Feuerwehr

Ein neues Team an der Spitze des Füssener Feuerwehrvereins

Der neue Vorstand der Feuerwehr Füssen mit (von links) Kommandant Thomas Roth: Konstantin Kahle als Vertreter der aktiven Mannschaft, Schriftführer Stfan Stein, Vorsitzender Florian Lochbihler, dessen stellvertreter Uwe Streit und Kassenwartin Sonja Schindele.

Der neue Vorstand der Feuerwehr Füssen mit (von links) Kommandant Thomas Roth: Konstantin Kahle als Vertreter der aktiven Mannschaft, Schriftführer Stfan Stein, Vorsitzender Florian Lochbihler, dessen stellvertreter Uwe Streit und Kassenwartin Sonja Schindele.

Bild: Uwe Claus

Der neue Vorstand der Feuerwehr Füssen mit (von links) Kommandant Thomas Roth: Konstantin Kahle als Vertreter der aktiven Mannschaft, Schriftführer Stfan Stein, Vorsitzender Florian Lochbihler, dessen stellvertreter Uwe Streit und Kassenwartin Sonja Schindele.

Bild: Uwe Claus

In Füssen gibt Gerhard Ruf Vorsitz bei der Feuerwehr ab. Florian Lochbihler wird Nachfolger. Warum Feuerwehrleute sozusagen Boten Gottes sind.
08.05.2022 | Stand: 05:45 Uhr

Zum Ende der Versammlung erhoben sich die Teilnehmer und spendeten ihm im Stehen lang anhaltenden Beifall: Gerhard Ruf hat sein Amt als Vorsitzender des Feuerwehrvereins in Füssen abgegeben. „Mir hat’s Spaß gemacht“, hatte Ruf zuvor erklärt. Doch solle man aufhören, wenn’s am schönsten ist. Zu seinem Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Florian Lochbihler gewählt. Zu einem weiteren Wechsel an der Spitze kam es bei der Kinderfeuerwehr: Nach zehn Jahren ziehen sich Matthias König und Andreas Schneider zurück, ein jüngeres Team übernimmt diese wichtige Einrichtung zur Nachwuchsgewinnung.

Dienst am Nächsten tun

Die Floriansmesse, die musikalisch umrahmt wurde von einer Abordnung der Harmoniemusik, gestalteten der katholische Stadtpfarrer Frank Deuring und sein evangelischer Amtsbruder Peter Neubert. Deuring fragte nach, warum man in der Feuerwehr aktiv sei. „Vielleicht, weil sie sagen: Ich will den Menschen etwas Gutes tun.“ Damit würden die Feuerwehrleute einen Dienst am Nächsten tun, sie wären somit für andere Menschen ein Segen. Damit sei jeder Aktive sozusagen ein Bote Gottes, ein Engel.

Die Auswirkungen von Corona

Nach der Messe folgten die Berichte der Jahresversammlung. Knapp fiel er bei Schriftführer Stefan Stein aus, da ein Aspekt coronabedingt fehlte: „Es gab kein Vereinsleben letztes Jahr – leider.“ (siehe auch: "So bereiten sich Feuerwehren in Füssen und Schwangau auf Omikron vor"). Er hoffe jedoch, dass sich das heuer ändern werde. Dann werden sich auch die Ausgaben wieder erhöhen: Denn dann müssen Vereinsausflug, Feste und dergleichen mehr finanziert werden. Da dies 2021 nicht der Fall war, konnte Kassenwartin Sonja Schindele ein deutliches Plus vermelden. Trotz einiger Ausgaben – etwa für die Restaurierung der Vereinsfahne, neue Vorhänge im Floriansstüberl oder eine Spindheizung – ist die Kasse nun mit über 71.000 Euro gut gefüllt. Die Auswirkungen der Pandemie hat auch die Jugendfeuerwehr gespürt, wie aus dem Bericht von Fabian Guggemos hervorging. Die Ausbildung war geprägt von Einschränkungen, in der Folge verlor man zwei Jugendliche. Seit diesem März aber sei „wieder der volle Ausbildungsbetrieb“ angelaufen, freute sich Guggemos. Ein Höhepunkt werde sicher die für Anfang Juli terminierte 24-Stunden-Übung sein.

Wechsel bei der Kinderfeuerwehr in Füssen

Seinen letzten Bericht für die mittlerweile zehn Jahre bestehende Kinderfeuerwehr gab Matthias König ab. Die Arbeit dort sei im zweiten Corona-Jahr „nur eingeschränkt und unter sehr erschwerten Bedingungen“ möglich gewesen. Die Folge: Die Zahl der Mädchen und Buben in der Kinderfeuerwehr sank auf acht. Bei hoffentlich weniger Einschränkungen und mit einem neuen Team soll sie wieder steigen: Denn mehrere jüngere Feuerwehrleute um Stefanie Schwarz und Rita Lochbihler übernehmen die Kinderfeuerwehr von König und Andreas Schneider.

"Mit einem Bein im Gefängnis"

„Andi Schneider und ich haben die Kinderfeuerwehr aus dem Nichts aufgebaut“, sagte König rückblickend. Es fehlten Erfahrungswerte, „wir mussten improvisieren“. Die damaligen Vorgaben des Landesverbandes, die zum Beispiel Singen empfohlen, habe man weitgehend ignoriert. Stattdessen sei es immer darum gegangen, Kinder für die Feuerwehr zu interessieren. Später galt Füssen für andere Kinderfeuerwehren als beispielgebend. Knapp 70 Mädchen und Buben waren bislang bei der Kinderfeuerwehr – 13 sind inzwischen Aktive, acht noch bei der Jugendfeuerwehr. Einer, der die Kinderfeuerwehr immer unterstützt hat, war der scheidende Vorsitzende Ruf. Der auch ein dramatisches Ereignis damit verbindet. Als Vorsitzender stehe man „immer mit einem Bein im Gefängnis“, sagte Ruf. Bei einem Erlebnis mit der Kinderfeuerwehr sah er sich schon mit beiden Beinen dort. Denn ein Ausflug, der anfangs „bei herrlich schönem Wetter“ hinauf zur Bleckenau führte, entwickelte sich plötzlich ganz anders: Mittendrin sei es zu einem Schlagwetter mit Hagel gekommen, zwei Muren hätten den Weg verschüttet. Doch gelangten die Kinder und ihre Begleiter am Ende zwar „klitschnass“, aber unversehrt in die Hütte.

Lesen Sie auch
##alternative##
Jahresversammlung

Memminger Feuerwehr hat neuen Vorsitzenden

Mit Geschichten wie diesen und seiner Art lockerte Ruf die Versammlung auf, die auch wegen der anstehenden Neuwahlen fast vier Stunden dauerte. Bei den Wahlen wurde Florian Lochbihler zum neuen Vorsitzenden gewählt, Uwe Streit zu dessen Stellvertreter und Stefan Stein wurde einstimmig als Schriftführer bestätigt. Bei der Wahl für den Kassenwart setzte sich Amtsinhaberin Sonja Schindele gegen Thomas Meiler durch. Und die Wahl des Vertreters der aktiven Mannschaft fiel auf Konstantin Kahle, der mit Christian Gebath einen Gegenkandidaten hatte.

Ein kleiner Dienstwagen

Nach vielen Ehrungen und Beförderungen wurde Ruf verabschiedet. Geschenke gab’s für ihn auch. So hatte sich Ruf in seiner humorvollen Art stets einen nicht gerade preiswerten Dienstwagen für den Vorsitzenden und das Bundesverdienstkreuz gewünscht. Diese Wünsche wurden ihm jetzt fast erfüllt: Den Dienstwagen gab es allerdings nur in Miniaturform und als Auszeichnung das eigens zu diesem Anlass geschaffene „Ehrenkreuz der Feuerwehr Füssen am Bande“. Danach folgte fast nicht endenden wollender Beifall für den scheidenden Vorsitzenden.

Für nur 0,99 € einen Monat alle exklusiven AZ Plus-Artikel auf allgaeuer-zeitung.de lesen
Jetzt testen
Ausblenden | Ich habe bereits ein Abo.