Millionen Euro aus dem UEFA-Prämientopf honoriert. Der Endspielverlierer darf sich mit 15 Millionen trösten. Ohne Corona-Abschläge würden sich die UEFA-Zahlungen an den FC Bayern nach den vor Saisonbeginn gemachten Angaben bei einem Titelgewinn auf 115,69 Millionen summieren.

Vor dem Corona-Zwangsstopp im März hatten die Bayern knapp 41 Millionen Euro durch Startgeld, Spielprämien und den Einzug ins Achtelfinale verdient. Diese UEFA-Gelder flossen schon. Dazu kämen nun 22,5 Millionen Euro für Viertel- und Halbfinale, die in der Turnierform aber nicht mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wurden.

Unklar ist, wie die UEFA mit der Ausschüttung des Koeffiziententopfes umgeht. Aus diesem stehen den seit Jahren in der Champions League sehr erfolgreichen Bayern normalerweise 33,24 Millionen Euro zu.

Weitere Zahlungen aus dem Marktpool sind in der Höhe ebenfalls offen. Entgangen sind dem deutschen Meister sicher die Zuschauereinnahmen aus drei Heimspielen ab dem Achtelfinale. Das Rückspiel gegen den FC Chelsea hatte in München auch schon als Geisterspiel stattgefunden. In Lissabon muss ebenfalls vor leeren Rängen gespielt werden.

Die Pressestimmen zum Finaleinzug des FC Bayern in der Champions League lesen Sie hier.

 

Donnerstag, 20. August, 06.35 Uhr: Höchstwert seit Ende April: 1.707 registrierte Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit Ende April gestiegen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1707 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 26. April mit 1.737 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg der Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens erhöht wurde. Waren es nach RKI-Daten in der Kalenderwoche 31 vom 27. Juli bis 2. August noch rund 578.000 (übermittelt von 165 Laboren), lag die Zahl zwei Wochen später schon bei mehr als 875.000 (übermittelt von 181 Laboren).

Die Werte können sich im Zuge von Nachmeldungen noch verändern, zudem können Mehrfachtestungen einzelner Menschen enthalten sein. In der Woche vom 20. bis 26. April hatte die Zahl der Tests bei rund 364.000 (übermittelt von 178 Laboren) gelegen - also wesentlich niedriger als derzeit. Die Rate positiver Ergebnisse lag damals bei fünf Prozent, derzeit liegt sie bei knapp einem Prozent.

Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI vor einigen Tagen mitgeteilt. Auch Epidemiologie-Professor Gérard Krause vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig sagte: "Der Anstieg der positiven Tests ist nicht allein dem Anstieg der Testungen geschuldet."

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 228.621 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 20.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.253. Seit dem Vortag wurden zehn Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 204.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Mittwoch bei 1,08 (Vortag: 1,05). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

 

Mittwoch, 19. August, 21.40 Uhr: Drei Spieler des FC Basel positiv getestet

Der Schweizer Fußball-Erstligist FC Basel hat drei Corona-Fälle vermeldet. Bei einer Testreihe am Mittwoch seien die Profis Arthur Cabral, Eric Ramires und Eray Cömert positiv getestet worden, teilte der Club mit. "Diese drei Spieler, denen es trotzdem soweit gut geht, sowie vorsichtshalber auch Samuele Campo, der mit ihnen in Kontakt stand, haben folglich das Training nicht aufgenommen und begeben sich für zehn Tage in Quarantäne." Das Quartett werde damit mindestens das Pokal-Halbfinale am kommenden Dienstag im St. Jakob-Park gegen den FC Winterthur verpassen.

 

Mittwoch, 19. August, 19.20 Uhr: Das konsumieren Allgäuer während der Pandemie

Fahrräder, Schokolade oder doch Klopapier? Was die Allgäuer während der Pandemie einkaufen, erfahren Sie hier.

 

Mittwoch, 19. August, 19.14 Uhr: Weniger Corona-Infektionen in Mamming

Nach dem wochenlangen Corona-Alarm im Landkreis Dingolfing-Landau können die Verantwortlichen in der Region durchatmen: Bei einem weiteren Reihentest der in Quarantäne befindlichen 218 Menschen wurden nur zwei positive Fälle gefunden, teilte das Landratsamt am Mittwoch mit. Auf einem Gemüsehof und in einer Konservenfabrik in Mamming waren in den vergangenen Wochen rund 250 Corona-Infektionen bei Erntehelfern festgestellt worden, Mamming wurde zum bundesweiten Corona-Hotspot.

"Jeder Infizierte ist natürlich einer zu viel, aber die sehr niedrige Zahl zeigt, dass durch die konsequenten Maßnahmen die Infektionskette auch innerhalb der Mitarbeiter der betroffenen Betriebe durchbrochen werden konnte", sagte Landrat Werner Bumeder (CSU). Der Landkreis falle damit auch wieder deutlich unter die kritische 7-Tage-Inzidenz von 50. Der rote Punkt auf der Deutschlandkarte des Robert Koch-Instituts sei verschwunden.

Aktuell seien nach dem Corona-Ausbruch im Landkreis noch 53 Personen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, in Quarantäne. Davon seien 41 Fälle den beiden Betrieben in Mamming zuzuordnen. Unter den restlichen zwölf seien mehrere Reiserückkehrer.

Im Landkreis hätten sich inzwischen fast 9000 Menschen testen zu lassen. Lediglich elf Tests an den Teststationen seien positiv gewesen.

 

Mittwoch, 19. August: 17.30 Uhr: Studie: Viele Jugendliche während Corona-Zeit psychisch belastet

Viele junge Menschen haben nach einer Mannheimer Studie während der Corona-Krise unter großen Sorgen, Ängsten oder depressiver Stimmung gelitten. 57 Prozent von 666 befragten 16- bis 25-Jährigen waren belastet, 38 Prozent mittel bis schwer, wie das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) am Mittwoch mitteilte. Digitale Angebote könnten den jungen Menschen während der schweren Zeit helfen. Deshalb arbeitet das Institut an einer besonderen App.

 

Mittwoch, 19. August: 17.05 Uhr: UEFA: Supercup könnte "Pilotspiel" mit Zuschauern werden

Die Europäische Fußball Union UEFA will den Supercup am 24. September als "Pilotspiel" für die Zulassung einiger Zuschauer nutzen. Die Partie zwischen dem Champions-League-Sieger und dem Gewinner der Europa League soll in diesem Jahr in Budapest stattfinden. Warum die Spiele der Nations League nicht als "Pilotspiele" in Frage kommen, lesen Sie hier.

 

Mittwoch, 19. August: 16.45 Uhr: Corona-Zahlen in Kroatien steigen

Das Urlaubsland Kroatien hat so viele Corona-Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. 219 Infektionen seien in den vergangenen 24 Stunden erfasst worden, teilte der nationale Krisenstab am Mittwoch in Zagreb mit. Der bisherige Höchstwert wurde in dem EU-Land an der Adria demnach am 14. August registriert und lag bei 208 Neuinfektionen. Kroatien hat rund 4,19 Millionen Einwohner und derzeit 1520 registrierte aktive Fälle.

In den letzten zwei Monaten hatte der Wert der Neuansteckungen zwischen etwa 30 und 100 geschwankt. Seit vergangener Woche verzeichnen die örtlichen Behörden einen Anstieg.

Kroatien ist für viele Reisende in Europa eine beliebte Urlaubsdestination. Zuletzt kehrten viele deutsche Touristen von dort zurück, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Unter ihnen waren hauptsächlich junge Menschen, die angaben, dass sie an Strandpartys teilgenommen hatten.

 

Mittwoch, 19. August, 16.35 Uhr: Umfrage in Deutschland: Mehrheit für Vier-Tage-Woche - Kritik aus der Politik

Eine Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) steht laut einer Umfrage einer Vier-Tage-Woche zum Schutz von Arbeitsplätzen in der Corona-Krise offen gegenüber. 21 Prozent der Befragten stimmen dem von der Gewerkschaft IG Metall vorgeschlagenen Modell voll und ganz zu, weitere 40 Prozent unterstützen es eher, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov ergeben hat. Doch aus der Politik kommen Argumente gegen das Modell.

 

Mittwoch, 19. August, 16 Uhr: Huml und Herrmann verteidigen Bayerns Corona-Teststrategie

Trotz der erheblichen Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen hat die bayerische Staatsregierung ihre Pandemie-Strategie gegen jegliche Kritik der Opposition verteidigt. "Ja, es sind Fehler passiert. Ja, wir hatten Anlaufschwierigkeiten", sagte die viel kritisierte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im bayerischen Landtag. Wie sie und Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) die bayerische Corona-Teststrategie verteidigen, lesen Sie hier.

 

Mittwoch, 19. August, 15.40 Uhr: Laborverband: Große Zahl von Corona-Tests auf Dauer nicht möglich

Experten haben erneut auf eine begrenzte Testkapazitäten in der Corona-Pandemie hingewiesen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) können in Deutschland, zwar mittlerweile rund 1,2 Millionen Proben pro Woche untersucht werden. Diese Zahl beschreibe aber nur die maximale Kapazität, sagte der Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, der Wochenzeitung "Zeit" (Donnerstag). "Die können wir nur kurzfristig zur Verfügung stellen, nicht dauerhaft."

Müller warnte vor einer falschen Priorisierung der Kapazitäten. "Die Politik möchte immer, dass wir noch viel mehr testen", sagte Müller. "Man muss sich aber fragen, ob das sinnvoll ist." So würden Testkapazitäten zum einen etwa dort verbraucht, wo es nicht unbedingt der Eindämmung der Pandemie diene. Zum anderen gebe es immer wieder falsche Ergebnisse, bei denen ein Test trotz Infektion negativ ist und Menschen unwissentlich andere infizieren.

Die ALM-Labore führen eigenen Angaben zufolge rund 90 Prozent aller Corona-Tests durch. Die Testkapazität liege aktuell bei rund einer Million Tests. Die Auslastung der ALM-Labore zog laut einer Mitteilung vom Dienstag zuletzt deutlich an und liegt nun bei 75 Prozent.

Zuletzt waren die Testangebote in Deutschland deutlich ausgeweitet worden. Seit Anfang August besteht etwa eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus internationalen Risikogebieten. In vielen Bundesländern stehen zudem Lehrern, Erziehern und Kindertagespflegern regelmäßige Tests ohne konkreten Anlass zu.

 

Mittwoch, 19. August, 13.14 Uhr: Nur noch jeder Siebte in Kurzarbeit

Nach der Öffnung von Läden und Gaststätten ist die Kurzarbeit in Deutschland im Juli deutlich gesunken, mit 5,6 Millionen Betroffenen aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. Wie das ifo-Institut am Mittwoch mitteilte, sinkt die Kurzarbeit in der Industrie nur langsam. Im Maschinenbau und in der Elektroindustrie hat sie im Juli sogar noch zugenommen.

Bundesweit sei im vergangenen Monat jeder siebte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Kurzarbeit gewesen, mit durchschnittlich 43 Prozent weniger Arbeitszeit. Am stärksten betroffen ist weiterhin das Gastgewerbe. Dort sank die Zahl der Kurzarbeiter zwar um ein Drittel auf 465.000 - aber das sind immer noch 42 Prozent der Beschäftigten in dieser Branche. Im Handel ging die Zahl der Kurzarbeiter ebenfalls sehr stark zurück auf 637.000. Alles dazu lesen Sie hier.

 

Mittwoch, 19. August, 12.45 Uhr: Corona-Infizierter auf Feier in Bodenwöhr: Bislang alle Tests negativ

Nach einer Feier im bayerischen Bodenwöhr mit einem Corona-Infizierten sind bislang alle weiteren Testergebnisse negativ. Nach Angaben des Landratsamtes Schwandorf lagen am Mittwochvormittag von 114 ermittelten engen Kontaktpersonen 25 Testergebnisse vor. Insgesamt hatten sich bis Dienstag 95 Menschen testen lassen. Die übrigen Kontaktpersonen sollten bis Mittwochmittag getestet werden.

Ein nach einer Italien-Reise positiv auf das Coronavirus getesteter Mann hatte am Freitag an einer Geburtstagsfeier mit rund 100 Gästen teilgenommen - noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte, wie ein Landratsamtssprecher sagte. Der Mann hatte sich am Donnerstag an der Grenze bei Kiefersfelden kostenlos testen lassen.

Alle ermittelten engen Kontaktpersonen befinden sich derzeit in Quarantäne. "Es ist geplant, alle Kontaktpersonen vor Entlassung aus der Quarantäne nächste Woche noch einmal zu testen", teilte das Landratsamt mit. Zunächst war man hier von rund 120 Betroffenen ausgegangen.

 

Mittwoch, 19. August, 10.15 Uhr: Kölner Karnevalschef kann sich keinen Straßenkarneval vorstellen

Auch der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, kann sich angesichts von Corona keinen Straßenkarneval vorstellen. "Der Straßenkarneval, der Kneipenkarneval, das sind so Elemente, die wir uns nicht vorstellen können", sagte Kuckelkorn am Mittwoch im WDR-"Morgenmagazin". "Auch Ballveranstaltungen können wir uns nicht vorstellen." Anders sei es bei Karnevalssitzungen mit Hygienekonzept. Man könne ja auch mit Maske in ein Restaurant gehen und diese dann am Platz abnehmen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich zuvor wegen der Corona-Pandemie skeptisch dazu geäußert, ob im kommenden Winter Karneval stattfinden könne.

Natürlich müsse der Sicherheitsabstand eingehalten werden, sagte Kuckelkorn. Alkohol sei sicherlich eine Komponente, die man berücksichtigen müsse. "Vielleicht gibt es ja auch Veranstaltungen, in denen es auch gar keinen Alkohol mehr gibt oder nur noch eingeschränkt Alkohol." Künstler würden vielleicht anteilsmäßig auf ihre Gage verzichten. Die Vereine müssten jetzt herausarbeiten, was der Kern des Karnevals sei und diesen klein inszenieren. "Das ist auch eine große Chance."

Kuckelkorn sagte, Mitte September werde man vom Landesgesundheitsministerium die vorgelegten Hygienekonzepte bewertet zurückbekommen. Dann werde sich zeigen, wie der Karnevalsbeginn am 11.11. ablaufen werde. "Nach dem 11.11. wissen wir die Auswirkungen, wissen, wie's funktioniert hat, und das sind dann die Erfahrungswerte, die wir für die Session brauchen."

 

Mittwoch, 19. August, 08.10 Uhr: Stand der Corona-Forschung - diese Fragen müssen jetzt dringend geklärt werden

Corona stellt die Welt auf den Kopf. Weltweit arbeiten Experten daran, das Virus besser zu verstehen. Man weiß schon recht gut, wie Sars-CoV-2 übertragen wird, welche Situationen für Ausbrüche sorgen können und sammelt täglich Erfahrungen bei der Behandlung von Erkrankten. Trotzdem liegt noch einiges im Dunklen.

Wie der aktuelle Stand der Forschung zu Immunität, Spätfolgen und mehr ist und welche Fragen noch dringend geklärt werden müssen, lesen Sie hier in unserem Hintergrundstück (AZ Plus).

 

Mittwoch, 19. August, 07.30 Uhr: Angela Merkel will "Zügel anziehen" und Maskenmuffel bestrafen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts steigender Corona-Zahlen an die Bürger appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. Merkel sprach sie sich auch für ein konsequentes Durchgreifen gegen Maskenverweigerer aus. "Das ist eine Entwicklung, die so nicht weitergehen sollte, sondern die wir eindämmen sollten", sagte Merkel.

Merkel begrüßte ein konsequentes Durchgreifen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln: "Ich bin da sehr dankbar, wenn Bußgelder verhängt werden auch für das Nichtragen von Masken oder ähnlichem. Das sind nicht einfach so Bagatelldelikte, sondern das sind immer wieder auch Gefährdungen der Mitmenschen." Sie erinnerte zudem daran, dass "erhebliche Bußgelder" drohen können, wenn Reiserückkehrer aus Risikogebieten sich nicht in Quarantäne begeben. Das sei keine Kann-Bestimmung. Alles dazu lesen Sie hier.

 

Mittwoch, 19. August, 07.05 Uhr: Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kritisiert Regierung wegen Corona-Tests

Die deutsche Industrie hat die Bundesregierung und die Länder wegen ihrer Strategie bei den Corona-Tests heftig kritisiert. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) eine Erhöhung der Testkapazitäten. "Damit in den kommenden Monaten wirtschaftliche Aktivität möglich bleibt, muss insgesamt viel großflächiger und einheitlicher getestet werden", sagte Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Die Bundesregierung hinke ihrem eigenen Anspruch, die Kapazitäten auf 4,5 Millionen Tests pro Woche zu steigern, "meilenweit hinterher".

Die Verbandsvertreterin warnte vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. "Es darf nicht sein, dass Betrieben der Produktionsstopp droht, weil sich ihre Beschäftigten in Quarantäne begeben müssen aufgrund mangelnder Testkapazitäten, langwieriger Befundübermittlung per Fax und Telefon sowie lückenhafter Absprachen mit überlasteten Hausärzten und Gesundheitsbehörden", so Plöger. Bund und Länder müssten ihre gemeinsame Handlungsfähigkeit beweisen. "Die Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivität ist in Gefahr."

Die BDI-Vertreterin warnte vor steigenden Infektionszahlen und kritisierte ein aus ihrer Sicht "noch immer nicht flächendeckend vorhandenes Testangebot" für Reiserückkehrer.

 

Mittwoch, 19. August, 06.30 Uhr: Arbeitsminister Heil: Reduzierte Arbeitszeit könnte geeignete Maßnahme sein

In der Diskussion um eine Vier-Tage-Woche hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine verringerte Arbeitszeit als möglicherweise geeignetes Mittel bezeichnet, um den Arbeitsmarkt zu stützen. "Reduzierte Arbeitszeit bei teilweisem Lohnausgleich kann eine geeignete Maßnahme sein, wenn sich die Sozialpartner darauf verständigen", sagte Heil den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Gute und pragmatische Ideen sind gefragt, um gemeinsam durch die Krise zu kommen", so Heil.

Die IG Metall hat zur Rettung von Jobs in der Metall- und Elektroindustrie eine Vier-Tage-Woche ins Gespräch gebracht. "Die Vier-Tage-Woche wäre die Antwort auf den Strukturwandel in Branchen wie der Autoindustrie. Damit lassen sich Industriejobs halten, statt sie abzuschreiben", hatte der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann, gesagt. Er sprach von "einem gewissen Lohnausgleich für die Beschäftigten, damit es sich die Mitarbeiter leisten können".

Der Vorschlag ist umstritten. So hatte etwa der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, gesagt, er halte die Einführung einer Vier-Tage-Woche für machbar - allerdings nur bei Verzicht auf vollen Lohnausgleich. Der CDU-Wirtschaftsrat lehnte eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit mit begrenztem Lohnausgleich für Branchen im Strukturwandel ab. "Eine Arbeitszeitverkürzung mit teilweisem Lohnausgleich treibt die Lohnkosten weiter", hatte Wolfgang Steiger, der Generalsekretär des Rates, der "Passauer Neuen Presse" gesagt.

 

Mittwoch, 19. August, 06.05 Uhr: Höchster Wert seit Mai: 1.510 registrierte Corona-Neuinfektionen

Guten Morgen aus der Digitalredaktion der Allgäuer Zeitung. Wir starten in den Dienstag mit den neuesten Zahlen zur Corona-Situation in Deutschland. Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen in Deutschland seit mehr als drei Monaten registriert. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.510 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen hervor.

Höher lag die Zahl zuletzt am 1. Mai mit 1.639 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg der Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens erhöht wurde. Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI vor einigen Tagen mitgeteilt. Epidemiologie-Professor Gérard Krause vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig sagte: "Der Anstieg der positiven Tests ist nicht allein dem Anstieg der Testungen geschuldet."

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 226.914 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 19.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.243. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 203.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstag bei 1,06 (Vortag: 1,11). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,05 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

 

Dienstag, 18. August, 20.59 Uhr: Spahn kann sich Karneval im kommenden Winter nicht vorstellen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich wegen der Corona-Pandemie skeptisch geäußert, ob im kommenden Winter Karneval stattfinden kann. Wie die Rheinische Post berichtet, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in einer Telefonschaltkonferenz des Gesundheitsausschusses: "Ich war selbst Kinderprinz und komme aus einer Karnevalshochburg. Ich weiß also, wie wichtig Karneval für viele Millionen Deutsche ist. Aber: Ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es."

Dienstag, 18. August, 20.20 Uhr: Ministerin wusste deutlich früher von Corona-Testpanne in Bayern

Die Corona-Testpanne an Bayerns Autobahnen war Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) deutlich früher bekannt als bisher dargestellt. Huml sieht aber deswegen keinen Grund für einen Rücktritt ihrerseits und lieferte am Dienstag bei einer Pressekonferenz Erklärungen.

 

Dienstag, 18. August, 19 Uhr: Thüringen lockert Anti-Corona-Maßnahmen - Theater dürfen öffnen

Fast ein halbes Jahr nach dem ersten Thüringer Corona-Fall lockert die Landesregierung weitere Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie. So können ab Ende August die staatlichen Theater unter Auflagen wieder für Publikum öffnen und neue Spielpläne starten. Das sieht eine neue Corona-Grundverordnung vor, die am Dienstag von Infrastrukturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) unterzeichnet wurde und am 30. August in Kraft tritt. In den Theatern sollen künftig Infektionsschutzregeln wie das Abstandhalten gelten, zudem wird es Hygienekonzepte geben.

Mehr Freiheiten sieht die neue thüringische Grundverordnung auch bei Besuchen in Pflegeheimen vor. Bisher waren Besuche auf täglich maximal zwei Besucher pro Bewohner und auf zwei Stunden begrenzt. Diese Einschränkung entfällt - solange die Infektionszahlen in dem jeweiligen Landkreis niedrig bleiben. Überschreiten sie die Schwelle von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, sollen automatisch wieder die strengeren Besuchsregeln gelten. Wird in einem Pflegeheim ein Corona-Fall bekannt, sollen Besuche gänzlich verboten sein - außer es kann für eine räumliche und personelle Trennung in der Einrichtung gesorgt werden.

Bundesweit waren zuletzt die Zahlen der Neuinfektionen wieder gestiegen - auch in Thüringen. Dennoch geht die rot-rot-grüne Minderheitsregierung mit der neuen Grundverordnung nun weitere Schritte zur Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen. Staatssekretärin Ines Feierabend nannte den Anstieg der Fallzahlen in Thüringen "moderat" - im Landesdurchschnitt gebe es derzeit nur 2,9 neue Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Welche Corona-Regeln derzeit in Bayern gelten, lesen Sie hier.

 

Dienstag, 18. August, 18.35 Uhr: Wien sieht Corona-Anstieg - "Ballermann bester Freund des Virus"

Die österreichische Regierung verstärkt nach steigenden Corona-Zahlen die Kontrollen an ihren südöstlichen Grenzen. Die spanischen Urlaubsinseln Mallorca, Menorca und Ibiza gelten außerdem ab Montag als Corona-Risikogebiet. "Auch in Österreich ist in den letzten Tagen leider Gottes ein massiver Anstieg der Infektionszahlen spürbar gewesen", sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstagabend. Die größte Gruppe sei die der Reiserückkehrer. "Der Ballermann ist der beste Freund des Coronavirus", fügte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit Blick auf die berüchtigte Partymeile auf Mallorca hinzu.

Ab Montag sind auch bei der Rückreise von den Balearen ein negativer Corona-Test oder ein nachgeholter Test in der Quarantäne nötig. Das gilt auch für Reisende aus als sicher geltenden Ländern, etwa Deutschland, die in den zehn Tagen zuvor auf den Balearen oder in einem der anderen rund 30 ausgewiesenen Risikogebiete waren. Dazu gehören das spanische Festland, Kroatien, die Länder des Westbalkans, auch etwa Schweden, die USA und Russland.

Für die Kontrollen von Autos an den Grenzen zu Ungarn und Slowenien wie auch Italien stehen laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) 500 weitere Polizisten bereit. Außerdem sollen 800 Soldaten die Gesundheitsbehörden bei den Kontrollen der Testnachweise und Quarantänevorgaben unterstützen.

Am Dienstag wurden fast 300 neue Fälle in Österreich gemeldet, die Zahl der aktiven Fälle stieg auf 2.230. Davor hatte sich die Zahl wochenlang bei rund 1.400 aktiven Fällen und etwa 100 bis 150 Neudiagnosen eingependelt. Am Dienstag waren 116 Patienten im Krankenhaus, 19 von ihnen auf der Intensivstation.

 

Dienstag, 18. August, 17.10 Uhr: "Zügel anziehen" - Merkel ruft zur Einhaltung der Corona-Regeln auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts steigender Corona-Zahlen an die Bürger appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. Zugleich sprach sie sich für ein konsequentes Durchgreifen gegen Maskenverweigerer aus. "Das ist eine Entwicklung, die so nicht weitergehen sollte, sondern die wir eindämmen sollten", sagte Merkel am Dienstag in Düsseldorf. Sie nahm dort an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts teil. Das Robert Koch-Institut meldete am Dienstagmorgen 1.390 neue Infektionen innerhalb eines Tages.

Man wolle möglichst alles daransetzen, das Infektionsgeschehen im Zaum zu halten. "Wenn ich gesagt habe, die Zügel anziehen, dann meine ich, dass sehr konsequent die Regeln durchgesetzt werden müssen", sagte Merkel. Die Kanzlerin hatte nach Informationen der Bild-Zeitung in der Präsidiumssitzung ihrer Partei am Montag gesagt: "Man muss die Zügel anziehen, um bei Corona nicht in ein Desaster reinzulaufen."

Merkel begrüßte ein konsequentes Durchgreifen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln: "Ich bin da sehr dankbar, wenn Bußgelder verhängt werden auch für das Nichtragen von Masken oder ähnlichem. Das sind nicht einfach so Bagatelldelikte, sondern das sind immer wieder auch Gefährdungen der Mitmenschen." Sie erinnerte zudem daran, dass "erhebliche Bußgelder" drohen können, wenn Reiserückkehrer aus Risikogebieten sich nicht in Quarantäne begeben. Das sei keine Kann-Bestimmung.

 

Dienstag, 18. August, 16 Uhr: Kroatien als Corona-Sorgenland - Kuhn fordert schärfere Reaktionen

Die steigende Zahl der mit Corona infizierten Reiserückkehrer aus Kroatien erhöht den Druck auf Bund und Land, mit Pflichttests oder Einschränkungen zu reagieren. Nach vermehrten Infektionen von Kroatien-Urlaubern in Baden-Württemberg fordert Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn Konsequenzen für Reiserückkehrer aus europäischen Ländern, für die es noch keine Reisewarnung gibt. "Gerade mit Hinblick auf das Reiseziel Kroatien muss etwas getan werden. Der Druck ist da", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag.

Kuhn schlug vor, Kroatien sofort zum Risikogebiet zu erklären, so wie es Österreich bereits vor wenigen Tagen getan habe. "Eine andere Option ist, statt ganzer Länder einzelne Regionen zu Risikogebieten zu erklären", sagte das Stadtoberhaupt. Möglich sei auch eine Testpflicht für Reiserückkehrer, die aus Ländern oder Regionen mit einer hohen Infektionsgefahr zurückkehrten.

Laut Landesgesundheitsamt stammt jede vierte registrierte Infektion der vergangenen rund zwei Monate aus dem Ausland und von Urlaubern. Seitdem die Reisewarnungen für die EU-Länder und einige weitere europäischen Staaten Mitte Juni aufgehoben worden seien, seien insgesamt 895 entsprechende Covid-19-Fälle in Baden-Württemberg übermittelt worden (Stand 17.8.), teilte das LGA in Stuttgart auf Anfrage mit. Bei insgesamt fast 3.400 Fällen seit Mitte Juni erreichte der Anteil 26 Prozent. Nur fast eine Woche zuvor (12.8.) lag die Zahl noch bei 620 Fällen, was einem Anteil von 21 Prozent entspricht.

Die meisten Fälle (23 Prozent) gehen zwar auf den Kosovo als Infektionsland zurück. Weitere etwa 15 Prozent stammen allerdings aus Kroatien, wo die Zahl der erkrankten Urlauber innerhalb einer Woche deutlich gestiegen ist. Für Schlagzeilen hatten zuletzt unter anderem junge Menschen in Stuttgart und Göppingen gesorgt, die aus dem als Party-Hochburg bekannten Ort Novalja auf der kroatischen Adria-Insel Pag zurückgekehrt waren und andere angesteckt haben sollen.

 

Dienstag, 18. August, 14.55 Uhr: Messe München hat jetzt schon erste Absagen für 2021

Die Münchner Messe wird das laufende Jahr mit Verlust abschließen. "Schon jetzt steht fest, dass wir rote Zahlen schreiben werden", sagte Messechef Klaus Dittrich unserer Redaktion. Und die Aussichten sind trüb: "Ja, wir haben schon die ersten Absagen für nächstes Jahr." Denn trotz des ausgearbeiteten Corona-Konzepts lohne sich die Teilnahme für manche Aussteller nicht mehr. Welche großen Messen auf der Kippe stehen, lesen Sie hier.

 

Dienstag, 18. August, 13.40 Uhr: Bayern: Länderchefs sollten über Corona-Regeln für Feste sprechen

Die Forderung nach bundeseinheitlichen Corona-Regeln für Feste und Partys gehört aus der Sicht Bayerns auf die Agenda der nächsten Konferenz der Bundesländer. "Dieses Thema muss im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz diskutiert werden", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Entwicklung mit steigenden Fallzahlen bestätige "das vorsichtige und umsichtige Vorgehen Bayerns bei der Veranstaltungsgröße. Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen und die neuen Ansteckungsgefahren sehr genau."

Der Ärzteverband Marburger Bund hatte zuvor bundesweit einheitliche Regeln für Feste und Partys gefordert, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wies darauf hin, dass Feierlichkeiten neben den Ansteckungen durch Reiserückkehrer zu den größten Gefahrenquellen in Deutschland zählten. Deshalb müsse man mit den Ländern noch einmal über die Grenzen und Regeln für Veranstaltungen reden. In den Bundesländern gelten ganz unterschiedliche Regelungen. Zum Teil sind inzwischen wieder Innenveranstaltungen mit mehreren Hundert Teilnehmern erlaubt.

Derzeit ist noch offen, ob es in der kommenden Woche eine Konferenz der Ministerpräsidenten geben wird. Als möglicher Termin ist der 26. August im Gespräch. Themen gäbe es neben Corona-Regeln für Feste genug - etwa ein bundeseinheitliches Vorgehen für Zuschauer in Fußball-Stadien sowie das generelle Umgehen mit Urlaubsrückkehrern sowie die steigenden Fallzahlen in ganz Deutschland.

 

Dienstag, 18. August, 11.30 Uhr: Bahn kontrolliert Maskenpflicht noch stärker in Zügen

Die Deutsche Bahn weitet die Maskenkontrollen in Fernzügen aus. Derzeit überprüften Sicherheitsmitarbeiter regelmäßig in 60 Fernzügen, ob die Fahrgäste die vorgeschriebene Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Bis zum 1. September soll sich diese Zahl verdoppeln, kündigte das Unternehmen an. Am Dienstag gab es Schwerpunktkontrollen mit der Bundespolizei in sieben Bundesländern.

Maskenverweigerer bildeten weiterhin eine kleine Minderheit, betonte die Bahn. Sie wies darauf hin, dass die 12 000 Zugbegleiter im Fern- und Regionalverkehr Menschen ohne Maske jederzeit von der Fahrt ausschließen könnten. Im Konfliktfall werde die Bundespolizei hinzugerufen.

 

Dienstag, 18. August, 11.20 Uhr: Neue Coronafälle - Start der französischen Ligue 1 in Gefahr

Wenige Tage vor dem geplanten Start der ersten französischen Fußball-Liga haben sich bei Olympique Marseille drei weitere Corona-Verdachtsfälle bestätigt. Das teilte der Club am Dienstag mit. Damit hat sich die Zahl der Corona-Fälle bei den Südfranzosen auf vier erhöht. Für Marseille ist damit das Eröffnungsspiel in der Ligue 1 am Freitag gegen AS Saint-Etienne unsicher.

Laut französischer Fußball-Liga darf ein Team sieben Tage kein Mannschaftstraining ausüben, wenn mehr als drei Spieler oder Betreuer mit einer Corona-Erkrankung gemeldet sind, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Am Freitag hatte Marseille bereits auf ein Testspiel gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart verzichtet, nachdem der erste Verdachtsfall bekannt geworden war.

 

Dienstag, 18. August, 11.14 Uhr: Finnische Regierungschefin Marin lässt sich auf Corona testen

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin lässt sich wegen Krankheitssymptomen auf das Coronavirus testen. Sie habe leichte Symptome in den Atemwegen und werde bis auf Weiteres aus der Distanz arbeiten, teilte die 34-Jährige über Twitter mit. An einem Sommertreffen der sozialdemokratischen Fraktion sowie Verhandlungen der Regierung werde sie am Dienstag deshalb nicht persönlich teilnehmen.

Bereits im April hatte sich Marin zum Arbeiten in ihren Dienstwohnsitz Kesäranta zurückgezogen. Grund war damals ein Corona-Fall im Umfeld eines Mitarbeiters. Marin war daraufhin negativ auf das Coronavirus getestet worden.

 

Dienstag, 18. August, 10.40 Uhr: Boom für Videotelefonie bei Senioren

Videotelefonie ersetzt in der Corona-Krise nicht nur viele Dienstreisen, sondern wird auch immer häufiger von älteren Menschen in Deutschland entdeckt. Vier von zehn Onlinern ab 65 Jahren (40 Prozent) nutzen sie mittlerweile, Anfang des Jahres waren es erst drei von zehn (31 Prozent). Das ergab eine repräsentative Umfrage des Digital-Branchenverbandes Bitkom, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde.

Die Online-Nutzung der Senioren wird auch durch Gesundheitsthemen angekurbelt. 38 Prozent der Internetnutzer ab 65 Jahren lassen sich inzwischen Erinnerungen für Arzttermine per SMS oder Email schicken, weitere 53 Prozent können sich dies vorstellen. 37 Prozent vereinbaren solche Termine heute bereits online. Jeder Fünfte kommuniziert digital mit seinem Arzt per E-Mail (21 Prozent) oder Messenger (19 Prozent).

Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich für viele ältere Menschen das Bild von der Digitalisierung gewandelt. Zwei von fünf Senioren (40 Prozent) sagen, dass sie der Digitalisierung seitdem positiver gegenüberstehen. Ein Viertel (23 Prozent) sieht die Digitalisierung hingegen negativer.

Der Anteil der älteren Internetnutzer hat sich innerhalb dieses Jahres hingegen kaum verändert: Nach wie vor ist jeder Zweite ab 65 Jahren online (Juli: 49 Prozent, Januar: 48 Prozent). Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es erst 38 Prozent. "Digitale Technologien haben sich während der Corona-Pandemie in vielen Bereichen bewährt", sagte Berg. "Der Schritt ins digitale Neuland fällt Senioren aber immer noch schwer - es braucht noch mehr Hilfsangebote."

 

Dienstag, 18. August, 10 Uhr: Familienverband mahnt zu Zurückhaltung bei privaten Feiern

In der Diskussion über Familienfeiern in Corona-Zeiten unterstützt der Deutsche Familienverband Forderungen nach Einschränkungen. "Die Pandemie ist längst nicht überstanden", sagte Bundesgeschäftsführer Sebastian Heimann der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn Feste bei steigenden Infektionszahlen munter losgehen, wird es kein Ende der Pandemie geben. Das darf nicht sein." Solidarisch sein bedeute, sich für das Gemeinwohl einschränken zu können. Das gelte auch für Familienfeiern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte erneute Gespräche mit den Bundesländern über die zugelassene Größe von Familienfeiern ins Spiel gebracht. Die Länder haben dazu unterschiedliche Regelungen. Wo Menschen gesellig werden, verbreite sich das Virus besonders schnell, hatte Spahn gesagt.

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert bundesweit einheitliche Vorgaben und Obergrenzen für Gäste. Wenn die Infektionszahlen wieder stark stiegen, seien 150 Gäste bei einer Familienfeier oder einer Party in Innenräumen zu viel, sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

 

Dienstag, 18. August, 9.35 Uhr: Infizierter Urlauber: 120 Menschen nach Party in Bayern in Quarantäne

Nach einem bestätigten Corona-Fall in Bodenwöhr im Landkreis Schwandorf müssen nun 120 Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Kontakte seien im privaten Bereich geschehen, teilte das Landratsamt auf seiner Seite mit. Laut "Mittelbayerischer Zeitung" hatte ein nach einer Italienreise positiv getesteter Mann an einer Geburtstagsparty mit rund 100 Gästen teilgenommen, noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte. Die anderen 20 Menschen seien weitere Kontaktpersonen des Mannes.

Der Mann hatte sich laut Zeitung bei der Rückkehr am Donnerstag an der Grenze bei Kiefersfelden kostenlos testen lassen und am Sonntag sein Ergebnis erhalten - da hatte er aber schon kräftig gefeiert. Wie es dazu kommen konnte und ob der Fall eine Folge der Corona-Test-Panne der bayerischen Staatsregierung ist, lesen Sie hier.

Dienstag, 18. August, 08.10 Uhr: Forscher wollen Suche nach Corona-Medikament bündeln

Der rheinland-pfälzische Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will gemeinsam mit über 30 weiteren Firmen und Forschungseinrichtungen die Suche nach einem Medikament gegen die von dem neuen Coronavirus verursachte Krankheit Covid-19 beschleunigen. Das Ingelheimer Unternehmen leitet nach eigenen Angaben vom Dienstag die Arbeiten zur Entwicklung sogenannter virusneutralisierender Antikörper. Insgesamt gehören dem auf fünf Jahre angelegten Konsortium CARE (Corona Accelerated R&D in Europe) 37 Mitglieder aus der EU, China, Großbritannien, der Schweiz und den USA an.

Ein Schwerpunkt der Forschung soll auf der Entwicklung von Antikörpern liegen, die das Virus neutralisieren, sowie auf kleinen Molekülen, die direkt gegen das Virus wirken sollen. Erforscht werden soll auch, ob sich bereits vorhandene Produkte und Medikamentenkandidaten gegen Covid-19 umfunktionieren lassen. Das Forschungsnetzwerk wird den Angaben zufolge mit 77,7 Millionen Euro aus Mitteln der EU sowie mit Geld- und Sachbeiträgen aus der Pharmabranche unterstützt.

 

Dienstag, 18. August, 07.40 Uhr: Marburger Bund will einheitliche Gäste-Obergrenze für Feiern

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert im Kampf gegen das Coronavirus bundesweit einheitliche Vorgaben für Feste und Feierlichkeiten. "Um Ansteckungsrisiken auch im Herbst und Winter zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern aller Art verständigen", sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. "Je größer die Zahl der Feiernden gerade in geschlossenen Räumen ist, desto wahrscheinlicher ist ein Mensch dabei, der die anderen ansteckt", warnte Johna. Wenn die Infektionszahlen wieder stark stiegen, seien 150 Gäste bei einer Familienfeier oder einer Party in Innenräumen zu viel.

Gerade die Jüngeren müssten daran erinnert werden, Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Viele seien sorglos, weil sie auf die hohe Quote der Genesenden in Deutschland schauten. "Doch sie vergessen dabei, dass darunter auch Menschen erfasst werden, die an schweren Langzeitschäden leiden, zum Beispiel an chronischer Erschöpfung oder Herzmuskelentzündungen. Sie haben Covid-19 überlebt, sind aber nicht gesund", warnte die Medizinerin. "Es gibt Schätzungen, dass der Anteil der an Covid-19 erkrankten Patienten mit Folgeschäden im oberen einstelligen Bereich liegt."

 

Dienstag, 18. August, 06.22 Uhr: Patientenschützer fordern Corona-Pflichttests in der Pflege

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert Corona-Pflichttests in der Pflege. Während Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verbindliche Tests für Reiserückkehrer anordne, fehlten "bis heute verpflichtende Präventiv-Tests für Pflegebedürftige, Angehörige und Altenpflegekräfte", sagte der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Altenpflege müsse vor einer zweiten Infektionswelle geschützt werden. Brysch warf dem Gesundheitsminister vor, bisher kaum Initiative zu zeigen, Pflegebedürftige dort zu schützen, wo sie lebten. "Allein über 818.000 Menschen leben in Pflegeheimen. Sie alle wieder zu isolieren, darf gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert werden."

 

Dienstag, 18. August, 06.05 Uhr: 1.390 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Guten Morgen aus der Digitalredaktion der Allgäuer Zeitung. Wir starten in den Dienstag mit den neuesten Zahlen zur Corona-Situation in Deutschland. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.390 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen hervor. Damit liegt die Zahl wieder deutlich über der Schwelle von 1.000. Am Sonntag und Montag war der Wert nur knapp halb so hoch. Das war zu erwarten, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1.000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 225.404 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 18.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.236. Seit dem Vortag wurden vier Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 203.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montag bei 1,11 (Vortag: 1,21). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Montag bei 1,04 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

 

Montag, 17. August, 20.49 Uhr: Litauen ändert Einreisebestimmungen

Litauen hat angesichts europaweit steigender Corona-Zahlen die Einreisebestimmungen geändert. Einreisende aus Staaten der EU und der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft dürften ohne Einschränkungen in den Baltenstaat kommen. Wer aber aus Ländern mit einer Infektionsrate von mehr als 25 Fällen pro 100 000 Einwohner einreist, muss bei Ankunft einen gültigen negativen Corona-Test vorweisen. Dies beschloss die Regierung in Vilnius am Montag.

Bislang war für Einreisende aus Ländern mit hohen Ansteckungsraten, die in einer einmal wöchentlich aktualisierten Liste aufgeführt sind, die Einreise untersagt. "Die Listen von weniger und mehr betroffenen Staaten verlieren jetzt praktisch ihre Bedeutung. Die Situation ändert sich überall", sagte Innenministerin Rita Tamasuniene: "Daher möchten wir alle den gleichen Einreisebedingungen unterwerfen."

Weiterhin gilt eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit einer Rate von mehr als 16 Fällen pro 100 000 Einwohner - sie müssen sich nach der Einreise in Litauen unverändert für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Litauen verzeichnete bislang 2 436 bestätigte Infektionen und 81 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus

 

Montag, 17. August, 20.05 Uhr: Memminger Klinik ist an Corona-Forschung beteiligt

Wie genau die Memminger Notfallklinik bei der Corona-Forschung hilft, erfahren Sie hier.

 

Montag, 17. August, 19.58 Uhr: Tunesisches Gesundheitsministerium: Corona-Lage ist ernst

Die Corona-Lage in Tunesien ist nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums wegen steigender Infektionszahlen "ernst" und "gefährlich". Es gebe bei den Bürgern generell das Gefühl, dass die Pandemie vorbei sei, sagte der Direktor für öffentliche Gesundheit, Taher Guergueh, am Montag dem tunesischen Sender Shems FM und warnte: "Wenn es keine Wachsamkeit gibt und die Anweisungen des Gesundheitsministeriums und des wissenschaftlichen Ausschusses nicht umgesetzt werden, werden wir vor Problemen stehen."

Die Regierung hatte zu Beginn der Pandemie strikte Maßnahmen erlassen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, diese nach Eindämmung des Virus aber wieder gelockert. An Stränden und im öffentlichen Nahverkehr der Hauptstadt Tunis wird aktuell nur vereinzelt Mund- und Nasenschutz getragen.

Wegen der jüngsten Entwicklungen wurden Maßnahmen regional wieder verschärft. So schlossen die Behörden im Bezirk Gabes im Süden Tunesiens Moscheen und Wochenmärkte nach Ausbrüchen wieder. Das Verteidigungsministerium richtete ein Feldkrankenhaus für die Behandlung Infizierter ein.

Bislang hat Tunesien 2107 Corona-Fälle und 54 Tote gemeldet. Zwar sind die Zahlen kleiner als in anderen Ländern der Region, doch ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen zuletzt gestiegen. Tunesien wird vom Robert Koch-Institut nicht als Risikogebiet geführt.

 

Montag, 17. August, 18.03 Uhr: 28 Menschen in Flüchtlingsunterkunft in Hessen mit Corona infiziert

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im mittelhessischen Neustadt sind 24 Mitarbeiter sowie vier Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Beschäftigten befinden sich in häuslicher Quarantäne, die Bewohner und ihre Kontaktpersonen wurden in einem gesonderten Gebäudebereich isoliert, wie das zuständige Regierungspräsidium Gießen am Montag mitteilte. Von den infizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seien 22 bei einem privaten Sicherheitsdienst tätig, zwei weitere bei einem medizinischen Dienstleister.

Der Behörde zufolge wurden alle Beschäftigte und Bewohner auf das Virus getestet, nachdem erste Fälle bekannt geworden waren. Die vier infizierten Bewohner zeigten demnach nur leichte oder keine Symptome. Bei ihren ermittelten Kontakten sei der Corona-Test negativ ausgefallen.

 

Montag, 17. August, 17.45 Uhr: Malta schließt Bars und Nachtclubs

Wegen des Anstiegs der Corona-Zahlen schließt die Regierung in Malta von Mittwoch an Bars und Nachtclubs. Ausgenommen sind nur Lokale, die auch ein Restaurant haben. Das berichtete die Zeitung Times of Malta am Montag. Gesundheitsminister Chris Fearne habe zudem angeordnet, dass in dem Mittelmeerstaat Bootspartys verboten werden. Insgesamt dürfe es keine Ansammlungen von Gruppen mehr geben, die mehr als 15 Menschen umfassen.

Außerdem gilt in Malta demnach eine Maskenpflicht in allen Räumen von öffentlichen Orten - mit der Ausnahme von Restaurants, für die es spezielle Regeln gebe. In dem kleinen Inselstaat hatten die Behörden zuletzt täglich um die 70 Neuinfektionen registriert - und damit Höchstwerte, wie die Zeitung schrieb. Italien hatte einen Tag zuvor zum Corona-Schutz alle Diskotheken im Land dichtgemacht.

 

Montag, 17. August, 16.10 Uhr: Schulleiter wegen Widerstand gegen Corona-Maßnahmen suspendiert

Das Brandenburger Bildungsministerium hat einen Schulleiter vom Dienst suspendiert, der sich gegen die Maskenpflicht in seiner Rathenower Grundschule widersetzt hatte. Der Mann habe vergangenen Mittwoch in einem Brief an die Eltern erklärt, dass er sich an diese rechtliche Vorgabe nicht gebunden fühle, teilte das Ministerium am Montag mit. "Damit handelte er eindeutig rechtswidrig." Seit Montag werde die Verordnung zur Maskenpflicht in Innenräumen - außer im Unterricht - auch an der Grundschule in Rathenow (Havelland) umgesetzt.

Zudem habe der Schulleiter vor Mitarbeitern des Schulamtes erklärt, dass er sich an die Weisung seines Dienstvorgesetzten nicht gebunden und seinem Eid als Beamter nicht mehr verpflichtet fühle, erklärte das Ministerium. Daher sei ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Die Dienstgeschäfte habe bis auf Weiteres die stellvertretende Schulleiterin übernommen.

 

Montag, 17. August, 15.45 Uhr: Pandemie verursacht rote Zahlen bei Borussia Dortmund

Insgesamt knapp 44 Millionen Euro ist der Klub im Minus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Montag, 17. August, 15.39 Uhr: Baerbock will nach Pannen nationale Strategie für Corona-Tests

Angesichts der Pannen bei Corona-Tests von Reiserückkehrern fordert die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock deutschlandweit ein einheitliches Vorgehen. Es brauche "eine klare Teststrategie, die zwischen den Bundesländern und dem Bund an dieser Stelle abgestimmt ist", sagte sie am Montag in Berlin. Eine klare Verteilung der Aufgaben sei derzeit nicht gegeben. Gerade die Gesundheitsämter müssten davor geschützt werden, dass politische Verantwortung auf sie übertragen werde.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Ergebnisse von 44 000 Tests, die meist an den mobilen Testzentren an Autobahnraststätten von Urlaubsrückkehrern in Bayern genommen worden waren, noch nicht bei den Betroffenen gelandet waren. Auch am Sonntag waren noch nicht alle positiv Getesteten informiert. Von 903 mit dem Coronavirus Infizierten waren 46 noch nicht ausfindig gemacht.

 

Montag, 17. August, 15.21 Uhr: Ab September gibt es den Corona-Kinderbonus

Wer das zusätzliche Geld bekommt und wie viel, erfahren Sie hier.

 

Montag, 17. August, 14.44 Uhr: Corona-Regeln in Bayern - das ist aktuell erlaubt

Was darf man und was nicht? Die Corona-Regeln gelten nun bis 2. September. Unser Autor erklärt noch einmal, was erlaubt ist und was nicht.

 

Montag, 17. August, 13.25 Uhr: Spahn: Bei Corona-Lockerungen Prioritäten setzen

Kitas, Schulen, Wirtschaft und Handel müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung Vorrang haben vor öffentlichen oder privaten Feiern. Man müsse miteinander abschichten, was jetzt Priorität habe und wo man sich noch Zeit lassen könne mit weiteren Lockerungen oder wo man im Fall der Fälle zuerst ansetzen müsse, sagte Spahn am Montag bei einem Video-Pressegespräch.

Es gebe Dinge, auf die könne man mal verzichten, sagte er mit Blick auf Volksfeste. Bei Familienfeiern müsse man noch einmal schauen, ob man das jetzt in dieser Phase nur im engeren oder engsten Familien- und Freundeskreis mache. Es gehe vor allem um diese Bereiche, "wenn wir gesellig werden", wo sich das Virus besonders schnell verbreite.

Zu den Infektionszahlen sagte der Gesundheitsminister: "Ich bin sehr dafür, dass wir wachsam und aufmerksam sind, ernsthaft, aber auch nicht in Endzeitstimmung. Bis hierhin können wir damit umgehen. Besorgniserregend wäre, wenn es weiter steigt und dafür müssen wir abstufen, was ist jetzt zuerst wichtig."

 

Montag, 17. August, 12 Uhr: Corona-Tester an Autobahn-Station selbst positiv getestet

Ein Mitarbeiter des Dienstleisters Eurofins, der für den Freistaat Bayern Corona-Tests für Reiserückkehrer an Autobahnraststätten vornimmt, ist nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks positiv auf das Virus getestet worden. Der Sender beruft sich auf das örtliche Gesundheitsamt. Mehrere Kontaktpersonen, darunter Ehrenamtliche von Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk, seien deshalb in Quarantäne, hieß es am Montag.

Der Kontakt zwischen dem Eurofins-Mitarbeiter und den Ehrenamtlichen habe bei der Übergabe der Teststation Donautal-Ost an der A3 bei Passau stattgefunden.

 

Montag, 17. August, 11.45 Uhr: Merkel nennt Corona-Zahlen noch beherrschbar - keine weiteren Lockerungen

Kanzlerin Angela Merkel hat die ansteigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland als besorgniserregend, aber noch beherrschbar bezeichnet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der ersten virtuellen CDU-Präsidiumssitzung nach der Sommerpause sagte Merkel am Montag demnach weiter, es könne deswegen derzeit keine weiteren Lockerungen geben. Dies gelte auch für Fußballspiele.

Nach weiteren Informationen aus Parteikreisen laufen derzeit Gespräche über ein Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin in der kommenden Woche, bei der über die Corona-Lage beraten werden soll. Die Entscheidung solle noch im Laufe des Tages bei Beratungen von Kanzleramtschef Helge Braun mit den Chefs der Staatskanzleien fallen. Wann das Treffen sein könnte und ob es mit persönlicher Anwesenheit im Kanzleramt stattfindet, war zunächst nicht bekannt. Bei den Beratungen soll es demnach auch um die uneinheitlichen Regeln im Umgang mit der Pandemie gehen.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) warnte nach Angaben aus Teilnehmerkreisen im CDU-Präsidium vor Alarmismus im Zusammenhang mit den aktuellen Corona-Zahlen. In Deutschland gebe es nicht mehr eine Situation wie im März. Man müsse nun besonnen mit der Lage umgehen. Bouffier und auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hätten in den Beratungen deutlich gemacht, dass sie erwarteten, dass man noch lange mit der jetzigen Situation leben müsse.

 

Montag, 17. August, 11.20 Uhr: CDU-Präsidium hält trotz Corona an Parteitagstermin fest

Das CDU-Präsidium hält trotz der steigenden Zahl von Infizierten in der Corona-Krise an dem Anfang Dezember geplanten Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden in Stuttgart fest. Es würden wegen der Pandemie weiterhin verschiedene Szenarien durchdacht und geplant, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Parteikreisen. Die engste CDU-Spitze um Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer wolle dem größeren Parteivorstand bei dem direkt anschließenden ebenfalls virtuellen Treffen einen entsprechenden Vorschlag machen, hieß es weiter.

Auf dem Parteitag soll der Nachfolger von Kramp-Karrenbauer gewählt werden. Derzeit gibt es drei aussichtsreiche Bewerber: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, den Finanzexperten und ehemaligen Unionsfraktionschef Friedrich Merz und den Außenpolitiker Norbert Röttgen. Nur Laschet gehört den CDU-Führungsgremien an.

Ein ursprünglich für Ende April anvisierter Sonderparteitag zur Wahl eines Nachfolgers von Kramp-Karrenbauer war wegen der Corona-Krise im Einvernehmen mit den Nachfolgekandidaten bereits abgesagt worden. Kramp-Karrenbauer hatte nach anhaltender interner Kritik an ihrer Amtsführung angekündigt, nicht mehr als Parteivorsitzende und mögliche Kanzlerkandidatin zur Verfügung zu stehen.

 

Montag, 17. August, 10.15 Uhr: Auszahlung des Corona-Kinderbonus startet am 7. September

Die Familienkassen beginnen am 7. September mit der Auszahlung des Corona-Kinderbonus in Höhe von 300 Euro. Das teilte das Bundesfinanzministerium auf Anfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe mit. Die erste Bonusrate von 200 Euro wird zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt. Die zweite Rate von 100 Euro folgt im Oktober.

Wann der Kinderbonus auf dem Konto ist, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Steht dort eine Null, ist man am 7. September dabei. Die Endziffern 1 bis 9 werden im September nach und nach von den Familienkassen überwiesen. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 18 Millionen kindergeldberechtigte Kinder und junge Menschen, denen auch der Kinderbonus zusteht.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte den Funke-Zeitungen: "Das ist für viele Familien eine willkommene Finanzspritze. Gerade in Familien, die jeden Euro umdrehen müssen, macht der Kinderbonus die Entscheidung etwas leichter, für die Kinder doch etwas zu kaufen oder gemeinsam etwas zu unternehmen." Das helfe auch kurzfristig der Konjunktur.

Für den Bonus hat die Bundesregierung Kosten von rund 4,3 Milliarden Euro veranschlagt. Profitieren sollen Familien mit kleinen und mittleren Einkommen, da die Zahlung nicht mit anderen Familien- oder Sozialleistungen verrechnet werden. Bei der Steuer wird die Bonuszahlung aber mit den Kinderfreibeträgen verrechnet, wodurch hohe Einkommen am Ende nichts von der Sonderzahlung haben.

 

Montag, 17. August, 08.50 Uhr: Industrie beschäftigt in Corona-Krise weniger Menschen

Die Beschäftigung in der deutschen Industrie ist in der Corona-Krise erneut gesunken. Ende Juni waren gut 5,5 Millionen Menschen im Verarbeitenden Gewerbe tätig und damit 2,4 Prozent oder 133.000 weniger als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Schon im Mai hatte es einen Rückgang um 2,1 Prozent gegeben, betonte die Wiesbadener Behörde, die Industriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten erfasst.

Rückgänge gab es in fast allen Branchen, insbesondere im Auto- und Maschinenbau, der Metallbranche sowie der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren. Einzig in der Chemiebranche wuchs die Beschäftigung.

Die Statistiker sprachen von "leichten Effekten" der Corona-Krise. Nach jahrelangem Beschäftigtenaufbau in der Industrie habe sich der Trend mit der Pandemie ins Negative gedreht.

Kurzarbeiter zählten jedoch als Beschäftigte, sodass sie sich nicht in der Statistik auswirkten, betonte die Behörde. Hingegen machte sich die massenhafte Kurzarbeit in Deutschland bei den geleisteten Arbeitsstunden bemerkbar, die im Juni um 3,5 Prozent fielen. Die Entgelte für Industriebeschäftigte sanken zudem um gut 8 Prozent im Jahresvergleich nach noch höheren Rückgängen im Frühjahr.

 

Montag, 17. August, 07.25 Uhr: Coronakrise: Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich gefordert

Angesichts der Corona-Krise fordern immer mehr Forscher ein globales Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich. Eine frühzeitige Entdeckung könnte in Zukunft ähnliche Pandemien verhindern, sagte Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie an der Uni Münster, in einem am Montag veröffentlichten Podcast seiner Uni. Wichtig sei eine Überwachung von sogenannten Schlüsselevents wie Lebend- oder Wildtiermärkten in Asien. Das Coronavirus Sars-CoV-2 ist höchstwahrscheinlich von einem Tier auf den Menschen übergesprungen.

"Wenn bei Routine-Untersuchungen auf Lebendtiermärkten vermehrt Infektionen gefunden werden, muss sofort die Bremse reingehauen werden, um die schnelle Verbreitung zu stoppen", sagte Ludwig. Ein Frühwarnsystem könnte von der Weltgesundheitsorganisation oder den Vereinten Nationen eingerichtet werden.

Bereits Mitte Juli hatten Wissenschaftler im Fachjournal "Science" ein solches Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich gefordert. Kurz zuvor hatten Experten des UN-Umweltprogramms (UNEP) und des International Livestock Research Institute (ILRI) davor gewarnt, dass durch Ausbeutung der Tierwelt und Zerstörung von Ökosystemen immer öfter Tier-Krankheiten auf den Menschen übertragen werden könnten.

 

Montag, 17. August, 06.30 Uhr: Gesundheitsminister Spahn besorgt über Feiern als Corona-Gefahrenquelle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor dem Hintergrund steigender Zahlen bei Corona-Neuinfektionen vor Feierlichkeiten als Gefahrenquelle. Es gebe mehr Ansteckungen durch Reiserückkehrer, es gebe im ganzen Land aber auch lokale Ausbrüche, die meist mit Feiern zusammenhingen, sagte Spahn am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". "Das ist das, was wir im Blick haben müssen über das Reisen hinaus", betonte der CDU-Politiker.

Auf die Frage nach neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sagte Spahn, aus seiner Sicht mache es keinen Sinn, wieder den Einzelhandel zu schließen oder Friseure. Mit Alltagsmasken und Abstand könne man dort weitermachen. "Feierlichkeiten, Veranstaltungen - dort überträgt es sich sehr, sehr schnell. Deswegen finde ich, müssen wir mit den Ländern nochmal schauen: Was sind die Grenzen, was sind die Regeln für die Größen von Veranstaltungen."

Er verstehe ja, dass man eine Hochzeit mit 100, 150 Gästen feiern wolle, sagte Spahn weiter. Er selbst habe lange genug bei Hochzeiten gekellnert. Eine Hochzeit werde aber irgendwann "sehr gemütlich, wenn es denn eine Hochzeit ist".

"Entweder wir schaffen es, auch aus der Sommerzeit herauskommend die Zahlen unter Kontrolle zu behalten. Oder wir werden eben zuerst den Blick auf die Art von Veranstaltungen richten müssen, bei denen eben besonderes Infektionsgeschehen auftritt. Das sind die eben die geselligen Veranstaltungen, wo Menschen, meistens auch mit Alkohol verbunden, dann entsprechend zusammenkommen", sagte Spahn.

Montag, 17. August, 06.05 Uhr: 561 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Guten Morgen aus der Digitalredaktion der Allgäuer Zeitung. Wir starten in die neue Woche mit den neuesten Zahlen zu Corona-Situation in Deutschland. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 561 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1.400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. An Sonntagen und Montagen liegen die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1.000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 224.014 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 17.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.232. Seit dem Vortag wurde ein Todesfall mehr gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 202.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 16.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,21 (Vortag: 1,29). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 16.8., 0.00 Uhr, bei 1,13 (Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

 

Sonntag, 16. August, 21.15 Uhr: Italien schließt alle Diskotheken wegen Corona-Risiken

Italien schließt wegen der wieder steigenden Corona-Zahlen alle Diskotheken des Landes. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntagabend mit. Die Schließung gilt ab Montag und mindestens bis zum 7. September. Betroffen sind auch Stranddiscos im Freien und alle anderen Tanz-Events draußen. Außerdem ordnete die Regierung an, dass in der Zeit zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens auf Plätzen, wo sich in Italien gerne viele Menschen treffen, und bei Ansammlungen vor Lokalen eine Maskenpflicht gilt.

Hintergrund der Verschärfung ist auch, dass sich in Italien zunehmend jüngere Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus anstecken. Außerdem hatte es in den vergangenen Tagen viele Berichte über Feiern ohne Abstand und Maske von jungen Leuten gegeben. Fachleute und Politiker hatten wegen des Anstiegs der Zahlen gewarnt, dass die Wiedereröffnung der Schulen in Gefahr kommen könnte. Der Unterricht soll nach den Sommerferien am 14. September beginnen.

Minister Speranza schrieb auf Facebook: "Wir können die Entbehrungen nicht wieder zunichtemachen, die wir in den letzten Monaten hinnehmen mussten. Unsere Priorität muss die Wiedereröffnung der Schulen in völliger Sicherheit im September sein." Italien hatte zuletzt besser dagestanden bei den Werten als viele andere Länder Europas.

Discobetreiber hatten vor Milliarden-Verlusten bei einer Schließung gewarnt. Die süditalienische Urlaubsregion Kalabrien machte trotzdem schon am Freitag alle Discos zu.

Offiziell zählt das Mittelmeerland fast 254 000 Ansteckungen. Am Sonntag registrierten die Behörden 479 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden. Samstag hatte der Wert noch höher gelegen, nämlich bei 629. Fast 35 400 Menschen sind in dem Land offiziell seit dem Ausbruch der Pandemie im Februar mit oder an Corona gestorben.

 

Sonntag, 16. August, 19 Uhr: Massive Verstöße gegen Corona-Regeln in Münchner Bars

Die Polizei hat am Wochenende in München mehrere Bars ausgehoben, in denen Gäste und Personal massiv gegen die Corona-Vorschriften verstoßen hatten. In der Nacht zum Samstag sei ein Lokal in der Münchner Innenstadt kontrolliert worden, wo sich rund 50 Gäste aufgehalten hatten. Es sei ohne Mundschutz und Mindestabstand getanzt worden. Der Betrieb sei für den Rest der Nacht eingestellt worden.

In einem zweiten Lokal trafen die Beamten rund 150 Gäste auf der Tanzfläche an, die keine Masken trugen und keine Abstände einhielten. Auch dort wurde der Betrieb eingestellt. In der Nacht zum Sonntag fiel den Beamten ein ähnlich gelagerter Fall in Garching auf. Die Betreiber und ein Teil der Gäste müssen sich nun auf Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz gefasst machen.

 

Sonntag, 16. August, 17.30 Uhr: Demo gegen Corona-Auflagen in Kiel

Mehrere Hundert Menschen haben am Sonntag in Kiel gegen Corona-Auflagen und Maskenpflicht demonstriert. Unter dem Motto "Freiheit und Selbstbestimmung" beteiligten sich daran nach Polizeiangaben rund 400 bis 500 Menschen. Die Kundgebung von "Querdenken Kiel 22" sei friedlich verlaufen. Allerdings sei es insgesamt sehr voll gewesen, da sich dort am Wasser auch viele andere Menschen aufgehalten hätten, sagte der Polizeisprecher. Die Abstandsregeln seien insgesamt jedoch eingehalten worden. An der Kiellinie fanden sich unter dem Motto "Solidarität im Umgang mit Corona" auch Gegendemonstranten ein.

 

Sonntag, 16. August, 16.45 Uhr: FDP kritisiert Söder-Regierung wegen Corona-Management

Die oppositionelle FDP-Fraktion im bayerischen Landtag hat wegen der Corona-Panne harsche Kritik an der Regierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geübt. Die Staatsregierung habe sich heillos in ihrem Test-Chaos verheddert, sagte FDP-Fraktionschef Martin Hagen am Sonntag.

Auch nach vier Tagen seien nicht alle positiven Corona-Tests zugeordnet werden. "46 Infizierte stecken in Unkenntnis ihres positiven Testergebnisses möglicherweise weitere Menschen an", betonte Hagen.

Die FDP habe gemeinsam mit Grünen und SPD für Mittwoch eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im bayerischen Landtag beantragt. "Wir erwarten, dass die Ministerin dann Rede und Antwort steht", erklärte Hagen mit Blick auf Gesundheits-Ressortchefin Melanie Huml (CSU).

"Söders planloses Vorpreschen mag seinem Image als entschlossener Macher nützen, in der Sache hat es sich als schädlich erwiesen", sagte der FDP-Politiker. Statt Aktionismus brauche es eine zwischen Bund und Ländern koordinierte Strategie für das Reiserückkehrer-Management. Reisende aus Risikogebieten müssten Priorität haben.

Sonntag, 16. August, 16.30 Uhr: FC Ingolstadt meldet Corona-Fall: "Vorsichtsmaßnahmen greifen"

Der FC Ingolstadt hatte vor seinem Trainingsstart einen Corona-Fall. Wie der Fußball-Drittligist am Sonntag mitteilte, gab es im Vorfeld bei den Profis ein positives Testergebnis. Dies habe das zuständige Labor bei der obligatorischen Prüfung auf das Virus Sars-CoV-2 ermittelt. Der FCI teilte die Testresultate unmittelbar dem lokalen Gesundheitsamt mit. Der positiv getestete und namentlich nicht genannte Akteur sei seit einigen Tagen in Quarantäne und zeige keine Symptome. Wie die Schanzer weiter mitteilten, ergab eine zweite Testung nur negative Ergebnisse. Deshalb konnte Trainer Tomas Oral mit seiner Mannschaft am Sonntag auch wie geplant das Training aufnehmen.

Die Ingolstädter berichteten zudem von einem Corona-Fall im Nachwuchsleistungszentrum. Eine kleine Gruppe potenzieller Kontaktpersonen sei anschließend vorsorglich in häusliche Quarantäne gegangen. Die folgenden Tests wegen einer möglichen Infektion der betroffenen Personen ergaben nur negative Befunde.

 

Sonntag, 16. August, 16 Uhr: 24 Monate Kurzarbeitergeld: Aiwanger unterstützt Scholz

Die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) auf 24 Monate verlängert werden. "Ohne die Kurzarbeit stünden wir jetzt mitten in einer Massenarbeitslosigkeit", sagte Aiwanger am Sonntag. Es sei fatal, bewährte Kriseninstrumente zu früh zu stoppen.

Damit unterstützt er das Vorhaben des Vizekanzlers und Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD). "Unternehmen und Beschäftigte brauchen von der Regierung das klare Signal: Wir gehen mit euch den gesamten Weg durch die Krise, damit niemand auf der Strecke ohne Not entlassen wird", sagte Scholz der "Bild am Sonntag".

Nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums befinden sich in Bayern rund 1,5 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Von der Corona-Krise getroffenen Unternehmen will Aiwanger zudem mehr Zeit bei der Insolvenzanmeldung geben - bei Zahlungsunfähigkeit bis Jahresende, bei Überschuldung bis Ende März nächsten Jahres.

 

Sonntag, 16. August, 15 Uhr: Nach Bayerns Testpanne 46 positiv Getestete noch nicht gefunden

Im Zuge der Probleme an bayerischen Corona-Teststationen sind immer noch nicht alle positiv Getesteten gefunden: Von 46 fehlte auch am Sonntag noch jede Spur.

Bei 903 der insgesamt 949 nachgewiesenen Infektionen wurden die Betroffenen bis dahin ermittelt und - mit teils wochenlanger Verzögerung - informiert. Bei 46 sei dies bisher nicht gelungen, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag mit. Mehr darüber lesen Sie hier.

 

Sonntag, 16. August, 14.30 Uhr: Schuljahr startet in drei weiteren Bundesländern

Drei weitere Bundesländer starten unter Corona-Bedingungen am Montag ins neue Schuljahr: In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland wird nach dem Ende der Sommerferien der Unterricht in den Klassenräumen wieder aufgenommen. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) riet Erstklässlern und ihren Eltern trotz Einschulung in Corona-Zeiten zur Gelassenheit. "Wenn die Eltern die Ruhe nicht bewahren, überträgt sich das auch auf die Kinder", sagte Lorz der Deutschen Presse-Agentur. Am Dienstag werden die Erstklässler in diesen Ländern eingeschult.

Hessen bleibt zwar vorerst bei seiner Linie, für die Klassenzimmer keine Maskenpflicht anzuordnen - allerdings muss generell auf dem Schulgelände bis zum Betreten des Klassenraums ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Abstandsregel und Maskenpflicht im Klassenraum sind auch in Rheinland-Pfalz für den Unterricht zunächst aufgehoben. Ebenso im Saarland ist eine Mund-Nasen-Bedeckung nur auf Fluren und Gängen sowie in den Toilettenräumen der Schulgebäude Pflicht.

Bereits begonnen hat das Schuljahr in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. An den Schulen in NRW etwa gilt eine weitgehende Maskenpflicht auch im Unterricht. Ausgenommen sind nur Grundschulen. Die Regelung läuft zunächst bis zum 31. August.

 

Sonntag, 16. August, 14 Uhr: Höhere Corona-Zahlen in Italien: Neue Risiken beim Schulstart

Wegen des Anstiegs der Corona-Zahlen wächst in Italien die Sorge wegen der geplanten Wiedereröffnung der Schulen. Sie waren im März geschlossen worden. Der Unterricht im ganzen Land soll nach den Sommerferien am 14. September beginnen. Nachdem die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages am Samstag auf 629 geklettert war, warnten Experten vor Risiken für den Schulbeginn. Gesundheitsminister Roberto Speranza versicherte im öffentlichen Fernsehsender TG1 jedoch: "Die Wiederöffnung der Schulen hat für die Regierung absolute Priorität."

Die jüngsten Daten gäben Anlass zur Sorge, bestätigte der Politiker. Noch stehe Italien bei der Zahl der neuen Fälle besser da als etwa Spanien, Frankreich oder Deutschland, sagte er. "Wir dürfen die in den vergangenen Monaten mit Entbehrungen von allen Italienern erreichten Erfolge auf keinen Fall in Gefahr bringen."

Der Schulstart ist ein heikler Punkt für die Mitte-Links-Regierung in Rom. Denn viele Eltern hatten in der Hochphase der Pandemie beklagt, dass die Politik die Probleme von Familien mit Kindern nicht genug beachtet habe.

Fachleute weisen darauf hin, dass sich immer mehr junge Menschen in Italien anstecken. Insgesamt fallen inzwischen mehr als die Hälfte der Neuansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in die Altersgruppe zwischen 19 und 50 Jahren.

Auf die Gesamtphase der Pandemie gerechnet liegt der Altersmedian den Angaben der Gesundheitsbehörden zufolge bei rund 60 Jahren. Auch wegen dieser Verschiebung zu jüngeren Menschen, die das Virus in sich tragen, steigt die Sorge wegen der Schulstarts. Mehrere Regionen haben zudem große Strandpartys und Tanzlokale geschlossen oder den Zugang zu Discos stark eingeschränkt. Offiziell zählt das Mittelmeerland mehr als 253 000 Ansteckungen.

 

Sonntag, 16. August, 12.40 Uhr: Bayern gibt neue Zahlen zu Corona-Panne bekannt

Das bayerische Gesundheitsministerium will noch am Sonntag neue Zahlen zum Umgang mit der Pannenserie bei Corona-Tests von Reiserückkehrern vorlegen. Experten des Ministeriums und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) versuchen seit Tagen das Gewirr an Zahlen zu ordnen, das Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz präsentiert hatte.

Klar ist, dass mindestens 44 000 getestete Reiserückkehrer ihre Ergebnisse gar nicht oder mit erheblicher Verzögerung erhalten hatten - darunter waren auch mindestens 900 positiv Getestete. Deren Benachrichtigung werde mit Hochdruck abgearbeitet, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag. Eigentlich sollten diese bereits bis spätestens Donnerstagmittag benachrichtigt sein.

Die Bekanntgabe weiterer Zahlen hat sich seit Donnerstag immer wieder verzögert. "Ziel war, keine Unsauberkeit reinzubekommen", sagte der Sprecher. Die Komplexität der Materie habe immer wieder zu neuen Fragestellungen geführt, das habe immer wieder neue Rücksprachen erfordert und Zeit gekostet.

 

Sonntag, 16. August, 11.30 Uhr: Niederlande warnen vor Reisen nach Spanien, Frankreich, Belgien

Die Niederlande haben ihre Reisewarnungen für Spanien, Frankreich und Belgien verschärft. Von Reisen nach unter anderem Paris, die Region um Marseille, Brüssel, Ibiza und Mallorca wird abgeraten, wie die Nachrichtenagentur ANP am Samstag berichtet. Die Warnung gelte ab Mitternacht. Wer aus diesen Ländern in die Niederlande einreist, soll für 14 Tage in Heim-Quarantäne. Die Niederlande reagieren damit auf die zunehmende Zahl von Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in den Ländern.

 

Sonntag, 16. August, 9.44 Uhr: WHO meldet neuen Höchststand an weltweiten Neuinfektionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat innerhalb von 24 Stunden weltweit so viele neue Corona-Infektionen gemeldet wie nie zuvor. Die Zahl lag bei fast 300 000, wie die WHO am Samstagabend berichtete. Insgesamt sind damit seit Bekanntwerden des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 21 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist nach Einschätzung von Experten erheblich. In manchen Ländern werden viele, in anderen nur wenige Menschen auf das Virus getestet.

 

Sonntag, 16. August, 7.10 Uhr: 625 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 625 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - so viel wie seit Anfang Mai nicht mehr. An Sonntagen sind die gemeldeten Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder.

 

Samstag, 15. August, 21.11 Uhr: Corona-Tests bleiben kostenlos

Corona-Tests für Reiserückkehrer sollen nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn in jedem Fall kostenlos bleiben. Er verstehe den Impuls gut nach dem Motto: "Wer sich den Skiurlaub leisten kann, der kann sich auch das gebrochene Bein leisten", sagte der CDU-Politiker am Samstagabend in den ARD-Tagesthemen. Das sei aber kein gutes Prinzip. Denn Tests, die etwas kosten, versuchten manche Reisende möglicherweise zu vermeiden. Doch sollten sie ja wahrgenommen werden. "Das schützt uns und das schützt andere", sagte der CDU-Politiker.

Spahn verteidigte erneut die Reisewarnung der Bundesregierung für fast ganz Spanien, betonte aber zugleich, diese sei kein Reiseverbot. Man könne und solle den Urlaub auch fortsetzen, jedoch wachsam sein, Abstand halten, Hygieneregeln beachten und in bestimmten Situationen Alltagsmasken tragen. "Das Virus macht keine Ferien. Deswegen müssen wir in den Ferien, im Urlaub auch gut aufeinander aufpassen."

 

Samstag, 15. August, 18.19 Uhr: Keine Klarheit bei Benachrichtigung von Corona-Getesteten in Bayern

Die Gesundheitsbehörden in Bayern waren auch am Samstag nicht in der Lage, das Problem bei der Benachrichtigung von positiv auf das Coronavirus getesteten Urlaubsrückkehrern zu lösen. Die Zahlen, die unter anderem darüber Auskunft geben sollen, wie viele der positiv Getesteten ihr Ergebnis nun inzwischen erfahren haben, sollen nun am Sonntagnachmittag bekanntgegeben werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Samstag. Ursprünglich hatte die Staatsregierung erklärt, bis Donnerstagmittag soll jeder der positiv Getesteten sein Ergebnis kennen. Diese Deadline verstrich, mehrere weitere am Freitag und Samstag ebenfalls. Es müssten noch "weitere Details" geklärt werden, hieß es.

 

Sonntag, 15. August 17.30 Uhr: Wegen Corona - Kostenlose Reservierung für Bahnkunden gefordert

Bahnreisende im Fernverkehr sollten aus Verbraucherschützer-Sicht in der Corona-Krise kostenlos einen Sitzplatz reservieren können. "Neben der Maskenpflicht ist Abstand einfach das Beste, was wir zur Zeit tun können", sagte Klaus Müller, der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Züge dürften nicht voll gedrängt sein. "Auf viel befahrenen Strecken muss die Bahn deshalb zusätzliche Waggons einsetzen, die Belegung mit intelligenter Technik im Zug entzerren und bevorzugt Reisende mit Reservierung einsteigen lassen", sagte Müller. "Wobei die Reservierungsgebühren im Fernverkehr während Corona entfallen sollten."

 

Samstag, 15. August, 15.12 Uhr: Auch in Trier Probleme mit Corona-Tests

Auch in Rheinland-Pfalz kommt es zu Verzögerungen bei der Übermittlung von Ergebnissen der Corona-Tests - etwa in Trier. Es sei schwer zu schaffen, alle negativen Befunde zeitnah herauszugeben, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes für Trier und Trier-Saarburg, Harald Michels, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das liege auch daran, dass alles mit Papier gemacht werde. Alle positiven Fälle seien aber sofort informiert worden - "da sind wir ganz nah an den Leuten", sagte Michels. "Das ist hier nicht so wie in Bayern. Wir schaffen es nur nicht, die negativen Befunde zeitnah rauszugeben." Zuvor hatte bereits das ZDF über die Verzögerungen berichtet.

In Trier sei am Samstag bereits personell aufgestockt worden, berichtete der Amtsleiter weiter. "Heute sind wir mit mindestens acht Leuten dran, und am Montag sind wir mit noch mehr Leuten dran. Dann wird das rasch aufgearbeitet." Durch die Fülle der Tests komme es zum Arbeitsverzug. "Es liegt nicht an unserem guten Willen, es liegt einfach an der Struktur: Dass noch mit Papier geschafft werden muss", betonte Michels. Es liege nicht "an uns als Gesundheitsamt", sondern der Bund sei dafür verantwortlich.

 

Samstag, 15. August, 13.15 Uhr: Reiseverband: Rund 30.000 deutsche Pauschalurlauber auf Balearen

Derzeit weilen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) rund 30.000 deutsche Pauschaltouristen auf den Balearen. Mit geschätzt mehr als 90 Prozent dürften die meisten von ihnen auf Mallorca Urlaub machen, sagte DRV-Sprecher Torsten Schäfer am Samstag der dpa. Allerdings gebe es noch keinen Überblick darüber, wie viele Urlauber in den nächsten Tagen vorzeitig abreisen wollten.

Am Vorabend hatte die Bundesregierung ihre bisher für einige spanische Regionen geltende Reisewarnung auf das gesamte spanische Festland sowie die Inselgruppe Balearen ausgedehnt. Ausgenommen sind allein die tief im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln. Zu den Balearen gehören neben der beliebten Urlaubsinsel Mallorca auch die kleineren Mittelmeerinseln Ibiza und Menorca.

Nach Angaben des DRV werden alle Reiseveranstalter in den kommenden Tagen geplante Reisen dorthin absagen. Das gehört zum Standardverfahren nach einer Reisewarnung, die zwar kein Reiseverbot bedeutet, aber Pauschaltouristen eine kostenlose Kündigung des Reisevertrages ermöglicht.

 

Samstag, 15. August, 12.15 Uhr: Spahn verteidigt Reisewarnung der Bundesregierung für fast ganz Spanien

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Reisewarnung der Bundesregierung für fast ganz Spanien verteidigt. "Das ist kein Reiseverbot, aber die klare Ansage: Wer aus dem Spanienurlaub kommt, muss in Quarantäne, solange er kein negatives Testergebnis hat", sagte Spahn der "Bild am Sonntag". "Und wer trotz der Warnung nach Spanien fährt, sollte sich und andere auch im Urlaub schützen. Partyurlaub ist in dieser Pandemie unverantwortlich." Ausgenommen von der Reisewarnung sind nur die Kanarischen Inseln. Mehr darüber lesen Sie hier.

Samstag, 15. August, 11.45 Uhr: FDP-Fraktionsvize: Risikogebiet-Touristen sollten Tests selbst zahlen

Der stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionschef Michael Theurer plädiert dafür, dass Reisende den Corona-Pflichttest selbst bezahlen müssen, wenn sie bewusst in Risikogebiete fahren. "Wer sich eine Fernreise mitten in der Pandemie ausgerechnet in ein Risikogebiet leisten kann und trotz kostenloser Stornierungsmöglichkeiten nicht umbucht, muss auch das Geld für einen Pflichttest aufbringen", sagte er am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Einreisende aus Risikogebieten mit sehr vielen Corona-Fällen sind seit einer Woche verpflichtet, sich testen zu lassen und sich bis zum Bescheid einer Nichtinfektion in Quarantäne zu begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohnern gegeben hat.

Zugleich sprach sich Theurer für umfassende Tests aus. "Denn mit mehr Tests lassen sich Infektionsketten schneller unterbrechen und eine zweite Corona-Welle verhindern. Wird hingegen erst beim Auftreten erster Symptome getestet, wurden wahrscheinlich schon drei bis sieben Menschen angesteckt", sagte er.

 

Samstag, 15. August, 11 Uhr: Österreichs Kanzler will strengere Corona-Kontrollen an den Grenzen

Nach dem Anstieg der Coronazahlen in Österreich will Bundeskanzler Sebastian Kurz schärfere Kontrollen von Urlaubsrückkehrern an den Grenzen. Bei einem kürzlichen Aufenthalt in einem von rund 30 Risikogebieten müssen Rückkehrer einen negativen Corona-Test mit sich führen, der nicht älter als 72 Stunden ist, oder sie müssen in eine zehntägige Quarantäne. "Hier muss strenger kontrolliert werden", sagte Kurz der Zeitung "Österreich".

Kurz schloss auch Tests direkt an der Grenze nicht aus. Das liege in der Verantwortung der Gesundheitsbehörden.

Risikogebiete sind unter anderem das spanische Festland, die Länder des Westbalkans, aber auch Rumänien, Bulgarien, Schweden, die USA und Russland. Ab Montag müssten auch Rückkehrer aus Kroatien einen negativen Coronatest vorweisen, sagte Kurz. "Es gibt eine massive Einschleppung des Virus aus Kroatien."

Ein Anstieg der Coronazahlen sei nach den Ferienwochen nicht überraschend, sagte Kurz. Dennoch sei er beunruhigt. "Die aktuellen Zahlen sind besorgniserregend", sagte er. "Wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus zu unterbinden, ohne dass wir einen zweiten Lockdown durchführen."

Samstag, 15. August, 9.30 Uhr: Bundesratspräsident Woidke kritisiert Vorpreschen bei Corona-Regeln

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die Länder zu einer engen Zusammenarbeit bei Corona-Regeln aufgerufen und sie vor Profilierungen gewarnt. "Es war sehr wirkungsvoll für Deutschland, dass sich die Länder im März und April sehr eng mit der Bundesregierung abgestimmt haben", sagte der amtierende Bundesratspräsident der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. "Es war die Basis, um so bei uns bisher relativ glimpflich und moderat durch diese Corona-Krise zu kommen."

Woidke kritisierte, dass einzelne Länder mit eigenen Vorschlägen nach vorn gingen, nannte aber keine Namen. "Das permanente Vorpreschen mancher Bundesländer hilft aber allen nicht, weil es die Menschen verunsichert und dann die Frage kommt, warum machen die etwas, was die anderen nicht machen", sagte Woidke.

 

Samstag, 15. August, 8.15 Uhr: Auch Rettungsschwimmer müssen wegen Corona Abstand halten

Die Rettungsschwimmer an der Ostsee stecken in diesem Sommer in einem Dilemma. Die Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie erschwerten die Rettungseinsätze, sagte Hans-Jörg Andonovic-Wagner von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Lübeck-Travemünde. Außerdem seien viele der Wachstationen nicht mit der vollen Personalstärke besetzt, da eine Reihe von ehrenamtlichen Rettern aus Angst vor einer Infektion ihren Einsatz abgesagt hätten. Probleme bei Rettungseinsätzen habe es aber trotz der vollen Strände der vergangenen Tage nicht gegeben, sagte Andonovic-Wagner.

Auch am Strand von Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern achten die Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht bei ihren Einsätzen auf Abstand. Wenn sich enger Patientenkontakt nicht vermeiden lasse, gebe es Masken, Handschuhe und Schutzkittel für die Helfer, sagte deren Chef Lukas Knaup. Sorgen bereitet der Wasserwacht dagegen die Aggression gegenüber den Rettungsschwimmern. Das gehe bis zur Androhung von Schlägen, sagte der Chef der DRK-Wasserwacht in Mecklenburg-Vorpommern, Thomas Powasserat.

Insgesamt ist die Zahl der Badetoten nach Angaben der DLRG wegen des kühlen Wetters im Frühjahr und zu Beginn des Sommers im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Nach Angaben von Pressesprecher Achim Wiese ertranken in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sieben Menschen in der Ostsee, bundesweit gab es 192 Badetote.

 

Samstag, 15. August, 7 Uhr: Ärztepräsident Reinhardt fordert bundesweit Testzentren

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich in der Corona-Pandemie für Testzentren deutschlandweit ausgesprochen. "Um eine Überforderung der niedergelassenen Ärzte zu vermeiden, sollten die Tests besser und einheitlicher organisiert werden", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post" (Samstag). Auch mit Blick auf die Herbst zu erwartenden saisonalen Infekte müssten die Corona-Tests von der Regelversorgung getrennt werden. "Wenn massenhaft Corona-Test-Patienten und Patienten mit saisonaler Grippe in den Hausarztpraxen aufeinandertreffen, wird das für die Kollegen nicht mehr zu schaffen sein", mahnte Reinhardt.

"Reihentestungen zum Beispiel von Reiserückkehrern sollten deshalb ausschließlich und bundesweit in Testzentren durchgeführt werden", argumentiert der Ärztepräsident. Denn: "In den Zentren hat man Teams, die ständig Schutzkleidung tragen und nichts anderes tun, während die Tests in den Hausarztpraxen sehr aufwändig sind", sagte Reinhardt. Selbstverständlich würden Hausärzte aber Patienten testen, die mit Symptomen in eine Praxis kämen.

Bayern plant bereits in Kürze flächendeckend Corona-Testzentren. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt sollen solche Zentren eingerichtet werden, wie das bayerische Kabinett am Montag in einer Videokonferenz beschlossen hatte.

 

Samstag, 15. August, 6.15 Uhr: 1.415 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag leicht gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Samstagmorgen 1.415 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 222.828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete. Seit dem Vortag wurden 6 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9.231. Bis Samstag hatten 200.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Samstag, 15. August, 6.10 Uhr: Baerbock: Corona-Tests für alle Lehrer und Erzieher nach Urlaub

Alle Lehrer und Erzieher sollten aus Sicht von Grünen-Chefin Annalena Baerbock nach dem Urlaub auf Corona getestet werden. "Testangebote gibt es ja mittlerweile in vielen Bundesländern - allerdings freiwillig und stichprobenartig", sagte Baerbock den Zeitungen des Funke-Mediengruppe (Samstag). "Die ersten Ausfälle von Schulen und Kitas nach den Sommerferien zeigen aus meiner Sicht, dass jede Lehrerin und jeder Erzieher, die aus dem Urlaub kommen, erstmal getestet werden sollten." Während Kinder und Jugendliche zum Pandemieschutz nach Jahrgängen getrennt würden, wechselten an vielen Schulen die Lehrer von Klasse zu Klasse.

Das Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken und mehreren Kultusministern zur Digitalisierung in Schulen kam aus Baerbocks Sicht zu spät und brachte unzureichende Ergebnisse. "Ein halbes Jahr nach Pandemiebeginn setzt sich die Kanzlerin mit der SPD-Chefin und einigen Bildungsministern zusammen, um zu überlegen, was man so tun könnte", sagte sie. "Was kommt raus? Ein Laptop für jeden Lehrer, als Absichtserklärung." Es hätte längst gemeinsame Leitlinien mit den Ländern geben müssen, Geld und Unterstützung für Schulen und Kitas sowie Hilfe beim Personal.

 

Samstag, 15 August, 6.15 Uhr: Dänemark schafft Sechs-Tage-Regel für Einreisende ab

Touristen müssen bei der Einreise nach Dänemark künftig nicht mehr nachweisen, dass sie mindestens sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Die Regierung und die Parlamentsparteien einigten sich am Freitag nach stundenlangen Verhandlungen darauf, die umstrittene Sechs-Tages-Regel abzuschaffen.

Wie aus einer am späten Abend veröffentlichten Vereinbarung hervorgeht, wird die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen weiter bei 100 belassen. Über eine mögliche Lockerung soll demnach im September neu diskutiert werden. Restaurants, Kneipen und Cafés dürfen statt bis Mitternacht jetzt bis 2.00 Uhr öffnen, Nachtclubs und Diskotheken bleiben bis Ende Oktober weiter dicht.

Dänemark hatte im März zu Beginn der Corona-Krise strikte Maßnahmen ergriffen und die Ausbreitung des Coronavirus damit vergleichsweise schnell unter Kontrolle bekommen. Seit einigen Wochen mehren sich die Infektionsfälle aber wieder, unter anderem durch lokale Ausbrüche in der zweitgrößten Stadt Aarhus sowie bei einem Schlachtbetrieb in Ringsted.

Deutsche Touristen dürfen seit Mitte Juni wieder nach Dänemark einreisen. Sie und Reisende aus mehreren anderen europäischen Ländern mussten bislang jedoch sechs Übernachtungen etwa in einem Hotel oder auf einem Campingplatz vorweisen, um ins Land gelassen zu werden. Einwohner Schleswig-Holsteins waren von dieser Regel ausgenommen.

Samstag, 15. August, 6 Uhr: Zwei Corona-Fälle: Fortuna Düsseldorf in Quarantäne

Zwei Spieler des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das örtliche Gesundheitsamt ordnete für die gesamte Mannschaft sowie das Trainer- und Funktionsteam bis auf Weiteres häusliche Quarantäne an. Dies wurde laut Club-Mitteilung von Fortunas Mannschaftsarzt und dem Hygienebeauftragten Dr. Ulf Blecker am späten Freitagabend bekanntgegeben.

Die Tests waren am Freitagmorgen durchgeführt worden. Das Ergebnis erhielt der Bundesliga-Absteiger nach dem Testspiel gegen den TSV Meerbusch (5:0). Die positiv getesteten Spieler seien umgehend vom restlichen Team isoliert worden, hieß es in der Mitteilung. Beide hatten am Mannschaftstraining und am Testspiel in Meerbusch teilgenommen.

Der Verein erwarte zeitnah weitere Instruktionen vom Gesundheitsamt, schrieb die Fortuna. Dann werde entschieden, wann und in welcher Form die Vorbereitung auf die anstehende Saison in der 2. Bundesliga fortgesetzt werde.

Samstag, 15. August, 5.45 Uhr: Wegen Corona - Kostenlose Reservierung für Bahnkunden gefordert

Guten Morgen aus dem Digitalteam der Allgäuer Zeitung,

Bahnreisende im Fernverkehr sollten aus Verbraucherschützer-Sicht in der Corona-Krise kostenlos einen Sitzplatz reservieren können. "Neben der Maskenpflicht ist Abstand einfach das Beste, was wir zur Zeit tun können", sagte Klaus Müller, der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, der Deutschen Presse-Agentur. Züge dürften nicht voll gedrängt sein.

"Auf viel befahrenen Strecken muss die Bahn deshalb zusätzliche Waggons einsetzen, die Belegung mit intelligenter Technik im Zug entzerren und bevorzugt Reisende mit Reservierung einsteigen lassen", sagte Müller. "Wobei die Reservierungsgebühren im Fernverkehr während Corona entfallen sollten."

Wer zweite Klasse fährt, zahlt für die Reservierung derzeit 4,50 Euro. In der ersten Klasse ist der feste Sitzplatz dagegen im Fahrpreis enthalten.

 

Freitag, 14. August, 23.35 Uhr: Argentinien verlängert Anti-Corona-Maßnahmen

Argentinien hat seine Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie bis zum 30. August verlängert. Das Virus breite sich inzwischen nicht mehr hauptsächlich im Großraum der Hauptstadt Buenos Aires aus, sondern im ganzen Land, erklärte Präsident Alberto Fernández in einer Ansprache an die Nation am Freitag. In Gegenden mit starker Zunahme der Fälle würden die Maßnahmen wieder verschärft.

Argentinien hatte am 20. März strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt, den Wirtschaftsbetrieb weitgehend heruntergefahren und die Grenzen geschlossen. Im Vergleich zu den Nachbarländern war es so gelungen, die Verbreitung des Virus deutlich zu bremsen. Im Juli wurden die Einschränkungen etwas gelockert.

Derzeit ist das südamerikanische Land eines der Länder mit den meisten täglichen Neuinfektionen pro Einwohner. Insgesamt wurden dort bislang mehr als 276.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und 5.428 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert.

Wir wünschen eine gute Nacht aus der Digitalredaktion der Allgäuer Zeitung. An dieser Stelle sind wir ab Samstagmorgen wieder für Sie da.

 

Freitag, 14. August, 21.25 Uhr: Zahl der Neuinfektionen - Paris als aktive Corona-Zone eingestuft

Frankreichs Hauptstadt Paris gilt wegen der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder als Zone, in der das Virus aktiv zirkuliert. Ein entsprechender Erlass wurde am Freitag veröffentlicht. Auch das Département Bouches-du-Rhône, in dem die Stadt Marseille liegt, ist von der neuen Einstufung betroffen. Das bedeutet, dass die regionalen Behörden dort das öffentliche Leben einschränken können - theoretisch etwa durch das Schließen von Restaurants oder Märkten oder die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

Die Städte Paris und Marseille seien aktuell besonders gefährdet, sagte der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon, am Freitag. In etwa 20 weiteren Départements sei man aktuell besonders wachsam. Die Behörden hatten zuvor bereits gewarnt, dass die Zahl der Neuinfektionen in den Metropolen besonders bei jungen Menschen steige. "Es sind dicht besiedelte Orte, Orte mit vielen Bevölkerungsströmen, viel Verkehr, vielen jungen Menschen, die intensiv sozial aktiv sind", so Salomon.

Paris weitete als Reaktion auf die Einstufung am Freitagabend die Maskenpflicht unter freiem Himmel aus. Sie galt bisher in einigen Straßen und etwa am Seine-Ufer. Nun ist die Maske ab Samstag in weiten Teilen des Stadtzentrums Pflicht. Außerdem werden Versammlungen von mehr als zehn Personen verboten, bei denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

 

Freitag, 14. August, 20.30 Uhr: Tui sagt Pauschalreisen nach Spanien von Samstag an ab

Der Reisekonzern Tui wird nach der Reisewarnung für fast ganz Spanien die ab Samstag geplanten Pauschalreisen dorthin absagen. Den Kunden würden Umbuchungen zu anderen Reisezielen angeboten, zum Beispiel zu den Kanarischen Inseln, wie ein Tui-Sprecher am Freitagabend der dpa sagte. Weil man nicht von allen Kunden Kontaktdaten habe, nehme man außerdem Kontakt zu Reisebüros auf. Reisenden, die bereits in den betroffenen Feriengebieten sind, biete Tui an, sie auf Wunsch früher als geplant nach Hause zu fliegen.

Die deutsche Tourismuswirtschaft bedauerte derweil die vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung, betonte aber auch, die Entscheidung sei zu akzeptieren, "da der Gesundheitsschutz die höchste Priorität für die Tourismusbranche hat", wie der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) mitteilte.

BTW-Generalsekretär Michael Rabe appellierte "an die Vernunft von Reisenden wie touristischen Unternehmen (...), die geltenden allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten". Reisewarnungen müssten vor dem Hintergrund der ohnehin schon stark gebeutelten Tourismusbranche "tagesaktuell überprüft und bald möglichst zurückgenommen werden".

 

Freitag, 14. August, 19.48 Uhr: Reisewarnung des Auswärtigen Amts für fast ganz Spanien samt Mallorca

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen nach fast ganz Spanien samt der Ferieninsel Mallorca. Die Warnung gilt für ganz Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln, wie das Außenministerium am Freitagabend in Berlin mitteilte. Die Hintergründe dazu lesen Sie hier.

 

Freitag, 14. August, 17 Uhr: Spanien außer Kanaren nun Corona-Risikogebiet für deutsche Urlauber

Das Urlaubsland Spanien gilt - mit Ausnahme der Kanarischen Inseln - für das Corona-Krisenmanagement in Deutschland nun als Risikogebiet wegen hoher Infektionszahlen. Das entschieden die beteiligten Bundesministerien, wie es am Freitag aus Regierungskreisen hieß. Damit ist auch die bei deutschen Urlaubern besonders beliebte Insel Mallorca betroffen.

Wer in die Bundesrepublik Deutschland einreist und sich innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat, ist verpflichtet, sich nach der Einreise auf direktem Weg nach Hause oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich dort 14 Tage lang zu isolieren. Das zuständige Gesundheitsamt überwacht die Quarantäneverpflichtung.

Freitag, 14. August, 16.30 Uhr: Telekom plant Internet-Flatrate fürs Online-Lernen

Die Deutsche Telekom will für Schüler einen Internettarif mit einer 10-Euro-Flatrate zum digitalen Lernen anbieten. Es gehe um einen Mobilfunktarif ausschließlich mit Datennutzung und unbegrenztem Volumen, sagte ein Telekom-Sprecher am Freitag in Bonn. Der Tarif sei nur für Bildungsinhalte nutzbar. "Netflix kann man damit nicht abrufen." Welche Schüler dieses Angebot erhalten können, sollten die Schulen und Schulträger entscheiden.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte am Freitag, sie habe Telekommunikationsanbieter angeschrieben und um günstige Tarife für Schülerinnen und Schüler gebeten, deren Eltern bisher keine Netzanbindung bezahlen könnten. Die Rückmeldungen der Unternehmen seien positiv. Nach Angaben des hessischen Kultusministers Alexander Lorz hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) bei den Bund-Länder-Beratungen mitgeteilt, Telekom-Chef Timotheus Höttges habe ihr die 10-Euro-Flatrate zugesagt.

Der Tarif mit der Bildungs-Flatrate solle möglichst zum Ende der Sommerferien in Deutschland bereit stehen, sagte der Telekom-Sprecher. Als letztes Bundesland beendet Baden-Württemberg Mitte September die Sommerferien.

 

Freitag, 14. August, 14.50 Uhr: Corona: Spanien verbietet Nachtleben und weitgehend Rauchen im Freien

Angesichts steigender Corona-Zahlen ergreift Spanien wieder drastische Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Das Nachtleben werde landesweit unterbunden, das Rauchen im öffentlichen Raum verboten, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, und Alkohol dürfe nicht mehr im Freien getrunken werden, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Freitag nach einer Krisensitzung mit den Vertretern der Regionen in Madrid.

Von Mittwoch auf Donnerstag waren binnen 24 Stunden landesweit fast 3.000 neue Corona-Infektionen registriert worden, so viele wie zuletzt im April. Allerdings wird viel mehr getestet und viele der Betroffenen haben keine oder nur milde Krankheitssymptome. Es gibt über 1.000 lokale Ausbrüche und die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt derzeit bei fast 50 je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das ist der wichtigste Indikator dafür, ob eine Region oder ein Land vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt wird.

Zudem werde die Bevölkerung dringend aufgerufen, sich nicht mit Menschen zu treffen, die nicht in ihrem Haushalt leben. Private Feiern und andere Treffen sollten zudem auf eine Teilnehmerzahl von höchstens zehn Personen beschränkt werden, betonte der Minister. In Altenheimen sollten künftig noch mehr Corona-Tests vorgenommen werden. Alle diese Maßnahmen seien mit den Regionalregierungen in Spanien abgestimmt und stellten lediglich ein "Minimum" dar. Es stehe den Regionen frei, lokal strengere Regeln zu erlassen, betonte Illa.

Illa dankte den älteren Menschen, dass sie sich so genau an die Vorsichtsmaßnahmen hielten. "Ich möchte mich auch an die jungen Leute wenden, und sie an die Bedeutung erinnern, sich diszipliniert zu verhalten. Es ist nicht hinnehmbar, sich nicht an die Maßnahmen zu halten", betonte Illa. "Dass das klar ist: Trinken (Alkohol) auf der Straße ist verboten", warnte der Minister.

Freitag, 14. August, 14.40 Uhr: Spahn will auch Corona-Bonus für Pflegekräfte in Kliniken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will nun auch einen Corona-Bonus für Pflegekräfte in Kliniken herbeiführen - nicht nur wie schon besiegelt in der Altenpflege. Um dies zu ermöglichen, hat Spahn die Deutsche Krankenhausgesellschaft und den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen zu einem entsprechenden Konzept aufgefordert, wie ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin sagte. Pflege-Personalkosten in Kliniken, die die Tarifpartner in Eigenregie regelten, würden von den Kassen gegenfinanziert. Daraus ergebe sich auch die Möglichkeit, Boni zu vereinbaren.

Parteiübergreifend war Kritik daran laut geworden, dass ein Bonus wegen besonderer Belastungen in der Corona-Krise nur für die Altenpflege kommen soll. Die Gewerkschaft Verdi begrüßte Spahns Vorstoß. "Krankenhausbeschäftigte sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen", sagte Vorstandsmitglied Sylvia Bühler. Sie hätten großartig mitgezogen und sich auf einen Ansturm an Corona-Patienten eingestellt, der bisher Gott sei Dank verhindert werden konnte. Die beiden beauftragten Verbände sollten bald einen Vorschlag für eine Bonuszahlung vorlegen.

Der Bundestag hatte den Corona-Bonus für die Altenpflege von bis zu 1.000 Euro Mitte Mai beschlossen. Länder oder Arbeitgeber können ihn auf bis zu 1.500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden. Die Kosten für den Bund werden mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt - tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt. Die Regierung verwies zuletzt mehrfach auch darauf, dass das generelle Lohnniveau in der Altenpflege deutlich niedriger sei als bei Pflegekräften in Krankenhäusern.

 

Freitag, 14. August, 13.44 Uhr: Bund begrüßt Aufarbeitung der Corona-Testpanne in Bayern

Die Bundesregierung hat die Aufarbeitung der Probleme bei Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern in Bayern begrüßt. Es sei eine schwere Panne passiert, die sehr ernsthaft und bedauerlich sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Daher sei es wichtig, die Information betroffener Bürger schnellstmöglich nachzuholen und Fehler zu analysieren, um solche Pannen künftig zu vermeiden. Es bleibe richtig, dass Reiserückkehrer auch aus dem ganzen Bundesgebiet nahe der Grenze getestet werden und Bayern dafür Testmöglichkeiten geschaffen habe.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte die Panne eingeräumt und den Fehler bedauert. Demnach haben rund 44 000 Reiserückkehrer noch kein Ergebnis von Corona-Tests bekommen, die zum Großteil bei den Ende Juli eingerichteten Stationen an grenznahen Raststätten gemacht worden waren. Hintergrund für die Verzögerungen ist demnach vor allem, dass der Abgleich von Laboruntersuchung und Formularen per Hand abläuft. Zudem war die Nachfrage größer als erwartet. Unter den noch nicht übermittelten Ergebnissen waren Hunderte positive Befunde.

 

Freitag, 14. August, 11.30 Uhr: Bayerns Hausärzte warnen vor Grippewelle in Corona-Zeiten

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands, Markus Beier, fürchtet das Zusammenkommen von Corona-Pandemie und Grippewelle. "Wir müssen alles tun, damit wir zu Covid-19 nicht auch noch eine große Grippewelle bekommen", sagte Beier der "Augsburger Allgemeinen".

Laut einer neuen Studie will sich in Pandemie-Zeiten jeder zweite Deutsche gegen Grippe impfen lassen. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" ergab, planen 51,5 Prozent der Deutschen, sich in diesem Jahr gegen die Grippe impfen zu lassen. 41,3 Prozent der Befragten lehnen eine Influenza-Impfung hingegen ab.

Mit höherem Alter steigt der Umfrage zufolge die Bereitschaft für die Grippeimpfung. Während in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen nur rund jeder Dritte angab, sich in diesem Jahr impfen lassen zu wollen, war Anteil in der Gruppe der über 65-Jährigen rund doppelt so hoch.

Bei Wählern von Union, Grünen und SPD überwiegt der Studie zufolge die Zahl der Impfbefürworter, bei den Anhängern von FDP und Linken halten sich Befürworter und Ablehner die Waage. Nur Anhänger der rechtspopulistischen AfD sagen mit deutlicher Mehrheit, dass die Grippeschutzimpfung für sie nicht infrage kommt.

Freitag, 14. August, 10.45 Uhr: Kinder mit leichtem Schnupfen und ohne Fieber dürfen in die Kita

Kinder mit leichtem Schnupfen und ohne Fieber dürfen ab dem 1. September wieder eine Kindertagesstätte besuchen. Grundlage hierfür ist ein Drei-Stufen-Plan, der sich an dem in Bayern geltenden Corona-Warnsystem orientiert, wie Familienministerin Carolina Trautner am Freitag mitteilte. Demnach gibt es je nach Infektionszahlen in einem Landkreis oder in einer Stadt unterschiedliche Maßnahmen.

Betretungsverbote sollen künftig möglichst vermieden werden oder nur lokal gelten, so die Ministerin. "Eine lokale Schließung von Einrichtungen kommt nur als letzte Möglichkeit in Betracht. Wir wissen, wie wichtig die Betreuung für erwerbstätige Eltern ist."

Wenn sich innerhalb einer Woche mehr als 50 Menschen je 100 000 Einwohner neu anstecken, dürfen Kinder mit milden Erkältungssymptomen beispielsweise nur bei Vorlage eines negativen Corona-Tests in die Kita gebracht werden.

 

Freitag, 14. August, 8.45 Uhr: Frankreich will auf Quarantänepflicht in Großbritannien reagieren

Paris will auf die britische Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich reagieren und eine gleichwertige Maßnahme für Reisende aus Großbritannien einführen. Man bedauere die britische Entscheidung und hoffe auf eine baldige Rückkehr zur Normalität, teilte Europa-Staatssekrektär Clément Beaune am Freitag via Twitter mit.

Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Großbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das hatte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mitgeteilt.

Frankreich verfolgt in der Corona-Krise grundsätzlich die Linie, keine Quarantänepflicht zu verhängen. Falls ein Land jedoch diesen Schritt macht, wird in Frankreich entsprechend reagiert und ebenfalls eine Quarantäne für Reisende angeordnet. Wann Frankreich im Fall Großbritannien handeln will, blieb zunächst offen.

Freitag, 14. August, 7.45 Uhr: Bund könnte wegen Corona Millionen an Klima-Strafen sparen

Die Bundesregierung könnte als Folge der Corona-Krise um millionenschwere Klimaschutz-Strafzahlungen herumkommen. Seit Jahren reißt Deutschland eigentlich EU-Budgets für den Treibhausgasausstoß. Anfang des Jahres ging die Bundesregierung noch davon aus, zusätzliche Verschmutzungsrechte bei anderen Staaten kaufen zu müssen. 300 Millionen Euro waren dafür schon im Haushalt eingeplant, der genaue Preis wäre aber Verhandlungssache gewesen. Nun hat die Denkfabrik Agora Energiewende berechnet, dass die Einschränkungen der Corona-Krise das Defizit deutlich verkleinern dürften - oder die Ziele sogar übererfüllt werden.

Für Bereiche, die nicht Teil des EU-Emissionshandels sind, haben die EU-Länder ein festes jährliches Treibhausgas-Budget. Das sind etwa Verkehr, Heizungen, Landwirtschaft und ein Teil der Industrie. Für die Periode 2013 bis 2020 hatten Experten mit einem Überschuss von etwa 40 Millionen Tonnen CO2 in Deutschland gerechnet. Dafür hätte der Bund Emissionsrechte bei Ländern kaufen müssen, die ihr Budget nicht ausschöpfen. Agora Energiewende erwartet nun - je nach Wirkung und Dauer der Corona-Maßnahmen - ein Ergebnis zwischen sechs Millionen Tonnen Treibhausgas-Überschuss und 17 Millionen Tonnen unter dem, was eigentlich erlaubt wäre.

"Deutschland wird sein EU-Klimaschutzziel für 2020 in den Bereichen Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft fast erreichen", sagte der Direktor der Denkfabrik, Patrick Graichen, der Deutschen Presse-Agentur. "Das kommt überraschend, denn die absehbare Lücke war letztes Jahr noch recht groß." Corona habe die Emissionen auf ein Maß zurückgestutzt, das den Zielvorgaben entspreche. "Um das dauerhaft zu sichern, sind Sprünge hin zu klimafreundlichen Technologien nötig: mehr Elektroautos, mehr Wind- und Solaranlagen, energieeffiziente Gebäude", mahnte Graichen.

 

Freitag, 14. August, 6.45 Uhr: Je halbe Million Corona-Fälle in Mexiko und Peru

Zwei lateinamerikanische Länder haben die Marke von einer halben Million registrierter Infektionen mit dem Coronavirus überschritten. Nach neuen Zahlen der Gesundheitsministerien vom Donnerstag (Ortszeit) kommt Peru inzwischen auf 507 996 bestätigte Fälle und Mexiko auf 505 751. Sie liegen damit nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA weltweit auf den Plätzen sechs und sieben.

Das nordamerikanische Mexiko - mit knapp 130 Millionen Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land Lateinamerikas und zehntbevölkerungsreichste der Welt - hat bislang 55 293 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. Nur in den USA und Brasilien sind es mehr. Mexiko testet im internationalen Vergleich besonders wenig. In Peru kamen wegen Nachbesserungen der Statistik am Donnerstag gleich 3658 neue Todesfälle aus den vergangenen fünf Monaten hinzu, womit die Gesamtzahl auf 25 648 stieg - die neunthöchste der Welt.

Peru verschärft wegen der steigenden Fallzahlen seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nach Lockerungen wieder. Der Präsident des südamerikanischen Staates, Martín Vizcarra, gab am Mittwoch die Wiederaufnahme einer sonntäglichen Ausgangssperre und eines Verbots privater Treffen bekannt. In Mexiko, wo es nie eine Ausgangssperre gab, öffneten vielerorts - auch in der Hauptstadt, in deren Großraum etwa 22 Millionen Menschen leben - inzwischen Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants und andere Betriebe bei eingeschränkter Kapazität wieder.

 

Freitag, 14. August, 6.30 Uhr: Sean Penn plant Promi-Spendenaktion für Corona-Hilfe mit altem Kultfilm

Oscar-Preisträger Sean Penn (59, "Mystic River", "Milk") hat Kollegen wie Jennifer Aniston, Julia Roberts, Matthew McConaughey, Shia LaBeouf und Morgan Freeman für eine Corona-Spendenaktion gewonnen. Mit Hilfe der Kultkomödie "Ich glaub' ich steh' im Wald", in der Penn 1982 den Highschool-Surfers Jeff Spicoli spielte, wollen die Stars Geld für die von Penn mitbegründete Hilfsorganisation Core sammeln, die in den USA Coronavirus-Tests durchführt.

Nach Mitteilung am Donnerstag wollen sich die Promis am 20. August unter Leitung von Komiker Dane Cook virtuell für eine Lesung treffen, in der sie die Rollen aus der Teenie-Komödie nachspielen. "Ich bin immer zum Lachen bereit", erklärte Penn über die geplante Aktion. Allerdings will er nicht wieder den blonden Surfer mimen. Die Rollenverteilung soll erst bei dem Live-Event bekannt werden.

Die Komödie drehte sich um Schüler an einer High-School in Kalifornien mit ihren Sorgen um Freundschaft, Liebe und erste Jobs. Neben Penn spielten unter anderem Jennifer Jason Leigh, Phoebe Cates und Forest Whitaker mit. Regisseurin Amy Heckerling und Drehbuchautor Cameron Crowe wollen bei der Spenden-Aktion ebenfalls mitmachen.

Penn, der am 17. August 60 Jahre alt wird, engagiert sich mit Core seit April im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Der Schauspieler und Regisseur hatte die Hilfsorganisation (Community Organized Relief Effort) 2010 für das von einem Erdbeben schwer erschütterte Haiti ins Leben gerufen.

 

Freitag, 14. August, 6.15 Uhr: 1449 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1.639 registrierten Neuinfektionen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 221.413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete. Seit dem Vortag wurden 14 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9.225. Bis Freitagmorgen hatten 200.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1.000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Freitag, 14. August, 6.10 Uhr: Regierungschef von Caracas an Covid-19 gestorben

Der Regierungschef von Venezuelas Hauptstadtbezirk Caracas, Dario Vivas, ist im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das berichteten mehrere venezolanische Medien übereinstimmend am Donnerstag (Ortszeit). Generalstaatsanwalt Tarek William Saab schrieb auf Twitter: "Mit tiefem Bedauern haben wir die traurige Nachricht vom Tod unseres guten Freundes Dario Vivas bekomm." Vivas, der das Amt Anfang des Jahres angetreten hatte, wurde 70 Jahre alt.

Im Juli war Vivas einer der ersten aus einer Reihe venezolanischer Beamter, Politiker und Militärs gewesen, der öffentlich machte, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Positiv getestet wurden auch der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, und Ölminister Tareck El Aissami. Kommunikationsminister Jorge Rodríguez gab seinen positiven Befund am Mittwoch bekannt.

Venezuela hatte in dieser Woche nach offiziellen Angaben erstmals 1.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet. Insgesamt haben sich fast 30.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 245 sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen.

Freitag, 14. August, 6.00 Uhr: Kann der Memminger Jahrmarkt trotz Corona stattfinden?

Kann der Memminger Jahrmarkt 2020 trotz Corona stattfinden? Darüber sprechen Vertreter der Stadt Memmingen und der Schausteller am 2. September miteinander. Könnte Augsburg ein Vorbild sein? Mehr über die Überlegungen lesen Sie hier.

 

Freitag, 14. August, 5.45 Uhr: Bayern übt Schadensbegrenzung bei Corona-Testpanne

Guten Morgen aus der Digitalredaktion der Allgäuer Zeitung,

Die bayerische Staatsregierung treibt die Aufarbeitung der Panne bei den Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern voran. Zehntausende Befunde müssen noch an die Betroffenen übermittelt werden, darunter auch positive. Dass Ministerpräsident Markus Söder an seiner Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) festhält, stößt bei der Opposition auf Kritik. Wie es nun weitergeht, lesen Sie hier.

 

Donnerstag, 13. August, 22 Uhr: So kontrollierte die Polizei die Maskenpflicht am Donnerstag in Bussen in Kempten

Die Polizei hat am Donnerstag in Bussen und Zügen kontrolliert, ob die Fahrgäste den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Aktion fand im gesamten Freistaat statt und dauerte bis spätabends.

Auch in Kempten waren Polizeibeamte unterwegs: an der ZUM. Wie es hieß, habe sich der Großteil der Menschen an die Vorgaben gehalten.

Bild: Martina Diemand

Wir wünschen eine gute Nacht aus der Digitalredaktion der Allgäuer Zeitung. An dieser Stelle sind wir ab Freitagmorgen wieder für Sie da.

 

Donnerstag, 13. August, 21.50 Uhr: Biden fordert landesweite Maskenpflicht zur Corona-Eindämmung

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat in der Corona-Krise eine landesweite Maskenpflicht gefordert. Jeder einzelne Amerikaner sollte ab sofort in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen und das mindestens für die kommenden drei Monate, sagte Biden am Donnerstag in Wilmington (Delaware), nachdem er und und seine Vize-Kandidatin Kamala Harris von Experten über die Corona-Pandemie unterrichtet wurden. "Jeder Gouverneur sollte das verpflichtende Tragen einer Maske vorschreiben", forderte Biden. Auf diese Weise könnten nach Schätzungen von Experten mindestens 40.000 Menschenleben in den kommenden drei Monaten gerettet werden.

Über das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird in den USA eine politisch aufgeladene Debatte geführt. US-Präsident Donald Trump hatte sich trotz einer entsprechenden Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC bei öffentlichen Auftritten lange Zeit ohne Maske gezeigt. Nun wirbt er auch dafür und ist inzwischen einige Male mit Maske aufgetreten. Wegen der dramatischen Virus-Ausbreitung gilt mittlerweile eine Maskenpflicht in der Mehrzahl der Bundesstaaten.

"Es geht nicht um Ihre Rechte, sondern um Ihre Verantwortung als Amerikaner", sagte Biden. Eine landesweite Maskenpflicht würde ermöglichen, das Land schneller wieder auf Kurs zu bringen, sagte er. "Seien Sie ein Patriot. Beschützen Sie ihre Mitbürger."

Die Corona-Pandemie ist eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. In den USA wurden bereits mehr als 5,2 Millionen Infektionen nachgewiesen. Harris beklagte erneut, dass in den USA bereits mehr als 165.000 Menschen im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben sind, wofür sie am Vortag Trump verantwortlich gemacht hatte. Sie versprach, dass eine von ihr und Biden angeführte Regierung für die Ausweitung von Testkapazitäten und der Einstellung von 100.000 Amerikanern für die Kontaktrückverfolgung sorgen würde. Jedem Amerikaner solle zudem Zugang zu einer sicheren und effektiven Impfung gewährleistet werden, sagte Harris.

 

Donnerstag, 13. August, 20.25 Uhr: WHO warnt vor "Impfstoff-Nationalismus" - Fonds braucht Geld

Bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu mehr globaler Zusammenarbeit aufgerufen. Das sei auch im Eigeninteresse der Länder, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend in Genf. Die Weltwirtschaft könne sich erst nachhaltig erholen, wenn das Virus überall besiegt sei. Dazu müsse an möglichst vielen Impfstoffen geforscht werden, statt auf einzelne Kandidaten zu setzen.

"Übermäßige Nachfrage und Wettbewerb um das Angebot schafft bereits jetzt Impfstoff-Nationalismus und das Risiko von Wucher", sagte Tedros. "Das ist die Art von Marktversagen, die nur globale Solidarität, öffentliche Investitionen und Engagement lösen können."

Neun der weltweit aktuell klinisch getesteten Impfstoffe stünden Staaten im Rahmen eines unter dem Dach der WHO geschaffenen Fonds zur Verfügung. Der sogenannte "ACT Accelerator" - ACT steht für Access to Covid-Tools, also Zugang zu Covid-19-Werkzeugen - braucht laut WHO 31,3 Milliarden Dollar. Schon im Juni hatte der Fonds von Regierungen, Stiftungen und Privatwirtschaft gewarnt, dass die Staatengemeinschaft erst einen Bruchteil des nötigen Geldes zugesagt habe. Neben Impfstoffen soll der Fonds auch bei der Erforschung und Herstellung von Tests und Medikamenten gegen Covid-19 helfen.

 

Donnerstag, 13. August, 20.10 Uhr: Claudia Roth: Warte noch auf Ergebnisse von bayerischem Corona-Test

Von der Übermittlungs-Panne bei den Corona-Tests in Bayern ist nach eigenen Angaben auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth betroffen. Sie warte noch heute auf die Ergebnisse ihres Tests vom 2. August, sagte die Grünen-Politikerin. Am Münchner Flughafen sei sie auf das Coronavirus getestet worden. Nachfragen seien ins Leere gelaufen, die Corona-Hotline sei nie erreichbar gewesen. "Mittlerweile bin ich bei einem Arzt in Augsburg gewesen - innerhalb von 23 Stunden hatte ich mein negatives Testergebnis."

In Bayern waren bis Mittwochabend insgesamt über 44.000 Testergebnisse von Urlaubsheimkehrern noch nicht an die Betroffenen übermittelt worden. Darunter sind nach Worten von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) vom Donnerstag inzwischen auch mehr als 1.000 positive Befunde. 908 Betroffene seien identifiziert, sie würden seit Donnerstagfrüh nach und nach informiert.

Roth kritisierte den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) scharf: "Wenn sich Herr Söder als Top-Manager der Pandemie stilisiert und ständig noch mehr Kontrollen ankündigt, aber keinen Realitätscheck macht, ob überhaupt ausreichend Kapazitäten vorhanden sind, dann ist das fahrlässig", sagte Roth. "Es ist gerade in diesen Pandemie-Zeiten brandgefährlich, wenn das Vertrauen der Menschen in die Handlungsfähigkeit der Politik durch sowas verspielt wird."

 

Donnerstag, 13. August, 18.45 Uhr: Urlaubsland Kroatien meldet Rekordzahl an Corona-Infektionen

Das EU- und Urlaubsland Kroatien hat am Donnerstag eine Rekordzahl an Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. 180 Menschen infizierten sich in den vergangenen 24 Stunden mit dem Sars-CoV-2-Virus, teilte der nationale Krisenstab in Zagreb mit. Das ist der höchste Tageswert, der seit Beginn der Pandemie in dem Land im Februar registriert wurde.

Kroatien ist für viele Deutsche eine beliebte Urlaubsdestination. Zuletzt meldete das kroatische Fremdenverkehrsamt, dass die Buchungslage im Lichte der Pandemie weit weniger schlimm sei, als ursprünglich befürchtet. Statt einem erwarteten Rückfall von 70 bis 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr seien es derzeit lediglich 55 bis 50 Prozent weniger Übernachtungen.

Zugleich wurden in Deutschland zunehmend Urlaubsrückkehrer aus Kroatien registriert, die sich dort mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Bei vielen von ihnen handelt es sich um junge Menschen, die angaben, dass sie an Strandpartys teilgenommen hatten.

Auch das Nachbarland Slowenien registriert einen neuen Anstieg der Zahl an täglichen Neuinfektionen. Für Slowenen ist Kroatien ein erstrangiges Urlaubsziel. Die Gesundheitsbehörden in Ljubljana berichten, dass die meisten infizierten Rückkehrer junge Leute seien, die angaben, Strandpartys besucht zu haben.

 

Donnerstag, 13. August, 17 Uhr: Zulassung von Corona-Impfstoffen frühestens Ende 2020, Anfang 2021

Impfstoffe gegen das neue Coronavirus könnten nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) frühestens Ende dieses, Anfang nächsten Jahres zugelassen werden. Das sagte eine Institutssprecherin am Donnerstag. Nach Verwirrung über zurückgezogene Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bekräftigte sie damit am Donnerstag auf Anfrage Angaben, die PEI-Präsident Klaus Cichutek zuletzt in mehreren Medien geäußert hatte.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hatte Cichutek vor einigen Tagen gesagt: "Ich gehe derzeit davon aus, dass es Ende 2020 und Anfang nächsten Jahres Zulassungen geben wird, vorausgesetzt, die Phase-III-Prüfungsdaten sind positiv". In diesen derzeit laufenden Studien wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. Erste Zulassungen bedeuten nicht, dass bereits alle geimpft werden können.

Das PEI mit Sitz im hessischen Langen ist in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständig. In einem am Mittwochnachmittag veröffentlichten Papier des RKI war zu lesen, vorläufige Prognosen ließen die Verfügbarkeit eines Impfstoffs bis Herbst 2020 möglich erscheinen. Wenige Stunden später zog das Institut die Online-Publikation zurück, es handle sich um eine versehentlich veröffentlichte ältere Version. Am Donnerstag verwies eine RKI-Sprecherin auf Einschätzungen des PEI.

 

Donnerstag, 13. August, 16.35 Uhr: Söder: Corona-Lage ähnelt erster großer Corona-Welle im März

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt wegen steigender Corona-Zahlen vor einem neuerlichen explosionsartigen Anstieg der Infektionen. "Die Situation ist nicht unähnlich wie im März", sagte Söder am Donnerstag nach einer Krisensitzung in der Münchner Staatskanzlei. Es gebe in vielen Regionen eine Zunahme der Infektionen und europaweit eine wachsende Zahl von Risikogebieten. "Die Sorge ist mehr als berechtigt."

Bei der verzögerten Meldung der positiven Testergebnisse an rund 1.000 Infizierte aus den bayerischen Corona-Testzentren gestand Söder die Panne ein und bedauerte den Fehler. "Wir können uns dafür auch nur entschuldigen letztlich", sagte er. "Das tut der gesamten Staatsregierung leid, dass diese Fehler passiert sind."

Gesundheitsministerin Melanie Huml bot laut Söder am Mittwoch und Donnerstag zweimal ihren Rücktritt an. Söder fügte aber hinzu: "Ich habe weiter Vertrauen zu ihr." Huml wolle die "Scharte auswetzen". Alles dazu lesen sie hier.

 

Donnerstag, 13. August, 14.50 Uhr: Pressekonferenz mit Söder und Huml ab 15.30 Uhr hier im Stream

Die Presse-Konferenz mit Markus Söder und Melanie Huml ist erneut verschoben worden - sie soll nun um 15.30 Uhr starten. Den Live-Stream sehen Sie hier (bitte Seite selbständig aktualisieren).

 

Donnerstag, 13. August, 14.15 Uhr: Planänderung: Söder und Huml geben gemeinsame Pressekonferenz

Die nach der Corona-Test-Panne an bayerischen Autobahnen angesetzte Pressekonferenz des bayerischen Gesundheitsministeriums fällt aus. Stattdessen wollen sich Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) an diesem Donnerstag um 15 Uhr gemeinsam im Prinz-Carl-Palais in München den Fragen der Öffentlichkeit stellen, wie eine Regierungssprecherin sagte.

Eigentlich hatte zunächst Huml um 14.00 Uhr eine Pressekonferenz geben wolle, später dann Söder.

 

Donnerstag, 13. August, 13.15 Uhr: NRW-Landrat bittet Regierungschef Laschet um Absage von Karnevalssession

Der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises spricht sich für eine Absage von Karnevalsveranstaltungen in der kommenden Session aus. Er habe in dieser Sache bereits vor einigen Tagen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) angeschrieben. Karneval "so, wie wir ihn kennen", werde in der Session 2020/2021 nicht möglich sein, erklärte Landrat Sebastian Schuster (CDU). Die wegen der Corona-Pandemie gebotenen Abstands- und Hygieneregeln machten Veranstaltungen für Vereine nicht durchführbar.

"Eine "wohlwollende" Genehmigung des Karnevals mit Einschränkungen seitens der Landesregierung hätte für viele - gerade kleinere Gesellschaften und Vereine - eine verheerende Wirkung", so Schuster. Gleichbleibende Kosten bei weniger Gästen - das bringe die Vereine in den Ruin. Eine Kreis-Sprecherin sagte am Donnerstag, bislang habe es keine Reaktion von Laschet gegeben. Mehrere Medien hatten berichtet.

 

Donnerstag, 13. August, 12.45 Uhr: Nach Corona-Panne äußern sich am Nachmittag erst Huml und dann Söder

Nach der Test-Panne an bayerischen Autobahnen wollen sich am Donnerstagnachmittag Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) äußern - aber nacheinander. Für 14.00 Uhr lud das Gesundheitsministerium zu einer Pressekonferenz ein, mit Huml und dem Präsidenten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf. Und am späten Nachmittag werde sich dann Söder äußern, kündigte eine Sprecherin der Staatskanzlei an.

 

Donnerstag, 13. August, 11.15 Uhr: Bayerische SPD: Gesundheitsministerin Huml soll zurücktreten

Die bayerische SPD fordert wegen der Corona-Testpanne im Freistaat den Rücktritt von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). "Frau Huml muss zurücktreten und Herr Söder muss sich erklären", sagte Generalsekretär Uli Grötsch am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. "Er muss Buße tun, weil er als Ministerpräsident seiner Verantwortung schlichtweg nicht gerecht geworden ist und mit der Gesundheit der Menschen in Bayern gespielt hat."

Wegen des verspäteten Versendens der bayerischen Corona-Testergebnisse wussten bis Mittwochabend 900 bei der Rückkehr aus dem Urlaub positiv getestete Bürger aus mutmaßlich mehreren Bundesländern nichts von ihren Infektionen und konnten dementsprechend andere Menschen anstecken. Insgesamt warteten 44.000 Reiserückkehrer nach den freiwilligen Tests an Autobahnraststätten und Hauptbahnhöfen auf die Ergebnisse. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine Krisensitzung in der Münchner Staatskanzlei anberaumt.

Das sei "die größte Verfehlung, die im ganzen Thema Corona-Pandemie in ganz Deutschland jemals passiert ist", sagte Grötsch weiter. Bayern ist allerdings das einzige Bundesland, das überhaupt freiwillige Corona-Tests für Urlaubsheimkehrer anbietet. An den Grenzen aller anderen Bundesländer wird gar nicht getestet.

 

 

Donnerstag, 13. August, 10. 30 Uhr: Ministerium: 900 Corona-Infizierte sollen bis mittags Bescheid wissen

Nach der Test-Panne an bayerischen Autobahnen ist das bayerische Gesundheitsministerium weiter optimistisch, dass 900 positiv Getestete bis zum Donnerstagmittag über ihre Ergebnisse informiert werden. "Es wird telefoniert, die Menschen werden informiert", sagte ein Ministeriumssprecher. "Wir tun alles dafür, das umzusetzen, und sind zuversichtlich, dass wir das schaffen."

Die Staatsregierung hatte am Mittwoch eingestehen müssen, dass die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern deutlich dramatischere Ausmaße haben als bisher bekannt: 44.000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, warteten nach Tests an bayerischen Autobahnen noch auf ihre Ergebnisse, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete. Wie viele davon aus dem Freistaat und wie viele aus dem übrigen Bundesgebiet kommen, war offen. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kündigte aber an, dass die Infizierten bis Donnerstagmittag informiert werden sollten.

 

Donnerstag, 13 August, 8.30 Uhr: Spahn: Testpanne in Bayern muss schnell behoben werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich relativ zurückhaltend über die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern geäußert. "Ministerpräsident Markus Söder hat ja selbst gesagt, das sei sehr ärgerlich. Das ist ohne Zweifel so. Gleichzeitig ist es so, dass in außergewöhnlichen Zeiten auch Fehler passieren", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Entscheidend ist, dass sie transparent gemacht werden und sie dann schnell behoben werden. Und das macht die bayerische Staatsregierung."

Spahn fügte hinzu: Grundsätzlich bin ich sehr dankbar dafür, dass wir umfassangreich testen, dass auch die Bayern es möglich machen, zum Beispiel bei der Einreise mit dem Auto an den Raststätten zu testen. Aber dann müssen natürlich auch die Ergebnisse übermittelt werden."

 

Donnerstag, 13. August, 7 Uhr: 1.445 registrierte Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1.445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Der Anteil an Kreisen, die keine Neuinfektionen übermittelt haben, sei in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. "Dieser Trend ist beunruhigend", so das RKI. "Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden." Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1.000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 219.964 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI im Internet meldete (Datenstand 13.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden vier neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9.211. Bis Sonntagmorgen hatten 199.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

 

Donnerstag, 13. August, 6.10 Uhr: Nach schwerer Testpanne in Bayern: Söder sagt Nordsee-Besuch ab

Nach Bekanntwerden einer schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder einen für Donnerstag und Freitag geplanten Besuch an der Nordsee abgesagt. "Bayern geht vor", schreibt Söder auf Twitter.

Die bayerische Staatsregierung hatte zuvor eingestehen müssen, dass die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern deutlich dramatischere Ausmaße haben als bisher bekannt: 44.000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, warten nach Tests an bayerischen Autobahnen noch auf ihre Ergebnisse, darunter auch 900 nachweislich positiv Getestete.

 

Donnerstag, 13. August, 6 Uhr: Umweltbundesamt: Nach Niesen oder Husten sofort stoßlüften

Um eine Ansteckung in Innenräumen zu vermeiden, sollte Experten des Umweltbundesamts zufolge nach jedem Niesen oder Husten sofort stoßgelüftet werden. Die "Kommission Innenraumlufthygiene" am UBA empfiehlt weiter, in Schulen in jeder Pause "intensiv bei weit geöffneten Fenstern" zu lüften, spätestens nach 45 Minuten Unterricht. Fenster dauerhaft gekippt zu halten, reiche dagegen in stark belegten Räumen nicht aus. Frischluft sei unabhängig von weiteren Schutzmaßnahmen wie Mindestabständen, Hygieneregeln oder Mund-Nase-Masken notwendig.

Donnerstag, 13. August, 5.45 Uhr: Demokraten machen Corona-Opferzahl zum Wahlkampfthema

Die Demokraten machen im Kampf ums Weiße Haus gegen US-Präsident Donald Trump die US-Opferzahl in der Corona-Krise zum Wahlkampfthema. Der Grund, warum das Virus die USA besonders hart getroffen habe, sei, "weil Trump es von Anfang an nicht ernst genommen hat", sagt die demokratische Anwärterin auf den Vizepräsidenten-Posten, Kamala Harris.

Während sich andere Länder auf die Wissenschaft verlassen hätten, habe Trump "Wunderarzneien" propagiert, die er beim Sender Fox News gesehen habe. "Das passiert, wenn wir jemanden wählen, der der Aufgabe einfach nicht gewachsen ist", sagt Harris. In den USA wurden mehr als fünf Millionen Corona-Erkrankungen registriert - rund ein Viertel der weltweiten Fälle. Mehr als 165.000 Menschen starben.

 

Donnerstag, 13. August, 5.30 Uhr: Reisewarnung für Bukarest und weitere Teile Rumäniens

Guten Morgen aus der Digitalredaktion der Allgäuer Zeitung,

Das Auswärtige Amt warnt wegen der Corona-Lage derzeit vor Urlaubsreisen in einige Teile Rumäniens, darunter Bukarest. Vor nicht notwendigen touristischen Reisen unter anderem in die Hauptstadt werde "derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt", heißt es auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes.

Zuvor hatte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eine für Mittwoch und Donnerstag geplante Reise nach Rumänien kurzfristig abgesagt. Zu seinem großen Bedauern habe er den Besuch in Bukarest verschieben müssen. "Für mich war es eine schwierige Abwägung, den wichtigen Austausch vor Ort dennoch durchzuführen - oder aber aus Fürsorgepflicht gegenüber meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der öffentlichen Gesundheit vorerst zu verzichten."

Seine rumänische Amtskollegin Violeta Alexandru habe die Entscheidung mit großem Verständnis aufgenommen.

Mittwoch, 12. August, 21.50 Uhr: London korrigiert Zahl der Corona-Toten um mehr als 5.000 nach unten

Das britische Gesundheitsministerium hat die Zahl der Corona-Toten für England um mehr als 5.000 nach unten korrigiert. Grund dafür sei, dass Todesfälle bei positiv Getesteten bislang in England ohne zeitliche Beschränkung erfasst wurden, teilte das Ministerium in London mit. In anderen Landesteilen wie beispielsweise Schottland gelte hingegen eine Frist von 28 Tagen zwischen einem positiven Corona-Test und dem Todeszeitpunkt, danach werde von einer anderen Todesursache ausgegangen. Das solle nun einheitlich im ganzen Land so gehandhabt werden.

Die Zahl der Todesfälle bei nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Großbritannien sank damit von 46.706 auf 41.329. Trotzdem hält das Land weiterhin den traurigen Rekord der meisten Corona-Opfer in Europa. Zudem steht zu befürchten, dass viele Menschen, die dem Virus zum Opfer fielen, nie getestet wurden.

Zahlen der Statistikbehörden zufolge wurde bislang bei etwa 56.800 Gestorbenen Covid-19 auf dem Totenschein vermerkt. Die Übersterblichkeit für den Zeitraum der Pandemie liegt in Großbritannien bei über 65.500. Damit gemeint ist die Differenz zwischen der Zahl der Sterbefälle in diesem Jahr und dem Durchschnitt des Vergleichszeitraums der vergangenen fünf Jahre.

Wir wünschen eine gute Nacht aus der Digitalredaktion der Allgäuer Zeitung. An dieser Stelle sind wir ab Donnerstagmorgen wieder für Sie da.

 

Mittwoch, 12. August, 20.20 Uhr: RKI rechnet nun doch nicht mit Impfstoff schon im Herbst 2020

Ein Positionspapier des Robert Koch-Instituts (RKI) zur möglichen Verfügbarkeit eines Impfstoffs sorgt für Verwirrung. Das Institut hatte das Papier auf seiner Internetseite veröffentlicht, darauf via Twitter hingewiesen und die Urheberschaft auf Nachfrage auch bestätigt. In dem Dokument war mit Datum 12. August zu lesen, vorläufige Prognosen ließen "die Verfügbarkeit eines Impfstoffs (ggf. mehrerer) bis Herbst 2020 möglich erscheinen".

Wenige Stunden später erklärte das RKI, bei dem Papier handele es sich um eine ältere Version, diese sei in der Zwischenzeit mehrfach überarbeitet und versehentlich online gestellt worden. Man gehe nicht von der Verfügbarkeit eines Impfstoffs bereits im Herbst aus. Alles dazu lesen Sie hier.

 

Mittwoch, 12. August, 19.30 Uhr: Lauterbach für Maskenpflicht auf beliebten Partyplätzen

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat sich angesichts wieder steigender Corona-Zahlen für eine Maskenpflicht auf beliebten Partyplätzen ausgesprochen. "Wir brauchen dringend eine Maskenpflicht auf Plätzen, wo spontane Partys stattfinden, bei denen ausgelassen mit viel Alkohol gefeiert wird. Nur so können wir erreichen, dass diese Partys unterbleiben oder zumindest sicherer werden", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Der Beginn der zweiten Welle ist da. Wir können das jetzt ohne neuen Lockdown in den Griff bekommen, aber wir müssen handeln."

 

Mittwoch, 12. August, 18.35 Uhr: CDU-Fraktionschef Brinkhaus verlangt Laptops für alle Lehrer

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat die Länder aufgerufen, bis Ende des Jahres nach Möglichkeit alle Lehrerinnen und Lehrer mit einem Laptop und entsprechender Software auszustatten. Zudem sei für die Schulen auch ein IT-Manager nötig. Brinkhaus sagte am Mittwoch in der ARD, grundsätzlich sei bei den Lehrerinnen und Lehrern ein großes Engagement vorhanden im Bereich der Digitalisierung. Zurzeit müssten aber die meisten mit ihrem Privatgerät arbeiten. Das müsse sich ändern. Das sei am Ende des Tages auch "eine Frage der Zukunftsfähigkeit unseres Landes".

"Natürlich gibt es einige, die sich verweigern. Das geht nicht. Das geht auch in der Privatwirtschaft nicht", sagte Brinkhaus.

An diesem Donnerstag kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Kultusministerinnen und -ministern zusammen, um unter anderem Probleme der Schulen unter Corona-Bedingungen zu erörtern.

 

Mittwoch, 12. August, 18.15 Uhr: Zehntausende warten nach Corona-Test in Bayern auf Ergebnis

Zehntausende Reiserückkehrer warten nach Corona-Tests in Bayern noch auf das Ergebnis, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete. Etwa 44.000 Befunde seien noch nicht übermittelt worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München. Die positiv Getesteten sollten bis Donnerstagmittag ihre Ergebnisse bekommen.

Der Zeitverzug ärgere sie "massiv", sagte Huml, sie bedauere das sehr. Es gebe eine "Übermittlungsproblematik", "da gibt es nichts schönzureden". An den Stationen seien Menschen aus ganz Deutschland getestet worden. Angaben, wie lange die Menschen bereits warten, konnte Huml nicht machen.

In Bayern können sich alle Reisenden seit dem 25. Juli bei der Ankunft an den Flughäfen München und Nürnberg freiwillig testen lassen, seit dem 30. Juli auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie mehreren Autobahnraststätten. Anfang August wurde zudem ein Testzentrum am Flughafen Memmingen eingerichtet. Für Urlauber aus Risikogebieten greift seit Samstag bundesweit eine Testpflicht.

 

Mittwoch, 12. August, 17.10 Uhr: RKI: Impfstoff könnte bereits im Herbst 2020 verfügbar sein

Das Robert Koch-Institut (RKI) hält die Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen das Coronavirus noch in diesem Jahr für möglich. "Vorläufige Prognosen lassen die Verfügbarkeit eines Impfstoffs (ggf. mehrerer) bis Herbst 2020 möglich erscheinen", heißt es in einem Positionspapier, das am Mittwochnachmittag im Internet veröffentlicht wurde. Es sei in jedem Fall unerlässlich, unverzüglich eine bundesweite Impfkampagne für den Zeitpunkt vorzubereiten, zu dem ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht.

Gleichzeitig warnt das RKI vor überhöhten Hoffnungen: "Auch wäre es gefährlich zum jetzigen Zeitpunkt darauf zu vertrauen, dass mit einer Impfung ab dem Herbst 2020 die Pandemie beherrschbar wird, da Unwägbarkeiten wie Mutationen oder nur kurze Immunitätszeiten den Nutzen von Impfungen relativieren könnten", heißt es.

 

Mittwoch, 12. August, 15.30 Uhr: Russland weist Bedenken gegen Corona-Impfstoff zurück

Russland hat Vorbehalte aus dem Ausland gegen seinen Corona-Impfstoff "Sputnik V" - den ersten zugelassenen weltweit - zurückgewiesen. "Ausländische Kollegen versuchen offenbar, irgendeine Meinung zu äußern, die nach unserer Ansicht absolut unbegründet ist", sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Mehr dazu erfahren Sie hier.

 

Mittwoch, 12. August, 14.15 Uhr: Tui soll aufgestockte Milliardenhilfe gegen Corona-Einbrüche bekommen

Der weltgrößte Reisekonzern Tui soll zur Überbrückung der Geschäftseinbrüche in der Corona-Krise weitere staatliche Hilfen erhalten. Ein schon bestehender Kredit der Förderbank KfW soll um 1,05 Milliarden Euro aufgestockt werden, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Tui hatte bereits ein erstes Hilfsdarlehen über 1,8 Milliarden Euro zugesprochen bekommen.

 

Mittwoch, 12. August, 11.30 Uhr: Industrie in Eurozone erholt weiter vom Corona-Einbruch

Die Industrieunternehmen in der Eurozone haben sich im Juni weiter von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Industrieproduktion stieg um 9,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Im Mai war die Produktion um revidierte 12,3 Prozent (zunächst 12,4 Prozent) gestiegen. Im März und April war die Produktion wegen der Pandemie drastisch zurückgegangen.

Wie schwer die Krise immer noch wiegt, zeigt der Jahresvergleich. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat fiel die Produktion im Juni um 12,3 Prozent. Im Mai war sie noch um revidierte 20,4 Prozent (zunächst 20,9 Prozent) gefallen.

Die stärksten Rückgänge im Jahresvergleich wurden in Portugal (-14,8 Prozent), Deutschland und Spanien (je -14,1 Prozent) und Italien (-13,7 Prozent) registriert. Ein Anstieg von 4,5 Prozent wurde in Irland beobachtet.

 

Mittwoch, 12. August, 9.30 Uhr: Konservenfabrik in Mamming darf wieder produzieren

Die Konservenfabrik in Mamming, wo in den vergangenen Tagen zahlreiche Mitarbeiter positiv auf Corona-Infektionen getestet worden waren, darf wieder produzieren. Das Verwaltungsgericht Regensburg hat einem Eilantrag des Betreibers stattgegeben, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Die vom Landratsamt Dingolfing-Landau mit Bescheid vom 4. August verfügte Betriebsstillegung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr verhältnismäßig, entschied die 14. Kammer des Verwaltungsgerichtes.

In der Fabrik wurden am 31. Juli 43 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, am 1. August waren von 600 getesteten Mitarbeitern bereits 152 positiv. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass das Virus auch bei 75 weiteren Kontaktpersonen nachgewiesen worden war.

 

Mittwoch, 12. August, 9.15 Uhr: Oberallgäuer Landrätin: Kitas und Schulen auf Öffnung noch nicht ausreichend vorbereitet

Die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller sieht die nach den Sommerferien geplante Öffnung der Kitas und Schulen noch nicht ausreichend vorbereitet. Sie fordert daher Präventionskonzepte, um ein pauschales Schließen der Einrichtungen als Erstmaßnahme zu verhindern. „Der Besuch von Kitas und Schule ist entscheidend für Bildungserfolg und soziale Teilnahme der Kinder und entlastet die Familien“, heißt es in einer Mitteilung.

Dabei seien die aus einer Öffnung der Bildungseinrichtungen resultierenden Befürchtungen des Personals ernst zu nehmen. Dem Ansteckungsrisiko müsse daher durch konkrete Maßnahmen begegnet werden. „Die tägliche Arbeit unserer Lehrer und Erzieher ist nicht nur system-, sondern zukunftsrelevant“, schließt sich die Landrätin der Einschätzung der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin an und verweist auf die gemeinsame Erklärung der Kinderärzte zur Aufrechterhaltung des Schul- und Kitabetriebs.

Eine differenzierte Strategie müsse alters- und gruppenspezifischen Gesichtspunkten und der lokalen Inzidenz (Anzahl der neu auftretenden Erkrankungen innerhalb einer Personengruppe, Anm. d. Redaktion) Rechnung tragen. So seien etwa geteilte Klassen und feste Klassenverbände im Fall einer hohen Inzidenz geboten, wohingegen Sportunterricht im Fall einer niedrigen Inzidenz durchführbar sei. Auch die Bildung von festen Gruppen in Kindertagesstätten helfe nach wie vor, eine pauschale Schließung der Einrichtung als ultima ratio zu vermeiden.

Die Staatsregierung müsse sinnvolle und angepasste Strategien zu Prävention und Bekämpfung des Corona-Virus in Bildungseinrichtungen definieren. Die verbleibenden Wochen dürften nicht verschlafen werden.

 

Mittwoch, 12. August, 8 Uhr: Spahn: Anstieg der Corona-Infektionszahlen besorgniserregend

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht den Anstieg der Corona-Infektionszahlen als Alarmzeichen. "Das ist ohne Zweifel besorgniserregend", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. "Hier sehen wir, dass durch Reiserückkehr, aber eben auch durch Partys aller Art, durch Familienfeiern an ganz vielen Stellen im Land wir eben in fast allen Regionen des Landes kleinere und größere Ausbrüche haben. Und das kann natürlich - wenn wir jetzt nicht alle miteinander aufpassen - eine Dynamik entfalten." Es gelte, "sehr, sehr wachsam" zu sein, weil es nicht mehr nur lokale Ausbrüche seien.

Das Robert Koch-Instituts (RKI) hatte am Mittwochmorgen im Internet mitgeteilt, dass innerhalb eines Tages 1226 neue Corona-Infektionen gemeldet worden seien. Das ist der höchste Wert seit Anfang Mai. Der Höhepunkt hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

 

Mittwoch, 12. August, 7 Uhr: WHO äußert sich zurückhaltend zu russischem Impfstoff

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat mit Zurückhaltung auf die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verkündete Zulassung eines Corona-Impfstoffes reagiert. Die WHO sei sich bewusst, dass Russland ein Vakzin registriert habe, und begrüße alle Fortschritte bei der Forschung und Entwicklung zu Covid-19-Impfstoffen, teilte das WHO-Regionalbüro Europa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Zugleich wies das Büro darauf hin, dass die beschleunigte Impfstoffforschung in jedem Entwicklungsschritt gemäß bewährter Prozesse vonstattengehen sollte. Damit werde sichergestellt, dass jeglicher Impfstoff sicher und effektiv sei, wenn er letztlich in die Produktionsphase gehe. Die WHO stehe in Kontakt mit den russischen Wissenschaftlern und Behörden und freue sich darauf, Einzelheiten der Versuche zu überprüfen.

Putin hatte am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung gegen das Coronavirus bekanntgegeben. Die Zulassung erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien - ein Vorgehen, das dem international üblichen Ablauf widerspricht.

 

Mittwoch, 12. August, 6.45 Uhr: Trump: Bei Impfstoff-Zulassung stehen 100 Millionen Dosen bereit

Nach der Zulassung des ersten Corona-Impfstoffes weltweit durch Russland hat US-Präsident Donald Trump dem amerikanischen Volk schnelle Fortschritte versprochen. "Wir sind auf dem besten Weg, schnell 100 Millionen Dosen zu produzieren, sobald der Impfstoff zugelassen ist, und kurz danach bis zu 500 Millionen", sagte Trump am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Mehrere aussichtsreiche Stoffe seien in der letzten Erprobungsphase und stünden vor einer Zulassung. "Das Militär ist bereit, Amerikanern einen Impfstoff zu liefern, sobald dieser vollständig zugelassen ist."

Normalerweise dauert die Entwicklung eines neuen Impfstoffs mehrere Jahre. Trump hofft jedoch angesichts der derzeit enormen Anstrengungen und Finanzmittel für die Impfstoffforschung auf einen wesentlichen rascheren Durchbruch. Gesundheitsexperten der Regierung wie der renommierte Immunologe Anthony Fauci haben sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass es zum Jahresende einen wirksamen und sicheren Impfstoff gegen das Coronavirus geben könnte.

 

Mittwoch, 12. August, 6.15 Uhr: Umfrage: Viel Unterstützung für Corona-Schutzmaßnahmen

Nur jeder Zehnte hält Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus für überflüssig. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Dazu wurden zwischen dem 7. und 10. August insgesamt 2018 Menschen online befragt. Wie auch bei vorigen Umfragen zeigte sich große Unterstützung für das Krisenmanagement der Regierung und die Vorkehrungen zur Eindämmung des Virus. 68 Prozent der Befragten hielten die Regelungen für "absolut notwendig".

Drei Prozent der Befragten halten Schutzmaßnahmen für überflüssig, weil das Virus nach ihrer Einschätzung "nicht so gefährlich" ist. Sieben Prozent sehen zudem hinter Warnungen und Schutzvorkehrungen einen "Versuch mächtiger Kreise, andere Ziele durchzusetzen". Weitere 16 Prozent sind zwar für Schutzmaßnahmen, halten die aktuell vorgeschriebenen Regelungen aber für überzogen. Das Krisenmanagement der Bundesregierung fand wie schon bei vorigen Umfragen hohe Zustimmung.

Mittwoch, 12. August, 6.00 Uhr: NRW-Schulen starten mit Maskenpflicht im Unterricht

Maskenpflicht im Unterricht bei brütender Hitze: In Nordrhein-Westfalen startet an diesem Mittwoch mit dem Schulbeginn nach sechseinhalb Wochen Sommerferien die Generalprobe. Ganz Deutschland schaut hin, ob und wie der Sonderweg des bevölkerungsreichsten Bundeslands funktioniert, denn Maskenpflicht im Unterricht gibt es bislang nur hier. Ausgenommen bleiben davon lediglich die Grund- und Förderschulen.

Unter scharfer Beobachtung stehen nicht nur die Bedingungen für Schüler und Lehrer vor Ort, sondern das gesamte, von Anfang an heftig umstrittene Corona-Krisenmanagement von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). "Wir müssen gerade in diesen Tagen besonders vorsichtig sein", rechtfertigt Laschet seinen Kurs. Daher sei die zunächst bis Ende August befristete Maskenpflicht richtig.

Gegen die Rückkehr der rund 2,5 Millionen Schüler in den Regelbetrieb an landesweit 2500 Schulen hatten mehrere Lehrer- und Elternverbände Bedenken geäußert, weil aus ihrer Sicht nicht ausreichend für den Infektionsschutz in großen Klassen Sorge getragen wird.

 

Mittwoch, 12. August, 5.45 Uhr: 1226 registrierte Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden

Guten Morgen aus dem Digitalteam der Allgäuer Zeitung,

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher lag der Wert zuletzt am 9. Mai mit 1251 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte nach dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen aber klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht: "Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", hatte der CDU-Politiker gesagt. "Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen."

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt. Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt. Als Ursache für den Anstieg hatte RKI-Präsident Lothar Wieler Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln genannt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 218.519 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 12.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden sechs neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9207. Bis Sonntagmorgen hatten 198 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 11.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,97 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

 

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