Fliegende Intensivstationen aus Tirol

20 Jahre ARA Flugrettung - Raten Sie mal, wie viele Einsätze die Hubschrauber seitdem flogen

Windenbergungen bei Tageslicht sind Routine für die ARA Flugrettung. Künftig werden die Retter die schwierigen Missionen auch bei Dunkelheit durchführen dürfen.

Windenbergungen bei Tageslicht sind Routine für die ARA Flugrettung. Künftig werden die Retter die schwierigen Missionen auch bei Dunkelheit durchführen dürfen.

Bild: ARA/Haefner

Windenbergungen bei Tageslicht sind Routine für die ARA Flugrettung. Künftig werden die Retter die schwierigen Missionen auch bei Dunkelheit durchführen dürfen.

Bild: ARA/Haefner

Die Flugrettung ARA in Reutte wird 20. Seit der Gründung flogen die Hubschrauber viele Einsätze und retteten zahlreiche Menschen aus der Not. Zahlen und Fakten.
10.08.2021 | Stand: 08:02 Uhr

Eigentlich müsste die Geburtsstunde der ARA-Flugrettung auf den 30. April 2001 datiert werden. Denn an diesem Tag nahm der damals noch vom Roten Kreuz Kärnten betriebene Notarzthubschrauber „RK-1“ am Flughafen Klagenfurt offiziell seinen Betrieb auf. Erst in den darauffolgenden Wochen wurde laut einer Mitteilung der ARA Flugrettung die Kooperation mit der DRF Luftrettung auf die Beine gestellt, die schließlich am 10. August 2001 in der Eintragung des gemeinsamen, gemeinnützigen Unternehmens „ARA Flugrettung“ ins Firmenbuch mündete.

Sowohl in Tirol als auch in Kärnten gestalteten sich die Anfänge herausfordernd und wechselvoll. Mittlerweile haben sich die beiden Stationen Fresach (RK-1) und Reutte (RK-2) aber als unverzichtbare und professionelle Säulen der notfallmedizinischen Versorgung im jeweiligen Bundesland etabliert. Dies belegen auch die Einsatzzahlen: In Summe sind die beiden Notarzthubschrauber seit der Gründung des Unternehmens (bis Ende Juni 2021) über 32.000 Mal Menschen in Not zu Hilfe gekommen.

Auftrag der ARA Flugrettung: täglich Menschenleben retten

„Diese eindrucksvolle Bilanz spricht für sich. Es gilt, allen aufrichtig zu danken, die mitgeholfen haben, dass die ARA Flugrettung mit ihren fliegenden Intensivstationen täglich Menschenleben retten kann“, verneigt sich ARA-Geschäftsführer Thomas Jank verbal vor all jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die ARA Flugrettung auf ihrem Werdegang begleitet haben und die aktuell dort tätig sind. Mit Freude und Wohlwollen verfolgt auch der Mehrheitseigentümer, die DRF-Luftrettung, die stetige und stabile Weiterentwicklung bei der ARA Flugrettung. „Der Weg, den die ARA eingeschlagen hat, ist ein sehr erfolgversprechender und vor allem nachhaltiger. Wir werden diesen Weg gemeinsam mit großer Leidenschaft und Professionalität zügig weiter beschreiten“, blickt der Vorstand der DRF Luftrettung, Dr. Peter Huber, optimistisch in die Zukunft. (Lesen Sie auch: Trotz Lockdowns: Mehr Einsätze für Rettungshubschrauber)

Über 32.000 Einsätze in 20 Jahren – die Flugrettung in Reutte blickt zurück

Bei der ARA Flugrettung in den letzten Jahren besonders im Fokus: Die Themen Investition und Innovation. 2018 wurde mit der H145 von Airbus der weltweit modernste Notarzthubschrauber in den Dienst gestellt. 2019 und 2020 folgte die Aufnahme des Nachtflugbetriebs mit Restlichtverstärkerbrille in Folge der Ausweitung der Dienstzeiten. Und pünktlich zum Geburtstag wird das nächste große Kapitel in Sachen Flugrettung aufgeschlagen: Als erstes Flugrettungsunternehmen in Österreich und Deutschland darf die ARA voraussichtlich (die finale Zustimmung der Behörde wird in den nächsten Wochen erwartet) ab Winter auch bei Dunkelheit Windenbergungen durchführen.

Die zwei Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung standen im Jahr 2020 trotz Covid-Krise wieder im Dauereinsatz. Insgesamt absolvierten die Flugrettungs-Profis in Fresach (Kärnten) und Reutte (Tirol) 2.021 Einsätze.
Die zwei Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung standen im Jahr 2020 trotz Covid-Krise wieder im Dauereinsatz. Insgesamt absolvierten die Flugrettungs-Profis in Fresach (Kärnten) und Reutte (Tirol) 2.021 Einsätze.
Bild: ARA/Kika

Schon im September starten die dafür notwendigen Trainings. Warum der Nachtwindenbetrieb als echter Meilenstein bezeichnet werden kann, erklärt ARA-Flugbetriebsleiter Jörg Redetzky so: „Schon bei Tag ist eine Windenbergung eine große Herausforderung. Beim Zusammenspiel zwischen Pilot, Winden-Operator, Notarzt und Flugretter muss wirklich jeder Handgriff exakt sitzen. Teile dieses Teamworks waren bis dato bei Dunkelheit durch die europäischen Regularien nicht zugelassen. Wir konnten nun nachweisen, dass die von uns erarbeiteten Verfahren dennoch dem hohen Sicherheitsniveau der europäischen Behörden entsprechen. Und so gehen wir nun den nächsten Schritt mit der Windenoperation bei Nacht.“ (Lesen Sie auch: Spektakuläres Training mit Rettungshubschrauber in Reutte)

Über 70 Menschen arbeiten bei der ARA Flugrettung in Tirol

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Die dafür notwendigen Verfahren wurden bei der ARA über viele Monate akribisch erarbeitet. Für den leitenden Windenoperator der ARA Flugrettung, Christian Zlöbl, eröffnet diese Möglichkeit nun neue Perspektiven: „Speziell bei Bergungen im unwegsamen oder alpinen Gelände nach Einbruch der Dunkelheit sind nun deutliche Verbesserungen zu erwarten. Vielfach war eine Landung bei Nacht im unwegsamen Gelände nicht möglich und die bodengebundenen Rettungskräfte mussten sich dann oft stundenlang zum Verunfallten vorkämpfen und diesen unter größten Mühen abtransportieren.

Dieser physisch wie psychisch extreme und mitunter risikoreiche Aufwand wird nun in vielen Fällen wegfallen. Zum Wohle des Patienten und auch zu Gunsten der Helfer am Boden.“

Für die ARA Flugrettung arbeiten aktuell 73 Personen: Sieben Piloten, neun Windenoperator, 19 Flugretter, 28 Notärztinnen und Notärzte und zehn Verwaltungskräfte. Geflogen wird obligatorisch mit einer Vier-Personen-Crew (Pilot, Windenoperator, Flugretter, Notarzt), die bei Bedarf um weitere Spezialkräfte (Bergretter, Fachärzte, Intensivpfleger) ergänzt werden kann.

Immer wieder üben die Retter - hier die Crew des Notarzthubschraubers "RK-2" im Klettergebiet "Gsperr" - das rasche und vor allem sichere Handling bei Windenbergungen.
Immer wieder üben die Retter - hier die Crew des Notarzthubschraubers "RK-2" im Klettergebiet "Gsperr" - das rasche und vor allem sichere Handling bei Windenbergungen.
Bild: ARA/Kika/KK