Bundeswehr-Probleme

Der Irrtum von Politik und Gesellschaft

An der Bundeswehr wurde jahrelang gespart - dies ist jedoch nicht die alleinige Schuld der Politik, findet unser Autor.

An der Bundeswehr wurde jahrelang gespart - dies ist jedoch nicht die alleinige Schuld der Politik, findet unser Autor.

Bild: Philipp Schulze, dpa (Symbolbild)

An der Bundeswehr wurde jahrelang gespart - dies ist jedoch nicht die alleinige Schuld der Politik, findet unser Autor.

Bild: Philipp Schulze, dpa (Symbolbild)

Die Bundeswehr steht vor großen Problemen. Dies nur der Politik anzulasten, wäre zu kurz gegriffen, meint unser Autor.
28.02.2022 | Stand: 18:04 Uhr

Es gehörte zum Standardrepertoire vieler politischer Veranstaltungen: Redner priesen die Sicherheitslage in Europa und verwiesen mit Stolz darauf, dass die Staaten nun schon so lange friedlich auf dem Kontinent zusammenlebten. Tatsächlich bedeutete das eine große zivilisatorische Errungenschaft. Doch bei dieser Gemengelage war der Weg vorgezeichnet: Militärausgaben spielten in der Politik nur noch eine Nebenrolle und die Wehrpflicht wurde abgeschafft. Niemand konnte sich vorstellen, dass man das eigene Land vielleicht einmal wieder verteidigen muss.

Das war ein Fehler und es war obendrein naiv, wie der Krieg in der Ukraine jetzt auf erschreckende Weise zeigt. Doch jetzt alle Schuld bei der Politik abzuladen, wäre billig und bequem. Denn die lange Phase des Friedens in Europa hatte eine unüberhörbare gesellschaftliche Grundstimmung erzeugt: Hohe Ausgaben fürs Militär waren verpönt oder wurden zumindest als unnötig angesehen. Mahner konnten sich bei den Menschen kaum Gehör verschaffen, für viele war die Bundeswehr ja ohnehin nur ein lästiges Übel.

Angesichts dessen wäre es schwer gewesen, eine andere Verteidigungspolitik in der Bevölkerung durchzusetzen. Doch seit Putin den Krieg in der Ukraine entfesselt hat, ist klar: Der Traum vom immerwährenden Frieden in Europa war nichts mehr als eine Illusion. Danach gilt es die neue Verteidigungspolitik auszurichten. Und hier braucht es einen langen Atem. Auch wenn der Krieg in der Ukraine hoffentlich bald endet, hat sich am grundsätzlichen Problem ja nichts geändert.

Lesen Sie auch: Alte Waffensysteme und „organisiertes Chaos“ - zwei Allgäuer Experten erklären, wie es zu den Problemen bei der Bundeswehr kommen konnte.