Blasmusik

Kein Bezirksmusikfest, aber wenigstens ein kleines Standkonzert in Nesselwang

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T-Shirts und Plakate erinnern an ein Fest, das wegen Corona nicht stattfindet. Doch zumindest ein Standkonzert gibt die „Glühwein-Combo“, eine Auswahl der Nesselwanger Harmoniemusik, vor dem ehemaligen Bärenbräu-Sudhaus. Dort verkauft Posaunist und Biobrauer Rudi Maget (rechts, mit Lederhose) Spezialbier zugunsten der Harmoniemusik.

Bild: Anton Reichart

T-Shirts und Plakate erinnern an ein Fest, das wegen Corona nicht stattfindet. Doch zumindest ein Standkonzert gibt die „Glühwein-Combo“, eine Auswahl der Nesselwanger Harmoniemusik, vor dem ehemaligen Bärenbräu-Sudhaus. Dort verkauft Posaunist und Biobrauer Rudi Maget (rechts, mit Lederhose) Spezialbier zugunsten der Harmoniemusik.

Bild: Anton Reichart

Nachdem Corona die Planung für die große Feier zunichte machte, gab es am Tag des Festakts wenigstens ein Standkonzert - und extra gebrautes Bier

15.06.2020 | Stand: 11:29 Uhr

Eigentlich hätte am Todestag König Ludwigs II. am Samstag der große Festakt der Harmoniemusik Nesselwang zum 33. Bezirksmusikfest des Bezirks 3 Füssen im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) in der Alpsitzhalle stattfinden sollen. Nach der Corona-bedingten Totalabsage der Festivitäten trafen sich zehn Musikanten im Freien unterm Sonnensegel vor dem ehemaligen Bärenbräu-Sudhaus zu einem immerhin einstündigen Standkonzert. Und das Spezialbier ging zugunsten des Musikvereins weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Trotz ungewohnter, Corona-bedingter Disziplinierung empfanden Musiker wie Besucher diese erste vorsichtige Wiederbelebung der Musikkultur als äußerst wohltuend. Auch etliche Jungmusiker waren gekommen, in eigens für das Bezirksmusikfest bedruckten T-Shirts. Der Himmel strahlte königlich-weißblau. Die Musikformation, die überwiegend aus Mitgliedern der „Glühwein-Combo“ der Hauptkapelle besteht, vertrieb eventuelle düstere Gedanken mit Stücken wie „Der Sorgenbrecher“.

Hoher Besuch stellt sich ein

Vorsitzender Florian Greis, Öffentlichkeitswerker Uwe Söder und Co. waren angetan über hohen Besuch bei der Harmoniemusik. Der neue Bürgermeister Pirmin Joas freute sich ebenso über die wieder aufflammende Blasmusikkultur wie ASM-Bezirksleiter Gottfried Groß. Der hatte seine Rennradtour von seinem Heimatort Prem aus kurzerhand mit dem Besuch seiner Nesselwanger Musiker verbunden.

Gerstensaft soll nicht verkommen

Der Posaunist der Kapelle und Biobrauer Rudi Maget hatte 750 Liter Festbier eigens für den Festakt sowie für den Festumzug hergestellt. Damit das wohlschmeckende Gebräu nicht verkommt, verkauft es Maget an interessierte Kundschaft aus Nah und teilweise auch aus Fern. Von jeder Flasche zu 1,50 Euro spendet er 50 Cent an seine Harmoniemusik. Der Gerstensaft geht laufend weg, etliche Flaschen sind aber noch zu haben. Die gibt es bei dem nebenberuflichen Brauer jeden Samstag von 9 bis 12 Uhr zu erwerben, „ …oder wenn die Tür offen steht“, wie Maget schmunzelnd seine Erreichbarkeit oder die seiner Frau Hildegard in der Hauptstraße 3 beschreibt.