Steingaden

Ein honigsüßer Kirchenvater

Bienenkorb

Der Putto mit dem Bienenkorb an der Kanzel der Wieskirche.

Bild: Foto: Philomena Willer

Der Putto mit dem Bienenkorb an der Kanzel der Wieskirche.

Bild: Foto: Philomena Willer

Wieskirche Bienenkorb als Sinnbild von Ambrosius von Mailand
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Von wil
27.03.2020 | Stand: 15:23 Uhr

Wenn jetzt wieder reges Leben beginnt in und um den Bienenstock, dann passt auch der Tag des „honigsüßen Kirchenvaters“ Ambrosius von Mailand am 4. April in die Jahreszeit. Sein Sinnbild, der Bienenkorb, schmückt die Kanzel in der Wieskirche und der Putto schleckt sich die Finger ab. Es ist nicht nur eine liebreizende Darstellung, denn der Lobpreis des Ambrosius gilt der Apis mater, dem Duft von Bienenwärme, Honig und Propolis.

„Die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs, das als Reichtum für diese kostbare Fackel der Fleiß der Bienen, die Mutter Biene, für diese Kerze bereitet hat“: Mit diesen Worten begleitet Kirchenvater Ambrosius das Exsultet, den Lobpreis am Morgen des Ostersonntags mit dem Entzünden der Osterkerze. Schon über der Wiege sollen die Bienen ihm Honig in den Mund geträufelt haben – daher rühre die „Sprache mild wie Honigseim“ seiner späteren Schriften, insbesondere des ambrosianischen Lobgesangs. Der Jurist und Politiker war Statthalter für die Emilia mit Sitz in Mailand.

Wegen seiner Milde und Gerechtigkeit, auch wegen seines „Bienenfleißes“ und seiner Gelehrsamkeit wurde er vom Volk geliebt und verehrt, und schließlich zum Bischof gewählt. Er befasste sich mit der Auslegung der Bibel – und Augustinus war von der Weisheit des Freundes seiner Mutter Monika so beeindruckt, dass er sich von ihm taufen ließ. Seine großen Hymnendichtungen überdauerten die Zeiten.