Nach Omikron-Fällen im Ostallgäu

Maske im Sport und getrennte Pausen: Omikron hat Schulen im Ostallgäu im Griff

Eine FFP2-Maske liegt in einer ersten Klasse an einer Grundschule mit Wechselunterricht auf einem Tisch. Nach einem zweimonatigen Lockdown haben ab dem 22. Februar in mehreren Bundesländern wieder Schulen und Kitas unter bestimmten Hygienekonzepten geöffnet. So findet an Schulen zum Beispiel Wechselunterricht statt. +++ dpa-Bildfunk +++

Die Coronaregeln an Schulen beinhalten nicht nur eine Maskenpflicht während des Unterrichts, sondern auch während des Sports. Teilweise werden deshalb Unterrichtsstunden im Füssener Land ins Freie verlagert oder durch ruhigere Einheiten ersetzt.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Die Coronaregeln an Schulen beinhalten nicht nur eine Maskenpflicht während des Unterrichts, sondern auch während des Sports. Teilweise werden deshalb Unterrichtsstunden im Füssener Land ins Freie verlagert oder durch ruhigere Einheiten ersetzt.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Omikron ist auch im Unterrichtsalltag angekommen. Wie manche Schulen erst aus der Zeitung vom Auftauchen der neuen Virusvariante bei ihren Schülern erfuhren.
16.01.2022 | Stand: 12:00 Uhr

„Wir haben aus der Zeitung davon erfahren“, sagt Füssens Realschuldirektor Andreas Erl. Fünf Schulen im Ostallgäu waren laut Landratsamt vor Ende des vergangenen Jahres von Omikron-Fällen betroffen. Vier davon im südlichen Ostallgäu. Auch die Realschule Füssen und die Grundschule Füssen-Schwangau zählten dazu. Nur gewusst haben sie davon zunächst nichts. Bestimmt die neue Virusvariante jetzt den Schulalltag?

Noch in den Wochen vor den Weihnachtsferien sei die Zahl der in der Schule positiv getesteten Schüler gegen Null gelaufen, sagt Schulleiter Erl. Durchschnittlich seien es etwa ein bis zwei Schüler, bei denen Schnelltests, die dreimal in der Woche durchgeführt werden, positiv anschlagen würden. Im ganzen Schuljahr habe die Schule aber noch keine ganze Klasse in Quarantäne schicken müssen. Auch dank der Initiative der Eltern, die ihre Schüler selbstständig vor Schulbeginn nach den Ferien getestet haben, sei der Start im neuen Jahr laut Erl so gut möglich gewesen.

"Kurioser Corona-Alltag" an Schulen im Ostallgäu

Dabei hat sich in diesem Schuljahr nicht vieles geändert. Weiterhin herrscht jedoch ein „kurioser Corona-Alltag“, sagt Angelika Böhm-Umkehrer, Konrektorin der Grundschule Schwangau. Sie erzählt von Pausenhöfen, die in Bereiche eingeteilt sind, damit die verschiedenen Jahrgangsstufen möglichst nicht in Kontakt miteinander kommen. Und von Unterricht, der bei Minusgraden mit offenen Fenstern stattfindet, weil die CO2-Ampel im Klassenzimmer orange leuchtet, was „Bitte lüften“ bedeutet.

Gemeinsam mit Rektorin Martina Mattner-Riegger leitet Böhm-Umkehrer die Grundschulen Füssen-Schwangau. Auch dort meldete das Landratsamt Omikron-Fälle. Aber ähnlich wie an der Realschule sei die Situation unter Kontrolle, sagt Mattner-Riegger.

Auch die sogenannten Lollitests kommen in Füssen und Schwangau zum Einsatz.
Auch die sogenannten Lollitests kommen in Füssen und Schwangau zum Einsatz.
Bild: Roland Weihrauch, dpa (Symbolbild)

„Seit Ende der Weihnachtsferien haben wir noch keinen einzelnen Schüler raus getestet“, erzählt sie. Zweimal die Woche finden sogenannte Pool-Tests statt. Proben der Schülerinnen und Schüler werden dabei gesammelt an ein Labor geschickt und ausgewertet (PCR). Dazwischen erfolgen Lollitests, bei denen sich die Schüler die Teststäbchen selbst in den Mund stecken.

Omikron-Fälle an Schulen im Ostallgäu

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Die Omikron-Fälle seien allerdings in den Ferien passiert – und deshalb auch kein Problem für den Unterrichtsalltag gewesen, sagt die Rektorin. Die Kinder waren ohnehin nicht vor Ort. Das Problem sind an der Grundschule Füssen auch nach den Ferien ohnehin nicht die erkrankten Kinder. Vielmehr sind es drei Lehrer, die in Quarantäne sind und somit für den Unterricht fehlen. „Wir helfen aber zusammen“, sagt Mattner-Riegger. (Lesen Sie auch: Fünf Schulen im Ostallgäu von Omikron betroffen)

Und so werde im Notfall eine betroffene Klasse auf andere Klassen aufgeteilt, die Lehrkraft liefert Material von zu Hause aus. Weil auch das Sekretariat von einem Krankheitsfall betroffen war, übernahmen Lehrkräfte sogar kurzerhand kleinere Büroaufgaben.

Angesichts der Omikron-Variante gelten inzwischen wieder strengere Maskenregeln – auch im Sportunterricht. Die Grundschulen verlegen deshalb teilweise die Sportstunden nach draußen. Schlittenfahren oder Toben am Berg machen es möglich. Auch an der Realschule haben sich die „Kollegen darauf eingestellt“, sagt Erl. Übungen müssten teilweise etwas ruhiger ablaufen. Was aber bleibt, ist, dass „Präsenz nicht ersetzbar ist“, sagt Mattner-Riegger. Alles sei besser wie Homeschooling.

Das findet auch Realschulrektor Erl. Er hat die Erfahrung gemacht, dass vor allem Wechselunterricht schwierig ist. Besonders wenn die Hälfte der Kinder im Klassenzimmer sitzt, und die andere von zu Hause aus mit der Kamera online den Unterricht mitverfolgt. Denn dann sind Lehrer laut Erl „Regisseur, Moderator und Lehrer in einem“.

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