Lachen/Buxheim

Er hat auf (fast) alles die richtige Antwort

MM Quizmeister

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Bild: privat

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Wettbewerb Der Unterallgäuer Christoph Paninka ist neuer bayerischer Quizmeister. Wie der Lehrer mit Druck umgeht, sich aufs Raten vorbereitet und warum er seinen Schülern aus Dankbarkeit Süßigkeiten spendiert
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Von von thomas schwarz
07.11.2019 | Stand: 16:59 Uhr

Christoph Paninka ist überglücklich. Der 50-Jährige aus Lachen (Unterallgäu) war bei den Bayerischen Quizmeisterschaften so erfolgreich wie nie zuvor: Zwei Wettbewerbe hat er in Regensburg gewonnen, einmal wurde er Zweiter. Besonders freute sich der Lehrer am Buxheimer Gymnasium Marianum über den Sieg im so genannten Buzzern: „Zum ersten Mal habe ich dabei etwas gewonnen – und dann gleich Gold!“

Ein volles Programm hatte Paninka bei dem Wettbewerb des Deutschen Quiz-Vereins zu bewältigen: Beim Teamquiz mit Lorcan Duff, Manfred Lachmann und Dirk Vielhuber gab es sechs Runden á zehn Fragen á zehn Minuten – 22 Teams waren am Start. Im Einzel wetteiferten 68 Teilnehmer über zwei Runden á 60 Fragen á 40 Minuten in zehn Kategorien und beim Buzzern waren es 34 Teilnehmer, die sich über mehrere Runden ins Finale drücken wollten.

Was dem Unterallgäuer zugutekam, waren einige Fragen mit schwäbischem und Allgäuer Bezug: „Wer gründete die Augsburger Puppenkiste?“ (Walter Oehmichen), „In welchem Kurort wird jährlich das Auftaktspringen der Vierschanzentournee ausgetragen?“ (Oberstdorf) oder „Am Neptunbrunnen welcher Stadt im Ostallgäu ist der mit acht Metern Durchmesser angeblich größte Adventskranz der Welt aufgebaut?“ (Kaufbeuren). Richtig beantwortete er auch die Entscheidungsfrage im Buzzer-Finale: „Wie oft gelang es dem Gastgeber einer Fußball-WM der Männer, Fußball-Weltmeister zu werden?“ Richtig – sechsmal.

Dankbar ist Paninka seinen Schülern: „Sie haben mir zu ein paar Zusatzpunkten verholfen.“ Unter anderem erzählten sie ihm von dem Youtuber ConCrafter und seiner Pizza sowie dem Starlet Shirin David – was auch prompt gefragt wurde. „Das wäre sonst völlig an mir vorbei gegangen, da ich nicht fernsehe und mir YouTuber ziemlich egal sind.“ Für die Unterstützung will sich der Deutsch- und Geschichtslehrer bei seinen Schülern mit Süßigkeiten bedanken.

Paninka hatte sich intensiv auf die Meisterschaft vorbereitet: „Beim täglichen Lesen von Zeitung und Internetnachrichten habe ich seit September speziell auf Meldungen mit Bezug zu Bayern geachtet.“ Dennoch ist er zweimal auf dem „kalten Fuß“ erwischt worden: „Bei der Frage, welcher bis 1492 der letzte arabische Staat auf europäischem Boden war, habe ich Granada mit Cordoba verwechselt. Noch viel schlimmer aber war, dass ich passen musste bei ,In welcher Schlacht schlugen die Thebaner 371 vor Christus dank ihrer schiefen Schlachtordnung das Heer der Spartaner?’ Die anderen Topleute wussten das natürlich – aber mir wollte Leuktra einfach nicht einfallen. Bitter“, sagt Paninka.

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Dabei kann er eigentlich gut mit Stress umgehen. „Lehrer sind einigem Druck ausgesetzt, vor allem seitens der Eltern.“ Letztlich sei es egal, ob man ein Referat halten muss oder in eine (Quiz-)Prüfung geht: „Es hilft, an Erfolgserlebnisse zu denken – und am wichtigsten ist, wenn du weißt: Du bist ausgeschlafen und richtig gut vorbereitet. Das motiviert!“

Am Ende hat es auch geklappt in Regensburg. Für Paninkas Team war es schon die dritte Bayerische Meisterschaft in Folge – diesmal sogar mit neuem Punkterekord. Gewinnen ist für ihn nichts Neues: Er war bereits Seriensieger in TV-Quizshows wie „Jeder gegen Jeden“, „Wer wird Millionär“, „Jeopardy“, „Deutschlands klügste Lehrer“ und „Quizduell“. Vielleicht lag es aktuell aber auch an Paninkas T-Shirt mit dem chinesischen Schriftzeichen für „Glück und Erfolg“. Es war nämlich das Original-T-Shirt seines Auftritts bei „Wer wird Millionär“ anno 2008.

Auf die faule Haut legt sich Paninka auch weiterhin nicht. Im Dezember will er beim Deutschland-Cup mindestens seinen jetzigen achten Platz in der deutschen Quizrangliste halten. „Das wird das vierte Jahr in Folge ein Platz unter den deutschen Top 10!“ Und im Februar geht es zu den deutschen Meisterschaften nach Berlin.