Pfronten

Aufgabe von „unschätzbarem Wert“: Pfronten dankt den Alphirten

Beim Abtrieb ins Tal ging es in Pfronten heuer anders zu als sonst. Jetzt wurden die Hirten geehrt.

Beim Abtrieb ins Tal ging es in Pfronten heuer anders zu als sonst. Jetzt wurden die Hirten geehrt.

Bild: Benedikt Siegert

Beim Abtrieb ins Tal ging es in Pfronten heuer anders zu als sonst. Jetzt wurden die Hirten geehrt.

Bild: Benedikt Siegert

Einen ganzen Abend lang standen in Pfronten jetzt die Hirten der rund zwölf Alpen im Mittelpunkt. Warum die Übergabe der Ehrenschellen anders war als sonst
19.10.2020 | Stand: 17:27 Uhr

Eine fast schon überraschend gute Stimmung herrschte jetzt bei der Ehrung der Pfrontener Alphirten: Lauter strahlende Gesichter, Kuhschellen läuteten kräftig, flotte Musik aus den Bergen erklang und eine Allgäuer Brotzeit tat ein übriges für einen gepflegten Hoigarte mit corona-konformen Sicherheitsabständen. Eine besondere Auszeichnung mit Ehrenschelle und Präsentkorb galt dem Pfrontener Werner Stick für stolze 25 Jahre als Alpmeister. „Die Aufgabe auf verschiedenen Alpen machte mir immer Freude“, sagte der Geehrte. Der Zusammenhalt im Ausschuss und die Zusammenarbeit mit Hirten und Bauern habe dabei immer gepasst.

Viehscheid in Pfronten: Corona macht alles zunichte

Bürgermeister Alfons Haf hatte in seiner Rede zuvor auf die schwierigen Planungen der Veranstaltung im Zusammenhang mit Corona hingewiesen. „Aus dem ursprünglichen Hoiberfest ist eine Hirtenehrung mit Schellenübergabe geworden“, sagte Haf augenzwinkernd. Er bezeichnete die Veranstaltung als Kulturfeier und fügte hinzu, die Erhaltung der landwirtschaftlichen Alpen sei „unschätzbar viel wert“.

Der Geschäftsführer des Alpwirtschaftlichen Vereins Allgäu, Dr. Michael Honisch aus Immenstadt, veranschaulichte: „Das wahre Leben findet nur mit den Menschen statt, das gilt auch in der Alpwirtschaft.“ Dort in den Bergen würden Erfahrungen gesammelt, die das Leben ausmachen. Dann mahnte er an: „Wir kommen nicht ohne die Natur aus und müssen uns nach ihr richten. Wir sitzen in einem Boot mit den Bauern, der Jagd und dem Tourismus.“ Die Alpwirtschaft werde sich immer der Zeit anpassen, fuhr er fort und schloss: „Ich bin stolz auf euch, macht weiter so.“

Ein Diavortrag von Max Freiding zeigte, in welchem wunderschönen und deshalb besonders schützenswertem Bergparadies die Pfrontner leben dürfen. Die meisterlichen Aufnahmen reichten von der Arbeit auf der Viehweide im Frühjahr und dem Leben der Hirten in freier Natur im Sommer bis zum „Kranzen“ zur Viehscheid, dem Einsatz der Helfer und Treiber beim Abtrieb der Tiere, die Viehscheid im Tal selbst und schließlich den strahlenden Gesichter der Hirten mit ihren prächtigen Kranzrinder.

Prächtige Fotografien aus Pfronten runden den Abend ab

Vor allem Aufnahmen von blühenden Bergwiesen mit Orchideen, Alpenrosen und Frauenschuh sowie den vielen Tieren in Pfrontens Bergen – wie Spielhähne, einem jungen Kauz, Hirschen, Murmeln, Adler und Gämsen – begeisterten die Zuschauer. Schließlich fehlten auch nicht Bilder von Sonnenaufgängen und Abendstimmungen im Gebirge. Der längste Bühnenauftritt des gelungenen Abends lag jedoch im Pfrontener Pfarrheim beim jungen Anton Markowski, der fleißig aufspielte und viel Lob für sein Können erhielt. Die Ehrungen als Höhepunkt des Abends nahm der Vorsitzende des Rechtlerverbandes, Christian Neutzner, vor. Ihm assistierte Alfons Haf.

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