Gesundheit

Kneipp-Bund-Präsidentin Haubrich begrüßt Füssens Ambitionen

Der Stadtteil Bad Faulenbach - hier die neugestaltete Badestelle am Mittersee - könnte die Keimzelle eines Kneipp-Heilbads Füssen werden.

Der Stadtteil Bad Faulenbach - hier die neugestaltete Badestelle am Mittersee - könnte die Keimzelle eines Kneipp-Heilbads Füssen werden.

Bild: Benedikt Siegert

Der Stadtteil Bad Faulenbach - hier die neugestaltete Badestelle am Mittersee - könnte die Keimzelle eines Kneipp-Heilbads Füssen werden.

Bild: Benedikt Siegert

Dass die Stadt ein Heilbad werden will zeige auch die touristische Bedeutung des Themas. Warum Kneipps Lehre heute so aktuell ist.
23.09.2022 | Stand: 09:40 Uhr

Sie freut sich, dass Füssen das Prädikat Kneipp-Heilbad anstrebt. „Das zeigt zum einen die gesundheitliche und gesellschaftliche, aber auch die touristische Bedeutung, die den Kneippschen Naturheilverfahren beigemessen wird“, sagt die Landtagsabgeordnete Christina Haubrich, die für die Grünen auch das Ostallgäu betreut, kürzlich bei einem Termin in Füssen. Die gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist in Sachen Kneipp eine echte Expertin: Denn sie ist die Präsidentin des Kneipp-Bundes, der nun sein 125-jähriges Bestehen gefeiert hat und rund 550 Kneipp-Vereinen sowie zertifizierte Einrichtungen und Fachverbände vertritt.

Viele Facetten

Die Lehre von Sebastian Kneipp sei nicht nur Wassertreten, sondern viel, viel mehr und reiche von gesunder Ernährung über Bewegung bis zur Naturheilkunde, betont Haubrich. Deshalb ist die Lehre für sie alles andere als antiquiert: „Die Kneippschen Naturheilverfahren sind aus meiner Sicht aktueller denn je. Der ganzheitliche, gesundheitsfördernde und auch präventive Ansatz ist ideal, um dem Lebens- und Arbeitsstil unserer Zeit gerecht zu werden.“ Das Kneippen mit seinen fünf Elementen entfalte seit über 150 Jahren Bedeutung auf wichtigen Ebenen, sagt Haubrich: „Einmal als Grundlage einer gesunden Lebensweise, die die Menschen im beruflichen und privaten Alltag zum eigenverantwortlichen Erhalt ihrer Gesundheit befähigt – was auch in den Kneipp-Vereinen vermittelt wird.“ Dazu komme das in Heilbädern und Kurorten nach Kneipp erfolgreich angewendete Therapiekonzept in der Rehabilitation und der Sekundärprävention.

"Enormes Potenzial"

Weiter betont Haubrich: „Die kneipp’schen Naturheilverfahren haben besonders im Hinblick auf die besorgniserregende Zunahme der sogenannten Zivilisationskrankheiten ein enormes Potenzial.“ Auch in der Schaffung von Angeboten für Post-Covid-Patienten sieht sie eine Chance. So habe Dr. Lutz Ehnert, Vorsitzender des Landesverbands Hessen, in Zusammenarbeit mit Dr. Beate Vogtherr ein Kneippkur-Konzept entwickelt, „das speziell auf die Bedürfnisse“ der Betroffenen ausgerichtet sei. Die kneipp’schen Naturheilverfahren sollen hier durch ihre regenerierenden Therapiemodule der Behandlung des Post-Covid-Syndroms dienen.

Vorbildliche Zusammenarbeit

Daher begrüßt Christina Haubrich die Bemühungen der Stadt Füssen um das Prädikat Kneipp-Heilbad (wir berichteten mehrfach): „Die kneipp’schen Naturheilverfahren haben auch in Füssen eine lange Tradition, die Region und die Stadt sind meines Erachtens nach sehr geeignet – auch weil die Zusammenarbeit der Stadt mit dem Kneipp-Verein Füssen mehr als vorbildlich ist“, erklärt sie.