Woringen

Corona-Regeln ignoriert: Polizei stellt „Klausen“ nach Ruhestörung - 18-Jähriger angezeigt

Mit einem Klausenkostüm, wie auf diesem Symbolfoto, auf die Straße zu gehen ist laut Polizei nicht verboten. Doch ein 18-Jähriger aus Woringen war mit mehr Personen unterwegs als derzeit erlaubt.

Mit einem Klausenkostüm, wie auf diesem Symbolfoto, auf die Straße zu gehen ist laut Polizei nicht verboten. Doch ein 18-Jähriger aus Woringen war mit mehr Personen unterwegs als derzeit erlaubt.

Bild: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Mit einem Klausenkostüm, wie auf diesem Symbolfoto, auf die Straße zu gehen ist laut Polizei nicht verboten. Doch ein 18-Jähriger aus Woringen war mit mehr Personen unterwegs als derzeit erlaubt.

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Ein 18-Jähriger, der mit weiteren "Klausen" in der Nacht zum Sonntag in Woringen unterwegs war, erhielt eine Anzeige.
06.12.2020 | Stand: 21:41 Uhr

Ärger mit der Polizei hat sich ein 18-jähriger in Woringen (Landkreis Unterallgäu) eingefangen. Der junge Mann war in der Nacht zum Sonntag mit einer Gruppe von "Klausen" unterwegs - und erhielt eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz in der Corona-Krise.

Doch der Reihe nach: Am Sonntagnacht gegen 4.30 Uhr ging bei der Polizeiinspektion Memmingen eine Mitteilung über eine sechsköpfige Personengruppe ein, die teilweise als „Klausen“ verkleidet waren und mit erheblicher Lautstärke durch Woringen spazierten. Die eingesetzten Polizeibeamten stellten tatsächlich mehrere Personen fest. Die Gruppe hielt die aktuell geltenden Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes nicht ein, heißt es in einer Mitteilung.

Doch als die Gruppe die Streifenbesatzung sah, flüchteten die Personen in unterschiedliche Richtungen. Pech hatte jedoch ein 18-Jähriger: Er wurde wenig später von der Polizei gestellt und eindeutig der "Klausen-"Gruppe zugeordnet. Er erhielt eine Anzeige, weil er gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen hatte.

Polizei appelliert: Derzeit dürfen sich nur fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten treffen

Damit war er am Wochenende übrigens nicht allein. In der Nacht zum Samstag löste die Polizei ein Treffen von etwa 15 "Bärbele" in Fischen (Landkreis Oberallgäu) auf. Ein 21-Jähriger sorgte dabei für einen Eklat, als er einen Polizisten schlug. Insgesamt gab es vier Verletzte. Der "Bärbele"-Brauch hatte ursprünglich das Ziel, böse Geister und Dämonen der kalten Winterzeit zu vertreiben.

Die Gruppe war wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen kontrolliert und angezeigt worden. Mit den Kostümen auf die Straße zu gehen, sei zwar nicht verboten, betonte ein Polizeisprecher. Allerdings dürfen sich im Freien derzeit nur fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten treffen. Sowohl die Klausen in Woringen als auch die Bärbele in Fischen hatten dagegen verstoßen. (Lesen Sie auch: Vandale reißt Kerze am Riesen-Adventskranz in Kaufbeuren ab)

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