ESV Kaufbeuren

ESVK trifft zum DEL 2-Auftakt auf Ravensburg Towerstars

Simon Schütz kehrt vom ERC Ingolstadt zum ESV Kaufbeuren zurück. Der 22-Jährige hält große Stücke auf Trainer Pallin.

Simon Schütz kehrt vom ERC Ingolstadt zum ESV Kaufbeuren zurück. Der 22-Jährige hält große Stücke auf Trainer Pallin.

Bild: Manuel Weis

Simon Schütz kehrt vom ERC Ingolstadt zum ESV Kaufbeuren zurück. Der 22-Jährige hält große Stücke auf Trainer Pallin.

Bild: Manuel Weis

Simon Schütz fiebert dem Saisonstart seines ESV Kaufbeuren gegen Ravensburg entgegen. Was er von Trainer Pallin hält und welche Ziele er in der DEL 2 verfolgt.
30.09.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Mit einer jungen Mannschaft, im Schnitt 24,6 Jahre alt, startet der ESV Kaufbeuren in die neue DEL 2-Saison. Der Saisonstart wird von den Anhängern der Rot-Gelben auch deshalb so herbeigesehnt, weil endlich wieder ein Stadionbesuch möglich ist. Zum Start der Spielzeit am Freitagabend hält der Spielplan direkt ein Derby gegen Ravensburg (19.30 Uhr in der Erdgas Schwaben Arena) bereit, ehe die Joker am Sonntag (18.30 Uhr) beim Titelaspiranten Frankfurt gastieren.

  • Die Mannschaft Neun Abgängen stehen beim ESVK drei Zugänge gegenüber. Nicht mehr im Joker-Dress auflaufen werden langjährige Publikumslieblinge wie Daniel Oppolzer (vereinslos) oder Max Lukes (jetzt Memmingen). Auch Tobias Wörle oder Jan Bednar haben ihren Platz in der Kabine geräumt. Darüber hinaus zog es mit Julian Eichinger, Denis Pfaffengut und Florin Ketterer drei Verteidiger nach Ravensburg – auf sie trifft Kaufbeuren direkt zu Beginn. „Diese drei Spieler haben sich entschieden, in eine andere Richtung zu gehen. Ich wünsche ihnen alles Gute“, sagt Trainer Rob Pallin (54). Neu im ESVK-Kader sind die Verteidiger Jan Pavlu (Heilbronn) und Simon Schütz (Ingolstadt), Stürmer Markus Lillich (Eigengewächs, zuletzt in Bayreuth) oder der aus dem eigenen Nachwuchs kommende Yannik Burghart.
  • Der Trainer Für Pallin ist es die zweite Saison im Allgäu. Aus seinem ersten Jahr in der Wertachstadt hat der US-Amerikaner gelernt, dass es beim ESVK wichtig sei, Spieler zu entwickeln und gleichzeitig Spiele zu gewinnen. „Kaufbeuren verfügt über einen unglaublich guten Nachwuchs. Wir haben viele und tolle Nachwuchstrainer“, meint Pallin. Verteidiger Simon Schütz, der bis 2019 als Förderlizenzspieler für die Joker auflief, hat Pallin als durchsetzungsstarken Coach erlebt. „Wenn er etwas sagt, weiß man genau, woran man ist. Er ist ein ehrlicher Mensch, genau so sollte ein Trainer sein“, lobte der 22-Jährige, der diese Saison mit dem „A“ auf der Brust aufläuft. Weitere Assistenten von Kapitän Tyler Spurgeon sind Alexander Thiel und Joey Lewis. Es sei nicht der Trainer, der die Positionen vergebe oder gar verschenke, sondern immer der Spieler selbst, der dafür arbeite, betont der Coach.

  • Die Vorbereitung Sechs statt wie früher acht Vorbereitungsspiele wurden absolviert, vier Siege gab es gegen Füssen und Ravensburg, zwei Niederlagen gegen Heilbronn. „Ich bin zufrieden mit den Spielen“, sagte Schütz. Die Niederlagen gegen Heilbronn seien einerseits auf das allererste Spiel der Vorbereitung zurückzuführen und zuletzt auf eine chaotische Busanreise inklusive verspäteter Ankunft im Stadion.
  • Die Ziele Schütz und Pallin sind sich einig: Nach 52 Hauptrundenspielen soll mindestens der sechste Platz erreicht sein. „Ich will hier etwas reißen, will keine Pre-Play-offs spielen“, sagt Simon Schütz. 2019/20 hatte der ESVK, damals noch unter Trainer Andreas Brockmann, den neunten Platz erreicht, vergangene Saison war man Sechster. „Wir werden einige sehr starke Teams in der Liga sehen. Darunter wird eine Mannschaft sein, die alle überrascht. Und es wird wieder ein eigentlich gutes Team geben, das nicht funktioniert“, sagt Pallin. „Mir ist wichtig, dass wir uns ausschließlich auf uns konzentrieren und nicht auf die anderen.“
  • Die Zuschauer Egal mit welchem Spieler oder Verantwortlichen man spricht: Die Freude darüber, dass wieder bis zu 3100 Zuschauer in die Kaufbeurer Arena dürfen, ist riesig. Vor den Joker-Fans zu spielen, sei ein bisschen so, wie mit einem Tor Vorsprung in ein Spiel zu starten, bauchpinselte Rob Pallin die Anhängerschaft schon während der Vorbereitung. Etwa 1300 Dauerkarten hat der ESVK verkauft. Einzeltickets kosten im Stehplatzbereich zwischen 5,50 Euro (Kinder bis 14 Jahre) bis 17 Euro. Für Sitzplätze werden zwischen 20 und 26 Euro fällig, wer sich das VIP-Erlebnis gönnen möchte, zahlt 120 Euro. Alle Spiele werden wieder bei Sprade.TV übertragen, das Einzelspiel kostet dort 8,90 Euro.
  • Die Finanzen Der Etat des ESV Kaufbeuren liegt weiterhin unverändert bei rund 2,3 Millionen Euro. Insgesamt planen die 14 Vereine der Liga mit einem Etat von etwas mehr als 34 Millionen Euro, das ist etwas weniger als in der Vorsaison. Das finanzstärkste Team kommt aus Frankfurt (3,7 Millionen Euro), Aufsteiger Selb ist das Fliegengewicht mit 1,5 Millionen. Kräftig aufgestockt hat Landshut (nun 2,5 Millionen). Allein das Budget für den Kader wurde dort nach Vereinsangaben um 20 Prozent erhöht.
  • Die Liga Nicht mehr dabei ist Bietigheim. Die Steelers sind aufgestiegen und spielen nun in der DEL. Aus der Oberliga in die DEL 2 gekommen ist Selb. Aufgrund von Corona startet die Saison rund drei Wochen später als üblich. Daher gibt es in dieser Saison acht Spieltage unter der Woche, der Meister wird Ende April 2022 gekürt.
  • Der Auftaktgegner Die Joker starten mit einem Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars, die sich auf dem Eis personell verstärkt haben und an der Bande vom ehemaligen Freiburg-Coach Peter Russell betreut werden. „Wir dürfen uns trotz der Testspiel-Siege nicht zu sicher fühlen“, sagt Schütz. „Auch Ravensburg schaut sich die Szenen auf Video an und verändert dadurch das Spiel. Fest dürfte stehen: Wir sind es, die mit einem besseren Gefühl in die Partie gehen.“ Dass das erste Match gleich ein Derby ist, findet Schütz super.

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