Curling

Curling-Team vor WM: "Endlich wieder im Flugzeug um die Welt"

Daniela Jentsch, Curling

Ab 30. April geht es – voraussichtlich – zurück auf die internationale Bühne für die deutsche Curling-Nationalmannschaft der Frauen. Das Bild zeigt die Schwestern Analena (links) und Daniela Jentsch (Skip, Mitte).

Bild: Anil Mungal

Ab 30. April geht es – voraussichtlich – zurück auf die internationale Bühne für die deutsche Curling-Nationalmannschaft der Frauen. Das Bild zeigt die Schwestern Analena (links) und Daniela Jentsch (Skip, Mitte).

Bild: Anil Mungal

Normalerweise ist die Curling Nationalmannschaft der Frauen ein echter Globetrotter. 150 Tage sind die Füssenerinnen sonst rund um den Globus unterwegs.
18.04.2021 | Stand: 11:58 Uhr

Das Ergebnis steht ausnahmsweise mal nicht im Vordergrund. Für Daniela Jentsch und ihre Curling-Nationalmannschaft der Frauen geht es jetzt darum, sich überhaupt mal wieder auf internationalem Niveau zu messen. „Wir wissen überhaupt nicht, wo wir leistungsmäßig stehen“, sagt Jentsch. Seit einem knappen Jahr befindet sich ihr Team in ständiger Abrufbereitschaft. Falls doch noch kurzfristig ein großes Event stattfindet. Aber alles wurde abgesagt. Corona machte den Curlern einen großen Strich durch die Rechnung. Profisport hin oder her. Jentsch und Co. waren im März vergangenen Jahres sogar schon im kanadischen Prince George gewesen. Dann kam die abrupte WM-Absage. Und so sollte es im folgenden Jahr weitergehen. Ein stetes Auf und Ab. „Wir haben uns immer wieder auf Turniere vorbereitet, bis meist zwei Wochen vorher die Absage kam“, sagt Jentsch.

Noch gibt es Fragezeichen für die deutsche Curling-Nationalmannschaft der Frauen

Ändern soll sich das für sie und ihre Teamkolleginnen Analena Jentsch, Emira Abbes, Mia Höhne (alle Füssen) und Klara Fomm nun ab dem 30. April. Dann soll im kanadischen Calgary die WM der Frauen stattfinden. Betonung auf „soll“. Dieser Konjunktiv ist nötig, weil die Veranstaltung erst vor wenigen Wochen kurzfristig abgesagt wurde. Sie hätte ursprünglich im schweizerischen Schaffhausen stattfinden sollen. Ein stetes Auf und Ab.

„Uns fällt es da echt schwer, den Fokus und die Motivation im Training aufrechtzuerhalten“, sagt Jentsch. Normalerweise bereiten sie und ihre Teamkolleginnen sich wettkampfspezifisch vor. Sie erhöhen rechtzeitig die Intensität, versuchen, sich mental zu fokussieren. So haben sie es auch die vergangenen Tage gemacht – in der Hoffnung jetzt tatsächlich in Calgary aufs Eis zu dürfen.

Nach Ankunft zur Curling-WM in Calgary geht es erstmal in Quarantäne

Dafür ist vorab aber ein komplexes Prozedere nötig: Nach der Landung begeben sich die Curlerinnen fünf Tage in Quarantäne. Jeden zweiten Tag wird getestet. Erst nach dem dritten negativen Resultat darf das Team dann das Hotel verlassen. Aber auch danach ist die Bewegungsfreiheit für die Sportler limitiert. Sie bewegen sich in einer sogenannten Bubble (englisch für Blase) und sollen möglichst nur mit negativ getesteten Personen in Kontakt sein. So ist es inzwischen Standard bei Sport-Großveranstaltungen während der Pandemie.

Dennoch: Ein gewisser Unsicherheitsfaktor bleibt. Denn in der kanadischen Provinz Alberta stiegen zuletzt wieder die Fallzahlen. „Wir sind aber zuversichtlich, dass diese WM jetzt stattfindet“, sagt Jentsch.

Normalerweise ist das Team Jentsch 150 Tage im Jahr weltweit unterwegs

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Unter normalen Umständen würde sie zu diesem Zeitpunkt in der Saison bereits unter den Reisestrapazen ächzen. Denn 150 Tage im Jahr sind sie und ihr Team ansonsten unterwegs. „Jetzt freuen wir uns, wieder mal einen Flughafen von innen zu sehen“, sagt Jentsch lachend.

Ihr Ziel für die WM? Eine Platzierung zwischen Platz acht und zehn, sagt Jentsch. „Da muss man realistisch bleiben.“ Rang sechs würde zwar die direkte Quali für Olympia in Peking bedeuten. Doch das soll nicht das erklärte Ziel sein für die WM. „Es geht darum, endlich mal wieder zeigen zu können, was in uns steckt“, sagt sie.