Füssens ehemaliger Rathauschef verabschiedet

Füssens Ex-Bürgermeister Paul Iacob: "Haben konsequent positiven Weg verfolgt"

Füssens ehemaliger Bürgermeister Paul Iacob (vorne in der Mitte mit seiner Frau Iris) wurde gemeinsam mit ehemaligen Stadträten offiziell verabschiedet.

Füssens ehemaliger Bürgermeister Paul Iacob (vorne in der Mitte mit seiner Frau Iris) wurde gemeinsam mit ehemaligen Stadträten offiziell verabschiedet.

Bild: Dominik Riedle

Füssens ehemaliger Bürgermeister Paul Iacob (vorne in der Mitte mit seiner Frau Iris) wurde gemeinsam mit ehemaligen Stadträten offiziell verabschiedet.

Bild: Dominik Riedle

Füssens Ex-Bürgermeister Paul Iacob blickt bei seiner Verabschiedung, die wegen Corona nachgeholt wurde, zurück. Welche Stadträte zudem geehrt wurden.
28.09.2020 | Stand: 12:00 Uhr

„My Way“ lautet eines der berühmtesten Lieder von Frank Sinatra. Füssens ehemaliger Bürgermeister Paul Iacob griff diesen Titel am Freitagabend im Festspielhaus auf und formulierte ihn etwas um: „That has been our way“. Er spielte darauf an, wie er gemeinsam mit den Stadträten und der Verwaltung in der Vergangenheit die Entwicklung Füssens gestaltet habe. „Es war unser Weg“, betonte Iacob seine Botschaft nochmals auf Deutsch. Und aus seiner Sicht verlief dieser Weg, bei dem er zwölf Jahre als Rathauschef und 24 Jahre als Stadtratsmitglied wirkte, sehr gut. Das betonte er bei seiner Verabschiedung und der Ehrung der ehemaligen Stadträte.

"Mit viel Einsatz dieser Stadt ein Gesicht gegeben"

Ursprünglich war diese Veranstaltung bereits im Frühjahr geplant gewesen. Doch die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass auch dieser Termin nicht stattfinden konnte. Jetzt wurde er im Musicaltheater nachgeholt – allerdings mit einer begrenzten Zahl an Gästen aufgrund der nach wie vor geltenden Hygienevorschriften. Dabei war es Iacob wichtig, eines zu betonen: „Wir haben konsequent einen positiven Weg verfolgt und mit viel Einsatz dieser Stadt ein Gesicht gegeben.“ Dabei sei es richtig gewesen, den Stellenwert Füssens als Kultur- und Naturstadt zu fördern. Allerdings verhehlte er auch nicht, dass „manche Stunden hart waren“ und man manchmal mit dem Gedanken nach Hause gegangen sei: Diese Stunden – „hoffentlich kommen sie nie wieder“. Allerdings habe es im Stadtrat „nie ein feindschaftliches Verhältnis“ gegeben. Im Übrigen habe die Verwaltung „hervorragend gearbeitet“. Das Problem sei: Bei einer Verwaltung werden „Fehler öffentlich nach außen getragen“. Laufe etwa bei einer Baufirma etwas schief, bleibe das meistens verborgen. Manche seien offenbar „stolz darauf, Fehler bei der Verwaltung zu suchen“. Das verurteilte er scharf und rief vielmehr in die Richtung vieler neugewählter Stadträte, die ebenfalls anwesend waren: „Mit dieser Verwaltung können Sie in die Zukunft gehen. Hier wird wirklich gearbeitet.“

Martin Harbauer: "Ich bin hier, um einen Kreis zu schließen"

Martin Harbauer, bekannt als Sprecher bei der Füssener „Lesezeit“, war als Gastredner geladen worden. Warum Harbauer? „Ich bin hier, um einen Kreis zu schließen. Im Frühjahr 2008 habe ich zur Einführung des damals neuen Bürgermeisters Iacob eine Rede gehalten“, erklärte der Redner selbst. Er blickte auf Iacobs Leben – quasi den „Iacobsweg“ – zurück „nach dem Prinzip ecce homo – sieh den Menschen“. Iacob selbst, sagte Harbauer, habe ihm gegenüber betont, er wolle „keine Auflistung von Heldentaten, da solle jeder in Füssen gerne seine eigene Sicht auf Ihre Amtszeit haben und pflegen“. So blickte er ausführlich zurück, wie Iacob vom Stadtrat zum Bürgermeister wurde und was ihn alles beschäftigte. Er kam zu dem Schluss: „Sie haben sich eingesetzt für Füssen, haben sich gestellt, sind in Verantwortung gegangen.“ Für „diese Bereitschaft, im Wind zu stehen unter Verzicht auf ein geruhsames Privatleben, für die Beharrlichkeit, für den Einsatz gebührt nicht nur Ihnen, gebührt Ihrer Gattin Iris, gebührt jedem, der sich für öffentlichen Belange, für die Stadt Füssen einsetzt, Dank und Anerkennung“.

Bürgermeister Maximilian Eich-stetter wandte sich in seiner Ansprache nicht nur an seinen Vorgänger, sondern an alle ehemaligen Kommunalpolitiker der abgelaufenen Amtsperiode mit den Worten: „Sie haben sich auf dieses besonders aufwendige Feld der Politik begeben und viel Ihrer Freizeit geopfert. Wenn andere ihren privaten Hobbys und Vergnügen nachgegangen sind, haben Sie sich in Beratungen gestürzt.“ Eine Botschaft war ihm besonders wichtig: „Kommunalpolitik ist eine ganz bestimmte, sehr intensive Form der Politik. Kommunalpolitik, das ist nicht bloß Politik im Kleinen, sie hat vielmehr großes Gewicht.“