Studium

Ehepaar aus Füssen unterstützt mit Stiftung zielstrebige und engagierte Abiturienten

Philipp Fricke aus Nesselwang ist der neueste Stipendiat der Füssener StudiFix-Stiftung. Momentan studiert er wegen Corona nach von zuhause aus. Sobald es geht, aber will er an die Universität nach Regensburg.

Philipp Fricke aus Nesselwang ist der neueste Stipendiat der Füssener StudiFix-Stiftung. Momentan studiert er wegen Corona nach von zuhause aus. Sobald es geht, aber will er an die Universität nach Regensburg.

Bild: Fricke

Philipp Fricke aus Nesselwang ist der neueste Stipendiat der Füssener StudiFix-Stiftung. Momentan studiert er wegen Corona nach von zuhause aus. Sobald es geht, aber will er an die Universität nach Regensburg.

Bild: Fricke

Drei Jahre lang, 500 Euro pro Monat: So unterstützt die StudiFix-Stiftung engagierte Abiturienten im Studium. Neu dazu gehört Philipp Fricke aus Nesselwang.
02.02.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Philipp Fricke ist so etwas wie der Hahn im Korb unter den Stipendiaten der „Brigitte und Wolfgang Fischer StudiFix-Stiftung“. Mit dem 17-jährigen Nesselwanger fördert das Ehepaar Fischer aus Füssen zum ersten Mal einen jungen Mann. Bisher unterstützte die 2012 gegründete Stiftung nur Abiturientinnen. Grundsätzlich spielt das Geschlecht bei der Auswahl der Stipendiaten aber keine Rolle. Allerdings „sind Mädchen oft engagierter als Jungen“, sagt Brigitte Fischer.

Soziales Engagement ist Voraussetzung

Und das Engagement der Schülerinnen und Schüler spielt eine große Rolle bei der Vergabe des Stipendiums. 500 Euro pro Monat erhalten sie von der StudiFix-Stiftung über drei Jahre. Wer dieses Geld haben möchte, braucht einerseits richtig gute Noten. Andererseits muss er oder sie sich neben oder in der Schule sozial engagieren. Philipp Fricke zum Beispiel tat das, indem er sich als Mitglied der Schülermitverwaltung an Benefizaktionen beteiligte und für diesen Sommer plant, eine Jugendleiterausbildung beim Deutschen Alpenverein zu absolvieren.

Für ihn bedeutet das Geld der Stiftung eine „große finanzielle Entlastung. Dadurch habe ich Zeit, mich mehr auf mein Studium zu konzentrieren“. Das ist eine Sache, die Brigitte und Wolfgang Fischer mit ihren Stipendien erreichen wollen. „Wir wollen junge Menschen dazu motivieren, flott und konzentriert zu studieren und sie belohnen, wenn sie sich zügig nach dem Abitur an die Arbeit machen“, sagt die Füssenerin. Wer nach dem Abitur erst ein Selbstfindungsjahr braucht oder Studiengänge wechselt, hat keine Chance auf das Stipendium. Die Stiftungsgründer wollen stattdessen, dass ihre Stipendiaten ihr Studium rasch beenden, um sich bald in die Gesellschaft einbringen zu können. „Wir sind der Meinung, dass unsere Gesellschaft gut ausgebildete junge Leute braucht, die zielstrebiges Arbeiten als wertvoll ansehen“, sagt Brigitte Fischer.

Monatliche Berichte

Über ihre Leistungen sollen die Stipendiaten monatliche Berichte ablegen. Dabei spielen aber nicht nur Noten eine Rolle. Dem Füssener Ehepaar liegt auch das allgemeine Wohl seiner Schützlinge am Herzen. „Sie sollen sagen, wenn sie Probleme haben oder irgendetwas brauchen“, sagt Brigitte Fischer. Dieser Austausch sei gerade jetzt in der Corona-Zeit sehr wichtig, weil die Studenten vielfach online arbeiten. Dadurch fehle ihnen der Vergleich mit Kommilitonen und sie täten sich teils schwer, ihre eigenen Leistungen einzuschätzen. Außerdem fallen viele typische Studentenjobs der Pandemie zum Opfer, was die finanzielle Lage vieler Studierender nicht einfacher macht.

Einen Nebenjob hat Philipp Fricke zwar noch und das Geld wird derzeit auch nicht so schnell knapp, weil er ohnehin nur online studieren kann und deshalb noch bei seinen Eltern in Nesselwang wohnt. Aber irgendwann wird sich das ändern, denn eigentlich studiert er mit seinem Abiturschnitt von 1,0 in Regensburg Wirtschaftschemie. Hat er den Master gemacht, will er in einem chemischen oder pharmazeutischen Unternehmen arbeiten. Von der StudiFix-Stiftung bekommt er 250 Euro monatlich, weil er zusätzlich Geld über ein Stipendium der Max-Weber-Stiftung erhält.

Fischer war früher Schulleiter des Gymnasiums in Füssen

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In Regensburg studiert auch Melanie Geiger aus Wildsteig Mathematik und Chemie auf Lehramt fürs Gymnasium. Sie ist eine der drei weiteren Stipendiatinnen der StudiFix-Stiftung. Die anderen beiden sind Medizinstudentin Christina Böcking aus Nesselwang und Theresa Erd aus Nesselwang. Sie studiert Development-Studies mit Schwerpunkt Advanced International Economy in Bayreuth.

Um Stipendiaten auszuwählen, erhält die Stiftung jedes Jahr vom Gymnasium Füssen Informationen über die fünf bis sechs Jahrgangsbesten der Abiturklasse. Dabei wird auch deren soziales Engagement abgefragt. Diese Kandidaten bekommen mit dem Abiturzeugnis eine Einladung der Stiftung, sich zu bewerben. Wer dem nachkommt, wird von Brigitte und Wolfgang Fischer zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Auf das Gymnasium Füssen konzentrieren sich die Beiden, weil Fischer dort als Schulleiter tätig war und sein Frau dort ihr Abitur gemacht hat.

Die Unterstützung der Studenten „ist uns ein persönliches Anliegen“, sagt Brigitte Fischer. Das Ehepaar macht deshalb selbst regelmäßig Zuwendungen an seine Stiftung und versucht, auch andere dazu zu animieren. Die Stiftung selbst habe relativ wenig Grundkapital.

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