Füssen

Drei-Generationen-Schmaus

Mark Forster Konzert in Füssen

Besucher beim Mark-Forster-Konzert in Füssen ...

Bild: Thomas Weiß

Besucher beim Mark-Forster-Konzert in Füssen ...

Bild: Thomas Weiß

Publikum Massenweise Familien lockt Mark Forster nach Füssen. Bei unserer Umfrage äußern sie sich begeistert von Band und Show. Lediglich der Ausfall des Handy-Netzes und die weit entlegenen Parkplätze stoßen auf Kritik
11.02.2021 | Stand: 14:51 Uhr

Bei seinem Hit „Chöre“ wird es besonders deutlich: Mark Forster begeistert sie alle: Kinder, Eltern, Großeltern. Wir haben uns unter sie gemischt und gefragt ...

Familie Daser aus Pforzen hat sich schon Stunden vor dem Konzert ein (bis dato lauschiges) Plätzchen zwischen den akkurat geschnittenen Buchsbaum-Hecken im Barockgarten des Festspielhauses gefunden. Das Christkind, so erzählt Mutter Julia, habe der zehnjährigen Tochter ihre erste Konzert-Karte gebracht. Franziska ist entsprechend aufgeregt, viel cooler geben sich Paul (15) und Jakob (17), die Patenkinder der Familie. Der Traum, ein Autogramm von ihrem Schwarm Mark Forster zu bekommen, erfüllt sich für Franzi zwar nicht, das Konzert, sagen die Dasers hinterher, sei aber trotzdem „wahnsinnig toll gewesen – allein schon wegen der gigantischen Kulisse“.

Genau zugehört haben Simon und Julius Wackersreuter. Die achtjährigen Zwillingsbrüder aus Füssen tragen stolz das T-Shirt ihrer Chorklasse, machen regelmäßig bei Musicals und Theaterstücken mit: Ob Mark Forster sie gesanglich überzeugen konnte? „Ja, das hat er schon ganz gut gemacht“, sagt Simon und Julius ergänzt: „Ich will später auch mal auf so einer Bühne stehen, aber beim Musical.“ Mama Bianca und Papa Peter hat’s auch gefallen. Wie viele Eltern sind sie aber leicht rückengeschädigt vom Schultern ihrer Kinder. Wie wohltuend für die Wirbelsäule, wenn der Nachwuchs sich frühzeitig eine Treppe oder Mülltonne gesichert hatte, um an all den Erwachsenen vorbei einen freien Blick zur Bühne zu haben.

So gar nicht dem klassischen Bild des Mark-Forster-Fans entsprechen Birgit und Jürgen Gora. Das 60-plus-Ehepaar aus Marburg – sie ist 62, er 63 – kommt Forsters Aufforderung „Everybody klatsch!“ freiwillig nach, tanzt eifrig mit, macht für die Enkelkinder zuhause Handy-Fotos und Videos und verlässt das Konzert vor dem großen Run – schließlich geht’s schnurstracks weiter zum Hippie-Festival Burg Herzberg nach Hessen. „Super Konzert, superschöne Location“, rufen die beiden noch hinterher.

Am Ende sind die Antworten, wie das Konzert denn gefallen habe, generationenübergreifend gleich: „Genial. Geil. Mega cool.“ Forster reagiert auch spontan auf Fan-Zurufe. „Ich will ein Kind von Dir“ quittiert er trocken mit: „Glaubst du, das ist der richtige Moment? Sonst geh’ einfach Backstage und nimm dir eins weg“. Kritik wird nur darüber laut, dass auf dem Gelände das Mobilfunknetz restlos überlastet war beziehungsweise gar nicht funktionierte und dass der kilometerlange Massen-Marsch von und zu den Großparkplätzen beim Weiler Ehrwang für Eltern und Kinder zum Gedulds- und Suchspiel wurde. Die meisten waren aber einfach nur dankbar, dass das Wetter gehalten hat. Zwei Stunden vor Konzertbeginn, als die ersten dunklen Wolken und Blitze vom Breitenberg rüberzogen, ahnten viele Böses. Am Verkaufsstand für Regenponchos war die Schlange plötzlich drei Mal so lang als vor der Pommesbude, und die vor der Bühne längst sicher geglaubten Topplätze wurden noch mal kräftig durchgemischt. Aber es blieb bei einem kurzen Regenguss, der den Besuchern wenig später ein wahrhaft kitschiges Füssen-Bild ins Gedächtnis brannte – für immer und ewig: Einen Regenbogen zwischen Säuling und Tegelberg, direkt über Schloss Neuschwanstein. Und die Chöre singen für Dich ...

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Da war’s dann auch zu verschmerzen, dass hunderte Besucher nach dem Konzert bis weit nach Mitternacht in ihren Autos ausharren mussten, bis sie endlich die Heimfahrt antreten konnten.