Wahlkampf der Grünen-Partei im Ostallgäu

Anton Hofreiter in Füssen - "Das Auto spielt auf dem Land weiterhin eine wichtige Rolle"

Toni Hofreiter

Anton Hofreiter (links) wurde vom Sprecher der Füssener Grünen, Hubert Endhardt, in der Lechhalle begrüßt. Auf dem Plakat ist der Ostallgäuer Kandidat Daniel Pflügl zu sehen.

Bild: Kraut

Anton Hofreiter (links) wurde vom Sprecher der Füssener Grünen, Hubert Endhardt, in der Lechhalle begrüßt. Auf dem Plakat ist der Ostallgäuer Kandidat Daniel Pflügl zu sehen.

Bild: Kraut

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter machte im Zuge seiner Wahlkampftour Halt im Füssener Magnus Park. Er erklärte dabei auch den „sozial-ökologischen Umbau“.
17.09.2021 | Stand: 16:54 Uhr

Links ein grünes Plakat mit Daniel Pflügl, dem Ostallgäuer Direktkandidat der Grünen Partei. Rechts dasselbe Plakat, aber mit dem Gesicht von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und im Hintergrund ein großes, ebenfalls grünes Banner mit der Aufschrift: Bündnis 90, Die Grünen.

In der sonst kargen Lechhalle im Füssener Magnus Park ist es bei einer Wahlkampfveranstaltung am Donnerstagabend die Farbe Grün, die den 67 Besuchern auf ihren selbst mitgebrachten Klappstühlen ins Auge fällt. Und es auch soll: Denn Hubert Endhardt, Sprecher des Füssener Ortsverbandes der Partei, begrüßte den Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Dr. Anton Hofreiter, zu seinem Vortrag und anschließender Fragerunde.

Anton Hofreiter zu Gast in Füssen: "Es gibt keinen Planeten B!"

Titel des Abends: „Es gibt keinen Planeten B!“ Die Klimakrise und die drohende sechste Aussterbekatastrophe sollten die zentralen Punkte sein, über die der Grünen- Politiker in seiner Rede aufklärte. Zudem gab der Ostallgäuer Bundestagskandidat Pflügl (Listenplatz 24) Einblick in seine Person und seine politischen Ziele. Dem 45-jährigen Polizeibeamten sei vor allem die Sicherheit im Land wichtig, für die mehr weltoffene Polizisten und Polizistinnen notwendig seien.

Daniel Pflügel (links), der Ostallgäuer Bundestagskandidat der Grünen und Anton Hofreiter.
Daniel Pflügel (links), der Ostallgäuer Bundestagskandidat der Grünen und Anton Hofreiter.
Bild: Marina Kraut

Hofreiter oder „Toni“, wie er von den anwesenden Parteimitgliedern genannt wurde, fand offenbar gefallen an der Lechhalle: „Coole Location“ war sein Fazit. Angereist kam Hofreiter in einem Elektrofahrzeug, einem Mercedes aus deutscher Produktion, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion betonte. Das Stichwort Elektromobilität brachte ihn sofort auf die „Mobilitätswende“. Ein zentrales Thema im Parteiprogramm der Grünen. Im ganzen Land fehle es an Ladesäulen.

Dazu komme, dass an diesen Säulen überall verschiedene Bezahlmodi zulässig sind. Viel zu kompliziert, erklärt Hofreiter. „Da frage ich mich, was hat die Regierung getrieben?“ Um das Ziel der Grünen, möglichst schnell CO2 frei zu werden, zu erreichen, sei zudem der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs von großer Bedeutung. Dennoch ist sich Hofreiter bewusst: „Das Auto wird auf dem Land weiterhin eine große Rolle spielen.“ (Lesen Sie auch: Bundestagswahl 2021: Das wünschen sich junge Journalisten der Allgäuer Zeitung)

Förderung des ÖPNV

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Wichtig sei deshalb ein Mindestangebot an Bus- und Bahnlinien. Für Hofreiter ohnehin „öffentliche Daseinsvorsorge“. Darunter versteht der Politiker ein Angebot von 8 bis 24 Uhr, einmal in der Stunde. Und wenn die Buslinie von Ort zu Ort nicht wirtschaftlich ist? Davon sei auszugehen, sagt Hofreiter. Öffentliche Zuschüsse von Stadt, Land oder Bund müssten das aber verantworten. Mittelfristig, sagt Hofreiter, könne autonomes Fahren den öffentlichen Nahverkehr entlasten. „Die Technologie ist jetzt schon sehr weit.“

Um zu unterstreichen, wie viel bei Bus und Bahn noch möglich ist, zog Hofreiter in seinem Vortrag immer wieder Beispiele aus der Vergangenheit heran. Mittlerweile würden komplizierte bürokratische Vorgänge vieles verlangsamen. Sei es beim Ausbau des Schienennetzes oder der erneuerbaren Energien wie Photovoltaikanlagen.

Zukunftsfragen beschäftigten auch die anwesenden Bürger in der anschließenden Fragerunde. Braucht es insgesamt mehr Verzicht, lautete die Erste. Ja, antwortete Hofreiter. Vor allem bei tierischen Produkten müsse der Konsum nach unten geschraubt werden.

Selbstmitgebrachte Stühle waren für die Gäste notwendig. Einige machten es sich auch auf dem Boden bequem.
Selbstmitgebrachte Stühle waren für die Gäste notwendig. Einige machten es sich auch auf dem Boden bequem.
Bild: Marina Kraut

Benzinpreis, Afghanistan und China

Ein Tankstellenbetreiber aus der Ziegelwies zeigte sich zudem besorgt über steigende Benzinpreise aufgrund der CO2-Steuer und die damit wachsende Konkurrenz zum benachbarten Österreich. Hofreiter verwies auf die einheitliche Besteuerung des Stromes in der EU. Auch beim Benzinpreis solle das zukünftig verhandelt werden, um eine Wettbewerbsverzerrung zu verhindern. Allerdings gestand Hofreiter ein, dass es in der Finanzierung durchaus noch offene Fragen gebe.

Hofreiter und Pflügl waren sich abschließend einig: Klimaschutz müsse jetzt sein. Oder wie es Hofreiter formulierte: „Der Planet wird uns überleben.“ Eine Veränderung brauchen nur die Menschen.