Blasmusik als Lärmbelästigung

Braucht der Musikpavillon in Weißensee ein Lärmschutzgutachten?

Die Umbauarbeiten am Strandbad Weißensee bei Füssen könnten schon bald beginnen.

Die Umbauarbeiten am Strandbad Weißensee bei Füssen könnten schon bald beginnen.

Bild: Siegert (Archiv)

Die Umbauarbeiten am Strandbad Weißensee bei Füssen könnten schon bald beginnen.

Bild: Siegert (Archiv)

Der Plan für das Areal am Weißensee nimmt letzte Hürde. Allerdings gibt es Fragezeichen. Denn eine Behörde fordert, Musiker müssten ihre Lautstärke begrenzen.
08.05.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Nach über fünf Jahren sei man jetzt dort angelangt, wo man schon längst hätte sein können. Dieses Fazit zog Bürgermeister Maximilian Eichstetter im Bezug auf das Strandbad in Weißensee. Nach einem Bürgerentscheid, dutzenden Ratsdebatten und Eklats wurde jetzt endlich dessen Umbau und Erweiterung finalisiert. Der Bebauungsplan für die bestandsorientierte Sanierung steht. Auch für den Vereinsstadel gibt es grünes Licht.

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Wie Bauamtsleiter Armin Angeringer erklärte, hatte zuletzt noch ein kleines Kuriosum das Prozedere in die Länge gezogen. Die Untere Immissionsschutz-Behörde hatte nämlich die Erstellung eines Lärmschutzgutachtes gefordert. Ein von den Planern hinzugezogener Experte hatte darauf hin Nutzungseinschränkungen ins Spiel gebracht.

Etwa, dass der Musikpavillon nur zu bestimmten Zeiten genutzt, die Musiker nur in eine bestimmte Richtung spielen dürften oder im Extremfall sogar nur mit einer Lärmregulierung. Näheres müsse mit den Vereinen besprochen und gegebenenfalls in einem Gutachten erörtert werden.

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„Aber brauchen wir das wirklich?“, wollte Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen) wissen. Zuvor hatte er sich versichert, dass solche Veranstaltungen in Weißensee vielleicht drei, vier Mal pro Jahr stattfänden. „Wenn es nicht regnet“, schmunzelte der Bürgermeister.

Bauamtsleiter Angeringer entgegnete, man prüfe derzeit, ob die Stadt angesichts der geringen Veranstaltungsfrequenz um ein kostspieliges Gutachten herum käme. Er regte aber an, dieses Thema bei der Abstimmung auszusparen. Das taten die Mitglieder des Bauausschusses schließlich auch und stimmten dem neuen Satzungswerk einstimmig zu.

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Dr. Christoph Böhm (CSU) hatte sich zuvor noch über die genaue Lage eines Biotops am Strandbad unterrichten lassen. „Das liegt an der vom See abgewandten Seite“, erklärte Eichstetter und sei damit weder von der Liegewiese noch von den jetzigen Umbauplänen berührt. Das Schlusswort in Sachen Strandbad war Magnus Peresson (UBL) vorbehalten. Er betonte, die fünf Jahre Verzögerung habe nicht der Stadtrat zu verantworten und auch nicht der damalige Bürgermeister Paul Iacob. Sondern andere. Konkrete Namen nannte Peresson jedoch nicht.

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