Krankenhaus

Ein Gerät, das Long Covid-Patienten in Füssen hilft

Mit Hilfe des Fördervereins der Klinik Füssen konnte ein neues Spiroergometriegerät finanziert werden. Die Vorsitzende Gerda Bechteler testete es bei einer Probeuntersuchung mit der Lungenfachärztin Juliane Herpich (rechts).

Mit Hilfe des Fördervereins der Klinik Füssen konnte ein neues Spiroergometriegerät finanziert werden. Die Vorsitzende Gerda Bechteler testete es bei einer Probeuntersuchung mit der Lungenfachärztin Juliane Herpich (rechts).

Bild: Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Mit Hilfe des Fördervereins der Klinik Füssen konnte ein neues Spiroergometriegerät finanziert werden. Die Vorsitzende Gerda Bechteler testete es bei einer Probeuntersuchung mit der Lungenfachärztin Juliane Herpich (rechts).

Bild: Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Dank einer Spende des Füssener Fördervereins erhält das Krankenhaus ein Spiroergometer, mit dessen Hilfe die Ursachen für Atemnot untersucht werden können.
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Von Redaktion Allgäuer Zeitung
07.07.2022 | Stand: 16:38 Uhr

Die Langzeitfolgen einer Covid 19-Erkrankung, allgemein bekannt unter Long Covid, beeinträchtigen nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit. Die Lebensqualität nimmt ab, manchmal ist sogar der private oder berufliche Alltag nicht mehr zu bewerkstelligen (siehe auch "Wenn Long-Covid auch nach über einem Jahr das Leben schwer macht"). Um solchen Patienten zu helfen, ist wieder einmal der Förderverein des Füssener Krankenhauses eingesprungen: Mit seiner Spende konnte ein Spiroergometer finanziert werden, mit dem die Ursachen von Atemnot untersucht werden.

Auch für Sportler interessant

„Die Spiroergometrie ist eine wunderbare Untersuchungsmethode, um die Gründe für eine reduzierte Belastbarkeit oder Atemnot aufzuspüren“, betont Dr. Martin Hinterseer. Häufig sei es nicht einfach herauszufinden, ob das Herz, die Lunge oder der Muskel-Skelett-Apparat die Probleme verursacht, sagt der Chefarzt für Kardiologie an der Klinik Füssen weiter. „Durch unser neues Spiroergometer können wir jedoch genau feststellen, wie körperlich leistungsfähig ein Mensch ist und welches Organsystem erkrankt ist.“ Letztlich ist es laut Hinterseer auch eine Methode, um die Leistungsfähigkeit von Sportlern besser einschätzen zu können.

Was alles gemessen wird

Bei der Spiroergometrie werden mithilfe einer fahrradergometrischen Belastung die Herzkreislaufparameter Puls und Blutdruck aufgezeichnet – sowie ein kontinuierlich abgeleitetes EKG in Ruhe und unter körperlicher Anstrengung, heißt es in einer Pressemitteilung. Zusätzlich können Atemvolumina bestimmt werden. Ein Gasanalysator misst zudem den Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxidgehalt in der ausgeatmeten Luft.

Damit kann die Betreuung in Füssen optimiert werden

Gerade die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion können durch das neue Gerät nun genauer objektiviert werden, erklärt Oberärztin Juliane Herpich: „Wir sind sehr glücklich. Diese Anschaffung bedeutet einen wichtigen Baustein in der optimierten kardiologischen und pneumologischen Versorgung der Patienten im südlichen Ostallgäu“, sagt die Leiterin des Schwerpunktes Pneumologie. Nur durch eine genaue Diagnose der körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen könne auch die Betreuung optimiert werden.

„Letztlich müssen wir Covid-19 als eine Multiorgankrankheit betrachten“, betont die Lungenfachärztin. „Es können dauerhafte oder anhaltende Beschwerden in unterschiedlichen Organen zu finden sein – wobei häufig Herz und Lunge betroffen sind.“ Erschöpfung, Müdigkeit, Husten, Kurzatmigkeit sowie Atemnot unter Belastung seien die Folgen. „Wir freuen uns, dass wir an dieser entscheidenden Stelle helfen können“, sagt Gerda Bechteler, die Vorsitzende des Fördervereins. Eine Terminvereinbarung ist über das Sekretariat Medizinische Klinik, Telefon (08362) 500-366, möglich.

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