Umweltbildung

Jäger wollen Kinder fürs Leben schulen

Der Falkner Winfried Hirsch aus Weißensee besucht mit seinem Uhu Walpurga immer wieder Kindergärten, um den Kleinen etwas über Tiere beizubringen. Auf diesem Foto war im Eisenberger Kindergarten zu Gast.

Winfried Hirsch besucht mit Uhudame Walpurga Kindergärten und Schulen, um die Kinder dort über die Greifvögel aufzuklären.

Bild: Alexandra Decker (Archivbild)

Winfried Hirsch besucht mit Uhudame Walpurga Kindergärten und Schulen, um die Kinder dort über die Greifvögel aufzuklären.

Bild: Alexandra Decker (Archivbild)

Mitglieder der Jagdverbands-Kreisgruppe Füssen sind bereits seit Jahren in Schulen und Kindergärten aktiv. Neues Netzwerk soll mehr Präsenz ermöglichen.
07.12.2021 | Stand: 12:15 Uhr

Kinder wachsen heute vielfach fern der Natur auf und wissen wenig über die Tier- und Pflanzenwelt. Dem wollen die Jäger der Kreisgruppe Füssen des Bayerischen Jagdverbands (BJV) entgegenwirken. Sie machen sich deshalb für die Umweltbildung bei Kindern stark. Ein neues Netzwerk – zu finden unter www.bjv-frischlinge.de – soll sie nun leichter auffindbar und präsenter machen, sie aktiv als Partner für Projekttage anbieten. „Viele Lehrerinnen und Lehrer kennen unser Angebot noch nicht. Das wollen wir ändern“, sagt Isabel Koch, Vorsitzende der Kreisgruppe Füssen, und lädt alle Interessierten ein, sich auf der Homepage zu informieren.

Uhudame besucht Schulen und Kindergärten

Sie gehört selbst zu den aktiven in Sachen Umweltbildung und bietet zum Beispiel in der Halblecher Grundschule regelmäßig mit Rektorin Gabriele Stiller in den dritten und vierten Klassen Exkursionen und Projekttage zum Thema „Der Wald und seine Bewohner“ an. Weitere Beispiele sind der Schwangauer Roland Schörkhuber, der Führungen mit Schulklassen und Kindergärten an der Wildfütterung macht, und der Weißenseer Winfried Hirsch. Er besucht mit seiner Uhudame Walpurga Schulen und Kindergärten. Dazu gab es vor Corona Familienfeste auf Gut Kinsegg und Kinderecken bei den Hegeschauen.

Die Pandemie erschwert es auch den Jägern. Dennoch sehen sie sich laut einer Mitteilung des BJV als Schlüsselpersonen, um der zunehmenden Naturentfremdung von Kindern entgegenzuwirken. In vielen Bereichen sei in Bezug auf nachhaltige Umweltbildung und generell der naturbasierenden Vermittlung von Alltagskompetenzen noch viel Luft nach oben.

Koch ist überzeugt: „Wir können noch mehr tun. Die Umweltbildung im Bayerischen Jagdverband hat dazu ein flächendeckendes Netzwerk für Schulen und Kindergärten geschaffen, um das jagd- und naturpädagogische Bildungsangebot der bayerischen Jägerinnen und Jäger besser und unkompliziert nutzen zu können.“

Herz und Charakter bilden

Gemäß den obersten bayerischen Bildungszielen der Bayerischen Verfassung gehört es zur Aufgabe der Schulen, neben der Vermittlung von Wissen und Können auch Herz und Charakter zu bilden, heißt es auf der Website des Bayerischen Kultusministeriums, das das verpflichtende Programm „Schule fürs Leben“ initiiert hat. Dieses Konzept zielt darauf ab, über Praxisunterricht den Lebensweltbezug im schulischen Alltag deutlich zu stärken, heißt es weiter. Dafür arbeiten die Schulen fächerübergreifend und mit qualifizierten externen Partnern zusammen. Der BJV ist einer davon.

Lesen Sie auch
##alternative##
Forst und Jagd

Wildverbiss im Ostallgäu: Jäger sehen Alternativen zu mehr Abschüssen

„Es ist erwiesen, dass sich Kinder zunehmend von der Natur entfremden und es ihnen und bereits vielen jungen Erwachsenen an Artenkenntnissen und vor allem am Bewusstsein für den für die Zukunft so wichtigen Nachhaltigkeitsgedanken fehlt“, sagt Koch. Das zentrale pädagogische Anliegen hinter dem BJV-Netzwerk ist es, vor allem für jüngere Heranwachsende in der Natur Erlebnisse zu schaffen. Mit einem Mix aus Lehren, aktivem Mitmachen, eigenem Gestalten, aber auch spielerischen Aktivitäten soll abseits vom Klassenzimmer ein spannendes Umfeld zwischen Wildtier, Lebensräumen, Kulturlandschaft und nachhaltiger Jagd erzeugt werden.

Dabei geben die Jägerinnen und Jäger Kindern jeden Alters Tipps, um nachhaltiges Verbraucherverhalten im Alltag anzuwenden. Konkret gehört dazu der Bau von Nisthilfen für Vögel, die Biotoppflege für Wildtiere durch Pflanzen von Bäumen und Heckenstreifen zum Schutz der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme und das Anbringen von freiwilligen Schutzmaßnahmen für junge Bäume zum Schutz des Klimawaldes. Auch befreien sie mit den Kindern die Natur von Müll und stärken des Bewusstsein für regionale Lebensmittel aus natürlichen Ressourcen und für freiwilligen Verzicht auf Freizeitaktivitäten in sensiblen Gebieten.

Lesen Sie auch Mit diesen Maßnahmen soll das Gleichgewicht zwischen Wild und Wald hergestellt werden

Für nur 0,99 € einen Monat alle exklusiven AZ Plus-Artikel auf allgaeuer-zeitung.de lesen
Jetzt testen
Ausblenden | Ich habe bereits ein Abo.