Natur

Die eigenen vier Wände für Fledermäuse in Füssen

Fledermaus

Fledermausberater Fritz Ebelt und Nina Oestreich von der Bergwaldoffensive bei der Nistkastenkontrolle und Dokumentation. Dabei stießen sie in einem Nistkasten auf einen kleinen Abendsegler.

Bild: CoNi Social-Media

Fledermausberater Fritz Ebelt und Nina Oestreich von der Bergwaldoffensive bei der Nistkastenkontrolle und Dokumentation. Dabei stießen sie in einem Nistkasten auf einen kleinen Abendsegler.

Bild: CoNi Social-Media

Bei einer Kontrolle im Füssener Stadtwald zeigt sich: In den Kästen herrscht reges Leben. Was bei einem verletzten Tier zu tun ist.
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Von Redaktion Allgäuer Zeitung
26.07.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Sieben Jahre nach dem Beginn des Fledermaus- und Vogelmonitorings im Stadtwald Füssen, haben Nina Oestreich von der Bergwaldoffensive (BWO) am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren und Fledermausberater Fritz Ebelt erneut ein reges Treiben in den 25 angebrachten Nistkästen festgestellt. Neben zahlreichen Brutstätten von Kleiber und Meisen, die bereits verlassen beziehungsweise aufgegeben wurden, konnten einige Fledermausbesuche nachgewiesen werden. Wasser- und Zwergfledermäuse nutzen die Kästen gerne als Schlafstätte.

Einen "alten Bekannten" getroffen

Besonders freute es das Kontrollteam, wieder einen Kleinabendsegler anzutreffen. Zum dritten Male im selben Fledermauskasten scheint ihm das Quartier zu gefallen. „Vermutlich handelt es sich um ein Männchen, da die Weibchen um diese Jahreszeit überwiegend in Wochenstuben versammelt sind, wo sie ihre Jungen bekommen und großziehen“, erklärt Ebelt. Für eine genauere Untersuchung des Tieres hätte er dickere Handschuhe tragen müssen, „da ein Biss nicht nur schmerzt, sondern so auch Krankheiten übertragen werden können“. Ihre Hinterlassenschaften hingegen seien „völlig unbedenklich“.

Einfach Fledermausnistkästen öffnen oder die Tiere gar fangen, darf man jedoch nicht. Fledermäuse sind streng geschützt, das gilt auch für ihre Quartiere. Zum Kontrollieren der Kästen bedarf es daher einer Genehmigung der Naturschutzbehörde, die Ebelt mit seiner Ausbildung zum Fledermausberater besitzt. Aber was, wenn man eine kleine oder verletzte Fledermaus findet? In solch einem Fall sollte man schnellstmöglich einen Fledermausexperten kontaktieren und die Erstversorgung des Tieres sicherstellen.

Ansprechpartner und genauere Anweisungen finden sich auf der Internetseite des Landesbundes für Vogelschutz Schwaben unter der folgenden Adresse: www.schwaben.lbv.de/tierische-notfälle/fledermäuse/