Bundeswehr in Füssen

Kommandeurswechsel bei der Bundeswehr: „Kampfgemeinschaft auf Zeit“ ist beendet

Kommandeurswechsel

Das Kommando übergeben hat Michael Bertram (links) an Alfred Hugger (rechts). In der Mitte ist Brigadegeneral Maik Keller zu sehen.

Bild: Marina Kraut

Das Kommando übergeben hat Michael Bertram (links) an Alfred Hugger (rechts). In der Mitte ist Brigadegeneral Maik Keller zu sehen.

Bild: Marina Kraut

Alfred Hugger löst Michael Bertram als Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons ab. Der Appell wird von zahlreichen Gästen begleitet.
11.10.2021 | Stand: 13:06 Uhr

Bei einem feierlichen Appell in der Allgäu Kaserne in Füssen ist gestern Oberstleutnant Michael Bertram aus seinem Amt verabschiedet worden. Nach zweieinhalb Jahren als Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 übergab Bertram an seinen Nachfolger, den aus Oberschwaben stammenden Oberstleutnant Alfred Hugger.

Begleitet wurde der Kommandeurswechsel vor dem Bataillon von dem Patenverband der Gebirgsjäger aus Österreich, die Soldatinnen und Soldaten hatten sich allesamt auf dem großen Appellplatz aufgestellt. Mehrere Fahrzeuge der Bundeswehr standen zudem bereit. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Bayerischen Gebirgsmusikkorbs aus Garmisch-Partenkirchen.

Die Ehrennadel wird dem scheidenden Kommandeur Bertram verliehen.
Die Ehrennadel wird dem scheidenden Kommandeur Bertram verliehen.
Bild: Marina Kraut

Geladen waren auch der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU), Polizeichef Edmund Martin, der Füssener Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) sowie die Rathaus-Chefs der umliegenden Gemeinden – beispielsweise Schwangau, Pfronten oder Hopferau –, die mit einzelnen Kompanien Patenschaften pflegen.

Bundeswehr in Füssen - Bertram verabschiedet sich

Seine Zeit bei den Gebirgsjägern bezeichnete der scheidende Kommandeur Bertram als „Kampfgemeinschaft auf Zeit“. In den vergangenen Jahren unter seiner Führung habe es keine gefallenen oder verwundeten Soldaten gegeben, erklärte der aus Hannover stammende Bertram in seiner Rede. Und das, obwohl es auch für die Füssener Soldaten und Soldatinnen nach Mali ging. Dabei handelt es sich um den Einsatz Minusma der Vereinten Nationen in dem westafrikanischen Land, zu dem auch Füssener Gebirgsjäger regelmäßig angefordert werden.

Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) beim "Abschreiten der Front" mit Brigadegeneral Maik Keller.
Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) beim "Abschreiten der Front" mit Brigadegeneral Maik Keller.
Bild: Marina Kraut

Im März kommenden Jahres werden erneut Einheiten nach Mali geschickt. Zwar gehöre bei solchen Einsätzen auch immer Soldatenglück dazu, dennoch sei die Grundlage eine gute Ausbildung, sagte Bertram. Diese zu gewährleisten, gehört laut ihm zu den Aufgaben des Kommandeurs. Er habe versucht, das Gebirgsaufklärungsbataillon besser zu machen. Dabei seien ihm immer wieder talentierte Soldaten begegnet, aber auch solche, die mit Einsätzen wie denen in Mali zu kämpfen hätten.

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An sie gerichtet mahnte Bertram, sich „innerlich zu straffen“. Zudem forderte er sie auf, im Falle einer Überforderung die Streitkräfte zu verlassen. Abschließend wurde Bertram von Brigadegeneral Maik Keller eine Ehrennadel sowie das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold überreicht. Dieser dankte ihm für seine Loyalität.

Traditioneller Auszug des scheidenden Kommandeurs

Zum traditionellen Ablauf des Kommandeurswechsels gehören neben Kanonenschüssen, der Kommandoübergabe und der bayerischen und deutschen Hymnen auch der Auszug des Kommandeurs. Bertram wurde von einem Wagen, behangen mit Tarnnetzen, abgeholt. Ein letztes Mal verabschiedete er sich bei den anwesenden Einheiten mit dem traditionellen Kampfschrei: „Horrido - Joho!“ (Lesen Sie auch: Bundeswehr-Soldaten finden Luftballon, der 900 Kilometer weit flog)

Das ist der neue Kommandeur in Füssen, Oberstleutnant Hugger:

Mit seinem neuen Amt kehrz Alfred Hugger zurück nach Füssen. Bereits in der Vergangenheit war er stellvertretender Kommandeur am Standort. Zuletzt war Hugger im Amt für Heeresentwicklung in Köln tätig, unter anderem als Büroleiter. Hugger ist verheiratet - seine Frau wird allerdings weiterhin in Mecklenburg-Vorpommern bleiben.