Ostallgäuer Alphirte

„Es war mein schwierigster Sommer in den 16 Jahren meiner Alphirten-Zeit“

Almabtrieb

Alpmeister Manfred Ludwig Kössel links und Alphirte Josef Gast verfolgen das Sortieren der Schumpen, damit die Tiere auch zum richtigen Besitzer gelangen.

Bild: Albert Guggemos

Alpmeister Manfred Ludwig Kössel links und Alphirte Josef Gast verfolgen das Sortieren der Schumpen, damit die Tiere auch zum richtigen Besitzer gelangen.

Bild: Albert Guggemos

71 Stück Jungvieh kehren in Eisenberg früher heim als geplant. Immer wieder mussten die Schumpen neu eingezäunt werden, sagt Alpmeister Ludwig Kössel.
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Von Albert Guggemos
13.09.2021 | Stand: 13:00 Uhr

Nun ist das angenehme Geläut rund um die Schlossbergalm bei Eisenberg-Zell wieder verstummt. Denn 71 Jungrinder sind am Samstag von der Schlossbergalm in die heimischen Ställe zurückgekehrt. Dies fand eine Woche früher als geplant statt, denn die Weideflächen von der Schlossbergalm waren restlos abgeweidet. Alphirte Josef Gast und Alpmeister Manfred Ludwig Kössel waren sich in der Beurteilung des abgelaufenen Alpsommers vollkommen einig. Seppi Gast sagte: „Es war mein schwierigster Sommer in den 16 Jahren meiner Alphirtenzeit.“

Viehscheid im Ostallgäu: Damit die Schumpen nicht hungern müssen

Wegen des vielen Regens, der prompt nach dem „Einschlagen“ am 15. Mai einsetzte und sich besonders im Juli und August fortsetzte, war es immer viel zu nass. Dadurch entstanden verhängnisvolle Trittschäden auf allen Flächen, wovon sich die Grasnarbe nicht mehr erholen konnte und deshalb der Bewuchs fast ganz zum Stillstand kam. Immer wieder musste wegen der großen Nässe umgetrieben und neu gezäunt werden, klagen Alpmeister Kössel und Alphirte Gast. (Das könnte Sie auch interessieren: Bilder von der Viehscheid im Ostertal bei Gunzesried)

Damit die Schumpen, am Anfang waren es 103 Stück, nun nicht hungern müssen, wurde der Alpabtrieb eine Woche vorverlegt. Und wie schon im vergangenen Jahr fiel das fröhliche Feiern der Viehscheid corona-bedingt zum zweiten Mal ins Wasser. In gewisser Weise zeigten sich die beiden Viehbetreuer doch zufrieden, denn es gab keinen Unfall und auch Krankheiten hielten sich in Grenzen. Lediglich die Klauenkrankheit Panaritium, von den Landwirten Igl genannt, ist häufiger als in anderen Jahre aufgetreten. Sie konnte jedoch immer erfolgreich behandelt werden.

Und so lief der Alpabtrieb auch im Jahr 2021 still und ohne jeden Rummel ab. Nur die Traktoren mit ihren großen Viehanhängern belebten das Geschehen vor der Schlossbergalm. Dass die Viehscheid erneut nicht stattfinden konnte, bedauerten unterdessen nicht nur die Landwirte.

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