Festival Vielsaitig

Füssener Festival bricht zu neuen Horizonten auf

Auf zu neuen Horizonten? Für das erste und voraussichtlich einzige Festival Vielsaitig in Füssen, bei dem er die künstlerische Leitung übernimmt, hat der Pianist Matthias Kirschnereit auf jeden Fall das Motto „Horizonte“ gewählt. Frischer Wind im Kaisersaal ist garantiert.

Auf zu neuen Horizonten? Für das erste und voraussichtlich einzige Festival Vielsaitig in Füssen, bei dem er die künstlerische Leitung übernimmt, hat der Pianist Matthias Kirschnereit auf jeden Fall das Motto „Horizonte“ gewählt. Frischer Wind im Kaisersaal ist garantiert.

Bild: Maike Helbing

Auf zu neuen Horizonten? Für das erste und voraussichtlich einzige Festival Vielsaitig in Füssen, bei dem er die künstlerische Leitung übernimmt, hat der Pianist Matthias Kirschnereit auf jeden Fall das Motto „Horizonte“ gewählt. Frischer Wind im Kaisersaal ist garantiert.

Bild: Maike Helbing

Nach der langen Ära des Verdi-Quartetts übernimmt Matthias Kirschnereit für ein Jahr die künstlerische Leitung. Was das Publikum erwartet.
03.07.2022 | Stand: 05:45 Uhr

Ein Intermezzo zwischen zwei Epochen steht in diesem Jahr beim Füssener Kammermusikfestival „Vielsaitig“ an. Nachdem das Verdi-Quartett die künstlerische Leitung abgab, die es seit dem ersten Festival 2003 innehatte, übernimmt der Pianist Matthias Kirschnereit. Allerdings nur für ein Jahr und quasi als Geschenk zu seinem 60. Geburtstag, den er im Januar feierte. „Dieses Geschenk machen wir ihm sehr gerne – und lassen uns von ihm beschenken“, sagt Kulturamtsleiterin Karina Hager. Da die Leitung eines Festivals, mit dem die Geigenbauerstadt Füssen ihre Tradition feiert, aber nach der Überzeugung aller Beteiligten in die Hände eines Streichmusikers gehört, übernimmt ab dem kommenden Jahr der Cellist Julian Steckel. Auch er gehört zu den Stammgästen im Kaisersaal des Füssener Barockklosters St. Mang.

Karin Wolf feiert Abschied nach

Um den Kreis zu schließen, ist in diesem Jahr auch Karin Wolf ins Programm eingebunden. Die Viola-Spielerin des Verdi Quartetts hatte vergangenes Jahr wegen einer Schulter-Operation aussetzen müssen und holt so nun das Abschieds-Festival nach, das ihre Ensemble-Kollegen bereits im vergangenen Jahr feierten.

Wolf tritt bereits beim Auftaktabend des Festivals auf, das in diesem Jahr unter dem Motto „Horizonte“ steht und für das ab Montag, 4. Juli, Karten im Vorverkauf erhältlich sind. Am Mittwoch, 31. August, erweitert sie gemeinsam mit dem künftigen Festivalleiter Julian Steckel das Leonkoro Quartett für zwei Brahmsstücke zum Sextett. Das noch junge Quartett, das schon im Gründungsjahr 2019 einen Ersten Preis beim Wettbewerb im italienischen Lucca holte und mittlerweile weitere Auszeichnungen folgen ließ, hat sich für das Eröffnungskonzert zudem Quartette von Joseph Haydn und Maurice Ravel vorgenommen.

Boyband der Klassik

Mit einer „Boyband der Klassik“ geht es am Donnerstag, 1. September, weiter: Die vier Hanke Brüder spielen mit Streich-, Blas- und Schlaginstrumenten locker über alle Genregrenzen hinweg. Eine „Füssener Schubertiade“ lassen am Samstag, 3. September, Steckel und Kirschnereit gemeinsam mit der Violinistin Lena Neudauer folgen. Anlass ist der 225. Geburtstag Franz Schuberts. Zu einer musikalischen Reise durch das barocke Italien laden am Dienstag, 6. September, der Schweizer Blockflötist Maurice Steger und der sizilianische Lautenist Daniele Caminiti ein. Jazzklänge folgen am Mittwoch, 7. September, mit dem Tingvall Trio und seinem neuen Programm „Dance“, allerdings nicht im Kaisersaal, sondern in der Christuskirche, wo mehr Platz ist. Mit dem Aris Quartett kehrt das Festival am Donnerstag, 8. September, zum klassischen Streichquartett und in den Kaisersaal zurück. Dort hatten die Vier bei einem Kaisersaalkonzert im Jahr 2020 einen so nachhaltigen Eindruck beim Füssener Publikum hinterlassen, dass eine neuerliche Einladung nur eine Frage der Zeit war. Beim Auftritt des dänisch-lettischen Bläserquintetts „Carion“ am Freitag, 9. September, verwandelt sich das Podium des Kaisersaals in eine Showbühne. Denn die fünf Musiker verzichten auf Sitzgelegenheiten und Notenständer.

Umzug in die Christuskirche

Für das fulminante Finale der 2022er Auflage von „Vielsaitig“ sorgt am Samstag, 10. September, das Württembergische Kammerorchester Heilbronn. Sein Konzert findet nicht wie gewohnt um 19 Uhr im Kaisersaal statt, sondern bereits um 17 Uhr in der Christuskirche. Dort ist mehr Platz für Musiker und Publikum. Mit dabei sind auch noch einmal Matthias Kirschnereit am Klavier und Lena Neudauer an der Violine.

Treffpunkt Geigenbau verkürzt

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Traditionell ist der Treffpunkt Geigenbau fixer Teil des Programms: Von Mittwoch, 31. August, bis Sonntag, 4. September, präsentieren jeweils von 11 bis 17 Uhr je zwei Geigenbauer aus der Region und aus Füssens Partnerstadt Cremona ihre Instrumente, lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und freuen sich auf einen regen Austausch mit Kollegen, Musikern und interessierten Laien. Der Treffpunkt Geigenbau schrumpft damit wie die Meisterkurse für die Musikstudierenden „auf eine vernünftige Länge“, wie sie auch andernorts üblich sei, sagt Kulturamtsleiterin Karina Hager. Für die jungen Musiker sei es schon mal schwierig geworden, Quartiere zu finden.

Bei den Vorträgen in diesem Jahr stellt unter anderem der frühere Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller Simpert Niggel vor. Dazu spielt Cordula Weber eine Instrument aus der Werkstatt des Füssener Geigenbauers aus dem Jahr 1739.

Eintrittskarten für die „Vielsaitig“-Konzerte gibt es ab Montag, 4. Juli, bei Füssen Tourismus am Kaiser-Maximilian-Platz, unter Telefon 08 31/206 55 55 sowie online unter www.allgaeuticket.de