Mehrere Tausend Teilnehmer

Wieder einige Demos gegen Corona-Maßnahmen im Allgäu - Polizei leitet Verfahren ein

Am Montag hatte die Polizei im Allgäu wieder einiges zu tun: In mehreren Städten gab es Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen - teils waren diese nicht angemeldet.

Am Montag hatte die Polizei im Allgäu wieder einiges zu tun: In mehreren Städten gab es Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen - teils waren diese nicht angemeldet.

Bild: Felix Kästle, dpa (Symbolbild)

Am Montag hatte die Polizei im Allgäu wieder einiges zu tun: In mehreren Städten gab es Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen - teils waren diese nicht angemeldet.

Bild: Felix Kästle, dpa (Symbolbild)

Im Allgäu kamen am Montag wieder zahlreiche Menschen zusammen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Nun gibt es mindestens 40 Verfahren.
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Von Allgäuer Zeitung
18.01.2022 | Stand: 12:50 Uhr

Zahlreiche Versammlungen und Demonstrationen gegen die geltenden Corona-Maßnahmen haben auch wieder am vergangenen Montag stattgefunden. Wie die Polizei mitteilte, gab es im Präsidiumsgebiet Schwaben Süd/West insgesamt 26 Versammlungen mit einer geschätzten Teilnehmerzahl von 6775 Menschen. Es handelte sich dabei sowohl um angemeldete stationäre Versammlungen als auch um "nicht angemeldete Aufzüge", teilte die Polizei mit.

  • Die größte Versammlung fand in Ulm und Neu-Ulm statt, wo etwa 2000 Menschen zusammenkamen.
  • In Mindelheim trafen sich etwa 1200 Teilnehmer.
  • 580 Menschen versammelten sich in Krumbach, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren.
  • In Kempten hatte die Versammlungsbehörde im Voraus eine Allgemeinverfügung erlassen, in der eine Örtlichkeit vorgegeben wurde. Entgegen dieser Vorgabe zogen laut Polizei jedoch rund 300 Menschen durch die Innenstadt. Nach Polizeiangaben missachteten sie die Anweisungen der Polizei. Die Beamten leiteten fast 40 Verfahren ein und stehen dazu noch "in engem Austausch mit der Stadt Kempten".
  • Bei zwei angemeldeten Gegenversammlungen zählte die Polizei in Mindelheim 220 und in Memmingen 20 Personen.

Bei Corona-Demos: Verstöße gegen Allgemeinverfügung oder Maskenpflicht

Im Zuständigkeitsbereich des Nachbarpräsidiums Ravensburg gab es laut Polizei nach mehreren sogenannten Corona-"Spaziergängen" am Montag zehn eingeleitete Strafverfahren, 77 Ordnungswidrigkeitenanzeigen, 93 Personalienfeststellungen sowie 87 ausgesprochene Platzverweise. "Insgesamt acht Mal konnten dabei potentielle Versammlungsleiter in Wangen, Bad Saulgau und Friedrichshafen ausgemacht und wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz angezeigt werden", teilte die Polizei mit.

Die meisten Verfahren gibt es wegen Verstößen gegen die erlassene Allgemeinverfügung oder die Maskenpflicht, teilte die Polizei mit. Von einigen Menschen verlangten die Beamten einen Identitätsnachweis oder erteilten Platzverweise. In drei Fällen kam es laut Polizei zu Beleidigungen.

(Lesen Sie auch: Über 70.000 Menschen demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen)

Polizeigruppe in Ravensburg von Versammlungsteilnehmern bedrängt

In Ravensburg wurde nach Polizeiangaben gegen 19.15 Uhr eine Einsatzgruppe der Polizei kurzzeitig von Versammlungsteilnehmern umschlossen und bedrängt. Erst durch hinzugerufene Verstärkungskräfte konnte die Situation entschärft werden. Ein Großteil der Beteiligten floh laut Polizei. Die Beamten stellten ein Teppichmesser mit Hakenklinge sicher, das nach dem Vorfall auf dem Boden lag. Derzeit ist noch nicht bekannt, ob dies einem der Versammlungsteilnehmer gehört.

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Insgesamt gab es in 16 Städten und Gemeinden im Präsidiumsbereich Ravensburg am Montagabend Corona-"Spaziergänge", an denen in Summe etwa 5500 Personen teilnahmen. Abgesehen von Ravensburg verliefen die Versammlungen nach Polizeiangaben "überwiegend gewaltfrei und ohne besondere Vorkommnisse".

So viele Teilnehmer waren bei den Corona-Demos in und um Ravensburg

  • Ravensburg: etwa 800 bis 1100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Weingarten: etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Bad Waldsee: etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Wangen: etwa 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Vogt: etwa 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Isny: etwa 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Leutkirch: etwa 380 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Bad Wurzach: etwa 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Friedrichshafen: etwa 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Tettnang: etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Meckenbeuren: etwa 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Überlingen: etwa 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Markdorf: etwa 330 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Bad Saulgau: etwa 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Pfullendorf: etwa 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Sigmaringen: etwa 590 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Anmeldung von Demonstrationen gegen Corona-Politik ist vorgeschrieben

Nach Angaben der Polizei ist die Anmeldung von solchen Versammlungen nicht nur im Sinne des Versammlungsrechts vorgeschrieben, "sondern hat zweifelsohne auch klare Vorteile für die Versammlungsteilnehmer und -organisatoren." Zum Schutz aller kann die Polizei in Abspache mit der Straßenverkehrsbehörde dann entsprechende Verkehrsmaßnahmen treffen.

Lesen Sie auch: Corona-„Spaziergänge“ halten Polizei im Allgäu auf Trab - „Ton wird rauer“

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