Morde im Allgäu

Diese sechs Mordfälle im Allgäu sind bis heute ungeklärt - auch eine Schülerin unter den Opfern

Sechs Mordfälle im Allgäu sind bis heute ungeklärt. Dazu gehört auch der Mord an einer Schülerin

Sechs Mordfälle im Allgäu sind bis heute ungeklärt. Dazu gehört auch der Mord an einer Schülerin

Bild: Matthias Becker (Symbolfoto)

Sechs Mordfälle im Allgäu sind bis heute ungeklärt. Dazu gehört auch der Mord an einer Schülerin

Bild: Matthias Becker (Symbolfoto)

Die Ermittler geben die Hoffnung nie auf: Im Allgäu gibt sechs ungelöste Mordfälle. Ein Überblick.
15.11.2020 | Stand: 14:08 Uhr

2019 wurden im Allgäu sechs Menschen ermordet. Diese Verbrechen konnte die Polizei allesamt aufklären. Überhaupt steht das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mit einer Aufklärungsquote von 88,4 Prozent im Bereich Gewaltkriminalität, zu der Mord, aber beispielsweise auch Raubdelikte zählen, sehr gut da. Bayernweit liegt der Schnitt bei 85,9 Prozent.

Doch es gibt sechs Mordfälle aus der Vergangenheit, die den Ermittlern bis heute keine Ruhe lassen. Sie hoffen darauf, eines Tages den oder die jeweiligen Täter ermitteln zu können. Vielleicht hilft dabei eine neue Spur, die sich zufällig ergibt, vielleicht eine neue Zeugenaussage oder auch eine neue Verfahrenstechnik. Die Akten der folgenden sechs "Cold Cases" werden jedenfalls nie geschlossen. Denn: Mord verjährt nie.

  • Mordfall Hochstadtweg, Kaufbeuren

Wer hat einen 40 Jahre alten Mann aus Kaufbeuren umgebracht? Diese Frage beschäftigt die Kriminalisten seit dem 9. August 2014. Der Mann wurde durch mehrere Stiche umgebracht. Die Polizei geht davon aus, dass es zwischen dem Opfer und dem unbekannten Täter zu einem Streit gekommen ist, der mit den tödlichen Stichen endete.

  • Ölfleckanschlag, Unterallgäu:

Auch dieser spektakuläre Fall wird als Mordsache bearbeitet. Am späten Nachmittag des 17. April 2011 geschieht das Unfassbare: Auf einer bewusst gelegten Ölspur zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren im Unterallgäu stirbt ein Motorradfahrer. Schnell wird klar: Ein Unbekannter hat mit Altöl gefüllte Glasflaschen vermutlich aus dem einem fahrenden Auto auf die Straße geworfen und so den schlimmen Unfall bewusst verursacht, bei dem der Familienvater ums Leben kam.

Im April 2011 starb ein Motorradfahrer durch eine absichtlich gelegte Ölspur. Vom Täter gibt es bis heute keine Spur.
Im April 2011 starb ein Motorradfahrer durch eine absichtlich gelegte Ölspur. Vom Täter gibt es bis heute keine Spur.
Bild: Polizeipräsium Schwaben
  • Joker-Mord, Kempten:

Mit 16 Messerstichen ermordet ein Unbekannter in einer Kemptener Spielothek in der Nacht zum 17. Februar 1996 den Angestellten Harald Schmid. Die Beute: eine Geldkassette mit 300 Mark. Die Kripo ermittelt zwar einige Tatverdächtige, für einen Haftbefehl reicht die Beweislage aber nicht aus. Auch neue Verfahrenstechniken brachten bislang keine neue heiße Spur. Mehr über den Fall lesen Sie hier.

  • Der Fall Sonja Hurler, Kempten:

Die 13-jährige Schülerin besucht am 5. Juli 1981 das Stadtfest in Kempten. Abends will sie zu ihrer Oma gehen. Dort kommt sie aber nie an. Erst im Oktober wird ihre Leiche unter einem Feldstadel im Stadtteil Heiligkreuz gefunden. Der Fall ist nicht zu klären, obwohl er 2003 zwischenzeitlich wieder im Mittelpunkt der Polizeiarbeit stand.

Unter Verdacht standen und stehen zur Tatzeit Jugendliche aus dem angrenzenden Stadtteil Thingers. Manche leben nicht mehr, andere halten sich irgendwo im Ausland auf. Die Akten dieses Verbrechens werden - wie in den anderen Fällen - nie geschlossen: Mord verjährt nicht.

  • Kälberstrick-Mord, Weitnau:

Im Herbst 1968 wird bei Weitnau (Oberallgäu) die Leiche der 28 Jahre alten Rosmarie Balk gefunden. Sie wurde mit einem Strick erdrosselt. Wahrscheinlich aber an einem anderen Ort. Der Täter wird im persönlichen Umfeld der Frau gesucht. Überführt wird er nie.

  • Der Fall Josefine Ecker, Oberstdorf:

Mit einem Stein hat ein Unbekannter die 16 Jahre alte Josefine Ecker erschlagen. Ihre Leiche wird am 20. Juli 1968 nahe einer Straße bei Oberstdorf gefunden. Die Ermordete gilt, wie es damals hieß, als "lebenslustig". Der Täter wird in ihrem Bekanntenkreis vermutet. Die Ermittlungen bleiben aber erfolglos. Ob ein Zusammenhang mit dem Kälberstrick-Mord ist bis heute Spekulation.

Hinweise zu den genannten Mordfällen nimmt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West entgegen. Telefon: 0831/9909-0.

Zum Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West gehören: die Landkreise Günzburg, Lindau (Bodensee), Neu-Ulm, Oberallgäu, Ostallgäu und Unterallgäu, sowie die kreisfreien Städte Kaufbeuren, Kempten (Allgäu) und Memmingen.