Training mit Olympionikin

Gründet der ERC Lechbruck eine eigene Eiskunstlaufabteilung?

Zwei Stunden lang brachte die ehemalige Weltklasse-Eiskunstläuferin Marianne Streifler (links) 15 begeisterten Mädchen Grundlagen des Eiskunstlaufens bei.

Zwei Stunden lang brachte die ehemalige Weltklasse-Eiskunstläuferin Marianne Streifler (links) 15 begeisterten Mädchen Grundlagen des Eiskunstlaufens bei.

Bild: Noa Hüper

Zwei Stunden lang brachte die ehemalige Weltklasse-Eiskunstläuferin Marianne Streifler (links) 15 begeisterten Mädchen Grundlagen des Eiskunstlaufens bei.

Bild: Noa Hüper

Die Schnuppereinheit in Lechbruck unter der Leitung von Marianne Streifler war ein Erfolg. Nächsten Winter könnte der ERC Lechbruck regelmäßig Training anbieten.
06.03.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Seit über 40 Jahren wird im Lechparkstadion Eishockey gespielt. Eiskunstlauf hingegen wurde beim ERC Lechbruck nie angeboten – bis jetzt. Am vergangenen Mittwoch fand auf der Freiluft-Eisfläche erstmals ein Schnupper-Training für interessierte Kinder und Jugendliche statt – unter der Leitung einer ehemaligen Olympionikin.

Marianne Streifler, Elfte im Paarlauf bei den Winterspielen 1968 in Grenoble, brachte den Teilnehmerinnen die wichtigsten Grundlagen des Eiskunstlaufens bei. Neben Übungen wie Rückwärtslaufen oder auf einem Bein fahren, standen gegen Ende der zweistündigen Einheit auch erste Drehungen auf dem Programm. Streifler zeigte sich mit dem Engagement und der regen Beteiligung der Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren zufrieden: „Sie haben das sehr ordentlich gemacht. Die Motivation der Mädchen war gut.“

Initiatorin Manuela Schnitzer bemängelt fehlendes Angebot für Mädchen und Frauen

Zustande kam das kostenfreie Schnuppertraining durch die Initiative der Lechbruckerin Manuela Schnitzer, deren Tochter eine der Teilnehmerinnen war: „Es gibt hier kein Angebot für Mädchen, die weibliche Jugend und Frauen. Das will ich ändern“, sagt Schnitzer. Dafür stellte sie den Kontakt zwischen Streifler und Manfred Sitter, dem Vorsitzenden des ERC Lechbruck, her – mit Erfolg.

15 Mädchen kommen zum Schnuppertraining

Eigentlich trainiert Streifler in Füssen und Kempten den Eiskunstlauf-Nachwuchs. Doch die Trainerin erklärte sich kurzerhand bereit, eine Schnuppereinheit auf der Freiluft-Fläche in Lechbruck abzuhalten. Unter den Augen einiger Eltern und Vereinsmitglieder nahmen 15 Mädchen teil.

Und den Kindern gefiel das Training – trotz zahlreicher Stürze. Spätestens, nachdem es zum Abschluss Gummibärchen und ein großes Lob von Streifler gegeben hatte, verließ der Eiskunstlauf-Nachwuchs aus Lechbruck und Umgebung das Eis mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Nach 120 Minuten waren die Mädchen allerdings arg geschafft. „Zwei Stunden sind sehr lang, denkbar wären auch zwei Gruppen, die je eine Stunde trainieren“, sagt Streifler.

Marianne Streifler wurde bei den Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble Elfte im Paarlauf. Seit vielen Jahren gibt die gebürtige Frankfurterin ihr Wissen an den Allgäuer Nachwuchs weiter.
Marianne Streifler wurde bei den Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble Elfte im Paarlauf. Seit vielen Jahren gibt die gebürtige Frankfurterin ihr Wissen an den Allgäuer Nachwuchs weiter.
Bild: Noa Hüper

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Im Lechparkstadion in Lechbruck sinken die Temperaturen

Optimistisch stimmt die Initiatorin und die Trainerin die relativ hohe Teilnehmerzahl. „Mit 15 Mädchen kann man super trainieren“, sagt Streifler. Vorausgesetzt müsse allerdings sein, dass alle in etwa das gleiche Leistungsniveau aufweisen.

Teure Eiszeiten in Lechbruck und Füssen müssen kompensiert werden

Problematischer sind die teuren Eiszeiten in den Stadien. In Füssen habe Streifler oftmals zu wenig Teilnehmer gehabt, um die Kosten zu decken. „Die Teilnehmer müssten Mitglieder in unserem Verein werden. So könnte man das auffangen“, sagt der ERC-Vorsitzende Sitter. Der Verein habe zudem einen guten Draht zur Gemeinde, die das Lechparkstadion betreibt. Das Sommertraining würde jedoch in Füssen stattfinden, da das Stadion in Lechbruck von Anfang März bis Anfang November geschlossen ist. In Füssen sind die Eiszeiten aber noch teurer. „Vorstellbar wäre, die Kinder aus Lechbruck, Kempten und Füssen im Sommer gemeinsam zu unterrichten“, sagt Streifler.

Richtige Ausrüstung ist das A und O

Fahrgemeinschaften seien zudem wichtig, ergänzt Schnitzler: „Nicht alle Eltern haben Zeit, ihre Kinder zweimal pro Woche nach Füssen zu fahren.“ Eine weitere Voraussetzung für gutes Eiskunstlauf-Training ist die richtige Ausrüstung: „Man braucht Eiskunstlaufschuhe. Mit Eishockey- oder Hobbyschuhen hat man nur sehr begrenzte Möglichkeiten, eiskunstläuferische Elemente zu üben“, sagt Streifler. (Lesen Sie auch: Neue Eispflegemaschinen im Bundesstützpunkt in Füssen ziehen ihre Kreise)

Manuela Schnitzer aus Lechbruck hatte die Idee zum Eiskunstlauftraining im Lechparkstadion.
Manuela Schnitzer aus Lechbruck hatte die Idee zum Eiskunstlauftraining im Lechparkstadion.
Bild: Noa Hüper

Ob zukünftig eine eigene Abteilung in den ERC Lechbruck integriert wird und das Training regelmäßig stattfinden wird, steht noch nicht fest. Immerhin: Schnitzer, Streifler sowie Sitter sind guter Dinge: „Ich bin sehr zuversichtlich. Wenn wir genug Teilnehmer zusammenbekommen und wir uns als Verein mit Marianne Streifler einigen können, würden wir ab kommender Saison gerne eine Eiskunstlauf-Abteilung bei uns integrieren“, sagt Sitter.

Werbung in Schulen und Kindergärten

Dafür brauche es aber genug Teilnehmer. Deshalb soll nach den Faschingsferien in den umliegenden Schulen und Kindergärten für das Projekt geworben werden. „Wir wollen neben den Kindern auch Jugendliche und selbst Erwachsene zum Eiskunstlaufen motivieren“, sagt die Initiatorin Schnitzer.

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