Testen auf Corona

Schnelltests in Apotheken sind gefragt: Welche Allgäuer Apotheke testet

Heimertingen Schnelltest

Die Apotheker Manfred Magg und Ursula Lazar von der Stern-Apotheke in Heimertingen zeigen, wie ein Schnelltest durchgeführt wird.

Bild: Ralf Lienert

Die Apotheker Manfred Magg und Ursula Lazar von der Stern-Apotheke in Heimertingen zeigen, wie ein Schnelltest durchgeführt wird.

Bild: Ralf Lienert

Viele Allgäuer nutzen das kostenlose Angebot – besonders vor und an den Wochenenden. Wie läuft der Test ab, wie sicher ist er - und welche Apotheke testet?
22.03.2021 | Stand: 05:58 Uhr

Die Inzidenzwerte steigen auch im Allgäu, viele Menschen wollen sich auf Corona testen lassen. Seit 11. März hat jeder mindestens einmal in der Woche einen Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest. Wer keine Symptome hat, kann dafür auch in eine Apotheke gehen. Diese sind allerdings nicht verpflichtet, die Tests anzubieten. Trotzdem haben sich in der Region viele Apotheker dazu bereit erklärt.

Freiwilliger Test: Oft vor dem Besuch der Großeltern

„Die Schnelltests werden sehr gut angenommen“, sagt beispielsweise Manfred Magg von der Stern-Apotheke im Unterallgäuer Heimertingen. 20 bis 30 Tests führe er täglich durch. Nach einer kurzen Wartezeit erhalten die Getesteten ihr Ergebnis. Der Großteil sei negativ, nur ein geringer Prozentsatz positiv. Ist Letzteres der Fall, müsse das Gesundheitsamt informiert werden, zudem müsse die betroffene Person sofort in häusliche Isolation. Obligatorisch sei dann auch ein PCR-Test. Schnelltest, Selbsttest - kostenlos, oder nicht? Hier die Übersicht.

Die Gründe, warum sich die Menschen testen lassen wollen, sind ganz unterschiedlich, sagt Magg. „Meistens ist das bedarfsorientiert, weil etwa ein Treffen mit den Großeltern geplant ist oder entfernte Kontakte positiv getestet wurden und die Leute sich zusätzlich absichern wollen.“ Friedrich Teller, Inhaber der Kaufbeurer Gutenberg-Apotheke, sagt, dass der Andrang freitags und samstags am größten ist. Vermutlich weil die Leute Treffen planen und sichergehen wollen, dass sie niemanden infizieren. In die Bahnhof-Apotheke in Kempten kämen auch viele Pendler, sagt Inhaber Dietmar Wolz. Maximal könnten dort täglich 120 Schnelltests durchgeführt werden.

Wie sicher sind die Tests? Eine absolute Sicherheit gebe es nicht. Außerdem seien viele verschiedene zugelassene Tests auf dem Markt. Einige davon sind laut Apotheker Daniel Hierl aus Füssen sehr gut. Die Sicherheit liege zwischen 90 bis 99 Prozent. Das hänge aber auch davon ab, wie der Test durchgeführt wird.

Zusätzliches Personal eingestellt

Bei den Anmeldungen hat jede Apotheke ihr eigenes System: In der Stern-Apotheke in Heimertingen geht das ausschließlich telefonisch. In der Rupertus-Apotheke in Ottobeuren erfolgt die Anmeldung dagegen online. Die Kunden erhalten dort einen QR-Code, den sie zum Test mitbringen müssen.

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Die Ergebnisse gibt es ebenfalls online, zum Abruf erhalten die Getesteten eine PIN-Nummer. Damit die Mitarbeiter nicht durch viele Anrufe überlastet sind, setzt auch die Gutenberg-Apotheke bei der Anmeldung auf das Internet. Eines müsse laut Inhaber Teller nämlich erwähnt werden: Die Schnelltests sind für die Apotheken ein erheblicher Aufwand. Er habe dafür extra Personal eingestellt und geschult sowie Lager- zu Testräumen umgebaut.

Corona-Tests in der Apotheke: Anbieter müssen in Vorleistung gehen

Außerdem, sagt Manfred Magg, müssten die Apotheken aktuell finanziell in Vorleistung gehen. Die Tests sind für die Kunden zwar kostenlos, für die Anbieter fielen jede Woche aber mehrere hundert Euro allein an Materialkosten an. Abgerechnet würden die Tests über die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB). Wann es tatsächlich Geld gebe, sei aber noch unklar.

Auch für Dagmar Lübeck, Leiterin der Rupertus-Apotheke in Ottobeuren, war der Aufwand vor dem Start des Schnelltest-Angebots am heutigen Montag groß. „Zwei Wochen lang gab es eigentlich kein anderes Thema.“ Jetzt steht ein Wohncontainer hinter der Apotheke, in dem die Tests stattfinden. „Wir haben lange überlegt, ob wir nach einem Jahr, in dem wir versucht haben, möglichst viel Abstand zu den Kunden zu halten, ein Angebot starten sollen, bei dem man sich so nahe kommt“, sagt Lübeck. Dann aber kam die Aufforderung des Gesundheitsamtes, zugleich wurde der Stufenplan vorgestellt. „Ich habe mich verpflichtet gefühlt, den Menschen ein niederschwelliges Testangebot zu bieten.“

Welche Apotheke im Allgäu bietet Schnelltests an?

Und wie erfahren die Leute, in welchen Apotheken sie sich testen lassen können? Die Landkreise Unterallgäu und Lindau sowie die kreisfreie Stadt Memmingen haben jeweils eine Liste der teilnehmenden Apotheken auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Kaufbeurer und Ostallgäuer Apotheken werden zusammen auf der Homepage des Landratsamts gelistet.

Ansonsten heißt es: bei der Apotheke seines Vertrauens nachfragen, ob Tests angeboten werden. Schnelltests sind außerdem vielerorts an den gängigen Testzentren möglich, mittlerweile gibt es auch eigens Schnelltest-Zentren. In Kempten beispielsweise wurde die Diskothek „Parktheater“ zu einem solchen umgebaut.

Alles zur Corona-Krise im Newsblog der Allgäuer Zeitung.