Jahresrückblick 2020

Eine Prinzessin, ein Schatz, ein verschwundener Phallus: Diese Themen bewegten 2020 das Allgäu

Natürlich war auch im Allgäu Corona das Thema des Jahres. Und doch gab es daneben andere Momente, die uns bewegten - lustige, traurige, kuriose.
30.12.2020 | Stand: 21:27 Uhr

Ein Jahresrückblick 2020 wäre ohne das beherrschende Thema Corona sicher unvollständig. Auch im Allgäu sind Menschen in diesem Jahr an Covid-19 erkrankt und gestorben, haben Händler, Künstler und Sportler unter den vielen Einschränkungen gelitten, wurden Existenzen zerstört.

Und doch gab es neben Corona noch jede Menge anderer Momente, die uns im Allgäu bewegten, faszinierten, zum Staunen brachten - oder traurig machten.

Der sogenannte Overtourism etwa, der Massenandrang von Ausflüglern, Campern und Touristen ins Allgäu, beschäftigte die Menschen den ganzen Sommer über. Wie die Besucherströme lenken, die Natur schützen - und gleichzeitig den so wichtigen Wirtschaftszweig nicht abwürgen? Ansätze für Lösungen gab es, ein Patentrezept wurde - zumindest 2020 - noch nicht gefunden.

Überhaupt gab es aus der Wirtschaft im Allgäu dieses Jahr gute wie schlechte Nachrichten. Dass die Warenhäuser von Karstadt und Kaufhof in Kempten und Memmingen erhalten bleiben, zählt sicherlich zu den guten Meldungen 2020. Traurig dagegen war das Aus für den Getriebebauer Voith in Sonthofen. Der Ausbau der B12 nahm wichtige Meilensteine, die Elektrifzierung der Bahn im Allgäu wurde endlich Realität - auch, wenn die Premiere prompt mit einer kuriosen Panne endete.

Panne bei der Premiere: Die erste Bahnfahrt zwischen Zürich und München auf der neu elektrifizierten Strecke endete im Dezember in Hergatz - am Abschlepphaken einer alten Diesellok.
Panne bei der Premiere: Die erste Bahnfahrt zwischen Zürich und München auf der neu elektrifizierten Strecke endete im Dezember in Hergatz - am Abschlepphaken einer alten Diesellok.
Bild: Ralf Lienert

Ein Biber versenkt einen Bagger, eine Allgäuerin wird zur Fürstin ernannt

Ja, die Bahn hat uns 2020 nicht nur einmal zum Lachen gebracht - Stichwort: Biber versenkt Bagger. Für Aufsehen sorgte auch Prominenz. Ein berühmter Komponist feierte mit der versammelten deutschen Schlagerszene Geburtstag in Füssen, Til Schweiger kam zum Dreh nach Kaufbeuren, und in Italien würde ein Allgäuerin Fürstin. Hach!

Es gab allerdings auch Nachrichten aus dem Allgäu, die betroffen machten. Denken wir an die Brände in Weitnau oder im Bauernhofmuseum Illerbeuren. Ein schreckliches Verbrechen ereignete sich in Obergünzburg, in Kempen wurde ein Mörder verurteilt. Und auch der sogenannte Allgäuer Tierskandal landete 2020 beim Gericht.

Ein Biber sorgte bei Holzhausen nahe Buchloe für einen spektakulären Unfall. Das Nagetier hatte dafür gesorgt, dass der Bahndamm der Strecke Lindau-München unterspült wurde. Als die Bahn das beheben wollte und mit einem Bagger anrollte, versank dieser prompt im Schlamm. Später kam heraus, dass die Arbeiten so wohl nie hätten ablaufen dürfen.
Ein Biber sorgte bei Holzhausen nahe Buchloe für einen spektakulären Unfall. Das Nagetier hatte dafür gesorgt, dass der Bahndamm der Strecke Lindau-München unterspült wurde. Als die Bahn das beheben wollte und mit einem Bagger anrollte, versank dieser prompt im Schlamm. Später kam heraus, dass die Arbeiten so wohl nie hätten ablaufen dürfen.
Bild: Robert Stannecker (Archiv)

Eine Frau erstritt 2020 vor Gericht, dass das Fischen beim Memminger Fischertag keine Männerdomäne mehr bleiben darf. Illegale Schatzsucher scheiterten trotz schweren Geräts am Falkenstein bei Pfronten. Und immer wieder musste die Bergwacht ausrücken, um Menschen aus misslichen Lagen zu retten.

Tja, und dann war da natürlich noch dieses eine Thema 2020. Ein Thema, zu dem man stehen kann, wie man will - aber es brachte das Allgäu weltweit in die Schlagzeilen, von Indien über Russland bis nach Neuseeland.

Aber sehen Sie selbst! Hier unser Jahresrückblick 2020 für das Allgäu in Bildern:

Bilderstrecke

Der große Jahresrückblick: Diese Themen haben uns 2020 im Allgäu bewegt