Eishockey

EV Füssen: Der eine Abwehrrecke bleibt, der andere geht

Scheut auch nicht vor faustigen Auseinandersetungen zurück: Lubos Velebny. Der 39-Jährige hat seinen Vetrag beim EV Füssen jetzt verlängert

Scheut auch nicht vor faustigen Auseinandersetungen zurück: Lubos Velebny. Der 39-Jährige hat seinen Vetrag beim EV Füssen jetzt verlängert

Bild: Benedikt Siegert

Scheut auch nicht vor faustigen Auseinandersetungen zurück: Lubos Velebny. Der 39-Jährige hat seinen Vetrag beim EV Füssen jetzt verlängert

Bild: Benedikt Siegert

Der Altmeister verlängert deb Vertrag mit dem deutsch-slowakischen Routinier Lubos Velebny. Welcher Spieler hingegen den Klub verlässt und wohin es ihn zieht.
07.05.2021 | Stand: 20:00 Uhr

Wer neuer Trainer wird beim EV Füssen steht zwar noch in den Sternen. Im Hintergrund nehmen aber die Kaderplanungen immer konkretere Formen an – das alles unter Regie des neuen Sportdirektors Andreas Becherer. Am Freitagabend gab der Eishockey-Oberligist jetzt die nächsten beiden Personalien bekannt: Demnach hat Abwehr-Routinier Lubos Velebny seinen Vertrag verlängert. Keine Einigung gab es dagegen mit Quirin Stocker. „Der Verein konnte mit dem 24-Jährigen diesmal leider keine Einigung über ein weiteres Engagement erzielen“, lässt der Eissportverein wissen. Die Vorstellungen beider Seiten hätten zu weit auseinander gelegen. Eine Nachricht, die für viele doch überraschend kommen dürfte, schien Stocker doch beruflich und privat fest verwurzelt in Füssen.

Nach schwerer Verletzung stand es lange nicht fest, ob Lubos Velebny seine Karriere beim Eishockey-Oberligisten EV Füssen fortsetzt

Ebenso überraschend, nur in positiver Hinsicht, ist die Verlängerung des 39-jährigen Lubos Velebny. Denn lange stand die Frage im Raum, ob es das mit seiner langen Karriere nicht gewesen sein könnte. Anlass zu diesen Befürchtungen gab eine schwere Gesichtsverletzung, die sich Velebny im Februar durch ein nicht geahndetes Foul im Heimspiel gegen die Starbulls Rosenheim zugezogen hatte. Infolgedessen musste sich der Defender einem Eingriff in einer Spezialklinik unterziehen. Doch abtreten wollte der Routinier so nicht und hat sich dazu entschlossen, nochmals auf dem Eis anzugreifen. Der EVF und sein Abwehrstratege einigten sich nun auf eine weitere gemeinsame Spielzeit, es wird für ihn die fünfte am Kobelhang sein. 136 Partien bestritt er bislang, kommt dabei auf 40 Tore und 74 Vorlagen. 19 Zähler aus 27 Spielen entfallen auf die vergangene Spielzeit, womit Velebny viertbester Scorer des EVF war. Sogar die Spitzenposition erreichte er mit seinen 52 Strafminuten.

Lubos Velebny war einst auch schon für den ESV Kaufbeuren aktiv
Lubos Velebny war einst auch schon für den ESV Kaufbeuren aktiv
Bild: Mathias Wild (Archiv)

Lubos Velebny ist seit 2017 für den EV Füssen aktiv

Unter Vertrag steht der 39-Jährige beim EVF bereits seit 2017. Nach einer Verletzung war er in der damaligen Saison noch vereinslos, nachdem er im Vorjahr für die Tölzer Löwen in der Oberliga verteidigt hatte. Von der Landesliga aus stieg er mit dem EVF zweimal auf und kehrte damit wieder in die Oberliga zurück, wo er neben Bad Tölz auch schon für Kaufbeuren, Peiting und Frankfurt aktiv war. Überhaupt ist der Erfahrungsschatz des 39-Jährigen enorm. Er spielte im Nachwuchs für die Nationalteams der Slowakei, wurde im Jahr 2000 von den Toronto Maple Leafs gedraftet. Mit 17 Jahren debütierte er bereits in der ersten Mannschaft des HKM Zvolen, mit 18 wagte er den Sprung nach Nordamerika, wo er in den höchsten Nachwuchsligen der USA und Kanadas spielte. Spätere NHL-Stars waren hier Wegbegleiter.

Nach drei Jahren kehrte Velebny aber nach Europa zurück und bestritt hier über 300 Partien in der slowakischen Extraliga. Als Kontingentspieler war er neben seinen Stationen in Deutschland auch noch ein Jahr in Ungarn aktiv, 2009 folgte ein zweites, aufgrund von Passproblemen aber kurzes Gastspiel in den USA. Insgesamt hat Lubos Velebny in seiner Karriere bereits 875 Spiele im Seniorenbereich absolviert. Sportdirektor Andreas Becherer über die Vertragsverlängerung: „Ich denke, mit harter Arbeit gehört Lubos Velebny immer noch zu den besten Verteidigern der Oberliga.“ Das Alter spiele dabei keine große Rolle. „Es ist die Bereitschaft, die zählt“, sagt Becherer. Und da Velebny immer noch bereit sei, hart zu arbeiten, werde er auch weiterhin ein wichtiger Baustein für die Defensive sein.

Überraschend kommt der Abgang von Verteidiger Quirin Stocker (rechts). Der EV Füssen hatte ihm eine Arbeitsstelle im Autohaus Heuberger, links Firmenchef Reiner Heuberger, vermittelt.
Überraschend kommt der Abgang von Verteidiger Quirin Stocker (rechts). Der EV Füssen hatte ihm eine Arbeitsstelle im Autohaus Heuberger, links Firmenchef Reiner Heuberger, vermittelt.
Bild: Benedikt Siegert

Keine Einigung in Vertragsverhandlungen: Quirin Stocker verlässt den EV Füssen

Eine ähnlich wichtige Stütze für die Abwehr wäre auch Quirin Stocker gewesen. Doch wie bereits erwähnt scheiterten die Vertragsverhandlungen. „Ich wäre gern in Füssen geblieben“, sagt Stocker im Gespräch mit unserer Zeitung. Und fügt hinzu: „Ich finde es schade, dass es nicht geklappt habt, dass wir uns einigen.“ Er wolle sich dennoch bedanken bei dem „super Team“ und den Fans. Stocker wird es nach Informationen unserer Redaktion wohl in die Oberliga Nord ziehen. Der gebürtige Münchner war 2019 von den Preussen Berlin nach Füssen gewechselt. Hier etablierte er sich schnell als Größe in der Hintermannschaft und zeigte mit 6 Toren und 22 Vorlagen in 66 Partien durchaus auch seine offensiven Qualitäten.

Lesen Sie auch
##alternative##
Eishockey

EV Füssen zeigt ESC Kempten im Vorbereitungs-Derby Grenzen auf