Konzert-Generalprobe

Kiewer Symphonieorchester spielt Open Air am Weißensee

Klassik-Open-Air vor dem Schützenheim in Weißensee-Roßmoos mit dem Kiewer Symphonieorchester unter der Leitung des italienischen Chefdirigenten Luigi Gaggero und der in Kiew geborenen Geigerin Elisabeth Zeitseva.

Klassik-Open-Air vor dem Schützenheim in Weißensee-Roßmoos mit dem Kiewer Symphonieorchester unter der Leitung des italienischen Chefdirigenten Luigi Gaggero und der in Kiew geborenen Geigerin Elisabeth Zeitseva.

Bild: Klaus Wankmiller

Klassik-Open-Air vor dem Schützenheim in Weißensee-Roßmoos mit dem Kiewer Symphonieorchester unter der Leitung des italienischen Chefdirigenten Luigi Gaggero und der in Kiew geborenen Geigerin Elisabeth Zeitseva.

Bild: Klaus Wankmiller

Das ukrainische Symphonieorchester begeistert beim Open Air in Weißensee-Roßmoos 400 Klassikfans. Am Samstag spielt das Ensemble im Festspielhaus.
14.05.2022 | Stand: 15:00 Uhr

„So etwas hat es hier noch nie gegeben,“ freute sich Christian Schneider. „Das war ein Juwel für Weißensee“, sagte Füssens Zweiter Bürgermeister.

Die rund 400 Klassikfans konnten ihm nur beipflichten. Ein Open Air vor dem Schützenhaus in Roßmoos und dann auch noch von einem renommierten Orchester – das war für das Organisationsteam etwas völlig Neues und einmalig. Beim Maibaumaufstellen war der Entschluss schnell gefasst: Das durch Deutschland tourende Symphonieorchester Kiew ist derzeit im Feriendorf Reichenbach bei Nesselwang untergebracht.

Roßmooser schützen stellen Proberaum zur Verfügung

Die rund 80 Instrumentalisten suchten nun einen Probenraum. Dieser fand sich im Schützenhaus in Roßmoos. Für den Trachtenverein, die Musikkapelle und die Schützen aus Weißensee war sofort klar: „Wir stellen den Probenraum kostenlos zur Verfügung,“ erklärt Simone Dopfer, die sich um die Agenden des Schützenhauses kümmert. „Doch es ist nicht ganz umsonst,“ ergänzt Schützenmeister Werner Strodl: „Als kleines Dankeschön sollen die Profimusiker in Weißensee aufspielen“. Der Erlös kommt den Flüchtlingen aus der Ukraine im Altlandkreis Füssen zu Gute.

In kürzester Zeit Bühne aufgebaut

Gesagt – getan. In kürzester Zeit haben die drei Ortsvereine alle zusammengetrommelt und ein Klassik-Oper-Air veranstaltet. Außer den Schützen konnten Willi Stehle (Vorsitzender des Trachtenvereins) und Hermine Böck (Vorsitzende der Musikkapelle Weißensee) viele Helferinnen und Helfer rekrutieren und eine Bühne vor dem Schützenheim aufbauen.

Als Wertschätzung kam sogar Gauschützenmeister Hans-Peter Kristen aus Halblech. Auch die Rotarier stiegen mit ein und brachten viele Clubmitglieder mit. Ulrich Sprandel vom Rotary District 1841 zeigte sich erfreut über die vielen Interessierten, die der Generalprobe für die Allgäutournee des Ensembles lauschten.

Das Orgateam (von links): Vizebürgermeister Christian Schneider, Werner Strodl (Schützenmeister Weißensee), Simone Dopfer (Schützenheim), Ulrich Sprandel (Rotary Club), Hans-Peter Kristen (Gauschützenmeister), Hermine Böck (Vorsitzende Musikkapelle) und Willi Stehle (Vorsitzender Trachtenverein).
Das Orgateam (von links): Vizebürgermeister Christian Schneider, Werner Strodl (Schützenmeister Weißensee), Simone Dopfer (Schützenheim), Ulrich Sprandel (Rotary Club), Hans-Peter Kristen (Gauschützenmeister), Hermine Böck (Vorsitzende Musikkapelle) und Willi Stehle (Vorsitzender Trachtenverein).
Bild: Wankmiller

Bürgermeister Eichstetter mobilisiert 300 ukrainische Flüchtlinge aus Füssen

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Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter hatte zudem seine WhatsApp-Gruppe von 300 Flüchtlingen im Großraum Füssen mobilisiert. Selbst das Wetter spielte mit. Am ersten Sommerabend des Jahres konnte die Generalprobe für einige weitere Konzerte des Symphonieorchesters aus Kiew im Allgäu beginnen.

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Unter dem Mitwirkenden sind viele junge Leute, die unter der Leitung von Chefdirigent Luigi Gaggero einen musikalischen Reigen von Kompositionen aus der Ukraine und Deutschland zu Gehör brachten. Gaggero wurde in Genua geboren und wirkt außer seiner Tätigkeit als Leiter des Kiewer Symphonieorchesters als Dozent an der Hochschule in Straßburg. Auf dem Programm stand die erfrischende Sinfonie von Maxim Sosontowitsch Beresowsky (1745 - 1777), einem aus der Ukraine stammenden Zeitgenossen von Mozart.

Solostück von Bach auf der Geige

Das Orchester hatte die dynamischen Feinheiten auch im Freien gut herübergebracht. Bei der Violinromanze Nr. 2 op. 50 trat Elisabeth Zeitseva als Solistin auf. Sie wurde in Kiew geboren und studiert seit sieben Jahren Violine am Konservatorium in Nürnberg. Bei diesem Stück konnten die Zuhörer kritische Probearbeit und das Einstudieren eines Stücks live miterleben. Gaggero achtete auf den ausgewogenen Klang des Ensembles und stimmte die Solovioline mit der Begleitung des Orchesters ab. Zeitseva bedankte sich für den großen Applaus mit einem Solostück von Bach.

Der zweite Teil der öffentlichen Generalprobe gehörte zeitgenössischen Komponisten aus der Ukraine und klang mit einer „Melodia“ aus – eine rundum gelungene Veranstaltung, die viel Lob für das Profiensemble und das Organisationsteam erntete.

Wer auf dem Geschmack gekommen ist, kann das komplette Konzert des Orchesters am Samstag, 14. Mai, um 16 Uhr im Festspielhaus Füssen noch einmal hören.

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