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Schaden im fünfstelligen Bereich: Ostallgäuer kauft Wertguthabenkarten für Betrüger

Wertkarten in Form von Gutscheinen für Online-Shopping-Plattformen hat ein Mann gekauft und sie an Betrüger weitergreicht. Es entstand ein Schaden im fünfstelligen Bereich.

Wertkarten in Form von Gutscheinen für Online-Shopping-Plattformen hat ein Mann gekauft und sie an Betrüger weitergreicht. Es entstand ein Schaden im fünfstelligen Bereich.

Bild: Franziska Gabbert, dpa (Symbolbild)

Wertkarten in Form von Gutscheinen für Online-Shopping-Plattformen hat ein Mann gekauft und sie an Betrüger weitergreicht. Es entstand ein Schaden im fünfstelligen Bereich.

Bild: Franziska Gabbert, dpa (Symbolbild)

Hoher finanzieller Schaden für einen Mann im Dienstbereich der Polizei Füssen. Er übergab Betrügern Codes für Wertguthabenkarten im fünfstelligen Bereich.
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Von Allgäuer Zeitung
25.01.2023 | Stand: 18:26 Uhr

Im Dienstbereich der Polizei Füssen kam es zu einem Betrug mit einem hohen finanziellen Schaden. Eine vermeintliche Glücksfee sicherte am Telefon einem Mann einen Gewinn im sechsstelligen Bereich zu. Der Mann übergab Betrügern anschließend Codes für Wertguthabenkarten im fünfstelligen Bereich.

Um den Gewinn zu erlangen, sollte der Gewinner vor der Auszahlung in Vorkasse gehen. Nur so könne der Gewinn abgesichert und dessen Auszahlung veranlasst werden. Das Opfer kaufte über einen längeren Zeitraum für einen mittleren fünfstelligen Betrag die geforderten Wertkarten. Hierbei handelte es sich um Gutscheine, die auf digitalen Shoppingplattformen im Internet eingelöst werden können.

Da bei deren Einlösung keine Authentifizierung erfolgt, agiert der Täter anonym im Internet. Ein Täter lässt sich in den meisten Fällen nicht ermitteln. Die Codes gab der betrogene Mann telefonisch mehrmals an den Betrüger durch. Nachdem die Forderungen zur Absicherung des Gewinns immer höher wurden, meldete der Mann den Fall bei der Polizei Füssen. Die Beamten nahmen die Ermittlungen auf.

Wie hoch sind die Schadenssummen?

2022 wurden bei den Beamtinnen und Beamten im Polizeipräsidium 140 Taten zur Anzeige gebracht, bei denen den Geschädigten ein Gewinn versprochen und dann nicht ausbezahlt wurde. Von diesen 140 Taten verliefen 25 erfolgreich. Dabei erbeuteten die Täter im vergangenen Jahr mehr als 36.000 Euro, wobei die durchschnittlichen Schadenssummen normalerweise im Bereich einiger Hundert Euro bis hin zu niedrigen vierstelligen Summen liegen.

Die Masche wird von anderen Betrugsarten per Telefon verdrängt, im Jahr 2018 lag die Schadensumme noch bei 125.000 Euro und sank seither kontinuierlich bis auf den bisherigen Tiefststand im Jahr 2022 ab. Trotz sinkender Zahlen zeigt der aktuelle Fall eindrücklich, dass auch die Arten von Betrügen weiter stattfinden, die wenig im Fokus stehen oder von anderen Maschen überlagert werden.

Wie gehen die Täter vor?

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, bei Gewinnversprechen niemals in Vorkasse zu gehen. Die Masche der Betrüger ist oft gleich: Sie nehmen telefonisch oder per E-Mail mit ihren Opfern Kontakt und stellen ihnen hohe Summen, hochwertige Fahrzeuge oder andere Sachwerte in Aussicht. Allerdings könne der Gewinn nur nach Zahlung einer „Bearbeitungsgebühr“ übergeben werden. Hierbei werden meist ältere Menschen kontaktiert, welche einen Eintrag im öffentlichen Telefonbuch haben. Die Betrüger sind in der Gesprächsführung geschult und wirken äußerst glaubhaft und professionell. In vielen Fällen geben sie an, im Auftrag von Notaren, Gerichte oder Rechtsanwälte zu handeln, um so das Opfer in falscher Sicherheit zu wiegen.

Wie können Opfer reagieren?

Sollten Opfer angeblich gewonnen haben, sollten sie nie Geld für geforderte Gebühren ausgeben, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern. Geachtet werden muss auch auf kostenpflichtige Nummern, die kontaktiert werden sollen. Diese beginnen zum Beispiel mit der Vorwahl 0900, 0137 oder 0180. Es dürfen keine persönlichen Informationen weitergereicht werden (Adressen, Kontodaten, Handynummern, Kreditkartennummern oder Ähnliches).

Bei Verdachtsfällen sollte die Polizei verständigt werden.